Kann der Arbeitgeber die abgesprochenen Arbeitszeiten nach Jahren der Gültigkeit einseitig ändern bzw. eine Veränderung der Arbeitstage erwirken?

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4 Antworten

Wenn die Lage Deiner nicht arbeitsvertraglich auf Montag bis Freitag festgelegt ist, dann kannst Du aus der langjährigen Gewohnheit leider kein grundsätzliches Recht ableiten dass das auch so bleibt - so jedenfalls die durchgängige Rechtsprechung.

Der Arbeitgeber hat dann nach der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" das Recht, die Lage Deiner Arbeitszeit im Rahmen von geltenden Verträgen, Gesetzen usw. zu bestimmen.

In dieser Gesetzesregelung ist aber auch vom "billigen Ermessen" die Rede: das bedeutet, dass der Arbeitgeber zwingend Deine persönlichen Belange berücksichtigen und mit den betrieblichen Belangen abwägen muss. Sind Deine persönlichen Belange (Dein Interesse, am Samstag aus bestimmten Gründen nicht arbeiten zu müssen) objektiv schwerer zu gewichten als die betrieblichen Belange, dann darf der Arbeitgeber seine Anordnung, dass Du am Samstag arbeiten sollst, nicht durchsetzen.

Alleine dein bloßer Wunsch oder die langjährige Gewohnheit, am Samstag nicht zu arbeiten, hindert - wenn es keine vertragliche Vereinbarung gibt, die dagegen spricht - den Arbeitgeber nicht daran, Dich zur Arbeit am Samstag zu verpflichten

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Das Arbeitszeitgesetz zählt Samstag auch zu den Arbeits- bzw. Werktagen. Die wöchentliche Arbeitszeit darf regelmäßig aber nicht 48 Stunden übersteigen. Ausnahmsweise darf diese auf 60 Stunden erhöht werden, dafür muss es dann aber innerhalb von 6 Monaten einen entsprechenden ausgleich geben. Also an genauso vielen Tagen dann nur 6 Stunden statt 8 Stunden.

Dann kommt es auch noch darauf an, was im Arbeitsvertrag steht.
Wenn dort nichts über die Lage der Arbeitszeit steht, dann muss man wohl auch eine Änderung zur Samstagsarbeit hinnehmen. 

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Kommentar von Familiengerd
13.02.2016, 17:50

dann muss man wohl auch eine Änderung zur Samstagsarbeit hinnehmen

... sofern der Arbeitgeber diese Anordnung "nach billigem Ermessen" entsprechend der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" treffen darf!

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Wenn, es vertraglich nicht vereinabart ist, darf er das schon.

Kurze Erklärung: In den meisten Arbeitsverträgen gibt eine Klausel die besagt, dass der Arbeitgeber dich so einsetzten kann wie er dich eben braucht und wenn das so iost, dann ist das halt so und da kannst du nichts tun.

Lies deinen Vertrag nochmal genau durch.

Viel Erfolg.

MfG


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Kommentar von Familiengerd
13.02.2016, 17:52

Wenn, es vertraglich nicht vereinbart ist, darf er das schon.

... sofern der Arbeitgeber diese Anordnung "nach billigem Ermessen" entsprechend der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" treffen darf!

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da der samstag in deutschland durchaus als normaler arbeitstag gilt - vor allem im handel - gibt es nicht wirklich einen grund, warum er das nicht ändern können sollte.

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Kommentar von Familiengerd
13.02.2016, 17:55

gibt es nicht wirklich einen grund, warum er das nicht ändern können sollte

1. Grund: Es könnte arbeitsvertraglich anders vereinbart sein!

2 Grund: Aufgrund des zwingend zu beachtenden "billigen Ermessens" könnte dem Arbeitgeber die Ausübung seines Direktionsrechts nach der Gewerbeordnung GewO § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" verwehrt sein!

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