Kann der Hirntod nach einem Herzinfarkt auch mit der sinkenden Temperatur des Körpers etwas zu tun haben??

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4 Antworten

Hey,

zunächst erstmal mein Beileid zu deinem/eurem Verlust!

Es gibt verschiedene Arten des Todes, die letztendlich jedoch miteinander zusammenhängen:

Der klinische Tod ist die Bezeichnung für einen Kreislaufstillstand durch akutes Herzversagen. Die Hirntätigkeit ist dabei noch nicht unwiderruflich erloschen, eine Reanimation könnte die Körperfunktionen vollständig wiederherstellen.

Der Hirntod ist das Erlöschen der Hirntätigkeit, möglicherweise bei intakter Kreislauffunktion. Menschen, die einen isolierten Hirntod erlitten haben, sind potentielle Organspender (soweit sie zu Lebzeiten entsprechende Genehmigungen erteilt haben).

Sind klinischer Tod und Hirntod eingetreten, reagieren manche Zellen immer noch auf Signale, z.B. kann mit Histaminchlorid eine Gänsehaut ausgelöst werden, obwohl der Mensch schon keine Hirn- und Kreislauffunktionen mehr hat, de facto also tot ist. Diese Zeitspanne wird als intermediäres Leben bezeichnet.

Sobald alle Zellen ihre Funktion verloren haben, solche Reaktionen wie oben genannt also nicht mehr provoziert werden können, spricht man vom biologischen Tod.

Eine gesunkene Körpertemperatur konserviert die Zellen übrigens, der Hirntod tritt bei niedrigen Körpertemperaturen vor Einsetzen des Kreislaufstillstands also erst später ein. Um Hirnschäden nach einer Reanimation zu minimieren, werden Patienten z.B. auch zunächst gekühlt. Mediziner sprechen von einer "protektiven bzw. therapeutischen Hypothermie". Menschen, die einen Kreislaufstillstand durch Unterkühlung erleiden, haben die beste Chance von allen, ohne oder mit nur geringem neurologischen Schaden zu überleben.

Ich hoffe, ich konnte deine Frage soweit beantworten. Wenn noch Fragen offen sind, bitte gern! 

Lieben Gruß :)

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Da die ausreichende Abkühlung, wie schon beschrieben wurde, erst allmählich auftritt, die Versorgung durch das Blut, was Sauerstoff und Energielieferanten angeht, wesentlich schneller "abgeschaltet" werden kann, stellt das Gehirn in recht kurzer Zeit eben aufgrund unzureichender Versorgung seinen Dienst ein. Dabei verfällt es sozusagen in einer Art von Selbsttest, einschließlich der Nutzung der Sinnesorgane, wie den Augen und Ohren, aber auch Erinnerungen und so weiter, wodurch nicht selten, bevor das Bewusstsein endgültig den Körper verlässt, eine Nahtoderfahrung erlebt wird. Wird der Körper reanimiert, bevor das Bewusstsein aus dem Körper verschwindet, bleibt es allenfalls bei der Nahtoderfahrung und man kann nach einer gewissen Zeit der Erholung relativ oft, sogar nach einem Schlaganfall, ein relativ normales Leben weiter leben. Kann der Körper jedoch nicht in der Zeit wiederbelebt werden, bevor das Bewusstsein den Körper verlässt, gibt es für die betreffende Person kein zurück mehr und aus der Nahtoderfahrung wird schlussendlich (sofern es ein Leben nach dem Tod gibt) eine Todeserfahrung - gibt es jedoch kein Leben nach dem Tod (woran ich nicht glaube) so endet dass Bewusstsein. Auf die eine oder andere Art verlässt jedoch das Bewusstsein den Körper, wenn der Tod des Körpers eintritt.

Der Abfall der Temperatur findet wesentlich langsamer statt. Während das Gehirn notfalls ein paar Minuten ohne aktive Blutversorgung auskommen kann, kann man den Tod nachträglich über die Körpertemperatur noch über mehrere Stunden messen, was aber dadurch etwas ungenau sein kann, dass die Abkühlung der Körpertemperatur abhängig von der Umgebungstemperatur ist. Es ist durchaus möglich, an Hypothermie zu sterben, also zu erfrieren, aber dazu braucht es sehr niedrige Temperaturen, sei es im Wasser oder ungeschützt in der Luft. In Extremfällen kann wohl auch Hypothermie innerhalb von Minuten zum Tod führen, aber das ist bei einem Schlaganfall eher unüblich.

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Dadurch, dass das Gehirn nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird, wird dem Herz nicht mehr "mitgeteilt" das es schlagen soll. Durch den Stillstand des Blutes kühlt der Körper ab. Die Temperatursenkung ist also Folge des Todes aber nicht dessen Ursache.

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Kommentar von JTKirk2000
23.12.2015, 21:22

Das Gehirn arbeitet, soweit es nicht anderweitig massiv beschädigt wird, auch ohne Blutversorgung, also auch ohne Sauerstoffversorgung noch ein paar Minuten weiter. Die Ansteuerung des Herzmuskels ist in der Regel (wenn man nicht ein entsprechendes Training absolviert hat) eine unterbewusste Angelegenheit im Gehirn und wird ebenfalls normalerweise fortgesetzt. Selbst bei einem Blutschock, also bei einem Blutverlust von mehr als etwa einem Liter Blut werden noch immer die lebenswichtigsten Organe versorgt (soweit ich mich recht entsinne Gehirn, Herz, Lungen und Nieren, aber bei letzteren mag ich mich vielleicht täuschen).  

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Die Körpertemperatur sinkt wenn das Blut aufhört zu pumpen. Der Hirntod entsteht dadurch ,dass die "Lebensessenz" (Seele) vom Gehirn abgezogen wird. Dann ist der Körper unbelebt und verwest

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Kommentar von garfield262
23.12.2015, 21:09

Der Hirntod hat nichts mit der Seele zu tun, sondern unter anderem mit der Areflexie des Hirnstamms, der Reaktionslosigkeit der Pupillen auf Lichteinfall, dem Fehlen einer craniellen Blutperfusion im Doppler und dem Fehlen elektrischer Potentiale im EEG.

Die Begriffe "Lebensessenz" und "Seele" sind absolut unwissenschaftlich und haben in der modernen Medizin, insbesondere in einem so heiklen Bereich wie der Todesfeststellung, nichts verloren.

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Kommentar von augsburgchris
23.12.2015, 21:12

*lebensessenz* *seele* ??? Sonst ist alles Ok? Was hat das mit dem Tod zu tun? Das hat lediglich was mit Esoterik zu tun.

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Kommentar von HamzaCanx
23.12.2015, 21:13

Falsch. Erst einmal ist der Hirntod der wissenschaftliche Ausdruck dafür dass das Gehirn unfähig ist sich einem Bewusstsein anzupassen. Ich befinde mich im naheliegenden Studium der Psychologie und sage , dass es etwas wie eine "Seele" geben muss. absolut.

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Kommentar von HamzaCanx
23.12.2015, 21:14

Lebensessenz ist ein synonym dafür. Seele ist ein mehrdeutiges Wort , damit meine ich nicht die esotherische Ebene,es ist nur so,dass der Körper nach dem Tod exotherm wird.

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