Frage von KikkiSDL,

Kann Borderline wirklich vererbt werden?

Hallo ihr lieben! Stimmt es eigentlich wirklich, das sich Borderline vererben kann? Also wenn zum Beispiel die Mutter Borderline hat, sich aber behandeln lassen hat , kann es später bei ihrem Kind vererbt werden und dann ausbrechen? Oder wäre das nur eine Tendenz, das ihr Kind es bekommt? Habt ihr davon schon einmal gehört?

Hilfreichste Antwort von etalii,

Bei Borderline, wie auch bei vielen anderen psychischen Krankheiten nimmt man gerne ein Diathese-Stress-Modell zur einfachen Ursachenerklärung:

Diathese bezeichnet eine (genetische) Veranlagung zur Entwicklung einer Störung. Je nach dem wie stark diese Veranlagung ausgeprägt ist, ist es mehr oder weniger wahrscheinlich eine Störung zu entwickeln.

Ob man eine Störung entwickelt, hängt in großem Maße auch von den Umwelterfahrungen und Stressoren ab, denen man ausgesetzt ist. Solche Stressoren, können traumatische Erlebnisse, wie Vergewaltigung, Leben in Armut, oder einfach eine schwierige Kindheit sein.

Daneben findet man auch Schutzfaktoren, die den Ausbruch einer Störung verhindern können. Ein Beispiel wäre ein unterstützendes soziales Umfeld und gute Freunde.

Ob eine Störung entsteht ist also immer ein komplexes Zusammenspiel vieler verschiedener Faktoren. Ohne Veranlagung entwickelt man keine Störung, aber mit Veranlagung und ohne Stress in der Regel auch nicht.

Psychische Störungen sind sehr vielschichtig und komplex. Deswegen ist die Vererbung einer psychischen Störung auch viel komplexer als beispielsweise die Vererbung der Blutgruppe oder der Augenfarbe. Es gibt viele Befunde, die darauf hinweisen, dass Kinder oder Familienangehörige von Borderline-Patienten auch eher eine psychische Störung entwickeln wie bspw. Schizophrenie, zwanghafte Persönlichkeit, Depressionen oder eben auch Borderline.

Man kann aufgrund solcher Befunde aber nicht gleich von Vererbung sprechen, da Kinder und nahe Familienangehörige den gleichen oder sehr ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sind. Armut, Erziehungsstil oder auch Umweltgifte.

Um genetische Zusammenhänge näher zu untersuchen braucht man Zwillings- und Adoptionsstudien.

Generell kann man wohl annehmen, dass die meisten psychischen Störungen zum Teil vererbt werden. Das äußert sich darin, dass Kinder von psychisch Kranken eine erhöhte Chance haben ebenfalls psychisch krank zu werden. Jedoch muss man auch bedenken, dass der Großteil der psychisch Kranken völlig gesunde Eltern hatten und dass auch viele Kinder psychisch Kranker keine psychischen Störungen entwickeln.

Antwort von Nono04,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Es tut mir sehr leid, aber ich muss den anderen hier widersprechen. Denn man erbt ein gewisses Risiko für bestimmte Krankheiten, ob sie nun physisch oder psychisch sind. Bei physischen Krankheiten ist es wahrscheinlicher, dass sie ausbrechen. Trotzdem- sollten die Risikofaktoren bei dem Kind zu hoch sein, dann ist es wahrscheinlich, dass auch die psychischen Krankheiten ausbrechen.

Antwort von Odysseus247,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Diese Frage ist nicht entschieden (wissenschaftlich) und wenn du mich fragst: Sie wird auch nicht entschieden werden. Was bei Borderlinern typisch ist sind Mißbrauchserfahrungen. ich schätze mal mehr als 75% haben Mißbrauch in der Familie erlebt und meistens ziemlich heftigen. Das ist signifikant.

Selbst wenn herausgefunden wird, das es eine Disposition von Geburt (oder seit der Zeugung) gibt, heißt das nicht, das wir:

a) Solche Kinder eliminieren dürfen. Genau das wäre nämlich die Konsequenz, die daraus folgen würde: Tötungen. Das hatten wir alles schon mal.

b) Das der oder die Kranke keine Verantwortung für das Leben hätte. Das Motto: "Ich habs ja in den Genen ich muss so sein" funktioniert nicht. Und in der Praxis wird dieser vermeintliche Zwang auch widerlegt, denn es gibt viele die von der Seuche genesen. Es kann also gar nicht permanent in "den Genen" sein. Das ist eine Lüge.

Antwort von elizza,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Hallo KikkiSDL!

Eine direkte Vererbung konnte noch nicht nachgewiesen werden!

Aber sieh mal diesen Link!

http://www.borderline-borderliner.de/borderline/veranlagung.htm

Alles Gute! L.G.Elizza

Antwort von elenore,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Die Borderline-Störung gehört zu den Persönlichkeitsstörungen, die nach dem heutigen Wissen eine gewisse Vererbbarkeit besitzen. Eine direkte Vererbung einer Borderline-Erkrankung konnte jedoch noch nicht nachgewiesen werden. Allerdings weiss man heute, daß bestimmte Merkmale, die im Zusammenhang mit dieser Erkrankung stehen, durchaus vererbt werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Impulsivität oder auch die emotionale Instabilität, die bei Borderline-Patienten auftreten.

Im Zusammenhang mit Borderline sind natürlich die Temperamentsmerkmale interessant, die bei dieser Störung auftreten. Und tatsächlich stellt sich heraus, daß besonders das zyklothyme Temperament besonders oft auftritt. Das zyklothyme Temperament bedeutet, daß der Betroffene launisch, explosiv und reizbar ist und daß er seine Gefühle auf extreme Art ausdrückt. Man erkennt bereits jetzt, daß dieses Temperament auf Borderline-Patienten zutrifft.

Wie gesagt, dieses Temperament ist schon von Geburt an vorhanden und entsteht nicht erst durch die Krankheit. Es ist also bereits schon von Geburt an eine Neigung bzw. Gefährdung vorhanden, später an einer Borderline-Störung zu erkranken.

http://www.borderline-borderliner.de/borderline/veranlagung.htm

Antwort von o0Alea0o,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Ob Borderline wirklich eine Krankheit ist? Alleine das Wort beweißt, dass es eigentlich etwas da zwischen ist.

Ich kann den Vorrednern nichts mehr hinzufügen. Nach meiner Meinung ist das "Risiko" (wenn Borderline wirklich so schlimm sei... - Abgesehen von den Problemmit den anderen Leuten) genau so hoch, wie Charakterzüge von seinen Eltern zu "erben." Oder fast genau so hoch, wie selber ADS/Autismus zu haben, wenn die Eltern es auch haben.

Tendenz ja! - Vererbar, nein!

Ansonsten muss man erstmal ein richtiges Entstehungsmodell haben. Boderline kann auch andere Ursachen haben und bei Depressionen gibt es auch eine genetische Komponente wie "empfindlich" man auf Depressionen reagiert. Das dadurch gleich eine Störung entsteht bedeutet das nicht!

Antwort von Auskunft,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Veranlagung zur Borderline-Erkrankung

Wird von einer Veranlagung zu einer Krankheit gesprochen, ist oft die Vererbung einer Krankheit von den Eltern auf ein Kind gemeint.

Die Borderline-Störung gehört zu den Persönlichkeitsstörungen, die nach dem heutigen Wissen eine gewisse Vererbbarkeit besitzen.

Eine direkte Vererbung einer Borderline-Erkrankung konnte jedoch noch nicht nachgewiesen werden.

Allerdings weiß man heute, daß bestimmte Merkmale, die im Zusammenhang mit dieser Erkrankung stehen, durchaus vererbt werden können. Dazu zählen zum Beispiel die Impulsivität oder auch die emotionale Instabilität, die bei Borderline-Patienten auftreten. Auch die Gefahr einer Suchterkrankung kann genetisch bedingt sein.

http://www.borderline-borderliner.de/borderline/veranlagung.htm

Antwort von blankenberg,

Ich denke es ist vererbbar. Die Mutter einer Bekannten hat diese Krankheit, die Tochter ebenfalls.

Antwort von hexana25,

ja es giebt eine gewisse vererbung davon !in meiner famielie zieht es sich duch 5 generationen... wichtig ist natürlich ob es dinge giebt die es ausbrechen lassen... gut ist es natürlich wenn man weiß das es in der famielie liegt.. und man besonders gut auf seine kinder achten kann..und gegebenenfalls rechtzeitig darauf ein gehn kann.aber mit einem guten wissen und fertigkeiten ist es ja nix was das leben völlig zerstört. und auch bordis haben ihre sehr sehr guten seiten!

Antwort von himako333,

Noch mehr erfährst Du unter:http://www.der-pflege-blog.de/2010/08/01/borderline-syndrom-das-spiel-mit-dem-feuer/ 3. Ursachen für ein Borderline-Syndrom

Wie bereits beschrieben gehen wir bei einem Borderline-Syndrom von einer Persönlichkeitsstörung aus. Bei jeder Störung gibt es jedoch aber auch einige gesunde Anteile der Persönlichkeit, die einen Betroffenen genauso wie seine kranken Anteile ausmachen. Die Entwicklung der persönlichen Merkmale und deren Störung eines Menschen beginnen nach neuesten wissenschaftlichen Studien bereits im Mutterleib.

Dabei spielen bei einer Entwicklung eines Menschen sowohl genetische als auch erfahrungsbedingte Faktoren eine Rolle. Im Rahmen von Erfahrungen und deren Aufnahme und Verwertung im Gesamtleben verbleibt die Verarbeitung jener Informationen als wichtigster Bestandteil jedes Individuum.

Bei einem Borderline-Syndrom geht die aktuelle Forschung davon aus, das belastende Ereignisse z. B. traumatische Erfahrungen wie sexueller Mißbrauch, Gewalt, etc. maßgeblich zu dieser psychiatrischen Erkrankung führen. Weiterhin leidet die / der Betroffene sein Leben lang an dieser Gefühlserfahrung. Dabei empfindet sie / er seine Umwelt und sich selber als fortlaufende Belastung.

Dennoch muss hier erwähnt werden, das die Wissenschaft bezogen auf das Borderline-Syndrom noch am Anfang steht, insbesondere die Wechselwirkung zwischen Genetik und Erfahrung bereitet hierbei das größte Problem Betroffenen adäquat helfen zu können.

Die Faktoren nochmal im Überblick Umweltfaktoren - z. B. Traumata Genetische Faktoren - der Antrieb bzw. auch als Temperament bezeichnet Wechselwirkung zwischen beiden genannten Faktoren

Zusammenfassend, bevor ich zu Einzelheiten der Faktoren komme, kann also folgendes festgestellt werden: Wenn ein Mensch in seinem Leben ein oder mehrere Traumata erfahren musste und er genetische Faktoren so wie auch ein entsprechendes Temperament besitzt, welches eine Borderline-Erkrankung begünstigt, ist es möglich das er eine solche Persönlichkeitsstörung erwerben kann. Die Betonung liegt auf möglich.

Antwort von tim546,

Verschiedene Forscher ziehen erbliche Merkmale in Betracht. Diese könnten sich auf Persönlichkeitsmerkmale beziehen, könnten aber auch einfach eine erhöhte Sensibilität für schädliche Einwirkungen darstellen. Dabei spielt auch eine Rolle, inwiefern Persönlichkeitsmerkmale vererbt werden (Paris 2001).

Zwillingsstudien lassen vermuten, dass es einen starken Einfluss der Gene gibt. Nach heutigem Forschungsstand ist es wahrscheinlich, dass die Neigung zu instabilen Affekten, einem instabilen Selbstbild und wechselhaften zwischenmenschlichen Affekten genetisch vererbt wird. Es kommt jedoch erst im Zusammenwirken mit ungünstigen Umweltbedingungen zur Ausprägung der Borderline-Persönlichkeitsstörung. quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Borderline-Pers%C3%B6nlichkeitsst%C3%B6rung

Kommentar von Nono04,

Ja, genau so ist das.

Antwort von Reugen1,

Das glaub ich nicht,da es sich ehr um eine physische Krankheit handelt.

Antwort von xLeopfote,

Hallo Kikki!

Es stimmt, dass Tendenzen zu psychischen Krankheiten vererbt werden können. Die ansich Krankheit wird jedoch nie direkt vererbt, es sind eher die negativen Grundhaltungenvererbt werden. Einflüsse wie die Umwelt, andere Persönlichkeitsmerkmale und die Erziehung spielen ebenfalls eine große Rolle.

Liebe Grüße!

Kommentar von xLeopfote,

Entschuldigung. Mein Handy hat mir meinen Post was Rechtschreibung und Satzbau angeht ziemlich vermurgst. :S

Also nochmal: Es stimmt, dass Tendenzen zu psychischen Krankheiten vererbt werden können. Die Krankheit ansich wird jedoch nie direkt vererbt, es sind eher die negativen Grundhaltungen die vererbt werden. Einflüsse wie die Umwelt, andere Persönlichkeitsmerkmale und die Erziehung spielen ebenfalls eine große Rolle. Also: Risikofaktor wird vererbt, die Krankheit ansich jedoch nicht.

Liebe Grüße!

Antwort von Schlauerkopp,

Ne Psychische Störungen sind nicht erbbar

Antwort von Jasmin96,

Nein, man kann es nicht erben ;)

Antwort von pilot350,

Eine Borderlinestörung ist nicht vererbbar. Viele pubertierende Mädchen machen das um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen, können Postpubertal dann aber nicht mehr davon lassen und erkranken wirklich an dieser Krankheit die Nähe sucht, wenn Nähe dann da ist, die Nähe nicht zulassen kann aus Angst vor Enttäuschung.

Antwort von Luegenbaron1,

Nein, aber das Ritzen scheint heute schon fast ein Modetrend zu sein.

Kommentar von xLeopfote,

Boderline ist nicht gleich ritzen! Dazwischen liegt ein großer Unterschied.

Informiere dich das nächste Mal bitte vorher!

Kommentar von hexana25,

borderline heißt nicht gleich ritzen wobei ritzen sowieso schon eine lächerliche bezeichnung ist!Selbstverletzendes Verhalten kann auftreten bei: Borderline-Persönlichkeitsstörung (siehe auch Parasuizid), fetalem Alkoholsyndrom, Depressionen, Essstörungen wie Anorexia nervosa, Bulimie oder Adipositas, Missbrauchserfahrungen, Deprivationen (Entzug von Zuwendung und „Nestwärme“), Traumatisierungen, während der Pubertät, Kontrollverlust, Körperschema-Störungen (Body Integrity Identity Disorder), Zwangsstörungen (OCD: Obsessive-Compulsive Disorder), schweren Zurücksetzungen und Demütigungen, psychotischen oder schizophrenen Schüben und ähnlichen seelischen Störungen sowie bei geistiger Behinderung und Autismus.

Kommentar von SmallMysteryW,

DANKE!... ich hasse es wenn Menschen denken: Borderline=Ritzen ...

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