Frage von frnzieee, 40

Kamera für Naturaufnahmen unter 1000€?

Ich bin Anfänger beim Thema fotografieren. Bis jetzt habe ich nur mit meinem iPhone 6 Fotos gemacht, aber jetzt wollte ich mir eine gute Kamera für Einsteiger zulegen. Habe bis jetzt gutes von Canon, Nikon oder Sony gehört. Und welche Objektive sollte ich dazu kaufen? Freue mich über hilfreiche Antworten :)

Antwort
von Airbus380, 16

Etwas allgemeiner:

Zunaechst mal ist der Markt der Digitalkameras nahezu unueberschaubar
und fast taeglich gibt es neue Modelle; die Vorgaenger sind noch lange
in den Regalen.

Um etwas "Ordnung in das Angebot" zu bringen sollte man sich zunaechst mal kritisch selbst fragen, was man ueberhaupt will und erwartet und wie viel man bereit ist zu schleppen und an Geld auszugeben..

Die ganz einfachen Kameras (50-200€) werden mehr und mehr von den eingebauten Smartphonekameras verdraengt.

Preislich im Anschluss (200-700€) kommen dann:

1.die Bridge- oder Superzoomkameras (mit kleinem Sensor)

2.hoeherwertige Kompaktkameras (mit kleinem, mittlerem oder auch APS-C-großem Sensor)

Vorteil der Bridge sind:

•der oft enorme Zoombereich,

•der Sucher

•die ueberschaubaren Kosten

•oft sehr ordentliche Makrotauglichkeit

Die Nachteile der Bridgekameras sind:

•bei wenig Licht sehr deutlich schlechtere Bildqualitaet als Kameras mit großem Sensor

•der Autofokus ist nicht sporttauglich

•schoene Hintergrundunschaerfe ist fast nur im Makrobereich oder mit Tricks und Koennen machbar

Ob man die Groeße eher als Vor- oder als Nachteil sieht ist Geschmacksache.

Kompaktkameras kauft man deshalb, weil man nicht viel schleppen will
oder darf, oder weil man unauffaellig fotografieren will. Gute
Kompaktkameras wie z.B. die Ricoh GR kosten nicht nur so viel wie eine
Systemkamera, sondern liefern auch erstklassige Bildqualitaet.
Schließlich haben sie Bildsensoren, wie sie auch in Systemkameras
verwendet werden. Weitere herrausragende Kompaktkameras kommen von
Olympus, Fuji und Sigma. Nachteile sind:

•oft kein (oder nur teurer Zubehoer-) Sucher

•nur eine Brennweite, die auch kaum erweiterbar ist

Dazwischen gibt es noch Kameras, die deutlich kompakter sind als eine
Bridge, aber auch deutlich groeßer als eine kleine Kompaktkamera.
Populaerer Vertreter sind die Canon Powershot Modele. Zoombereich und
Sensorgroeße liegen ebenso wie die Gehaesegroeße im Mittelfeld mit allen
Vor- und Nachteilen.

Kommen wir jetzt zu den Systemkameras. Auch die gibt es vereinzelt
mit winzigen Sensoren (Pentax Q und Nikon 1). Normalerweise sind aber
Sensoren verbaut, die die Groeße von mindestens 1 Daumennagel (mikroFT
und FT), 1,5 Daumennaegeln (APS-C) 3 Daumennaeglen (Kleinbild oder
Vollformat) oder 5 und mehr Daumennaegeln (Mittelformat) haben. Ein
Schaubild gibt es bei Wikipedia---> Sensorformat 

Kostenmaeßig kann sich das Hobby Fotografie als ein "Fass ohne Boden"
entpuppen, wenn man sich fuer eine Systemkamera entscheidet. Dafuer
bleibt dann auch kaum eine Aufgabenstellung unloesbar, wenn man
genuegend Wissen und Geld hat. Allerdings kann man auch gut unter 1000
Euro bleiben und gluecklich werden. Lichtstarke Objektive gehen aber bei
jedem System ins Geld (und ins Gewicht
). Außerdem wachsen die zu
schleppenden Kilos proportional zur Groeße des Sensorformats. Dabei
stellen die passenden Objektive den Loewenanteil des Gesamtgewichtes.

Benutzer der "alten" Systeme wie Canon, Nikon, Pentax und Sony
(Minolta)
koennen nicht nur auf ein großes (Pentax und Sony A_Bajonett) bis
riesiges (Canon und Nikon) Neusortiment, sondern auch auf einen riesigen
Gebrauchtmarkt zugreifen. Doch auch die neuen Systeme (Sony E-Bajonett,
Olympus und Panasonic mFT, Fuji X) bieten fuer die allermeisten
ernsthaften Fotografen genuegend "Arbeitmaterial".

Mit welchem System man letztendlich gluecklich wird, kann hier
(oder in anderen Foren) niemand entscheiden außer dem Kaeufer selbst.
Der muss entscheiden, wie viel er schleppen, wie viel er ausgeben will,
welche Geraetschaften sich in seiner Hand am ertraeglichsten anfuehlen,
welches Menue er am besten versteht, mit welchem Sucher er am ehesten
klarkommt. Man muss die Geraete gerne in die Haende nehmen. Nur dann
nimmt man sie gerne mit und die Bedienung gibt nicht jedesmal neue
Raetsel auf. Die erzielbaren Bildergebnisse liegen gar nicht so weit
auseinander und sind mehr abhaengig vom Koennen des Fotografen, dem
Licht und der Qualitaet des Objektivs als von der Wahl der Kamera
.

Der Gang in einen gut sortierten Laden oder zu einem Fotostammtisch
oder zu einem Fotoclub/VHS ist unabdingbar. Nicht um sich von
Verkaeufern oder Usern einlullen zu lassen, sondern um mal ein paar
Geraetschaften auszuprobieren und den persoenlichen Favoriten zu finden.
Kameras sind etwas sehr individuelles, aber letztlich nur ein Werkzeug.

Eigenschaften wie Sucher, Haptik, Bedienlogik, Geraeusche,
Wetterfestigkeit sollten wichtige Auswahlkriterien sein; nicht nur
Zubehoerauswahl, Image, Preis, Empfehlungen oder gar Testberichte
. Auch die Notwendigkeit von WiFi, Klappdisplay, GPS, Touchscreen usw. wird vollkommen unterschiedlich bewertet.

Wer Hallensport oder Wildlife (insbesondere kleine Voegel)
fotografieren will, hat natuerlich ganz andere Anforderungen an die
Ausruestung, sollte sich dann aber auch ueber die Kosten im Klaren sein.

Antwort
von christl10, 22

Nicht für jeden ist eine Spiegelrefexkamera geeignet. Denn oft möchte man gleich das beste haben, nutzt  aber kaum die Möglchkeiten die sie bietet. Wer nur mit Automatik fotografieren möchte oder sich nicht mit Freizeichnen beschäftigen möchte, der sollte sich eine Kompaktkamera kaufen. Eine SLR ist im Vergleich zur Kompaktkamera ein Monster. Möchtest Du so ein großes Ding auch wirklich immer mit dir zumschleppen? Wer das scheut, der hat dann eine teure Kamera für nur zu Hause und nimmt sie nur manchmal mit. Das macht so keinen Sinn. Daher rate ich zunächst zu einer Kompaktkamera die es aber in sich hat und auch von Profis als Ersatz genutzt werden. Die Fuji X30 ist so eine Kamera. Man kann mit ihr auch sehr viel einstellen, so daß man in den ersten Monaten oder sogar Jahren damit gut bedient ist. Sie kostet dafür auch genausoviel wie eine SLR-Einstiegskamera. Nämlich 440€. Vorteil: Du kannst sie jederzeit in die Tasche stecken und hast sie problemlos immer dabei, wenn was ansteht. Persönlich habe ich auch eine Fuji neben meiner teureren SLR. Meist nutze ich sogar nur die Fuji, denn die Bildqualität ist super und die Bedienung vielseitig aber sehr einfach. Ich bin mir sicher , die reicht Dir auch um sehr gute Fotos zu machen. Lass Dich nicht von anderen Kameras wegen deren mega Zoom blenden. Das geht zu Lasten der Bildqualität. Notfalls geht man dem Motiv etwas entgegen statt zu zoomen. Daher Finger weg von günstigen Bridgekameras. 

Lass Dich auch nicht von den hohen MP von anderen Kameras blenden. Die MP haben keine Aussage über Bildqualität. Lieber etwas weniger MP zu Gunsten der Bildqualität. Habe noch eine Kompaktkamera die sehr gut ist mit 10MP, die ist für 90% meiner Fotos ausreichend. Die Fuji X30 hat sogar 12MP, mehr als ausreichend. Schau Dir doch einfach das Video dazu an: 

Expertenantwort
von judgehotfudge, Community-Experte für Kamera, 6

Hallo frnzieee,

eine Kamera ist ein sehr persönliches Werkzeug, das zum Fotografen
passen muss. Deshalb empfehle ich Dir, nicht zu sehr auf andere zu hören
bei der Kamerawahl. Die meisten empfehlen einfach ihre eigene Kamera,
ohne überhaupt andere aus eigener Erfahrung zu kennen.

Eine Kamera muß gut in der Hand liegen und Du musst mit der Bedienung gut zurecht kommen. Das auszuprobieren kann Dir keiner abnehmen. Und
sie muss zu Deinen fotografischen Ansprüchen und Schwerpunkten passen,
und zumindest erstere kennen wir nicht.

Außerdem wissen wir auch nicht, wie viel fotografische Erfahrung Du hast und warum Du Dir eine DSLR kaufen willst. Solltest Du in diesem Punkt noch nicht festgelegt sein, so käme auch eine gute Kompakt- oder
Bridgekamera in Frage. Diese sind gerade für Anfänger oft erstmal weniger
verwirrend, und gute Bilder kann man damit auch machen. Weitere
Pluspunkte: Du musst weniger schleppen und brauchst Dich unterwegs nicht mit Objektivwechseln zu plagen – und Du sparst Geld.

Bitte glaube nicht, dass Du mit einer DSLR automatisch bessere Fotos machen wirst als mit einer guten Kompakt- oder Bridgekamera. Eine DSLR
bietet zwar mehr Potenzial, dieses können oder wollen viele Anfänger aber gar nicht nutzen. Ohne ein grundlegendes Verständnis der
optisch-technischen Zusammenhänge geht es jedenfalls nicht.

Am besten gehst Du mal in ein Fotofachgeschäft (nicht Elektronikmarkt) und probierst verschiedene Kameras und Objektive aus, am besten auch draußen bei Tageslicht. Probieren geht über (Testberichte und Meinungen anderer) studieren!

Den größten Einfluss auf die Bildqualität hat der Fotograf und nicht die Kamera. Deshalb würde ich Dir empfehlen, mehr Zeit und Energie auf die Weiterentwicklung Deiner fotografischen Kompetenz zu verwenden als auf die Suche nach der "perfekten" Kamera.

Und den zweitgrößten Einfluss auf die Bildqualität haben die Objektive. Deshalb solltest Du auch die mit Bedacht auswählen - Brennweite, Lichtstärke und Preis sind dabei wichtige Aspekte -, falls Du Dich für eine Kamera mit Wechselobjektiven entscheidest.

In diese Kategorie fallen übrigens auch die neueren, spiegellosen Systemkameras. Auch die könntest Du in Betracht ziehen, falls Du auf ein
kleines und leichtes Gehäuse Wert legst und Dich der z. T. kleinere Sensor, der fehlende optische Sucher und die teureren Objektive nicht stören.

Antwort
von woflx, 15

Wenn Du in Richtung Spiegelreflexkamera gehen willst, solltest Du Dir das gut überlegen. Mal abgesehen vom Preis läuft es darauf hinaus, immer mit einer ziemlich umfangreichen Ausrüstung durchs Gelände zu marschieren, das ist nicht jedermanns Sache.

Naturaufnahmen sind ein weites Feld, ob Du jetzt Landschafts- oder Makroaufnahmen machen willst, Tiere oder Pflanzen fotografieren sind teilweise unterschiedliche Anforderungen. Im Fall einer Kompaktkamera ist auf jeden Fall ein starker Zoom sinnvoll und die Möglichkeit, Zubehör wie etwa eine Makrolinse anzubringen. Empfehlenswert ist da beispielsweise die Canon Powershot SX60.

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