Frage von Paquerelle, 55

Kann die Bank sich weigern für meine Mutter Investmentfonds anzulegen?

Meine 96jährige Mutter hat mit Sparbüchern bei der Sparkasse ein kleines Vermögen angespart. Die Sparbücher wurden im Juli ausgelöst und das gesamte Geld kam auf ein Tagesgeldkonto mit 0,01% Zinssatz. Ich monierte das bei der Bankberaterin meiner Mutter. Daraufhin kam die Antwort, man könne das Geld in Investmentfonds anlegen. Seitdem ist nichts passiert. Nach meiner kürzlichen Anfrage kam die Auskunft eine Anlage könne nur im Gespräch gemeinsam mit mir, als Erbin, durchgeführt werden. Ich weiß, meine Mutter würde bei dem Wort Erbin sofort allergisch reagieren und zu nichts bereit sein. Ist es nicht die Aufgabe der Bank meine Mutter dementsprechend zu beraten und ihr Geld bestmöglich anzulegen?

Antwort
von beangato, 25

Ich denke schon, dass sich die Bank weigern kann.

Lies mal:

Da das Kapital 10 bis 30 Jahre gebunden ist und ein vorzeitiger Ausstieg
fast nicht oder nur mit hohen Verlusten möglich ist, eignet sich die
Investition in einen geschlossenen Fonds nur für sehr langfristig
orientierte Anleger.

http://www.focus.de/finanzen/banken/beteiligungen/immobilien/geschlossene_immobi...

Denkst Du im Ernst, dass Deine Mutter 106 bis 126 Jahre alt wird?

Legs an, wenn Deine Mutter nicht mehr lebt.

Antwort
von DinoSauriA1984, 7

Weigern sollte sich die Bank nicht. Es gibt durchaus ältere Anleger, die bewusst auch bei ihrer Anlage auf die Rendite achten und wissen, das nicht sie selbst, sondern erst die nächste Generation davon profitiert. Das sollte aber explizit das Anlageziel Deiner Mutter sein. 

So wie Du es beschrieben hast, hat Deine Mutter aber wohl noch keine Erfahrungen mit Fonds. In dem Fall kann ich ein gewisses Unbehagen der Anlageberaterin nachvollziehen. 

Und natürlich geht im Wertpapier- und Fondsbereich nichts ohne individuelle Beratung. Die Beraterin muss sich sicher sein, dass Deine Mutter versteht, worin sie investiert und das Risiko kennt und akzeptiert. Kann die Beraterin einschätzen, inwieweit Deine Mutter mit 96 aufnahmefähig für neue Anlagen ist? Mir scheint, dass die Beraterin hier verantwortungsvoll handelt.

Antwort
von christl10, 23

Ja. Im Alter von 96 Jahren ist das Tagesgeld das einzig wahre. Es gibt keine andere Möglichkeit mehr, denn alles andere bringt ein viel zu hohes Risiko. Ich danke das hat die Bank begriffen. Wozu noch einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5% für einen Fonds noch bezahlen, wenn sie den Erfolg der Anlage möglicherweise nicht überlebt. Aussitzen kann man in dem Alter vergessen, daher Finger weg von Wertpapieren jeder Art. Ich glaube, daß Du das nicht so recht begriffen hast. Zudem würde sie die Art der Anlage wahrscheinlich erst gar nicht mehr verstehen und das ist eine Voraussetzung für jede Anlage. 

Antwort
von Detlef32, 6

Richtig - eine Bank muss richtig beraten. Und damit ist die Verpflichtung zu einer altersgerechten Anlageberatung verbunden.

Wenn Deine Mutter einfach ohne Beratung was kaufen will dann kann sie das. Z.B. bei einer Direktbank wie die comdirekt oder Diba. Da gibt es keine Beratung und damit auch keine Verpflichtung und Haftung der Bank (gibt es auch aber weniger).

Und natürlich hat die Sparkasse Recht. Bei einer 96 jährigen sollte der Erbe am Tisch sitzen. Denn wenn nicht kommt der Erbe ein paar Monate später und verklagt die Bank.

Antwort
von constein, 13

Die Bankberaterin arbeitet richtig! Sie darf nicht ohne Beratungsprotokoll und Zustimmung einfach Fonds als Anlage wählen. Da musst du schon mit ins Boot gehen, also Kontoinhaberin mit werden. Viel Spass! Meine Eltern werden 80 und da geht die Richtung garnichts....!

Antwort
von berlina76, 19

Da sich Fonds meist erst nach 3 Jahren Rentieren(vorher fressen die Anlagegebühren die Dividende auf) sind sie nur als Langfristige Anlage geeignet. Bei einer 96zig jährigen also unrentabel.  Es währ also wirklich nur eine Anlage zu deinen Gunsten. 

Und ja, solange deine Mutter geschäftsfähig ist muß sie das Abschließen nicht du

Antwort
von AnnaStark, 6

In diesem Alter ist das Tagesgeld das einzig "Wahre". Alle anderen Anlagen sind sinnlos, wie auch zwei andere hier bereits begründet haben.

Ich selbst bin nun über 60 und ziehe mich von langfrisrtigen Dingen auch zurück. Ebenso ärgere ich mich, dass ich noch einen geschlossenen Fond habe, bei dem ich erst mit 75 rankomme. Was will ich in diesem Alter mit dem Geld noch, ausser ich werde gesund 96, dann ists okay.

Antwort
von Coripiander, 33

Ja, das ist möglich bei alten Leuten.

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