Frage von phil1990, 92

Kann der AG den Lohn einbehalten bei unent. Fehltag?

Hallo,

habe keine passende bereits vorhandene Antwort gefunden, daher versuche ich es mal hier. Und zwar war ich in einem Nebenjob tätig auf 450€ basis bei 53h/Monat. Habe aber aus verschiedenen Gründen die ich nicht weiter besprechen möchte die letzten 2 Arbeitstage unentschuldigt gefehlt, also sind circa 8h die fehlen (Habe schon fristgerecht gekündigt gehabt). Ich hätte damit gerechnet dass mir diese 8h abgezogen würden und ich den Lohn für die Stunden die ich gearbeitet habe auch bekomme, jedoch ist der Lohn bisher nicht eingegangen und ich bin ein wenig unsicher. Im Arbeitsvertrag steht nichts davon dass sie den Lohn einbehalten könnten oder sonstiges, weiß jemand bescheid ob sie mir die geleisteten Stunden bezahlen müssen? Könnte ich nicht zur druckverstärkung auch noch auf offene 18 Urlaubstage bestehen?

bitte keine angreifenden kommentare, danke für die hilfe

EDIT: hab angerufen vor ner woche und sie meinte okay sie kümmert sich. bis heute kein eingang vom geld, wieder angerufen und sie meinte es käme mit dem ende dieses monats (weil es angeblich einfacher wäre bla bla bla). also nächsten monatslohn sollte es kommen, an sich kein problem, aber habe das gefühl die wollen mich verarschen, kann der anspruch verfallen? bitte um erneute hilfe

Antwort
von testwiegehtdas, 52

Die Urlaubstage stehen dir zu. Hast du gekündigt und sie noch nicht genommen, musst du sie vor dem Ende nehmen oder wenn das nicht geht ausgezahlt bekommen.

Du könntest aber fragen, ob sie die 2 Tage vom Urlaub abziehen.

Nein, sie dürfen nicht einfach dein ganzes Gehalt einbehalten! Was du geleistet hast müssen sie auch zahlen. Vielleicht verzögert es sich nur und kommt morgen. Immerhin mussten sie nun evtl. die 2 Tage wieder raus rechnen, da wurde es evtl. einfach verspätet überwiesen.  Ruf dort einfach mal an und frag nach.

Kommentar von phil1990 ,

danke für deine antwort.

Antwort
von Lavendelelf, 24

Du hast ja bereits hilfreiche Antworten bekommen. Ich möchte noch darauf hinweisen bzw. fragen ob du eine vorgegebene Kündigungsfrist eingehalten hast. Besteht eine Kündigungsfrist und du hälst diese nicht ein, so ergeben sich weitere Fehltage die nicht bezahlt werden, da unentschuldigt.

Trotz alledem muss dir dein ehemaliger Arbeitgeber eine letzte Abrechnung aushändigen. Aus dieser müssen offene, zu zahlende Beträge, offene und genommene Urlaubstage usw. ersichtlich hervorgehen.

Antwort
von Feuerhexe2015, 53

... du bist nicht erschienen und der Arbeitgeber ist sauer...... ganz einfache Sache er zahlt dann nicht. Du kannst ihn noch mal schriftlich auffordern und wenn er dem nicht nachkommt bleibt nur "klagen"

Wie kommst du auf 18 Urlaubstage?

Der Arbeitgeber müsste dir den Urlaub auszahlen, wenn tatsächlich dieser Anspruch besteht. Dann kann es aber passieren das das ein SV-pflichtiger/Steuerpflichtiger Job wird...... ob du damit gewonnen hast?!?!ß

Kommentar von phil1990 ,

stehen so im AV, mir stehen 18tage in einer 4 tages woche zu. Bin nicht der typ der bei sowas urlaub verlangt aber wenn die mir so kommen, hatte nur mal gelesen man könne auch die offene urlaubstage als lohn einfordern, was ich aber nicht machen würde denke ich. 

Kommentar von Feuerhexe2015 ,

dann pro Jahr und somit wohl nicht alle sondern nur anteilig!

Ruf an kläre das höflich. Ansonsten bleibt dir nur der Klageweg wenn der AG nicht bereit ist zu zahlen.

Kommentar von phil1990 ,

okay danke, wollt nur die gewissheit haben, dass mir auch die geleisteten Stunden zustehen und nicht einbehalten werden dürften.

Antwort
von achherjesoists, 36

das muss ein arbeitsgericht klären da du den arbeitsvertrag gebrochen hast. wenn die firma keine lust hat, wird sie dir ausfallkosten gegen deine forderungen stellen. am besten ist das gespräch suchen und freundlich eine irekte lösung suchen. vor dem arbeitsgericht würden sie höchstwahrscheinlich deine 2 fehltage von dem urlaubsanspruch abziehen und der rest sollte dir zugesprochen werden ( wenn nicht der firma ein grösserer schaden entstanden ist durch dein verhalten zb. dass der kunde einen auftrag zurückgezogen hat oder ähnliches )

Kommentar von phil1990 ,

der firma kann kein schaden entstanden sein, war nur ein nebenjob als aushilfe in einem einzelhandel (regale einräumen, sachen rumtragen, fegen). danke für die antwort

Kommentar von apophis ,

Naja, auch dadurch kann ein Schaden entstehen. Nicht zwangsläufig aber es ist möglich. 

Beispiel: Der Laden war an dem Tag sowieso nur gering besetzt, Du warst vielleicht sogar der einzige, der an dem Tag für das Einsortieren zuständig war.
Nun sollte gerade an dem Tag aber ein sehr beliebter Artikel neu in den Laden kommen (kennt man von Aktionsartikeln) und entsprechend auch in die Regale sortiert werden.

Ohne Dich könnten diese Artikel nun nicht einsortiert und somit auch nicht verkauft werden. Dadurch entsteht durchaus ein Schaden.

Kommentar von phil1990 ,

ja, in der theorie ist da vieles möglich, in der praxis nicht, ^^. aber mal schauen was die nette chefin zu sagen hat am Freitag :). danke

Antwort
von apophis, 47

Wenn es sich um einen Festlohn handelt, muss dieser auch in voller Höhe ausgezahlt werden. Eine Gehaltskürzung ist nur unter bestimmten Vorraussetzungen möglich (Gratifikationen, Prämien etc.). Wenn davon nichts im Arbeitsvertrag steht, darf das Gehalt auch nicht gekürzt werden.

Wegen den Fehltagen kann Dich der Arbeitgeber natürlich abmahnen und auch kündigen, aber eine Gehaltskürzung ist da nicht erlaubt.

Kommentar von achherjesoists ,

bei einer solchen aussage sollte man dann aber schon enigstens den arbeitsvertrag kennen... oder?

Kommentar von phil1990 ,

im AV steht nichts zu einem solchen fall. 

Kommentar von Feuerhexe2015 ,

echt? Die Rechtssprechung sieht das aber in einigen Fällen anders, wenn der AN eingeteilt ist und nicht erscheint dann gibts dafür kein Geld......

unten mal ein Link wo das auch beschrieben ist.

Kannst du bitte mal die Quelle angeben wo das rechtssicher beschrieben ist das das der AG zahlen muß wenn der AN unentschuldigt fehlt?

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Arbeitsausfall.html#toc...

Kommentar von phil1990 ,

mir geht es nicht dass ich für die stunden die ich nicht dort war bezahlt werde, sondern darum dass ich für die stunden bezahlt werde die ich auch gearbeitet habe, in dem fall ca 45h.

Kommentar von apophis ,

Ich habe mich nocheinmal genauer informiert.
Ich war leider zu sehr auf "nicht erbrachte Leistung" fixiert und habe das Nichterscheinen da zu sehr mit reingenommen.

@Feuerhexe, Du hast natürlich vollkommen Recht, bei unentschuldigtem Fehlen des Arbeitnehmers darf eine Lohnkürzung stattfinden, solange, bis dieser eine Entschuldigung(bspw. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) vorlegt.

An dieser Stelle danke für die Richtigstellung und Aufklärung. :)

Kommentar von phil1990 ,

okay, also habe ich recht damit dass ich, nach mindestlohn schon noch an die 370€ erhalten sollte (ohne anspruch auf die auszahlung der urlaubstage geltend zu machen). danke

Kommentar von apophis ,

Gekürzt darf der Lohn nur auf Grundlage der fehlenden Arbeitstage, die geleisteten Stunden müssen natürlich gezahlt werden.

Auch muss das Existenzminimum geschützt werden, heisst der Arbeitgeber muss mindestens die Summe X bezahlen. Wieviel das genau ist, weiss ich leider nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn davon nichts im Arbeitsvertrag steht, darf das Gehalt auch nicht gekürzt werden.

Das ist Unsinn - und hat auch nichts mit "Festgehalt" zu tun!

Selbstverständlich darf der Arbeitgeber bei unentschuldigten Fehltagen das entsprechende Entgelt einbehalten!

Nachtrag:

Ich sehe gerade, dass Du das selbst schon richtig gestellt hast.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community