Frage von michael05091985, 66

Kann das Jobcenter Probearbeit und Arbeitsstelle bzw. Aufstockung verweigern?

Hallo,

gestern war ich bei einem Vorstellungsgespräch 28km entfernt von mir wir haben uns geeinigt das ich doch mal 2-3 Tage Probearbeite und wenn es mir gefällt dann geht quasi alles klar. Jetzt bin ich dann gestern gleich zum Jobcenter um die erfreuliche nachricht mit zu teilen das gab aber dann gleich einen Dämpfer.

Stelle wäre in einem Supermarkt in Teilzeit befristet bis 30.6.2017 Verdienst wären 900€ Brutto ca. 713€ Netto. Das wäre das erste mal seit 8 Jahren keine Zeitarbeit und auch noch in meinem erlernten Beruf im Einzelhandel.

Mir wurde gesagt das ich das nicht genehmigt bekomme weil das Ausserhalb des Tagespendelberreich von 20 km liegt das steht aber nirgendwo auch nicht in meiner EGV.

Ausserdem könnte ich dann auch gar keine Aufstockung beantragen weil in meiner EGV steht das ich eine Beschäftigung suchen muss wo ich meine Hilfebedürftigkeit beende.

Ich habe nachgesehen in meiner alten EGV steht drinnen das ich meine Hilfebedrüftig mindestens verringern muss.

Ist das so rechtens wie ich die unterschrieben habe hab ich das überflogen mir ist das detail mit dem beenden gar nicht aufgefallen.

Antwort
von isomatte, 24

Das bewilligen einer Probearbeit liegt im Ermessen des SB ,wenn daraus aber eine Einstellung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung entstehen könnte,sollte es hier keine große Ermessensfrage geben !

Sollte dein Antrag auf Probearbeit abgelehnt werden,dann legst du fristgerecht einen schriftlichen Widerspruch mit Begründung ein.

Hier ist es erst mal nicht von Belang das die Beschäftigung nur befristet ist,dass man gleich eine unbefristete Einstellung bekommt ist nicht die Regel.

Die EV - sollte so keine Gültigkeit haben,es ist zwar korrekt das man sich bemühen soll eine Beschäftigung zu finden,mit deren Einkommen man seinen Lebensunterhalt dann auch ohne Sozialleistungen bestreiten kann,aber diese muss man auch erst einmal finden und bekommen.

Denn selbst wenn du den Mindestlohn von 8,50 € Brutto bekommen würdest und Vollzeit angenommen 160 Stunden arbeitest,hättest du mit ca. 1017 € Netto in Steuerklasse 1 ggf.immer noch Anspruch auf eine Aufstockung und da hättest du ein Brutto von etwa 1350 €.

Das wiederum würde für dich ja bedeuten,dass du dich dann nur auf Stellenangebote oberhalb von 1400 € Brutto bewerben bräuchtest,weil du unterhalb mit deinem Nettoeinkommen nach Abzug deiner Freibeträge und evtl.sonstigen Aufwendungen wegen der Beschäftigung deinen Bedarf nach dem SGB - ll nicht decken könntest.

Deine Pflicht ( Mitwirkungspflicht ) ist es aber deine Bedürftigkeit so gering wie möglich zu halten,oder ganz zu beenden,also auch versicherungspflichtige Beschäftigungen in Teilzeit und befristet anzunehmen.

Du kannst dann bei einer Aufstockung dann zwar immer noch aufgefordert werden dir eine Stelle zu suchen mit deren Einkommen du dann nicht mehr auf Sozialleistungen angewiesen bist,dass aber steht dann wieder auf einem anderen Blatt.

Kommentar von michael05091985 ,

Danke für die Ausführliche Antwort. Hier in der Region gibt es entweder nur Zeitarbeit oder eben Minijob bzw. Teilzeit. Vollzeit stellen sind hier sehr dünn gesät. Das was mich ein wenig Stutzig macht das soll ich jetzt nicht machen aber ich habe einen Vermittlungsvorschlag für eine Teilzeit stelle im Fotoladen um die Ecke da müsste ich ja dann auch aufstocken und hab die Hilfebedürftigkeit nicht beendet. 

Da beißt sich die Katze doch in den Schwanz.

Ich habe schon mal eine Ausbildung sausen lassen müssen weil es finanziell nicht tragbar gewesen wäre und ich vom Jobcenter ausdrücklich gesagt bekommen habe das ich das nicht machen kann und ich auch kein Geld mehr bekomme.

Kommentar von isomatte ,

Dann stell doch erst mal deinen Antrag,wenn du das noch nicht gemacht hast,denn nur dann bekommst du auch einen schriftlichen Bescheid mit Rechtsmittelbelehrung und nur dann kannst du auch in Widerspruch gehen !

Den kannst du dann mit deinem Vermittlungsvorschlag begründen,der dich dann auch nicht aus der Bedürftigkeit bringen würde.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Bei einer Berufsausbildung besteht grundsätzlich kein Anspruch auf ALG-II; solltest Du alleine wohnen, greift die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) - sollte das Existenzminimum dann nicht gesichert sein, kann man ergänzend ALG-II erhalten.

Kommentar von isomatte ,

Vor dem BAB - käme in der Erstausbildung vorrangig noch der Elternunterhalt und eine Aufstockung kann ein Azubi der nicht mehr bei seinen bedürftigen Eltern wohnt auch erst ab dem 01.08.2016 beantragen bzw.bekommen !

Antwort
von DerSchopenhauer, 19

Es gibt keine rechtliche Grundlage ein Probearbeiten seitens des Jobcenters zu verbieten.

Im Gegenteil:

Das Jobcenter hat die Pflicht, den Leistungsbezieher zu unterstützen, eine sozialversicherungspflichtige Arbeit zu finden.

Du brauchst auch, beim ALG-II-Bezug (bei ALG-I-Bezug benötigt man eine Genehmigung), keine Genehmigung dazu - wenn das Probearbeiten vergütet wird, ist der Verdienst als Einnahme beim Jobcenter anzugeben.


in der EVA: "steht das ich eine Beschäftigung suchen muss wo ich meine Hilfebedürftigkeit beende".

Das ist letztendlich immer das Ziel, das angestrebt wird.

Diese Klausel ist aber nicht dahingehend zu verstehen, daß man nicht auch zunächst eine Arbeit suchen muß, bei welcher man die Hilfebedürfigkeit senkt; das würde ja dazu führen, daß man seine Hilfsbedürftigkeit durch Arbeit nicht redzieren dürfte, sondern man bräuchte nur eine Arbeit annehmen, die die Hilfebedürftigkeit beenden würde - das wäre absurd.

Du kannst dort auf jeden Fall Probearbeiten - teile dem Jobcenter schriftlich nur die Firma, den Arbeitsort, Stundenumfang (sofern bekannt) und den Zeitraum mit (ggf. auch ob das Probearbeiten bezahlt wird).

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Übrigens werden EVA, wie Formulararbeits- oder Mietverträge, wie "Allgemeine Geschäftsbedingungen" behandelt und unterliegen der Inhaltskontrolle der Gerichte (§ 307 BGB) - der Leistungsbezieher hat nämlich in der Regel keinen Einfluß auf die Klauseln sondern soll vorgefertige Formulierungen unterschreiben.

Kommentar von michael05091985 ,

das ist interessant das sieht alles unser jobcenter hier ganz anders. Mir geht auch die herrablassende art so an die nieren das ich manchmal mit panik attacken vor der türe stehe und es nicht schaffe das gebäude zu betreten. Ich muss es dann manchmal am nächsten tag noch einmal probieren.

Dann hab ich gleich noch eine frage wie ist das mit einem Praktikum da steh ich ja dem ersten arbeitsmarkt nicht zur verfügung und bekomme weder für praktikum noch vom jobcenter Alg 2. 

Musste wegen einem Pflichtpraktikum das ich nicht machen durfte schon eine lehrstelle sausen lassen

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Bei einem längerem Praktikum kann das anders aussehen - wie Du schon richtig geschrieben hast, stehst Du ja dann dem Arbeitsmarkt grundsätzlich nicht zur Verfügung (das kommt aber auf die Art des Praktikums an), weil Du ggf. eine vertragliche Verpflichtung eingehst.

Mit einem Probearbeiten geht man aber keinerlei vertraglichen Verpflichtungen ein - man kann das jederzeit beenden z. B. wenn man eine Arbeisstelle findet.

Antwort
von michael05091985, 31

Das ist alle nicht so einfach ich hab durch Zeitarbeit vor 3 Jahren meine mindestarbeitszeit nicht mehr geschafft so das ich in ALG2 gerutscht bin und ich Privat Insolvenz beantragen musste. Habe dann wieder über Zeitarbeit gearbeitet ein ganzes Jahr. Ein halbes Jahr ALG1 bezogen ich bin damals in ein tiefes loch gefallen aus dem ich mich gerade wieder versuche rauszuhohlen. Die Insolvenz läuft jetzt noch ein paar Jahre. 

Die Region hier ist sehr schlecht und umziehen wie soll das gehen abgesehen davon das es mir hier sowiso nicht gefällt bekomme ich sehr schwer bis gar keine Wohnung mit einem Insolvenzverfahren.  

Ich dreh mich irgendwie im Kreis und komm keinen schritt weiter.

Antwort
von akkurat01, 38

Wie bei den meisten Vorschriften des SGB hat der Bearbeiter Ermessensspielraum.

Aus deiner Sicht verstehe ich, dass du das Stellenangebot als Chance siehst.

Andererseits ist das Angebot ja nicht wirklich gut und den Hilfsbedürftigkeit wird nicht beendet. Schlecht bezahlte Arbeit gibt es leider überall.

Da Amt kann dir aber nicht verweigern, dass du die Probearbeit trotzdem (dann eben ohne Förderung) durchführst.

Besser wäre mit dem Arbeitgeber nach der 2-3 tägigen Probezeit nachzuverhandeln, ob nicht doch ein paar mehr Stunden drin sind damit du aus der Hilfsbedürftigkeit raus kommst.

Antwort
von Arlon, 41

Und du willst echt 28 km zu einer Arbeit fahren, bei der du 713 Euro verdienst? Da bekkommst du doch mehr Gels vom Amt.

Kommentar von Maloiya ,

ich glaube darum geht es nicht. das hat auch was mit Selbstachtung zu tun!

Kommentar von Arlon ,

Deine Selbstachtung wirst du ganz schnell verlieren, wenn du nach nem Monat dazu keine Lust mehr hast.

Kommentar von Maloiya ,

Selbstachtung ist das Wichtigste überhaupt! Ohne Selbstachtung kann man nichts auf die Reihe bekommen. Aber mach du, was du für richtig hältst.

Kommentar von michael05091985 ,

Ich hab mir gedacht besser als Gar nichts ich bin jetzt schon 2 Jahre zuhause. Aus Psychologischen und Körperlichen Gründen kann ich auch keine Zeitarbeit mehr machen. Brauch ich auch laut Ärztlichem Gutachten nicht mehr machen. Der Amtsarzt und auch der Berufspsychologe haben eine Umschulung als Sinnvoll angegeben im Gutachten. Allerdings bekomme ich trotzdem keine Genehmigt das währe als Erzieher gewesen, darauf bin ich auch getestet ob ich geeignet wäre aber darf ich ja nicht machen also muss ich kucken wie ich zu arbeit komme. Außer viel Zeit gefressen haben die ganzen Tests und Begutachtungen eigentlich gar nichts gebracht.

Kommentar von Arlon ,

Also es ist ja löblich, dass du dich so kümmerst, aber das solltest du dir echt nochmal überlegen. Wenn es ein richtiger Job wäre dann ja. Aber Teilzeit und befristet, da fressen dich die Fahrkosten ja schon auf.

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