Frage von Sunshine190508, 35

Kampfsport: Waffen auf den Boden gelegt, statt in die Hand?

Hallo ihr Lieben,

ich habe des Öfteren bemerkt, dass im Kampfsport die Waffen mit denen man übt, einem nicht in Hand gegeben werden, sondern erstmal auf den Boden geklopft werden, oder einem vor die Füße geschmissen werden. Warum ist das so? Ist das irgendeine Respektsache?

Vielen Dank :)

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Kampfsport, 23

sondern erstmal auf den Boden geklopft werden, oder einem vor die Füße geschmissen werden

Ich trainiere Aikido und bei uns werden niemandem die Trainingswaffen "vor die Füße geschmissen", sondern man nimmt sie selbst aus dem Schrank bzw. von der Halterung an der Wand. 

Sitzt man im Seiza (Kniesitz) auf dem Boden, dann gibt es in den Verbänden unterschiedliche Etikette zu beachten.

Einige Vereine legen Wert darauf, dass das Bokuto (Holzschwert) rechts neben einem liegt und die Klingenseite zum eigenen Körper zeigt.

Das ist die schlechteste Ausgangssituation für einen Kampf und soll signalisieren, das man im Training eine friedliche Geisteshaltung hat.

Andere Vereine legen das Bokuto im Kniesitz dagegen auf die linke Seite mit der Klingenseite nach außen - die Samurai trugen das Katana so im Gürtel, so ist es schnell mit der rechten Führungshand zu greifen.

"Vor die Füße geschmissen" wird dabei jedenfalls nichts.

Kommentar von VortexDani ,

wird es dann respektive Linkshänder auf die andere Seite gelegt oder muss man das halt erlernen mit der Rechten zu kämpfen? Wird wahrscheinlich wie so vieles bei verschiedenen Vereinen anders gehandhabt :) Ich selber kenne mich da nicht aus, da ich nur im SV-Bereich Messer-Attacken "Abwehr" Techniken gelernt habe, da hat der Gegenüber das Messer schon in der Hand, außer man schafft es abzunehmen (sehr schwierig) oder aus der Hand zu treten/kicken

Falls du Fragen wegen der Effektivität hast (off-topic):

Bei uns dynamische Parier und Hebel Kombinationen mit fließenden Übergängen zu Tritten, Schlägen und Falltechniken um den Angreifer zu verwirren, zu immobilisieren und die Waffe abzunehmen und diese zu entfernen (ja, da ist man in der Realität meist eh zu langsam und unvorbereitet, hinterrücks und mit Ablenkung ist eine Abwehr fast ausgeschlossen) - daneben kommt es auf die Eigenschaften der Waffe an, sehr lange Klingen kann man vergessen zu parieren, da muss man perfekt ausweichen... bei bestimmten Stich- und Schlagwaffen ist das entfernen auch sehr schwer und je Erfahrener und fitter der Anwender desto geringer die Chance

Flucht ist eh das beste falls eine Deeskalation gescheitert - falls man anderen Personen in Not helfen muss oder nicht fleihen kann, dann ist es besser ein Risiko einzugehen die Arme/Beine zu verletzen und den Gegenstand aus der Hand zu schlagen als am Körper oder Kopf einen Stich einzufangen.. und selbst das ist schwierig

Kommentar von Enzylexikon ,

wird es dann respektive Linkshänder auf die andere Seite gelegt oder muss man das halt erlernen mit der Rechten zu kämpfen?

Bei uns im Verein wird Rücksicht auf Linkshänder und ihre dominante Hand genommen, sie führen also ihre Waffe mit der linken Hand.

Ablage ist aber auch bei ihnen rechts, damit es beim aufstehen und der Aufnahme der Übungswaffen nicht zu "Fehlgriffen" kommt. ;-)

Falls du Fragen wegen der Effektivität hast (off-topic):

Ich habe leider selbst einmal im Ernstfall eine Messerntwaffnung durchführen müssen und dabei hatte ich rückblickend mehr Glück als Verstand.

Letztlich war es "nur" ein Handgelenkhebel (kote gaeshi), aber so gräßlich wie das klang, hat er es sich dabei sicher verletzt.

Insgesamt eine unangenehme Erfahrung.

Antwort
von ettchen, 3

 … bemerkt, dass im Kampfsport die Waffen mit denen man übt, einem nicht in Hand gegeben werden, sondern erstmal auf den Boden geklopft werden, oder einem vor die Füße geschmissen werden

Wo hast du das denn bemerkt? Bitte erzähle das mal genauer.

Denn in den mittlerweile doch schon etlichen Jahren, in denen ich Kampfsport und SV übe, und zwar in mancherlei verschiedenen Systemen, habe ich derlei noch niemals bemerkt.

Antwort
von Flohrianus, 8

Ich kenne das von dir beschriebene Verhalten lediglich aus Historischen Romanen / Filmen/Showkampf. Dort ist es als Handlung des Mistrauens zu betrachten.

Beispielsweise bei einem Duell. Historisch gesehen, hatten beide Duelleanten ihre Adjuntanten welche ihnen die Waffen brachten. Aber falles es einem Kontrahenten gelungen ist, seinen Gegner zu entwaffnen war es unehrenhaft, den unbewaffneten zu töten. Daher wurde Ihm dessen Waffe vor die Füße geworfen. Auf diese Weise war man selbst immer außerhalb der gegnerischen Reichweite, und hat somit keinen Nachteil. Im Gegensatz dazu musste sich der Gegner bücken, und somit auch kurz nach dem Aufnehmen der Waffe nicht in perfekter Stellung, und war somit in einem strategischen Nachteil.

In Büchern Filmen wird es oft so gezeigt, dass ein Gegner dem anderen dessen Waffe prinzipiell vor die Füße wirft, um diesen in eine nachteilige Position zu bringen und zu erniedrigen.

Antwort
von asiawok, 6

Mal schauen wer schneller beim Greifen nach der Waffe ist

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