Frage von jww28, 86

Kampffische, was muss man da alles beachten?

Hallo,

Würde gern ein paar Infos zu Kampffischen haben.

  • Welche Variante ist noch richtig gesund und lässt sich gut im 60l Becken halten? Möchte da keine Qualzucht die sich nicht mehr richtig bewegen können
  • Ist die Empfehlung 1 Mann, 2 Weibchen korrekt? Oder kann es da zu Problemen kommen?
  • Sind die Wasserwerte die man beim Aquariumguide findet korrekt? (PH 6-7,5 und 2-20 DGH) und in welche Richtung geht es? Eher zu Ph-wert 6 oder ist 7-7,5 auch okay?
  • Wie ist das mit den Wasserstand? Mein Becken hat eine Sondergröße und ist 43 cm hoch, der zu erwartende Wasserstand wäre da also mindestens 30 cm, ist das noch in Ordnung?
  • Sind die in irgendeiner Art empfindlich gegenüber Wasserströmung? Habe ein Überlauffilter, der 300l die Stunde umwälzt.
  • Lassen die Wasserpflanzen komplett in Ruhe? Würde da gerne Kubakraut rein setzen oder kennt jemand eine asiatische Variante davon?
  • möchte am liebsten keinen Nachwuchs, sind die irgendwie vermehrungsfreudig, muss man auf was achten?
  • Kommen die mit Nachtlicht zurecht?

Das waren erstmal alle meine Fragen dazu :) Lieben Dank an alle die sich Zeit nehmen mir zu antworten. Schönes Wochenende noch, LG jww

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Daniasaurus, Community-Experte für Aquarium, 69

Hallo,

Es gibt verschiedene Betta Arten. Man unterscheidet allererstes zwischen Wildbettas und dem Siamesischem Kampffisch (Betta splendens)

Bei dem betta splendens heisst es strikte Einzelhaltung sowohl Weibchen als auch Männchen. In Deutschland findest du fast nur seriöse Züchter dessen Tiere bezueglich der Flossen in keinster Weise eingeschraenkt sind.

Optimal waere es, wenn du dein Becken ( falls es ein normales 60x30 Becken ist) mit einer Plexiglasplatte zu halbieren. Diese sollte nicht durchsichtig sein.

Der splendens ist bezueglich der Wasserwerte sehr spontan. Der ph wert sollte bloss nicht unter 6,5 oder ueber 8 sein.

Ein Splendens Becken kann man Filterlos betreiben da Strömung in einem Splendens Becken eher suboptimal ist. Ob mit oder ohne Filter muss dennoch Wöchentlich ein Wasserwechsel von ca 70% gemacht werden. Vorallem wenn man Langflossler besitzt.

Die Temperatur sollte nicht unter 22℃ fallen. Ich persoenlich habe meine Heizstaebe nur im Winter an da es hier Abends dauerhaft unter 22℃ ist. Sollte es im Sommer mal eine Nacht tiefer fallen ist das nicht weiter tragisch. Auch kurzzeitige hohe Temperaturen machen dem Tier nichts aus.

Wichtig ist die Fuetterung bei jedem Betta:
100% Carnivor. Bettas sollte man nur mit Frost und Lebendfutter fuettern da er Pflanzliches schlecht verwerten kann und es gerne zu verstopfungen kommt. Im Sommer kann man super selber draussen Tümpeln gehen.

Das Becken sollte ausbruchsicher und stark bewachsen/verkrautet sein. Ein geschlossenes Becken ist ein muss da der Betta zum Atmen an die oberflaeche geht, unstimmige Temperaturen und Luftzug machen ihn krank.

Es gibt auch eine Facebookgruppe die heisst:
"Betta splendens und andere Kampffische" dort kannst du dich auch Informieren und schonmal einen Zuechter raussuchen falls du magst.

Solltest du dich nicht fuer einen Splendens entscheiden, helfe ich dir gerne bei den Wildarten die sind etwas kniffliger zu halten. Die meisten zumindest.

Lg

Antwort
von Grobbeldopp, 40

Hallo. Ich setze mal voraus, dass es hier um den Kampffisch Betta splendens geht. Kampffischwildformen sind schwieriger zu bekommen, es gibt zwei Arten, die Betta splendens sehr ähnlich sehen, nämlich Betta smaragdina und Betta imbellis. Beide haben leicht andere Ansprüche. Wenn du an kleinere Wildbettas kommst und es versuchen willst: nur zu. Oftmals sind sie weniger agressiv und können bereits in kleineren Becken zu mehreren gehalten werden. Jedoch sind diese eher zum weitervermehren "gedacht"/ man erwartet es irgendwie. Jetzt aber zu Betta splendens:

· Alle B. splendens lassen sich gut im 60 Liter Becken halten. Auch die beliebten langflossigen Männchen wie Crowntails können sich in der Regel noch ausreichend bewegen. Wenn dir die zu unnatürlich sind nimm einen kurzflossigen Betta (short fin) oder einfach ein normales Weibchen aus dem Zoohandel.

- Eine dauernde Zusammenhaltung von Männchen und Weibchen geht oft schief, daher hat sich die Einzelhaltung durchgesetzt.

· Die angegebenen Wasserwerte sind imho nicht korrekt, nicht einmal plausibel. Die beiden Obergrenzen, Gh 20 und pH 7,5 passen schlecht zusammen. Betta splendens braucht kein besonders weiches Wasser und hat kein Problem mit pH Werten bis etwa 8,0 (oder höher? Wer weiß.). Den pH ohne Not auf 6,0 zu bringen und die entsprechende sehr niedrige KH braucht man nicht. Wenn es hart ist kannst du das Wasser mit Osmosewasser verschneiden, jedoch einen pH unter 7,0 anzustreben ist unnötig.

· Ich würde das Becken nur bis etwa 25 cm befüllen und später auch mal mehr und sehenbwie es sich auswirkt.

· Ich habs nie probiert, aber ja, die starke Filterung und Strömung gilt als schädlich und stressend. Filter drosseln oder HMF bauen oder kein Filter

· Pflanzen werden idR in Ruhe gelassen, aber das siehst du dann. Das Kubakraut ist recht Lichtbedürftig, der Kafi mag aber Schwimmpflanzen und treibende Pflanzen und allgemein viel "Unkraut". Das lässt sich vereinen, aber eine Ecke Kubakraut sollte genügen, bitte kein Iwagumi (google Bildersuche falls unklar).

· Nachwuchs scheidet bei Einzelhaltung aus, klar es sei denn man hat mehrer Kafibecken. Die Aufzucht der Jungen ist extrem platzaufwändig, wenn man nicht bewusst fast alle Eier/Brut vernichtet oder verfüttert oder den Dingen ihren Lauf lässt. Ab nem gewissen Alter braucht jeder Fisch ein eigenes MiniBecken, pro Nest sind hunderte Jungfische möglich.

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