Frage von vespa50, 111

Kann mir jemand die Geschichte von Kain und Abel aus Genesis 4 erklären?

Hallo,

ich verstehe sie nicht richtig und bitte um Erklärung.

Antwort
von Viktor1, 27

Da wird oft viel hinein interpretiert dabei ist es ganz einfach. Der Autor der Erzählung zeigt hier auf, daß Eifersucht den Menschen zum Mörder machen kann (ähnlich Jesus: "wer seinen Bruder hasst, ist ein Mörder").
Im "Zwiegespräch mit Gott" (1.Mos.4,6)  wird beschrieben, wie diese  (der "Dämon" !) den Menschen beherrschen kann doch wir sollen darüber herrschen und nicht Sklave der Sünde sein.
Das ist im Prinzip alles.
Die ganze Erzählung drumherum ist die Art und weise, wie damals den Menschen etwas nahe gebracht wurde. Das machen wir heute ja oft nicht anders. Keiner käme auf die Idee dann die "Rahmenerzählung" zu hinterfragen.
Wer die Erzählung an sich forciert, wie es Bibelgläubige oder sonstige Dummköpfe oft handhaben, liegt voll daneben, hat nichts verstanden.(und will auch nicht)


Antwort
von BigBene, 32

Eine weitere mögliche Interpretation ist eine allegorische Darstellung der Frühgeschichte der Menschheit -

Zu Anfang waren die Menschen noch Jäger und Sammler, sie lebten so wie seit Jahrmillionen als "werkzeugbenutzende Tiere" in einem Zustand, den wir heute als "Einklang mit der Natur" bezeichnen würden.

Dann kam der Sündenfall, der "Baum der Erkenntnis", die Menschen begannen Sich und die Welt zu hinterfragen (was sie mächtiger, aber nicht unbedingt glücklicher machte). Mit der "neolithischen Revolution", der Erfindung von Ackerbau und Viehzucht, begannen sie, ihre Umwelt für sich nutzbar zu machen und klinkten sich aus der "natürlichen" Evolution aus.

Ackerbau und Viehzucht gingen immer Hand in Hand, aber es gab Kulturen, die mehr dem einen oder mehr dem anderen nachgingen: Seßhafte Bauernkulturen und nomadische Hirtenkulturen. Dabei gab es oft Konflikte, und in der Regel verdrängten die (besser ausgerüsteten und organisierten) Bauern die Hirten.

Kain und Abel sind der archetypische Hirte und der archetypische Bauer. Sie spielen den Kulturkonflikt nach, der zur Zeit der ältesten biblischen Überlieferungen noch im Gange war.

Die Israeliten waren von ihrer kulturellen Herkunft her nomadische Hirten, das kann man an vielen Stellen der Bibel deutlich erkennen. Sie erzählen die Geschichte aus der Sicht des Hirten. Der Bauer Kain ist der böse Mörder, der Hirte Abel der Gute Gottesknecht.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 46
Der Inhalt ist eigentlich einfach erzählt.

Kain und Abel waren die Söhne von Adam und Eva, den ersten Menschen, die wegen ihrer Sünde, vom Baum der Erkenntnis gegessen zu haben, aus dem Paradies verstoßen worden waren.

Kain wurde Bauer und Abel wurde Schäfer.

Trotz der Warnung Gottes, sich nicht zu unbedachten Handlungen verleiten zu lassen, erschlug Kain seinen Bruder aus Neid, weil Gott das Tieropfer Abels offenbar mehr schätzte, als das pflanzliche Opfer von Kain.

Gegenüber Gott leugnete Kain seine Tat. Als Strafe wurden seine Felder unfruchtbar gemacht und er selbst in die Welt hinausgeschickt.

Kain hatte Angst, von den Menschen wegen seiner Tat erschlagen zu werden, also kennzeichnete Gott ihn mit dem "Kainsmal", damit sie ihn als von Gott Verstoßenen erkannten, aber nicht töteten.

Was verstehst du daran nicht?
Antwort
von Tiefseeschnecke, 15

Die Geschichte ist zuerst so zu nehmen, wie sie da steht. Aber sie erzählt noch mehr, besonders wenn du ganzen Texte in der Bibel zu Kain und Abel liest. Dabei hilft die Konkordanz. Es ist ganz wichtig, die Puzzelteile, die die gesamte Bibel liefert, zusammenzusetzen.

Kain war der Stifter einer neuen Religion. Er wollte Gott nicht gehorchen und so opfern, wie es Gott vorschrieb. Das blutige Opfer des unschuldigen Lammes, war ein Sinnbild für den kommenden Erlöser, Jesus Christus. Der ja als "Lamm Gottes" von Johannes bezeichnet wurde. Dieses Opfersystem wurde im Heiligtumsdienst fortgeführt, bis zum Tode Jesu. Da zerriss der Tempfelvorhang als Zeichen, das nun das wahre Opfer die zeremonialen Opfer aufhob.

Kain opferte seine Früchte. Das wäre als Dankopfer annehmbar gewesen, aber nicht als Versöhnungsopfer. Er wollte durch seine Werke vor Gott gerechtfertigt werden und nicht durch Glauben und Gehorsam. Das ist bis heute unmöglich, durch eigene Werke dh gute Taten, vor Gott gerecht dazustehen. Durch Glauben allein (sola fide) wird der Mensch vor Gott gerecht, sagt die Bibel. Diese andere Religion, die Kain gegründet hat, zieht sich durch alle Jahrtausende bis zum heutigen Tag.

Interessant ist, dass Kain ein Malzeichen von Gott bekam und dass in Offenbarung 13 die Bibel davon spricht, dass Menschen am Ende der Zeit auch ein Malzeichen bekommen werden. Hochspannend und ganz aktuell.

Diese Vorträge gehen genau über dieses Thema, das bei Kain und Abel anfängt.

Antwort
von chrisbyrd, 32

Vielleicht ist es hilfreich, die Geschichte von "Kain und Abel" in einer einfacher lesbaren und verständlicheren Übersetzung zu lesen ("Hoffnung für alle"): http://www.de.bibleserver.com/text/HFA/1.Mose4

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