Kann aufgrund meines Asperger's kein Mitleid fühlen. Was tun?

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7 Antworten

Es ist schwer, sich in das "Gefühls-" Leben eines Aspergers zu versetzen. Mitleid, Emotionen, Empathie sind fester Bestandteil eines "normalen", sozial integrierten Menschen. Damit sage ich nicht, dass du nicht normal bist - nur eben anders.

Ich habe einiges von Aspergern und Autisten gehört, mich aber noch nie in ihre Lage versetzt. Danke für die Lektion.

Ich kann mir vorstellen, dass du es leid bist, die anderen stets und ständig über deine "Krankheit" aufzuklären und das du eben diese Art von Emotionen nicht empfindest. Ich weiß, dass Asperger in einigen Branchen sehr gern gesehen sind, z.B. im IT-Bereich, weil sie sehr logisch und zielgerichtet denken können.

Vielleicht kann man zu solchen ratsuchenden (oder sich "auskotzenden") Menschen sagen: "Es tut mir leid, ich bin Asperger und kann mich deshalb nicht in deine Gefühlslage versetzen. Wenn du möchtest, können wir die Situation analytisch durchgehen."

Das dürfte sich mit der Zeit herumsprechen und dein Rat wird dadurch immer dann gesucht, wenn eine unemotionale, eben analytische Bewertung eines Problems gesucht wird.

Ansonsten kann ich dir nur empfehlen, dich mit anderen Aspergern auszutauschen. Dies habe ich im Netz gefunden:

http://riddler-gedankenwelt.blogspot.de/2013/02/asperger-und-die-gefuhle.html

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Ich denke, dass manchmal sogar einfach kein Mitleid haben möchte, sondern einfach nur jemanden habe möchte um sich auszusprechen, damit man sich  "befreiender" fühlt. Ist aber nicht immer so.

Versuche doch mal Ratschläge im bezug auf deren Probleme zu finden, also ein bisschen "Brainstorming". Musst nicht umbedingt Mitgefühl zeigen, aber somit zeigst du, denke ich, mehr Interesse. Das könnte ich so als Tipp sagen, aber ich habe nicht das selbe Problem wie du und kann auch deswegen nicht viel weiter helfen außer diesen kleinen Tipp zu geben.

Sonst noch viel Glück und hoffe weiterhin für dich, dass du damit noch weiterhin klar kommst.

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Ich bin 34 Jahre alt und habe es auch bis heute nicht erlernt wie man in solchen Situationen gut reagieren kann. Wenn ich mir mal etwas zurecht gelegt habe werde ich von der nächsten Situation in der Mitgefühl "erwartet" wird, wieder kalt erwischt und versuche diese Reaktion für mich rational zu verstehen, was natürlich nicht geht. Mit Personen die ich nur oberflächlich kenne würde ich solche Gespräche erst gar nicht führen. Bei anderen kannst du dir Floskeln zurecht legen: "das ist sicher schlimm für dich", "das tut mit leid für dich". Das musst du nicht empfinden aber man kommt damit besser durchs Leben.

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Kommen diese Personen auch in anderen Situationen - außer in Krisensituationen - zu dir?

Wenn nicht und sie dich nur als seelischen Mülleimer benutzen, kannst du ihnen ganz deutlich "ich bin nicht daran interessiert, nur von dir zu hören, wenn es dir schlecht geht" sagen.

Ist das nicht der Fall, reicht ein "das tut mir aber leid für dich".

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Wenn es Dir nichts ausmacht kannst Du bei fremden Personen durchaus "Das tut mir leid." oder "Mein Beileid." sagen. Engen Freunden kannst Du ja sagen, dass Du teilnimmst aber es nicht wirklich fühlen kannst, du aber helfen möchtest. Dann verstellst Du Dich nicht und bist ehrlich. Der Vorteil an deinem Bewusstsein dafür ist, dass Du Deine eigene Reaktion einordnen kannst und so weniger anecken wirst; der Nachteil, dass Du Dir darüber überhaupt Gedanken machen musst und Du vielleicht in diesen Situationen besonders merkst, dass Du anders fühlst als die anderen. Ich kenne Dich ja nicht, aber dass Du da ein Bewusstsein für Deine abgeschwächte Empathie hast zeugt doch schon irgendwie von Empathie. Gefühle kann man nicht erzwingen (ob Mensch ohne dieses Syndrom oder mit), also mach' Dir bloß keine Vorwürfe. Falls Du Dir die überhaupt machst.

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Vielleicht sollte man demjenigen dann sagen, wie es mit Dir in diesem Punkt aussieht.
Ich weiß natürlich nicht wie offensiv Du an sich mit Deiner Erkrankung umgehst.

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Um ehrlich zu sein, finde ich es auch unangebracht, flüchtig Bekannten seine Lebensgeschichte zu erzählen, bzw. sich auszuheulen. 

Meist ist es aus dem Zusammenhang gerissen. Und man kennt die andere Seite nicht. 

Deshalb finde ich das gar nicht mal so verkehrt, wie du reagierst. 

Deine guten Bekannten wissen, wie du bist. Und nehmen Rücksicht darauf. Das finde ich gut. 

Verstelle dich nicht. Sonst wirst du die Jammerlappen nie wieder los. 

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