Frage von Easiophiler, 37

Kann der Staat als Arbeitgeber jemanden dazu verpflichten, ein Auto zu besitzen, um mobil zu sein?

Hallo liebes Forum,

ich studiere das Lehramt an Förderschulen und machen mir selbstverständlich immer mal wieder typische "Was wäre wenn?" - Gedanken, was meine Zukunft betrifft.

Neulich ist mir eine Frage in den Sinn gekommen, auf die weder ich noch meine Dozenten eine Antwort wissen.

Als Förderschullehrer in Zeiten der Inklusion wird es oft nötig sein, verschiedene Schulen über den Tag verteilt zu besuchen, um in den jeweiligen Klassen den Förderunterricht durchzuführen.

Besonders in ländlichen Regionen sind solche Besuche allerdings nicht immer so leicht durch den ÖPNV zu bewerkstelligen. Besonders nicht, wenn der zeitliche Abstand zwischen den Besuchen möglichst gering gehalten werden muss.

Wie sieht nun hierzu die Rechtslage aus?

Kann der Staat einen Förderschullehrer dazu verpflichten, ein Auto zu besitzen, um diese Mobilität zu gewährleisten, auch wenn der Besitz eines Autos keine Einstellungsvoraussetzung ist? Oder ist dieser dazu verpflichtet, auf die Situation Rücksicht zu nehmen, indem er beispielsweise diesem Lehrer passende Einsatzorte zuweisen muss?

Ich würde mir sehr für eine passende Antwort freuen.

Liebe Grüße

Easiophiler

Edit: Ich möchte an dieser Stelle hinzufügen, dass in vielen Bundesländern (darunter auch in meinem) die Lehrereinstellung über ein Ranglistenverfahren erfolgt. Das bedeutet, man muss keine Bewerbung im herkömmlichen Sinne schreiben, sondern einzig und allein die Staatsprüfungsnoten sind entscheidend. Stellenausschreibungen, in denen beispielsweise ein Führerschein gefordert werden könnte, existieren (nahezu) nicht.

Antwort
von Apolon, 32

Das zuständige Kultusministerium kann natürlich niemanden zwingen einen Führerschein zu machen, bzw. sich ein Auto zu kaufen.

Wenn der Beamte allerdings kein Auto, bzw. Führerschein hat, kann er an diese Schule bzw. in den Landkreis nicht versetzt werden.

Unter Umständen müsste er dann in einer anderen Region/Stadt seine Tätigkeit ausüben, was dann natürlich sinnvoller weise mit einem Umzug verbunden sein wird.

Antwort
von Ursusmaritimus, 37

Der Staat kann die "Privatmobilität" nur für die Anreise zum ersten Einsatzort verlangen.

Ab hier ist er in der Pflicht die weiteren Einsatzorte am Arbeitstag so zu planen das sie erreicht werden können. Hierzu kann dann auch der AG zur Stellung des notwendigen Fortbewegungsmittel (vom Skateboard über ÖPNV bis zum Geschäftsfahrzeug) verpflichtet werden.

Er kann ja nicht verlangen das der Weg von A nach B nur mit dem Jetpack in hinreichender Zeit erreicht werden kann.

Antwort
von soissesPDF, 24

Nein, das kann weder der Staat, Arbeitgeber auch nicht.
Der Staat kann sich wohlmeindend überlegen dem Lehrer ein Dienstfahrzeug zur Verfügung zu stellen.

Die Ausgestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen ist alleinige Pflicht des Arbeitsgebers, auch dann wenn er als Staat daherkommt.

Wie der Arbeitnehmer seinerseits von A nach B kommt um seinen Arbeitsvertrag zu erfüllen, ist alleiniges Problem des Arbeitsnehmers, auch dann wenn er Lehrer ist.

Wie sich das im Einzelfall löst, je nun, das steht nirgends geschrieben.

Antwort
von Tellensohn, 19

Salue

Kein Arbeitgeber kann bei einem laufenden Arbeitsvertrag fordern, dass der Angestellte einen Führerschein macht und dann privat einen Wagen kauft.

Ein gewerblicher Arbeitgeber wird aber in der Stellenausschreibung bereits darauf hinweisen, dass jemanden für den Aussendienst sucht, der entsprechend mobil ist (Vermutlich wird er auf eine grosszügige Kilometer-Entschädigung hinweisen).

Im Nachträglichen Fall wird er mit den Bewerbern abklären müssen, wer die Stelle aufgrund seiner Mobilität in Frage kommt. Wenn einer der Bewerber für dieses Lehramt die nötigen Voraussetzungen nicht erfüllt, wird man eine geeignetere Person dafür einsetzen müssen.  

Die unabhängig davon, ob es sich um die Mobilität, die Sprachkenntnisse, den Internetanschluss zu Hause, den Willen zur Wochenendarbeit, den Besitz eines Smart-Phones oder andere Punkte des Pflichtenhefts handelt.

Es grüsst Dich

Tellensohn  

Kommentar von DerHans ,

Es erfolgt aber (selbst bei Personalmangel) ein "Einstellungsgespräch".

Stellt sich dabei heraus, dass der neue Mitarbeiter einfach nicht flexibel einsetzbar ist, (aus welchen Gründen auch immer), bekommt eben jemand anders die Stelle

Antwort
von wilees, 31

Ich stelle die Frage anders: Ist ein (Bundes)-Land überhaupt verpflichtet einen Lehrer einzustellen?

Anders ausgedrückt - hast Du kein Auto kann man ( und wird man wohl ) Deine Bewerbung in vielen Bereichen möglicherweise nicht berücksichtigen.

Kommentar von Apolon ,

Anders ausgedrückt - hast Du kein Auto kann man ( und wird man wohl ) Deine Bewerbung in vielen Bereichen möglicherweise nicht berücksichtigen.

Wie kommst du auf diese Idee?

Bei der Bewerbung muss der Lehrer ja nicht mitteilen, ob er ein Auto besitzt.

Bitte aber beachten, der Dienstherr/Arbeitgeber ist das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes und daher kann er in diesem Bundesland in jeden Ort/Stadt versetzt werden.

Kommentar von wilees ,

Und interessiert es das Kultusministerium anschließend wie der Lehrer von A nach B gelangt?

Kommentar von Apolon ,

Nein - denn der Lehrer entscheidet wie er von A nach B kommt.

Nur er muss jeden Tag seinen Dienst antreten.

Antwort
von DerHans, 18

Natürlich zwingt dich niemand ein Auto zu besitzen. Wie du deinen Arbeitsplatz PÜNKTLICH erreichst, ist deine eigene Angelegenheit.

Antwort
von Zumverzweifeln, 29

Schulleiter sind denkende Menschen- sie arbeiten lösungsorientiert.

Mitfahrgelegenheit - günstige Einsatzplanung-

Aber ohne Examen wird es schwierig- setz andere  Prioritäten!

Antwort
von AnnnaNymous, 29

Bei neu einzustellenden Lehrern kann ich mir vorstellen, dass man dann eben die Stelle nicht bekommt, wenn man nicht mobil genug ist. Es gibt wahrscheinlich genug Leute mit frischem Examen, die bereit sind, sich in solch einem Fall ein Auto zuzulegen, um die Stelle zu bekommen. 

Bei älteren Verträgen z.B. bei Versetzungen wird ja in der Regel berücksichtigt, wohin man wechseln möchte.

Antwort
von asta311, 27

Also ich kenne dein spezielles Problem als Lehrer nicht, aber üblicherweise wird bei ausgeschriebenen Stellen im öffentlichen Dienst immer als Voraussetzung für die Bewerbung (Einstellung) ......Bereitschaft zur Nutzung des privaten PKW zu Dienstzwecken......angegeben.

Antwort
von Jakob1, 6

das muss dann aber in der stellenbeschreibung angegeben werden. als lehrer ist das eigentlich nicht erforderlich.

Antwort
von atzef, 15

Nein. Niemand wird dich zwingen, einen FS zu machen oder dir ein Auto anzuschaffen.

Wie du deinen Arbeits- ud Dienstpflichte in zeitlicher Hinsicht gerecht wirst, bleibt dir selber überlassen. Wenn du sie versäumst, wirst du halt rausgeschmissen.

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