Frage von jcnnc, 137

Kann der Vermieter einen kündigen, obwohl man zwar noch nicht eingezogen ist, aber diese Woche einziehen will?

Kann der Vermieter mich einfach kündigen, obwohl ich nichts gemacht habe? Ich habe jetzt schon meine jetzige/alte Wohnung gekündigt auf diese Woche und schon vieles zusammengepackt. Der Grund von ihm ist anscheinend, dass sein Sohn wieder zurückkommt (obwohl der Sohn auch bei ihm unten Wohnen kann, da es 4Zimmer sind aber nur 3 Personen). Ich bin jetzt total verzweifelt. Was soll ich nur tun???

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 59

Wann beginnt Dein Mietvertrag?  Normalerweise beginnen Verträge entweder am Monatsanfang und vielleicht ausnahmsweise mal zu Monatsmitte.

Wenn der Mietvertrag erst am 1.11. beginnt, kann Dich der Vermieter schon deshalb aussperren, weil der Vertrag noch nicht begonnen hat.

Wenn er schon am 16.10. begonnen hat, Du vielleicht auch schon wenigstens eine Rate der Kaution gezahlt hast und die Miete für Oktober, hast Du auf jeden Fall ein Anrecht darauf, in die Wohnung einzuziehen.

Läßt er Dich nicht rein, macht er sich schadensersatzpflichtig. Unter Berücksichtigung Deiner Schadensminderungspflicht kannst Du Dein Umzugsgut z. B. bei einer Spedition einlagern, wenn es nicht soviel ist in einer Lagerbox, die man in vielen größeren Städten mieten kann oder woanders, wo man Dir Lagerraum zur Verfügung stellen kann und wo Deine Habe sicher vor Diebstahl und Beschädigung ist.

Du selbst kannst ggf. in ein Hotel oder eine Pension ziehen.

Wenn der Mietvertrag erst am 1.11. beginnt, hast du jetzt noch Gelegenheit, den Vermieter darauf aufmerksam zu machen, dass Du genau das ab 1.11. tun wirst. Also Zeug einlagern und selbst ins Hotel gehen und dann bei ihm den Schadensersatz geltend machen. Da er ein Haus sein Eigen nennt, hast Du auch allerbeste Chancen, dass Du Dein Geld dann auch bekommst. Nur vorfinanzieren musst Du es natürlich, was zumindest zu einem gewissen Teil durch eingesparte Miete und Kaution geht.

Gehe davon aus, wenn er sich in den Kopf gesetzt hat, dass sein Sohn einzieht, wird er Dich nicht einziehen lassen und lieber den Schadensersatz in Kauf nehmen. Es sei denn, er ist wirklich ein äußerst sparsamer Mensch. Er wird Dir aber sofort eine Eigenbedarfskündigung zustellen, sodass Du in drei Monaten wieder umziehen musst. In diesem Fall muss er Deinen Mehraufwand für Wohnungssuche und zweimal umziehen erstatten.

Handelt es sich bei dem Haus um ein Zweifamilienhaus, das er im EG bewohnt und nur das OG ist eine Mietwohnung, bist Du auf jeden Fall nach spätestens 6 Monaten raus, denn er kann sein Sonderkündigungsrecht nach §573a wahrnehmen und da steht Dir dann kein Schadensersatz zu.

Vorschlag: Versuche mit dem Vermieter einen für Dich günstigen Aufhebungsvertrag zu erreichen, in dem Dein gesamter Mehraufwand abgedeckt ist. Geht er darauf nicht ein, gehe zu einem Rechtsanwalt, der Dir hilft, Deine Ansprüche von Anfang an durch zu setzen und Dich auch berät, was Du im Einzelnen der Reihe nach tun kannst.

Kommentar von albatros ,

Wenn der Mietvertrag erst am 1.11. beginnt, kann Dich der Vermieter
schon deshalb aussperren, weil der Vertrag noch nicht begonnen hat.

Stimmt nicht, er muss sich an die gesetzliche Kündigungsfrist halten. Die beträgt 3 Monate.

Kommentar von anitari ,

bwhoch2 meint sicher das der Vermieter ihn nicht vorher in die Wohnung lassen muß.

Kommentar von Xipolis ,

Der Vermieter lässt den Mieter gar nicht erst einziehen und nimmt Schadenersatz in Kauf.

Kommentar von bwhoch2 ,

Davon ist auszugehen. Als Vermieter würde ich nicht anders handeln, jedoch würde ich versuchen, mit dem "neuen Mieter" einen Aufhebungsvertrag zu vereinbaren, der diesem die Kröte erträglicher macht.

Kommentar von Xipolis ,

Es kommt halt auf die Umstände an. Ob die Kündigung bereits eingegangen ist, wie sich der/die Fragesteller/in im Mietrecht auskennt und wieviel Zeit/Geld diese zur Durchsetzung Ihrer Interessen investieren will.

Es kann von Seiten des/der Fragesteller/in auch Sinn machen, mit dem alten und bisherigen Vermieter zu sprechen, ob eine Fortsetzung des Mietverhältnisses vereinbart werden kann.

Kommentar von Xipolis ,

Nachtrag: Laut einem anderen Kommentar, ist bisher KEINE Kündigung eingegangen, von daher muss die Mieterin ja davon ausgehen, dass Sie zum vereinbarten Termin einziehen kann.

Kommentar von bwhoch2 ,

Bis 24.10. Aber das ist unerheblich. Sie kann ohne Kündigung davon ausgehen, dass sie einziehen kann. Was aber, wenn der Vermieter sagt "Nein" und sie nicht reinläßt? (Idioten gibt es schließlich überall.)

Dann steht sie auf der Straße und kann versuchen, sich rein zu klagen. Vielleicht geht da was mit einstweiliger Verfügung, aber angenehme wird es absolut nicht und ob es am Ende was nützt, ist auch nicht sicher.

Kommentar von Xipolis ,

In dem Fall sollte zum einen mit dem alten Vermieter gesprochen werden, ob das Mietverhältnis fortgesetzt werden kann. Und der nächste Weg sollte zu einem Rechtsanwalt oder einem Mieterschutzverein führen - was anderes kann man dann nicht mehr raten.

Im Notfall dann Mobilar einlagern und Hotelzimmer bis eine neue Wohnung gefunden ist.

Kommentar von bwhoch2 ,

Danke für die Auszeichnung.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 20

Natürlich muss er nicht nur reden, sondern schriftlich mit zulässiger Begründung und seiner Unterschrift kündigen.

Was jetzt spekulativ angekündigt wird, ist Schall und Rauch, ohne jegliche Bedeutung. Nicht drauf reagieren, schweigen ist Gold.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 73

Nur wenn der Vermieter eine wichtigen, rechtlich zulässigen Grund hat. Was vor Beginn des Mietverhältnisses so gut wie ausgeschlossen ist.

Der Grund von ihm ist anscheinend, dass sein Sohn wieder zurückkommt (obwohl der Sohn auch bei ihm unten Wohnen kann, da es 4Zimmer sind aber nur 3 Personen).

Was heißt anscheinend? Hat der Vermieter eine formgerechte Kündigung geschickt und einen Grund genannt oder nicht?



Antwort
von ChristianLE, 60

Kann der Vermieter mich einfach kündigen, obwohl ich nichts gemacht habe?

 

Unter gewissen Umständen ist auch eine Kündigung möglich, auch wenn Du nichts gemacht hast.

Hier scheint der Vermieter einen Eigenbedarf geltend zu machen. Hast Du hier schon eine entsprechende schriftliche Kündigung erhalten?

Hier würde ich aber mal prüfen, ob das Interesse des Mieters nicht schon vor Vertragsabschluss bestand. Hier könnte dann ggfs. ein Schadenersatz geltend gemacht werden.

An die Kündigungsfristen muss sich der Vermieter aber halten. Wenn kein Kündigungsausschluss vereinbart wurde, wären das 3 Monate. In dieser Zeit kannst Du die Wohnung auf jeden Fall nutzen.

Kommentar von Gerhart ,

... das Interesse des VERMIETERS......

Antwort
von schelm1, 30

Warten Sie die formelle Eigenbedarfskündigung ab und dann entscheiden Sie weiter.

Antwort
von Xipolis, 63

1. Du ziehst um, denn Du hast einen gültigen Mietvertrag.

2. Du wendest Dich an den Mieterschutzbund oder -verein. Das wird Dich zwar Geld kosten, aber hier brauchst Du eine Beratung bezüglich der Kündigung, da zu nächst zu klären ist, ob diese wirksam ist. Möglicherweise hast Du auch Anspruch auf Schadenersatz.

Antwort
von Rockuser, 54

Wenn Du einen gültigen Mietvertrag hast, kann der Vermieter dich nicht einfach so kündigen. 

Kommentar von jcnnc ,

Ja habe ich. 

Kommentar von Rockuser ,

Dann hast Du das Recht auf die Wohnung. Ich würde zum Mieter-Bund oder zum Anwalt gehen. 

Vertrag ist Vertrag, da müssen sich beide Seiten dran halten.

Antwort
von Allexandra0809, 21

Ganz wichtig: Hast Du eine schriftliche Kündigung erhalten?

Erst dann musst Du Dir vielleicht Sorgen machen.

Kommentar von jcnnc ,

Nein, noch nicht

Antwort
von Blogger78, 43

Ein abgeschlossener Mietvertrag ist grundsätzlich wirksam. Es gibt kein gesetzliches Rücktrittsrecht.

Eine ordentliche Kündigung des Vertrages unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungdfrist ist aber möglich.

https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_573c.html

Kommentar von anitari ,

Eine ordentliche Kündigung des Vertrages unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungdfrist ist aber möglich.

Für den Vermieter aber nur aus wichtigem, rechtlich zulässigem Grund. § 573 BGB

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