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Kairo

Frage von tommi36 tommi36

Ich war mal dort. Im ägyptischem Museum von Kairo. Da stellten sich mir die Haare zu Berge. Leichname, Mumien wurden dort in Regalen gestapelt ohne Herkunftsnachweisen. Wir sprachen außerhalb mit einem Ägypter, der uns negativ gegenüber eingestellt war.

Er beschwerte sich bei uns, daß die Europäer archäologische Funde einfach so exportierten. Niemand achtet mehr die Leichenruhe der Könige.

Grabinhalte von Tut-Anch-Amun sind derzeit auf der ganzen Welt verteilt! In Museen, in Ausstellungen und und und....

Heutige sogenannte Archäologen machen nichts anderes als die so verpöhnten Grabräuber.

Kann es sein, daß man das Recht auf die Ruhe nach dem Tod so mit Füßen tritt?

Fällt denn niemand auf, daß Archäologen die Todesruhe genauso mißachten wie die Grabräuber?? Wo ist da der Unterschied? Warum läßt man die Toten nicht in Ruhe?

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Antworten (9)

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    Hilfreichste Antwort ausgezeichnet vom Fragesteller
    Hilfreichste Antwort von Ermelin Ermelin

    Lieber tommi,

    als Archäologiestudentin habe ich mich mit der von dir angesprochenen Thematik befasst. Ich verstehe deinen Standpunkt, denn der Gedanke die Totenruhe zu stören, gefällt mir auch nicht sonderlich. Ich möchte dir aber trotzdem den Unterschied zwischen Archäologie und Grabraub erklären und ich hoffe, dass es dir hilft, auch die andere Seite zu verstehen. (Und natürlich um deine Frage zu beantworten.)

    Solange die Menschen dort draußen wissen, dass in Gräbern potentiell wertvolle Dinge liegen, werden Menschen diese Gräber ausräumen. Andere Gräber, ohne wertvolle Beigaben, werden bei modernen Baumaßnahmen zerstört. (Denkst du einer Baufirma macht es was aus, wenn sie Gräber zerstört um z.B. eine ICE Trasse zu bauen?) Oft ist es so, dass ein Archäologe erst dann von einem Grab erfährt, wenn es ohnehin von Zerstörung bedroht ist und für immer undokumentiert verschwinden würde.

    Nun gut, bei den Pyramiden ist das anders. Die wird keiner platt machen um eine Straße darüber zu bauen. Aber angenommen kein Archäologe beschäftigt sich mehr mit einer Pyramide - dann gehen die Grabräuber rein, zerstören alles und nehmen mit was ihnen wertvoll erscheint.

    Dagegen will ein Archäologe nach Möglichkeit nicht zerstören - und die Zeiten in denen es um die Mitnahme wertvoller Dinge ging, sind auch schon 80/90 Jahre lang vorbei. Heute geht es nur darum zu dokumentieren und zu erfahren, wie die Menschen damals lebten. Nun stell dir vor, ein Grab würde durch Baumaßnahmen zerstört - Dann wäre der Tote und all das verschwunden, was seine Lieben für ihn gebaut haben. Wird das Grab dagegen von Archäologen untersucht und dokumentiert, dann ist es uns heute möglich, noch einmal zu sehen, welche Liebe die Menschen damals in die Bestattung ihres verstorbenen Menschen gesteckt haben. Es ist nicht alle Mühe der Menschen damals verloren, weil wir sie heute sehen und bewundern können.

    Der Punkt mit den Mumien, die heute keiner mehr zu einem Grab zuordnen kann, ist berechtigte Kritik. tommi, ich kann dir versichern, dass modernen Archäologen soetwas nicht passieren darf. Man muss IMMER narrensicher festhalten, woher Museumsbestände stammen. Denn sonst ist ja auch viel von den gewinnbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen für die Katz. Die Mumien die du im Regal gesehen hast, stammten wahrscheinlich aus alten Grabungen- aus Zeiten als die Archäologie noch nicht so entwickelt war und wirklich kein großer Unterschied zum Grabraub bestand. Moderne Archäologen finden es genauso bitter wie du, wenn nicht bekannt ist woher so eine Mumie stammt. Sowas kommt heute nicht mehr vor.

    Übrigens- wusstest du, dass es in der Archäologie inzwischen zunehmend vorkommt, dass man die aus Gräbern geborgenen Leichen wieder bestattet? Man schüttet ihnen zwar keinen Grabhügel mehr auf, aber man begräbt sie wieder und gibt ihnen ihre Totenruhe zurück anstatt sie in Regalen zu lagern. Bei allem wissenschaftlichen Interesse, vergessen wir nicht, dass wir einen toten Menschen vor uns haben. Das bringt man schon den Studenten im ersten Semester bei.

    Kommentar von phil71 phil71phil71

    glückwunsch! die erste und einzige wirklich gute und vernünftige antwort auf eine an sich sinnlose frage(? wohl eher ein kommentar...) fragt sich nur ob tommi36 sich auch die zeit nimmt, das ganze zu lesen - und er/sie müsste sogar nachdenken dabei! gruß philipp (M.A. in klass.arch.)

  • 3
    Antwort von dantewusstees dantewusstees

    Grabräuber arbeiten meistens nicht im Dienst der Wissenschaft. Archäologen sind Wissenschaftler.

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    ...und kassieren dabei gut ab. Aber die Sache wird nicht anders, ob sie nun so oder so ausbuddeln, sie stören die Grabesruhe der Verstorbenen. Sehe ich dann noch solche "unschuldigen Lämmergesichter" im Fernsehen, bekomm ich echt die Krise! Man setzt sich einfach darüber hinweg, daß sich unsere Vorfahren sehr viel Mühe gegeben haben um eben genau das zu vermeiden, daß ihre wertvollsten Menschen in ihrer Todesruhe gestört werden.. UNS scheint das egal zu sein, NEUGIER siegt!!!!

    Kommentar von Felixguido FelixguidoFelixguido

    ..das ist eine vernünftige Antwort. ERst die Fortschritte in der Wissenschaft und die dadurch möglichen Erkenntnisse haben diese Aktionen letztlich als sinnvoll legetimiert.

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    NEIN! es gibt ja gar keine Erkenntnisse. Im Gegenteil, wie oben schon angemerkt, schau Dir mal die Museen an........ da ist nichts geordnet, wenn du bestimmte Gebeine nachfragst, niemand weiß, woher die kommen.... Archäologie???? Mumpitz!!!!! Ohne Sinn und Verstand!!!!!!!!!

  • 3
    Antwort von Maienblume Maienblume

    Weil man oft nur über Grabfunde etwas über die entsprechende Kultur erfährt. Ansonsten ist meist nicht viel überliefert.

    Man mag das sehen wie man will, es ist einfach Tatsache.

    Und heutzutage ist es mit der Ausfuhr von historisch relevanten Gegenständen auch nicht mehr so einfach.

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    Mb: egal wie auch immer unsere Neugier begründet ist, würdest Du es toll finden, wenn man Deinen Papi ausbuddelt und zum Zweck der Wissenschaft irgendwo ausstellt?

    Ich achte die Toten, und jedesmal, wenn ich solche Unsinnigkeiten mitbekomme, dreht sich mir der Magen rum

    Kommentar von JinxValentine JinxValentineJinxValentine

    Irgendwann, wenn lange Zeit verstrichen ist und mit Sicherheit auch keine lebenden Verwandten mehr zu ermitteln sind, deren Gefühle verletzt werden könnten, wird eine alte Leiche automatisch zum archäologischen Artefakt.

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    sry, aber mich verletzt es ziemlich, daß man T.A.A nicht mit Würden sterben läßt, sondern meine Generation Schuld ist, daß er keine Ruhe mehr findet.

  • 1
    Antwort von tommi36 tommi36

    ich kann da nur sagen: pfui Deibel!!!!!

  • 0
    Antwort von Azizamasrya Azizamasrya

    Sadat ließ den Mumiensaal der Pharaonen schließen. Nur Ramses II, der Libyer war, den kann man noch betrachten. Sadat träumte davon, die Mumien und sich selber im Sinai bestatten zu lassen. Diesen Wunsch hat man ihm nicht erfüllt. Stattdessen baut man an einem riesigen Museum, das an der Straße von den Pyramiden in Richtung Alexandria irgendwann in diesem Jahrtausend einmal fertig werden soll. Ich denke Archäologen sind genauso feinsinnig mit Mumien, wie es die Leichenfledderer in Krimis sind, die die Todesursache feststellen wollen. Trotzdem bin ich froh, dass ich damals noch den Mumiensaal betreten durfte, und die Mumien sehen konnte.

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    Antwort von 2beers 2beers

    Qualitativ gibt es da vielfach Unterschiede - wie beispielsweise auch zwischen Mord und Totschlag (Beweggründe) - aber ansonsten muss man dem sicherlich zustimmen. Zumal ein respektvollerer Umgang mit Gräbern und Leichnamen gewöhnlich sehr wohl möglich wäre, ohne auf die Forschung zu verzichten.

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    ich buddel dich dann auch mal aus..

    Kommentar von 2beers 2beers2beers

    Naja, also noch ist es ja nicht so weit - auch wenn ich mich manchmal zeitweise vergrabe ;-)

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    Antwort von PishMush PishMush

    es geht nur ums Geld und natürlich Geschichte.

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    Antwort von JinxValentine JinxValentine

    Vermutlich, weil sie sonst von den Einheimischen ausgebuddelt und meistbietend verscheuert werden. So kann der Staat damit Geld verdienen und die Nachwelt, auch die, die sich keine eigene Mumie leisten können, hatte die Chance, durch die Arbeit der Archäologen doch einiges über ihre Vorfahren, ihre Kultur und Lebensweise zu erfahren.

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    Antwort von RuleBritannia RuleBritannia

    Es dürfte dem guten alten Tut-Anch-Amun ziemlich wurscht sein, ob er auf Weltreise geht...

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    ach ja? deshalb haben unsere Vorfahren den auch so "gut" verbuddelt...

    Kommentar von RuleBritannia RuleBritanniaRuleBritannia

    Das war wohl eher wegen seiner Untertanen, die mit Vorliebe "Promigräber" leergeräumt haben. Außerdem sollte Euer ägyptischer Freund froh sein, dass sich die Welt für seine Kultur interessiert. Oder glaubt er, dass Ägypten das viele Geld selbst erwirtschaftet, das die Erhaltung der Bauwerke und Kulturgüter kostet?

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    mom........ wir bedauern Grabräuber. Rauben sie aber selber aus.

    Kommentar von RuleBritannia RuleBritanniaRuleBritannia

    Das ist doch Mumpitz! Niemand bereichert sich daran. Du hast Dich in eine fixe Idee verrannt. Rette meinetwegen die Toten, obwohl die Lebenden viel mehr Hilfe bräuchten. Aber verschone mich bitte mit dem Unsinn!

    Kommentar von liebmann liebmannliebmann

    Die pyramiden stehen seit 4000 jahren ...^^ !Ja genau wir europäer finanzieren indirrekt die erhaltung der bauwerke,die die touristen zerstörren^^. Na Herrzlichen glückwunsch

    Kommentar von RuleBritannia RuleBritanniaRuleBritannia

    Anders herum wird ein Schuh daraus! Alles wäre längst zerfallen, wenn man es nicht ausstellen und für interessierte Menschen zugänglich machen würde und damit reichlich Geld für die Erhaltung in die Kassen bekäme!

    Kommentar von tommi36 tommi36tommi36

    warst Du denn schonmal da?

    Kommentar von RuleBritannia RuleBritanniaRuleBritannia

    Mehrmals. Unter anderem in Kairo, Gizeh, Luxor und Alexandria. Nur Hurghada und andere Touristenghettos habe ich mir erspart. Folglich habe ich auch oft mit Einheimischen gesprochen und dabei erstaunlicherweise viel positives Feedback bekommen.

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