Frage von sillehen, 220

Kann die PferdeHaftpflichtversicherung, wirklich den Schaden ablehnen?

Hallo , Das Thema ist sehr komplex, ich hatte vor 3 Monaten einen Pfereunfall das Pferd stand bei uns auf dem Hof zu Beritt, die Besitzerin wollte es abholen stand aber dann ohne Anhänger da ! Ich benötigte aber dringend die Box das sie den vereinbarten Termin nicht eingehalten hatte waren wir im Verzug , als sie mich fragte ob wir ihr das Pferd nach Hause bringen haben wir das getan !Es War keine gewerbliche Fahrt , außerhalb der Geschäftszeiten und es ist auch kein Geld geflossen ! Damit fing alles an !Kurzversion das Pferd War sehr unruhig auf dem Hänger nach 15 Minuten polterte es nur und wir schauten nach das Pferd hing über der Stange bei dem Versuch es befreien erwischte es mich böse ! Resultat : Bänderriss , schwere Hws / Verletzungen , Schulterkapselabriss, Gehirnerschütterung , muskelfaserriss in der Wade Prellungen im gesamten Oberkörper 2 Wochen Krankenhaus ! Bis heute bin ich nicht wieder fit und bin nicht belastbar! Die Besitzerin des Pferdes War Anfangs total betroffen hat es direkt der Versicherung gemeldet , habe mir aber zusätzlich eine tolle Anwältin hinzugezogen! Nun die Ernüchterung heute kam ein Schreiben der Versicherung das sie davon ausgehen das sie den Schaden nicht übernehmen können da sie kein Verschulden sehen ! Das Pferd ist total ausgerastet da kann keiner was dafür aber wenn so ein Schaden eintrifft gerade dafür ist man ja versichert ! Nun zu meiner Hauptfrage , ist das das nur ein Versuch das abzuwiedeln? Oder haben Sie tatsächlich eine Chance ? Mich belastet das sehr weil von meiner Gesundheit mein Job abhängt ! Freue mich über antworten !

Antwort
von MoechteAWissen, 108

Die Problematik ergibt sich aus der Tierhütereigenschaft.

Dadurch übernimmt der Tierhüter
(Sie), quasi die Verantwortung des Tierhalters…

Der Tierhüter hat dafür zu sorgen, dass die vom Tier
ausgehenden Gefahren minimiert werden.

Verletzt  das Tier, den Tierhüter, dann ist zu prüfen in welchem Umfang ein Mitverschulden gegeben ist.

Zum Beispiel:

Der Tierhüter nähert sich dem Tier, OHNE im Vorfeld auf sich aufmerksam gemacht zu haben. Dass Tier erschreckt, tritt aus und verletzt den Tierhüter.

In diesem Beispiel müsste sich der Tierhüter ein Mitverschulden anrechnen lassen, dies könnte dazu führen, dass die Gefährdungshaftung des
Tierhalters
komplett hinter dem Mitverschulden des Tierhüters zurücktritt.


Wie Sie jetzt vielleicht erkennen können,  ist die Antwort auf Ihre Frage enorm komplex und aus der Ferne mit den gemachten Angaben nicht zu beantworten!

Gut ist das Sie bereits einen RA beauftragt haben. Stellen  Sie bitte sich drauf ein, dass vermutlich ein Gericht Ihren Fall entscheiden muss.

 

Tipp:
Melden Sie den Vorgang der Berufsgenossenschaft und  (sofern vorhanden) Ihrer privaten Unfallversicherung.

Viel Glück und gute Besserung.

Kommentar von Loroth ,

Sehr gute Antwort!

Jetzt wäre noch zu klären, ob die TO spätestens mit der Transportübernahme auch tatsächlich (bzw. rechtlich) in die Funktion des Tierhüters gelangt ist. Das könnte (!!) die ablehnende Haltung der Versicherung erklären.

Was dem widerspricht, ist, dass die Versicherung den Schaden wohl mit dem Verweis auf mangelndes Verschulden abgelehnt hat. Hier sehe ich den ersten Ansatzpunkt, nämlich die Versicherung darauf hinzuweisen, dass hier die bereits erwähnte Gefährdungshaftung greift.

Alleine, dass die Versicherung überhaupt so argumentiert, wirft Fragen auf. Der Begriff "Gefährdungshaftung" sollte eigentlich in jeder Schadenabteilung bekannt sein. (Natürlich kann es sich bei der Ablehnung auch nur um das Schreiben eines übereifrigen Wald-und-Wiesen-Vertreters handeln, der keine Ahnung hat. DAS würde zumindest die mangelhafte Ablehnung erklären...;-)).

Unter´m Strich bleibt natürlich in einem Fall mit Personenschaden der Rat, das Ganze nur mit anwaltlicher Hilfe durchzufechten.

Kommentar von MoechteAWissen ,

Hey Loroth,

hier sind wirklich noch einige Fragen offen.

Mehr als Vermutungen lässt die Fragestellung leider nicht zu.

Doch ich habe ein paar Ideen, wie sich das Blatt des
Fragestellers zum positiven drehen kann.

v.G. :)  

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 49

Das kann ich nicht verstehen. Bei Schäden durch Pferde kommt es doch gar nicht auf das Verschulden an. Es ist doch eine Gefährdenshaftung, d.h. das Pferd ist doch auf jedenfall haftbar zu machen. Bzw. der Halter und/oder Eigentümer.

Mein Pferd, das ich führte, ist mal von einer besoffenen Radfahrerin angefahren worden. Dem Pferd ist nichts passiert, aber die Radfahrerin hatte die Schulter gebrochen. Obwohl mein Pferd unschuldig wie ein Lamm war, hat die Versicherung bezahlt. Eben wegen der Gefährdenshaftung.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 41

Nur weil eine Versicherung die Haftung nicht übernimmt, heist ja nicht, das du keine Ansprüche an den Pferdehalter hast.

Du stellst deine Schadensansprüche, dein Schmerzensgeld, deinen Arbeitsausfall und evtl. Spätfolgen mit hilfe deines Anwaltes direkt an die Pferdehalterin. Wenn deren Versicherung nicht übernimmt, dann muß sie das selbst tun.

Wer jemandem einen Schaden zufügt ist für diesen Schaden Haftpflichtig, muß diesen also wieder gut machen.

Dazu hat man normalerweise Versicherungen - wenn die Versicherung nicht bezahlt, dann muß der haftende Mensch selbst zahlen.

Kenne dazu einen Fall von einer Autoversicherung - Junger Mann fährt nachts (leicht betrunken) einen Fußgänger an. Die Versicherung verweigert ihm den Schadensausgleich. Der junge Mann zahlt heute (40 Jahre später) immer noch eine Teilrente an den Fußgänger.

Kommentar von DerHans ,

Eine Versicherung übernimmt grundsätzlich keine Haftung. Sie zahlt nur (bzw. gibt Deckung), wenn ihr VN in Haftung genommen wird

Kommentar von friesennarr ,

Falsch ausgedrückt meinerseits - Sollte eher heisen: Wenn die Versicherung nicht zahlt .....

Antwort
von FreierBerater, 50

Entschuldige mal, aber deinen Text zu lesen ist eine ZUMUTUNG für die das Wort "Unverschämtheit" noch zu freundlich ist!!! Versuch' es doch bitte mal mit Deutsch, Gross-/Kleinschreibung, Fehlerkorrektur und mit Absätzen!

Die Ablehnung der Versicherung ist nicht korrekt, da es hier überhaupt nicht um Verschuldenshaftung nach BGB §823 geht, sondern um Gefährdungshaftung nach BGB §828. Aber warum müssen wir dir das sagen und nicht deine ach so tolle Anwältin? Immerhin wird sie dafür bezahlt.

Kommentar von WesternCalimero ,

BGB §828 bezieht sich auf Minderjährige. Ich würde hier eher den §833 (Haftung des Tierhalters ansetzen).

Kommentar von FreierBerater ,

Sorry, du hast recht. Wie gut, dass ich die "Gefährdungshaftung" erwähnt hatte.

Expertenantwort
von MissDeathMetal, Community-Experte für Pferde, 113

Ich würde mich damit nicht zufriedengeben, allerdings kann die Versicherung natürlich damit argumentieren, dass du wusstest, was du tust und dass Pferde gefährlich sind. Dennoch, die Haftpflicht muss bei Schäden an Dritten einspringen und zahlen, insofern es kein Selbstverschulden war. Auch den Schaden am Hänger sollte sie mit abdecken, insofern das in der Haftpflicht eingeschlossen ist (i.d.R. mit 150€ selbstbeteiligung, allerdings hat das nicht jede Haftpflicht). Ich würde mich da nicht so abwürgen lassen, dein Anwalt und deine Versicherung sollen sich mit dieser Versicherung rumstreiten und einigen. 

Wünsche dir gute Besserung und gute Genesung!

Kommentar von sillehen ,

Danke , für die Antwort ! Natürlich weiß ich das, habe Jahre lange Erfahrung mit Pferden soetwas aber noch nie erlebt das ein Pferd so ausrastet ! Die Besitzern wusste davon das er nicht artig ist hat es nicht erwähnt und deswegen hat sie ihn nicht gefahren ! Hätte ich das vorher gewusst hätte ich es nicht gemacht! 

Kommentar von DerHans ,

Ein Pferd ist ein Tier, das eine potentielle Gefahr darstellt. Das hat mit "artig oder unartig" absolut nichts zu tun.

Ein Pferd kann in Panik, ohne weiteres einen Menschen töten.

Kommentar von friesennarr ,

Bist du im gewerblichen Beritt tätig, hattet ihr einen Ausbildungsvertrag für das Pferd? Du schreibst zwar, das ihr das Pferd nicht gewerblich transportiert habt, aber gehört das ganze noch zum Beritt?

Wenn du das Pferd gegen Geld bei dir auf dem Hof beritten hast, dann käme deine Unfallversicherung oder deine Berufsunfallversicherung zum Einsatz.

Kommentar von DerHans ,

Wenn der Fragesteller das Pferd gewerblich in Obhut hatte, ist das sein eigener Schaden. Dann geht es nur noch darum, ob die Berufsgenossenschaft den Fall als Arbeitsunfall aufnimmt und abwickelt.

Dann käme wiederum die Betriebshaftpflicht ins Spiel, wenn Unfallverhütungsvorschriften missachtet wurde,

Mir ist immer noch nicht klar, in welcher Funktion hier das Pferd transportiert wurde.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 113

Die Tierhalterhaftung beruht auf der GEFÄHRDUNGSHAFTUNG. Das bedeutet, es wird überhaupt nicht nach einer Schuldfrage gesucht.

Das ist vollkommen unverständlich, dass eine Anwältin das nicht wissen sollte.

Hol dir deine Krankenversicherung mit ins Boot, um gegen den Versicherer deinen Schadensersatz durchzusetzen. Denn die Krankenkasse will ja auch ihre Auslagen erstattet haben.

Antwort
von Apolon, 101

Mir ist nicht klar, weshalb du hier den Transport des Pferdes übernommen hast. 

Was wurde denn zwischen dir und der Besitzerin für den Transport des Pferdes vereinbart ?

Kommentar von sillehen ,

Bei uns werden keine Pferde gewerblich transportiert, im diesen Fall wurden wir gelinkt ! Mein Lebensgefährte ist das Auto gefahren , ich War nur Beifahrer ! Die Besitzerin des Pferdes War beim Aufladen dabei und ist hinter her gefahren, die Besitzerin wusste das ihr Pferd ein Angängerproblem hat und hat Gründe vorgeschoben das sie ihn nicht holen konnte ! Ich selbst stand in keiner Geschäftlichen Beziehungen( ich habe den Verurteilung nicht ausgeführt )  zu ihr ich brauchte lediglich ihre Pferdebox! Und nach dem sie uns immer wieder vertröstet hat hat sie gefragt ob wir ihr das Pferd nicht bringen können das haben wir getan ! 

Antwort
von WesternCalimero, 67

Zum einen versuchen die Versicherungen leider erst einmal alles, um nicht bezahlen zu müssen. Sie nutzen die Unkenntnis der Menschen aus, um ihnen Angst ein zu flößen.

Grundsätzlich ist die Pferdehaftpflichtversicherung dazu da, die Schäden die ein Pferd angerichtet hat zu begleichen. Dazu ist es völlig irrelevant, ob die Besi ein Verschulden trifft oder nicht - nicht die Besi ist versichert, sondern das Pferd.

Also gibt es nur den Weg der Klage deinerseits. Diese sollte Erfolg versprechend sein. Bitte konsultiere umgehend deine Anwältin.

LG Calimero

P.S.: Ich hatte auch einen Fall, wo die gegnerische Versicherung mich mit 30% abspeisen wollte, bei recht klarer Rechtslage. Vor dem Zivilgericht habe ich dann 100% (ohne Abzug einer Gefährdungshaftung) zugesprochen bekommen.

Kommentar von Apolon ,

 Grundsätzlich ist die Pferdehaftpflichtversicherung dazu da, die Schäden die ein Pferd angerichtet hat zu begleichen. Dazu ist es völlig irrelevant, ob die Besi ein Verschulden trifft oder nicht - nicht die Besi ist versichert, sondern das Pferd.

Falsch - es gibt keine Pferdehaftpflichtversicherung, sondern nur eine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Bedeutet, dass der Tierhalter versichert ist.

Stell dir mal vor, das Pferd müsste vor Gericht erscheinen. Merkst Du den Unsinn den du gerade geschrieben hast.

Kommentar von MoechteAWissen ,

Wäre doch auch mal ne tolle Sache.... :) 

Kommentar von Dahika ,

meine Güte, Pferdehaftpflicht - Halterhaftpflicht... das ist doch terminologische Kirschkernschnitzerei.

Kommentar von schleudermaxe ,

Und genau deshalb müssen die Kraftfahrzeuge dort erscheinen, wenn denn mal eines bröselt. Ich bin gespannt, denn der Saal A bei uns ist im 1. Stock.?

Kommentar von WesternCalimero ,

@Norbert Uhrig

Wie, bitte stellt sich dann eine in die Tierhalterhaftpflichtversicherung integrierte Fremdreiterhaftpflicht dar ???

Ich habe Pferdehaftpflichtversicherung geschrieben, weil es besser den Kern der Sache trifft. Formaljuristisch richtig ist der Begriff Tierhalterhaftpflichtversicherung. Richtig ist aber auch, daß der Besi versichert ist, für genau dieses Tier mit Lebensnummer - und damit genau dieses eine Tier.

Da ist nämlich auch der Fall versichert, daß das Pferd sich erschreckt, dich abwirft und dann auf die Straße läuft und einen Unfall verursacht. Dieser Schaden wird ursächlich vom Tier angerichtet und nicht vom Besi. Die Regressforderungen werden sich gegen den Halter richten. Daher der Name Tierhalterhaftpflicht..

Analog dazu ist eine KFZ-Haftpflicht. Auch hier richtet sich die Regressforderung gegen den Halter. Hier müsste das dann auch KFZ-Halter-Haftpflicht heißen ??? - und KFZ´s erscheinen selten zu Verhandlungen.... da könnte es auch ein Problem mit der ZU (Zustellungsurkunde) geben......

Also bevor Du hier ätzende Kommentare abgibst, solltest Du dich informieren. Wenn Dir das zu einfach geschrieben erscheint, kannst Du es gerne sachlich ergänzen (Juristendeutsch ist allerdings nicht jedermanns Sache).

Aber: rein sachlich hast DU weder in deiner Antwort, noch in deinen Kommentaren etwas beigetragen.........

Kommentar von DerHans ,

Es heißt nicht umsonst TIERHALTER-Haftpflicht.

Der Halter haftet unabhängig von der Schuldfrage.

Kommentar von WesternCalimero ,

Wer hat denn das bestritten - genaues lesen hilft....

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten