Frage von lauraab1997, 134

Kann der Exmann das gemeinsame Haus zwangsversteigern?

Hallo, eine Bekannte von mir folgendes Problem: Sie ist bereits seit mehreren Jahren von ihrem Exmann geschieden. Das Haus, in dem sie seit dem wohnt gehört zur Hälfte ihm und zur Hälfte ihr. Er möchte jetzt, dass sie ihn auszahlt, ansonsten versteigere er das Haus. Ist das denn möglich? Hat er das Recht dazu, das Haus einfach zwangsversteigern zu lassen? Vielen Dank schon mal im Voraus!

Antwort
von Glueckskeks01, 61

Ihm steht auf jeden Fall sein Geld zu und wenn sie nicht zahlen kann/will, dann muss das Haus sicher verkauft werden, denke ich. Die richtige Antwort gibt es aber wohl nur bei einem Anwalt.

Antwort
von Ronox, 33

Ja, das kann er (Teilungsversteigerung).

Kommentar von schelm1 ,

... und sie aber auch! Deshalb dem Verfahren zumindesten beitreten!-

Antwort
von ErsterSchnee, 67

Das ist möglich. Immerhin hat er ein Anrecht auf das Geld. Sie hat ihm ja bestimmt in der Zeit Miete gezahlt - aber warum soll er auf das komplette Geld verzichten, nur damit sie schön wohnen kann? Wenn sie weiterhin nicht verkaufen will, gibt es eine Zwangsversteigerung zur Aufhebung der (Eigentümer)gemeinschaft. Da gibt es erstens weniger Geld und zweitens hat der neue Eigentümer dann das Recht zur SOFORTIGEN Kündigung...

Antwort
von schelm1, 48

Umgekehrt "würde auch ein Schuh daraus"!

Die Versteigerung ist durch jeden im Grundbuch eigetragenen Eigentümer möglich.

Die Freundin wäre sehr gut beraten dem Verfahren nach dessen Eröffnung beizutreten, damit Sie vor dem Termin und auch im Termin die gleichen  Antragsrechte hat, wie der geschiedenen Ehegatte!


Antwort
von Wohlfuehlerin, 68

wenn keiner bereit ist, das haus zu übernehmen, laufen die kosten weiter bis ins unendliche.. ich bin kein fachanwalt, aber ich denke, wenn die andre partei (also hier die frau) sich querstellt bzgl. andereweitigem verkauf oder vermietung, ist das wohl möglich.. die frau kanns ja verhindern....

Antwort
von Morelle, 50

Zulässig ist es auf jeden Fall. Jeder Miteigentümer kann die Zwangsversteigerung beantragen, ohne daß sich der andere dagegen wehren kann. Lediglich eine einstweilige Einstellung auf Antrag deiner Freundin ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich (siehe §180 ZVG).

Der Versteigerungserlös wird geteilt, allerdings nicht zwangsläufig Halbe-Halbe.  Beide Eigentümer müssen vor dem Vollstreckungsgericht eine
übereinstimmende Willenserklärung abgeben, wer wieviel bekommen soll. Es
könnte ja sein, daß einer in der Vergangenheit mietfrei darin gewohnt
hat, während der andere hat die Raten in voller Höhe gezahlt und daher eine
hälftige Teilung nicht gerecht wäre.

Wenn es keine übereinstimmende Willenserklärung gibt, z. B. weil die beiden zu zerstritten sind, kommt es zu einem Gerichtsverfahren.

Antwort
von Pondus, 20

Der Ehemann kann nicht einfach das Haus, also auch den hälftigen Anteil seiner Miteigentümerin, versteigern.

Er kann jedoch die Versteigerung zur Aufhebung der Gemeinschaft beantragen. In der Regel erwirbt dann aber einer der Parteien den Anteil der anderen Partei.

Die Miteigentümerin sollte das zuständige Amtsgericht aufsuchen und eine Rechtspflegerin genauer dazu befragen.

Antwort
von lesterb42, 27

Rechtlich ist das möglich. Das kann wirtschaftlich aber kompliziert bis unmöglich werden, wenn das Grundstück noch mit Grundschulden belastet ist.

Antwort
von blackforestlady, 56

Man sollte sich lieber einigen und das Haus verkaufen, dann erzielt man einen besseren Preis. Bei einer Zwangsversteigerung bleibt am Ende nicht mehr viel übrig.

Antwort
von ShinyShadow, 66

Naja, einfach so darf er es natürlich nicht versteigern...

Wie stellt sie es sich denn vor? Dass alles so bleibt wie bisher und er nichts vom Haus hat?

Aber die Hälfte gehört nunmal ihm, und da muss eine Einigung her... Die beiden haben folgende Möglichkeiten:

-Einer behält es und zahlt den anderen aus

-Sie behalten Es und vermieten es

-Jede, gehört weiterhin die Hälfte. Je nach Haus macht man 2 Wohnungen draus oder derjenige der drin wohnt, zahlt dem anderen Miete

-Das Haus wird versteigert / verkauft

Naja, wenn die beiden sich nicht einigen können, wird der Fall vor Gericht müssen... Und das wird aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine Versteigerung raus laufen... Denn wer kann sich das schon leisten, den Ex auszuzahlen? Und kaum einer ist so doof und verzichtet freiwillig auf seine Hälfte, ohne was dafür zu bekommen...

Kommentar von schelm1 ,

Und kaum einer ist so doof und verzichtet freiwillig auf seine Hälfte, ohne was dafür zu bekommen...

...und genau das scheint bis zum geschiedenen Ehegatten durchgedrungen zu sein!

Antwort
von Hexe121967, 40

wird sowas nicht bei der scheidung geregelt?

Kommentar von schelm1 ,

Weshalb sollte denn da was zu regeln sein?

Beide stehen als Eigentümer im Grundbuch; folglich sind beide rechtlich vermögenstechnisch gleichgestellt, ob geschieden oder nicht!

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