Frage von Chris210, 46

Kann der Gabelstaplerschein im Nachhinein vom Gehalt abgezogen werden, obwohl es so NICHT im Arbeitsvertrag steht?

Hallo, und zwar hab ich folgendes Problem: Ich habe im August einen Gabelstaplerschein gemacht und dieser wurde mir von meinen Arbeitgeber bezahlt. Nun habe ich vor kurzem meine Kündigung erhalten und mein Arbeitgeber möchte mir die entstandenen Kosten von den Überstunden abziehen. Im Arbeitsvertrag wurde das NICHT so festgehalten und die Kündigung wurde ja auch nicht von mir ausgesprochen. Darf er mir den Staplerschein jetzt im Nachhinein in Rechnung stellen?

Meine 2. Frage dazu: Gibt es einen Verein/Gewerkschaft etc. an die ich mich in solchen Fällen wenden kann? (Bspw. "ver.di" oder "IG Metal" usw.)

Zur Information: Ich habe leider keine Rechtsschutzversicherung, sonst würde ich sofort zum Anwalt gehen; ist ja definitiv ein Fall fürs Arbeitsrecht.

Antwort
von tom691, 46

solltest du keine mittel haben um dir einen anwalt leisten zu können, dann hole dir einen beratungschein vom amt(steht dir zu) suche einen anwalt auf und lass dich beraten

denn vieles ist nach deiner fragestellung unklar, wirksame kündigung oder nicht, vertragspunkte usw usw usw

ehe du halbwissen vermittelt bekommst würde ich dir dringend raten einen anwalt aufzusuchen, der sollte dir helfen können, dass kann man auch ohne dass man eine versicherung hat, nach dem gespräch mit dem anwalt weißt du mehr und kannst imme rnoch entscheiden

Kommentar von Chris210 ,

Danke, das mit dem Beratungsschein wusste ich nicht. Jetzt ist es so, dass ich derzeit noch im Arbeitsverhältnis bin und meine Resturlaubstage noch nehmen muss. Bin also offiziell noch nicht als Arbeitssuchend gemeldet. 

Ein Freund von mir meinte auch, dass ich natürlich zum Anwalt gehen kann, aber die meisten Anwälte werden auch bei einer "unverbindlichen Beratung" kein Buch aufschlagen, wenn sie nicht für wenigstens eine Stunde bezahlt werden. Habe aber auch schon andere Meinungen dazu gehört...

Und die Kündigung ist leider rechtswirksam. Die Kündigungsfrist wurde eingehalten und weitere Punkte sind im Arbeitsvertrag nicht hinterlegt.

Kommentar von tom691 ,

den beratungschein würd ich mir holen, schau mal im internet nach einem anwalt für arbeitsrecht, der möglichst postive bewertungen hat oder frage freunde oder bekannte, der anwalt wird dir helfen, zumindest die beratung wird erfolgen und der anwalt wird wissen was du für rechtliche möglichkeiten du hast und ob wirklich alles richtig gemacht wurde vom arbeitgeber

und jeder gute anwalt wird dir sachlichen und fachlichen rat geben, egal ob du nen beratungschein hast oder nicht, lass dir keinen blödsinn einreden und geh zum anwalt

wenn der anwalt möglichkeiten sieht, dass du diesen fall postiv für dich abschließen kannst wird er dir das sagen,allerdings auch wenn du seiner meinung nach keine chancen hast

Kommentar von DerHans ,

Da in der ersten Instanz kein Anwaltszwang besteht, wird auch keine Kostenzusage durch das Amt gewährt.

Man kann seine Klage schriftlich oder zur Niederschrift beim Arbeitsgericht einreichen. Der dortige Rechtspfleger ist dabei behilflich.

Kommentar von tom691 ,

ich rede von keinem anwaltszwang, ich hab von einer beratung gesprochen, dies steht ihm zu sofern er nicht über gewisses eigentum verfügt, was ich nach der fragestellung ausschließe, und allein dannach zu fragen wird ihm keine kosten verursachen und der versuch kann nicht schaden, ergo würd ich es an seiner stelle versuchen, den fachliche hilfe(beratung) ist nun einmal besser

Antwort
von DerHans, 27

Höchstens, wenn du selbst kündigst, kann der Betrieb die Kosten ganz oder teilweise von dir fordern. Wenn er die Überstunden nicht korrekt bezahlt, kannst du direkt vor dem Arbeitsgericht deinen vollen Lohn einklagen.

Dafür brauchst du keinen Anwalt und das Verfahren ist kostenlos.

Kommentar von Familiengerd ,

Höchstens, wenn du selbst kündigst, kann der Betrieb die Kosten ganz oder teilweise von dir fordern.

Aber auch dann nur, wenn es eine entsprechende Vereinbarung gibt!

Keine Vereinbarung - keine Rückzahlung!

Kommentar von DerHans ,

Etwas anderes habe ich nicht geschrieben

Kommentar von Familiengerd ,

Etwas anderes habe ich nicht geschrieben

Du hast dazu überhaupt nichts geschrieben!

Die Notwendigkeit einer entsprechenden Vereinbarung, die erst (wenn überhaupt) zu einer Rückforderung berechtigen würde, hast Du nicht erwähnt!

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 24

Es gibt dazu keine unmittelbar anzuwendenden gesetzlichen Vorschriften, sondern nur analoge Anwendungen und Ableitungen. Insgesamt hat sie die entsprechende Rechtsmeinung dazu aus Richterrecht (Rechtsprechung) entwickelt.

Es ist ganz einfach so:

Erstens: Wenn der Gabelstaplerschein für Deine berufliche Tätigkeit erforderlich war und der Arbeitgeber ihn verlangte, hat er ihn auch zu bezahlen.

Zweitens: Unabhängig davon kann darf der Arbeitgeber von Dir keine Kosten zurück fordern, wenn das arbeitsvertraglich (oder in einer gesonderten vertraglichen Vereinbarung in Zusammenhang mit dem Gabelstaplerschein) nicht entsprechend geregelt worden ist!

Grundsätzlich also:

Die Rückforderung entfällt, wenn sie nicht vertraglich vereinbart wurde; und selbst bei einer entsprechenden vertraglichen Vereinbarung kommt es auf die konkreten Umstände an, ob der Arbeitgeber tatsächlich zur Rückforderung berechtigt ist (was man z.B. ausschließen kann, wenn die Kündigung ohne Verschulden des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber ausgesprochen wurde).

Es gibt dazu viele Informationen im Internet bei Eingabe einer Suchanfrage wie z.B. "Rückforderung von Fortbildungskosten", z.B. aus:  www.agad.de/fileadmin/user/Presse/Artikel\_Gwose\_Rueckforderung\_von\_Fort-\_un...

Arbeitgeber können von den Arbeitnehmern nur dann verauslagte Fort- und Weiterbildungskosten (z.B. Kosten des Führerscheinerwerbs) bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses zurückverlangen, wenn eine dahingehende Abrede getroffen wurde.

In der Regel reicht es schon, wenn Du den Arbeitgeber mit solchen Informationen und gegebenenfalls mit Androhung einer Klage auf die Unrechtmäßigkeit seines Vorhabens (die Kosten mit Deinen Überstunden zu verrechnen) hinweist.

Die Kosten für einen Anwalt - solltest Du keinen Beratungshilfeschein erhalten) - müsstest Du auf jeden Fall selbst tragen; ein Anwalt ist aber nicht zwingend erforderlich!




Antwort
von andfab, 38

du kannst deinem AG aber androhen, dass du das von einem Arbeitsgericht

prüfen lassen würdest..... ( Anwalt eingeschlossen )

Kommentar von DerHans ,

"Drohen" ist immer ganz schlecht

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