Frage von JEANNYHELLA, 65

Kann die menschliche Psyche grundlos krank sein?

Hallo. Ich bin psychisch krank und weiß nicht, wieso. Meine Diagnosen sind: F60.31 Borderline Persönlichkeitsstörung, F40.1 Soziale Phobie, F40.2 Emetophobie, F42.2 Zwangsstörung und F45.2 Hypochondrische Störung. Mir ist klar, dass es für jede psychische Erkrankung gewisse Auslöser gibt, aber eben diese sind bei mir nicht vorhanden. Ich hatte eine schöne Kindheit, bin in guten Verhältnissen aufgewachsen und war ein sehr fröhliches Mädchen. Meine Mutter ist zwar alleinerziehend, aber ich habe guten Kontakt zu meinem Vater und meine Eltern verstehen sich auch untereinander bestens. Mein Opa ist leider sehr früh an Krebs gestorben, was selbstverständlich schlimm, aber keinesfalls Auslöser einer psychischen Erkrankung war. In der Schule wurde ich ab der fünften Klasse fünf Jahre lang gemobbt. Natürlich zählt Mobbing nicht zu den schönen Erfahrungen des Lebens und ich kann mir durchaus vorstellen, dass man als Opfer seelische Schäden davon trägt. Aber dass Mobbing allein massive psychische Störungen auslöst, halte ich für unwahrscheinlich. Mein Verhalten war zwar bereits im Kindergarten auffällig, hat sich aber erst zu Beginn der Pubertät als wirklich krank erwiesen. Zum Mobbing kann es auch deshalb keine wirkliche Verbindung geben, weil ich schon vorher, nämlich ungefähr zeitgleich zum Beginn der fünften Klasse, an Zwangsgedanken, Panikattacken und selbstverletzendem Verhalten litt. Ich zerbreche mir zeitweise wirklich den Kopf, weil ich einfach keinen Grund dafür finde, dass meine Psyche derart erkrankt ist. Ich habe schon über etliche Dinge nachgedacht und mir irgendwelche Horrorszenarien ausgemalt, die aber definitiv nie stattgefunden haben. Ich habe auch mit 1000%iger Sicherheit nichts verdrängt und bin auf keinste Weise traumatisiert. Genetisch betrachtet ist auch alles in Ordnung; ich bin nicht vorbelastet und in meiner Familie ist so gut wie jeder psychisch gesund. Klingt alles super, ist es aber nicht. Ich möchte nicht länger die Nadel im Heuhaufen suchen. Ich weiß, ich bin psychisch krank - und ich will wissen, wieso das so ist. Bitte empfehlt mir nicht, zum Psychologen zu gehen. Ich habe die Hälfte meines bisherigen Lebens in Therapie verbracht und dort konnte mir niemand helfen. Meine eigentliche Frage ist, wie es möglich sein kann, dass ich sozusagen grundlos psychisch krank bin? Und wenn nicht grundlos, was kann dann der Auslöser sein, wenn nicht mal ich selbst diesen kenne?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von missproduced, 40

Mobbing kann sehr wohl gravierende psychische Störungen auslösen.Selbst wenn du zurückblickst und es dir nichts ausmacht das Erlebte noch einmal durchzugehen, hast du "Schäden" in dir, auf die du nur kaum bewussten Zugriff hast. Auch scheint es, als hättest du es verdrängt, was ja erstmal gut ist - allerdings sollte man es es sich eingestehen, nicht andersherum. Solche Dinge zu verdrängen ist logisch - könntest du im allgemeinen schlimme Erfahrungen nicht verdrängen, dann wärst du entweder ein Wrack oder Tot.

Bei Phobien ist es ja genauso, wenn du die negativen Symptome bewusst lenken und beeinflussen könntest, dann wäre eine Phobie ja nichts schlimmes. Leider geht das nun mal nur sehr eingeschränkt. Das Gehirn wurde zu sehr auf diese Phobie geprägt, um sie selbst aktiv wieder los zu werden. Man verlernt ja auch nicht plötzlich das Laufen, da müsstest du Wochenlang trainieren, um erste Erfolge zu erzielen. Du hast Jahrelanges Mobbing erfahren, dein Kopf hat aus diesen Jahren undementierbar gelernt.

Bei den Auslösern bin ich mir sehr sicher, dass das Mobbing einen großen Teil dazu beigetragen hat. Du beschreibst dich ja selbst als eher das "schwarze Schaf", was auch im Kindergarten schon auffällig war. Wer aus dem menschlichen Schwarm raus fällt, wird immer von anderen skeptisch und verachtend angesehen, die Unterbewussten Teile des Gehirns nehmen alles, was um einen passiert auf und speichern sämtliches ab. Wenn ein Zeitraum nun aus negativen Emotionen und anderen hasserfüllten Informationen besteht, hat das abgespeicherte im Kopf nun eben diesen negativen Touch, der das Gehirn sehr prägt und aus der gesellschaftlichen Bahn wirft. Zudem lernt das Gehirn um einiges schneller, wenn Emotionen mit einfließen - heißt, wenn du angegriffen wirst, dann erzeugt das eine richtige Delle oder Kerbe in deinem Kopf.

Therapien können auch mehr Leid als Hilfe sein. Eine Therapie zeigt einem durchaus, was die Krankheiten sind, wie man in der Regel damit umgeht etc. Allerdings erinnert eine Therapie auch immer daran, dass man eine abnorme Psyche hat. Man hat also eine geringere Chance, dass man diesem Kreislauf aus psychischen Krankheiten wieder entrinnen kann. Das gilt auch für den Umkreis - wenn man mit Menschen schlechter interagieren kann, wenn sie über die eigenen psychischen Beschwerden Bescheid wissen, dann sollte man diese Menschen meiden. Am besten auf einen Neuanfang hinarbeiten, in dem man im gesellschaftlichen Sinne frisch, stabil und normal sein kann. Von seinem Umfeld als normal interpretiert zu werden hilft unheimlich solche Störungen wieder loszuwerden.

Als Tipp will ich dir geben, dass du dir ein Hobby suchst, soweit du noch keines gefunden hast. Du kannst sicherlich etwas überdurchschnittlich gut - vermutlich etwas künstlerisches? Halte daran fest, denn diese Art von Ablenkung und "Energie- und Zeitabgabe" hilft dem Kopf, sich selbst zu reparieren und die negativen Gedankengänge mit positiven zu übermalen.

Kommentar von voayager ,

Das ist durchaus brauchbar, sofern sich die Fragestellerin aus ihrem Kokon heraus begibt, an sich arbeitet. Hobbies haben schon recht zahlreiche Menschen über zahlreiche Klippen gebracht.

Antwort
von Bonbonglas, 50

"Grundlos" entsteht eine Erkrankung nie, egal ob psychisch oder physisch. Ich will dir etwas erklären:

Veranlagung: Selbstverständlich kannst du eine Veranlagung tragen, die psychische Erkrankungen mindestens begünstigt. Dabei muss kein weiterer Krankheitsfall in der Familie vorgekommen sein. Es gab zum Beispiel einmal eine Untersuchung, bei der Kleinkinder beobachtet wurden, ob sie mit ihrem Exkrementen spielen (das machen sie in dem Alter, zu dem sie laufen und auf's Töpfchen gehen lernen). Man fand heraus, dass nicht jedes Kind so gespielt hat. Weiter fand man heraus, dass Menschen, die nicht mit ihren Exkrementen gespielt hatten, später viel häufiger einen Waschzwang entwickelt haben. Ich persönlich gehe davon aus, dass Menschen durch die Vererbung eine "Grundeinstellung" ihrer Eigenschaften mitbekommen und bekommt ein Kind eine starke Einstellung für "Ekel", starke Einstellung für "Perfektion", eine starke Einstellung für "Wiederholungsneigung" und starke Einstellung für "konservatives Denken" (in diesem Sinne: alte Denkweisen schlecht aktualisieren können), dann hast du ein Kind mit einer Grundeinstellung, die nahezu ein Nährboden für psychische Krankheiten ist, auch wenn in der Familie sonst jeder gesund ist (man bedenke: Anlagen können mehre Generationen überspringen). Vielleicht bist du so ein Kind.

Veranlagung bedeutet nicht, dass solche Einstellungen zu unveränderlichem Verhalten führen. Es ist vergleichbar mit einem Lautstärkeregler. Deine Regler sind zu laut bzw. zu niedrig eingestellt, manche beeinflussen sich, meistens klemmen die Regler... Aber sie sind einstellbar.

Es kann sehr gut möglich sein, dass du während deines Lebens verschiedene Regler unterbewusst durch dein Denken in die Extreme verstellt hast. Dazu reichen Informationen aus dem Fernsehen, aus der Umwelt, aus den Büchern, aus dem Alltag. Unterbewusst hast du Bewertungen dieser Informationen vorgenommen und je nachdem, wie du bewertet hast, deinen Regler niedriger oder höher gestellt. Dazu brauchen die Informationen nicht traumatisch gewesen zu sein. Zum Beispiel siehst du als Kind einen Eimer in der Wohnung deiner Freundin stehen. Dir geht durch den Kopf "Erbrechen!", weil du vor 2 Jahren im Bett liegend brechen musstest. Dir wird so unwohl wie zum Zeitpunkt der Erkrankung, das Gefühl prägt sich ein. Nun siehst du häufiger mal einen Eimer, denkst immer an die Krankheit und ans Brechen, das schlechte Gefühl. Irgendwann siehst du einen Eimer und kriegst gleich das Gefühl als müsstest du brechen, die Erinnerung kommt nach dem Gefühl. "Glückwunsch", du hast den Regler in die Extreme geschoben, während andere in einem Eimer einen Eimer sehen und nichts weiter. Die Krankheit muss nicht traumatisch gewesen sein, das unangenehme Gefühl und die Vermeidungshaltung reichen vollkommen für eine Konditionierung.

Wenn man sein Bein wegen einer Verletzung monatelang entlastet, führt das zu Problemen in der Körperhaltung, die schmerzen. Die Psyche funktioniert ähnlich.

Kommentar von Momo1965 ,

Wow! Respekt! :-) Ich habe selten eine SO gute und leicht verständliche Darstellung einer klassischen Konditionierung gelesen! Großes Kompliment! :-)

Kommentar von voayager ,

dem pflichte ich bei, das kann so sein, ist zumindest ins Kalkül einzubeziehen

Antwort
von voayager, 24

Du bist nicht grundlos krank, so was gibt es nicht, stets liegen bestimmte Gründe vor. Entweder sind sie psycho-sozial bedingt, oder haben organische Ursachen. Mit anderen Worten, es ist nicht so wie bei der Maria, die ohne Zeugung zu einem Kind gekommen sein soll. Der abwegige Kunstgriff gelang nur durch einen imaginierten Gott.

Wir hier können das dir nicht sagen, lediglich in mühseliger Kernerarbeit beim Zusammentragen vieler Puzzles bzw. Mosaiksteine ließe sich bestenfalls da Einiges eruieren.

Gehandicapt ist man im Netz zudem, dass wir dich nicht life erleben, wir sehen weder Mimik, Gestik, Körperhaltung, noch hören wir deine Stimme, Sprachtempo, Stimm-Modulation, Timbre usw.

Wir können zudem nicht viele Fragen und Zwischenfragen an dich richten. Dann stellt sich zudem die Frage, ob du auch dann gewillt wärest, für dich unangenehme Fragen zu beantworten. Wie du weisst, ist eine Compliance unabdinglich, andernfalls endet alles in einer Sackgasse. Um aber eine Compliance herzustellen, bedarf es den Willen zur eigenen Änderung, der Fähigkeit sich zu öffnen, nicht in einem Kokon zu verharren und zudem zu einer Übertragung fähig zu sein. Erst wenn all das gegeben ist, dann kann z.B. ein Therapeut mit deiner Hilfe, deinem aktiven Zutun, als Art Hebamme, Impulsgeber und Spiritus rector, sowie Scout zweckdienlich sein.

Dabei werden neue Schaltkreise geöffnet, die es erst überhaupt möglich machen, Dinge zu erkennen und zu begreifen, die einem in einer schwerwiegenden psychischen Verfassung sonst nicht möglich sind.

Kommentar von voayager ,

Hier noch eine Ergänzung: oftmals liegt bei massiven psychischen Störungen auch genetische Belastungen vor, sofern es zu keinem frühkindlichen Kopfunfall kam, der ein Psychosyndrom auslösen kann, das wiederum den Weg für weitere Beeinträchtigungen psychischer Art ebnet.

Es können in einer Familie die Eltern weitestgehend gesund sein, dennoch kann es zu einer genetischen Abberation kommen, einfach, weil nicht immer die/der Bauplan 100% exakt im positiven Sinne kopiert wird.

Dann kann es natürlich auch sein, dass ein Großeltenteil psychisch beeinträchtigt war und gar jemand der Urgroßeltern, auch das ist ja möglich.

Antwort
von onaclearday, 49

Kurze Zusammenfassung der nun folgenden Antwort: Manche Menschen haben ziemliches Pech, was das angeht.

Auch glaube ich, dass Du Dir die Antwort schon sehr gut selbst gegeben hast, als Du diese Frage stelltest.

Ich denke nicht, dass solche Erkrankungen grundlos auftreten - es ist nur schwer, da einen einzigen Auslöser festzulegen, wo doch so viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.

Zum Einen ist da natürlich die Genetik - es ist dazu auch nicht notwendig, dass psychische Erkrankungen in der Familie aufgetreten sind. Die Diagnosen, die Du erhalten hast, sind sicherlich eher anhand von Symptomen festgelegt worden als an körperlichen Befunden. Die moderne Psychiatrie folgt da eher einem deskriptiven (beschreibenden) Ansatz, da es ja leider bei vielen ihrer Störungsbilder nur zu wenige objektive und auch praktisch umsetzbare Testverfahren gibt, anhand derer man ganz genau sagen könnte, woher eine bestimmte Krankheit kommt. 

Bei der Entstehung dieser Krankheiten spielen natürlich verschiedene Faktoren eine Rolle. Es werden zwar genetisch gesehen keine kompletten Charaktereigenschaften vererbt, aber eben bestimmte Anlagen. Und da kann bei Familienmitgliedern auf jeden Fall irgendwo eine Ähnlichkeit vorliegen - und schon ist die Grundlage für eine psychische Erkrankung geschaffen, die vorher noch kein Familienmitglied hatte.

Was aber in diesen von Dir beschriebenen Fällen wichtiger ist, ist natürlich die psychische Entwicklung durch diverse Lernprozesse. Bei diesen Erkrankungen ist man ja meist nicht von Geburt an "krank", sondern zeigt anfangs noch vollkommen normale Verhaltensweisen, die dann zum Beispiel durch Konditionierung verstärkt werden. So kann es zum Beispiel sein, dass, wenn man in der Öffentlichkeit irgendeinen winzigen Fehler macht und dann von den anderen ausgelacht wird, daraus lernt, diesen Fehler nicht mehr zu machen, um das Gefühl zu vermeiden, das mit dem Ausgelachtwerden verbunden wurde. Prinzipiell ein guter Lernmechanismus, aber dann kommt eben auch wieder die Genetik ins Spiel: manche Menschen reagieren stärker auf solche Reize als andere, und so kann sich das immer weiter steigern, bis ein Verhalten oder ein Gedanke/Gefühl so stark ist, dass es als pathologisch (krankhaft) eingestuft werden könnte. 

Um das mal extrem zu vereinfachen - die neurotischen und somatoformen Störungen (wozu ich jetzt mal die Phobien, Zwangsstörungen und auch die Hypochondrie einordne) sind hauptsächlich psychogener Ursache, aber natürlich auch genetisch beeinflusst. Und sie beeinflussen sich auch gegenseitig - so sind Zwangsgedanken und -handlungen (und natürlich andere Verhaltensweisen wie zum Beispiel, bei Angst vor Menschen zuhause zu bleiben) oft ein Vermeidungsverhalten, welche Angst reduzieren sollen. Anfangs funktioniert das noch gut und läuft teilweise bewusst, teilweise unbewusst ab, doch da es ja super funktioniert (Zwangsgedanke verdrängt Beschäftigung mit einem Angstgefühl - wieder Konditionierung, da eben die Angst als negativer Verstärker wegfällt für den Moment), übt man dieses Verhalten, sodass man natürlich dann "besser" darin wird, es einzusetzen. So steigert es sich dann immer weiter, bis das einstudierte Verhalten plötzlich problematisch wird. Selbstverletzendes Verhalten funktioniert ähnlich, man verletzt sich selbst, Endorphine werden ausgeschüttet - Belohnung - Stress/Anspannung wird reduziert oder Leeregefühl überdeckt - kurzzeitiger "Erfolg".

Bei manchen Menschen ist es genetisch so, dass der Körper stärker auf solche Verhaltensweisen reagiert, sodass sich aus dem Zusammenspiel von genetischen, sozialen (Umweltbedingungen, belastende Lebensereignisse als Auslöser können natürlich auch vorhanden sein) und psychologischen Faktoren Symptome herauskristallisieren, die dann Leidensdruck hervorrufen. Das kann bei einem Menschen, der in einem fürsorglichen, schützenden Umfeld aufgewachsen ist, genauso passieren wie bei jemandem, der traumatische Erfahrungen durchleben musste - der einzige Unterschied ist dabei eventuell die Wahrscheinlichkeit. Ein Stichwort dazu wäre das Vulnerabilitäts-Stress-Modell, welches versucht, die Faktoren dahinter genauer zu beleuchten.

Diese Frage habe ich mir auch schon öfter gestellt, da ich bei meinen psychischen Erkrankungen auch keinen genauen Auslöser finden konnte - doch letztendlich gibt es schon Gründe dafür, nur das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren ist bei jedem Menschen anders, sodass manche eben psychisch weniger krank oder "gesund" sind und andere nicht. Leider kann man da selten einen genauen Auslöser festlegen, da eben nicht nur ein bestimmtes Gen oder eine ganz bestimmte Erfahrung bei diesen Krankheiten ursächlich sind.

Antwort
von Windlicht2015, 59

Du schreibst, dass dein Verhalten schon im Kindergartenalter auffällig war. Wann haben sich deine Eltern getrennt? War es vielleicht in dieser Zeit? Recherchiere was in der Zeit von deiner Geburt bis zum Kindergartenalter passiert ist.
Will nichts behaupten, es sind nur Vermutungen!
Ich kann dich sehr gut verstehen, dass du nach einem "Warum" suchst! Aber es ist sehr schwer die Antwort darauf zu finden, da die Gene in vielen Fällen auch verantwortlich sein können! Das
Mobbing kannst du auch nicht außer Acht lassen! Es gibt Menschen, die aufgrund von Mobbing nie mehr arbeiten konnten oder Selbstmord begangen haben, so sehr war die Psyche geschädigt!
Wenn die Ärzte während deiner Therapien nicht herausfinden konnten, welches der Auslöser, die Ursache für deine psychischen Störungen sind, dann ist es so als würdest du die Nadel im Heuhaufen suchen!
Vielleicht hast du Glück und findest es irgendwie doch selber heraus, denn du bist im Grunde dein eigener Detektiv! Niemand kann besser in dich hineinsehen und fühlen, als du selbst!
Alles Gute und gib nicht auf!

Kommentar von voayager ,

Dein Text ist partiell nicht schlecht, dennoch mehr oder minder weltfremd. Die Annahme, dass man sein eigener Scout sei könne, ist abwegig, bestenfalls nur ansatzweise herzustellen.

Es geht eigentlich nur, wenn man mit etlichen Menschen zusammen in unterschiedlichen Situationen und Handlungen sich befindet und dann deren feedback beobachtet und bespricht. Das jedoch ist meist nicht gegeben.

In der bloßen Selbstversenkung werden meist keine großen Selbsterkenntnisse geschöpft, das ist eine idealistische Annahme, die nix taugt.

Mobbing kann nur dann einem so fertig machen, wenn schon eine Schädigung vorausging, andernfalls haut er einem nicht dauerhaft um, also behaupte nicht einfach was.

Kommentar von Windlicht2015 ,

Ich habe geschrieben, dass alles nur Vermutungen sind! Ich weiß, dass es nicht leicht ist für dich! Trotzdem alles Gute!

Kommentar von Windlicht2015 ,

Und was das Mobbing angeht, so gibt es tatsächlich Fälle, wie in meiner Antwort erwähnt! Habe nicht behauptet, dass Mobbing der Grund für deine psychische Erkrankung ist, habe nur geschrieben, dass man es auch berücksichtigen sollte! Lies bitte die Antwort genauer!

Kommentar von voayager ,

hättest eben mehr zu Borderline abgrenzen sollen, sonst entsteht der leise Verdacht, dieses Krankheitsbild könnte mit Mobbing auch gemeint sein.

Ich ziele hierbei auf die Fragesgtellerin ab, die sich so eine Erklärung auf ihre Weise dann zurechtzimmern kann. dies galt es vorzubeugen.

Kommentar von Windlicht2015 ,

Nun ja, da magst du Recht haben!
Schönen Tag noch!

Kommentar von voayager ,

dto.

Antwort
von scatha, 65

Jeanny, Zunächst sei Dir im klaren, daß diese "Diagnosen" durchwegs Symptombeschreibungen sind. "Krankheit" in dem Sinne in dem Du diesen Begriff benutzt, wäre etwas viel tiefer gehendes. Fühlst Du dich denn "krank" ?
Leichte Verdrängungen und Traumen haben wir alle- wir sind nicht perfekt. Ein Arzt sage mal spöttisch "Es gibt keine Gesunden, sondern nur schlecht untersuchte Patienten." Psychische Gesundheit (Psychohygiene) ist etwas, an dem wir ein ganzes Leben lang arbeiten. Diese Vorsorge hält uns dann auch körperlich gesund.

Kommentar von MerlinRenegade ,

Der spöttische Arzt ist echt der Brüller. Den merke ich mir. Danke

Antwort
von BrilleHN, 43

Nein nicht Grundlos  - ich bin der Meinung, dass unserer Gesellschaft die sich auf uns teilweise so auswirkt wie die die Gefangenschaft von Tieren im Zoo bei einigen Menschen zu diesen Erkrankungen führt.

Antwort
von Seanna, 42

Die BPS F60.31 ist auch zwangsläufig mit einer Impulskontrollstörung und dadurch Veränderungen im Gehirn verbunden. Dadurch können andere Systeme ebenfalls aus dem Takt geraten bzw weitere Symptome begünstigt werden.

Zb. Sind in der Regel Serotonin und Dopamin-System gestört, aber auch Noradrenalin. Man kann da mit Medikamenten eingreifen, aber es ist nicht so simpel wie zb. Die Gabe von Jod.

Eine Traumatisierung oder Traumafolgestörung  (PTBS) muss auch bei der BPS -nicht- zwangsläufig vorliegen. Es tritt, je nach Studie, nur eben überproportional häufig zusammen auf: in 60-90% der Fälle.

Wenn du zu den 10-40% gehörst, wo das nicht der Fall ist - super!

Allerdings kann Mobbing, vor allem so lange und mit Begleitsymptomen, durchaus traumatisch sein! Trauma ist individuell erlebte Ohnmacht, kein juristisch festgelegter Begriff wie 'Missbrauch' o.ä.

Kommentar von voayager ,

Klar ist Mobbing traumatisierend, führt jedoch seltenst zu Borderline, wohl aber zu einem posttraumatischen Belastungssyndrom, was nicht das gleiche ist.

Kommentar von Seanna ,

Ich sagte nichts Gegenteiliges.

Kommentar von voayager ,

stimmt, ist jedoch auf Borderline bezogen. Zu diesem Krankheitsbild hast du dich nicht abgegrenzt, so dass man in deinen Text hinein interpretieren kann, (nicht aber zwangsläufig muß) dass du diese Erkrankung bei Mobbing einschließt.

Kommentar von Seanna ,

Dann danke für die Klarstellung meiner missverständlichen Ausdrucksweise :)

Antwort
von Mignon2, 43

Deine psychischen Probleme können genbedingt sein. Du hast die Gene nicht nur deiner jetzigen Familie, sondern auch diejenigen von den Familien deiner Eltern, Großeltern usw. Gene gehen sehr weit zurück. Außerdem spielt das Unterbewußtsein eine sehr große Rolle. Es kann also durchaus sein, dass die Erkrankungen aus dem Unterbewußtsein kommen, das du nicht kontrollieren und das du nicht wahrnehmen kannst. Das Mobbing könnte deine Psyche beispielsweise wesentlich stärker belastet haben, als du es wahrnimmst. So ist es auch mit anderen Ereignissen in deinem Leben, die du meinst, weggesteckt und nicht verdrängt zu haben. Das muss aber bei weitem nicht so sein.

Antwort
von loewenherz2, 29

wenn dir Fachleute nicht helfen können (glaubst du zumindest)

was bringt dich zu der Annahme hier könnte einer helfen ?

Leute die in der Regel 12 ....18 Jahre alt sind

zumindest ist es nicht schlecht seine Sorgen zu Papier zu bringen

Luft zu machen

Kommentar von voayager ,

sehe ich auch so, daher hab ich was dagegen, wenn man die Userin sperrt. Jeder hat ein Recht drauf, sich Luft zu verschaffen, das sei wirklich fast Jedem gegönnt, sofern nicht faschistisches Gedankengut, Aufruf zur Päderastie etc. im Spiel ist.

Kommentar von scatha ,

Die Grenze wird von jedem anders gezogen und oft stehen politische Paradigmen dahinter, und wir wissen ja alle, wie lügendurchseucht die Politik ist.

Kommentar von scatha ,

Wenn durch ihre Ausbildung gleichgeschaltete Fachleute nicht helfen können, ist - gerade in der Psychologie, die heutzutage noch in den Kinderschuhen steckt - durchaus angemessen, Meinungen von Nicht-Uni-Leuten zu sammeln, die auf jeden Fall das Blickfeld erweitern können und vielleicht auf eine andere "unorthodoxe" Weise helfen können.

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