Frage von MikaakiM, 2.928

Käufer will nicht zahlen (Shpock), was kann ich machen?

Hallo, Ich habe bei shpock ein Bettgestell verkauft, was jedoch ein Riss hat. 3 Fotos hatte ich eingestellt und das dritte Foto nur mit dem Riss. Wir beide haben den Deal bestätigt, Treffpunkt und Uhrzeit war alles festgelegt. Jetzt ein Tag vor dem Treffpunkt schreibt er mir das er das Bild mit dem Riss gesehen hat und das Bett daher nicht kaufen will. Ich hab ihm gesagt das ein verbindlicher Kaufvertrag Zustanden gekommen ist (Auszug Spock). Er Argumentiert nur das er nur ein Foto gesehen habe und nicht wusste das es mehrere gab, zusätzlich verwies er auf Paragraph 119 abs 1 und 2. Als ich shpock angerufen hab wurde der Käufer vom Shocking Team persönlich angeschrieben und darin stand das der Deal verbindlich ist und ich als Verkäufer alles ordnungsgemäß gemacht habe. Was kann ich jetzt noch tun das ich das Bett doch noch verkauft kriege? Schließlich wird Ende der Woche schon mein neues Bett geliefert

Antwort
von FragendesWeb, 1.700

Klagen wäre eine Möglichkeit, allerdings auch mit dem Risiko, daß Du unterliegst. - Abgesehen davon dauert es auch Ewig.

Ich habe mal einen EBAY-Ersteigerer auch sanft drängen müssen, mir mein Geld zu geben, nachdem er gemerkt hatte, daß sein Deal unwirtschaftlich war. - Aber der hat wenigstens keiene Mängel an meinem Produkt angeführt ;-)

Antwort
von Droitteur, 1.541

Es ist schon prinzipiell möglich, was der Käufer macht: aufgrund bestimmter Irrtümer lässt sich eine Vertragserklärung anfechten. Darauf wird der Vertrag rückwirkend nichtig und es wird nur für bestimmte Schäden gehaftet, die aus dem Vertrauen auf das Bestehen des Vertrages entstanden.

Ob er in eurer Konstellation einen Irrtum dem Gericht plausibel darlegen kann, ist eine andere Frage, bei der du gewinnen, aber auch verlieren kannst. Wem glaubt das Gericht? Was, wenn er sich wirklich getäuscht hat? Dann hat er abstrakt schon das Recht, anzufechten.

Das Bett solltest du lieber anderweitig verkaufen.

Freue mich über Nachfragen und will stets gern wissen, wie ein Fall zu Ende geht.

Kommentar von MikaakiM ,

Okay, danke für die Antwort, mir kam der Paragraph nur merkwürdig vor weil ich auch nix im kleingedruckten hatte

Kommentar von Droitteur ,

Ke, danke für die Rückmeldung :)

Der Paragraph steht im BGB und ist allgemeingültig, solange nichts anderes vereinbart wurde. Eine solche Vereinbarung ist weitgehend unmöglich. Die Aussage von Shpock, der Vertrag könne nur einvernehmlich aufgelöst werden, ist falsch.

Dass jemand überhaupt an sein Versprechen gebunden ist, ist ja ein Zwang, den das Rechtssystem erst "künstlich" erzeugt. Dieser Zwang erstreckt sich jedoch aus Gerechtigkeitsgründen nicht (oder selten) auf Fälle, in denen sich jemand bei seiner Willenserklärung im Irrtum befindet.

Kommentar von MikaakiM ,

Hier ist die Antwort von Stock: Hallo Mario L., auf dem dritten Bild ist der Mangel deutlich zu sehen. Bevor du ein Angebot machst oder akzeptierst, ist es wichtig, dass du dir alle Bilder genau ansiehst, damit es später nicht zu Missverständnissen kommt. Bleibt bitte weiterhin in Kontakt und schließt den Deal ordnungsgemäß ab. Bedenkt bitte, dass dieser Deal verbindlich ist und nur einvernehmlich aufgelöst werden kann. Viele Grüße, Shpock LR

Kommentar von MikaakiM ,

danke für die Antwort:) Ich gucke dann wie ich weiter verfahren werde

Antwort
von vogerlsalat, 2.567

Du kannst den nur verklagen....ob sich das lohnt ist eine andere Frage.

Lass di aber schriftlich und unterschrieben von dem geben, dass er das Bettgestell nicht will. Nicht dass der später auf den Vertrag pocht.

Kommentar von MikaakiM ,

Okay, wie ist das denn mit den Paragraphen die er erwähnt §119 würde er denn damit durchkommen?

Kommentar von vogerlsalat ,

Der sagt nur aus, dass er sich geirrt hat, wenn du  wissen willst ob er damit durchkommt, musst du einen Anwalt konsultieren.

Kommentar von MikaakiM ,

okay, danke

Antwort
von berndkleve, 2.038

Ob er mit § 119 durchkommt, ist nicht so leicht zu beantworten. Nicht jeder Irrtum ist in der HInsicht beachtlich; ansonsten könnte man im Prinzip jeden Vertrag wirksam anfechten. Es kommt jetzt in erster Linie drauf an, wieso er nicht wußte, dass es mehrere Bilder gibt. Mal etwas laienhaft ausgedrückt: Wenn es jetzt alleine reine Schludrigkeit von ihm war, dass er ein paar Bilder übersehen hat, dann wird er damit in der Regel nicht durchkommen.

Zudem ist zu beachten, dass Rechtsstreitigkeiten mit nicht genügend solventen Vertragspartner in der Regel wenig Sinn geben. Sollte man auf Einhalten des vertages pochen, würde ich vorher die bonität des vertragspartners überprüfen lassen.

Kommentar von MikaakiM ,

Hallo, erst einmal danke für die Antwort. Ich geh mal davon aus das es reine Schludrigkeit von ihm war, da man auch über sein Profi Verkäufe einsehen konnte, die ebenfalls mit mehreren Bildern ausgestattet waren. wie soll ich das anstellen mit der Bonitätsprüfung? Was wäre der nächste Schritt, was ich ihm schreiben könnte?

Kommentar von Droitteur ,

Du kannst ihm schreiben, dass du ihm seinen Irrtum nicht abkaufst, oder es lassen. Ggf auch mit Anwalt, der Briefkopf kann schon was hermachen - aber auch das kannst du dir sparen, wenn du möchtest. 

In letzter Instanz bekommst du dein Geld nur, wenn du ihn auf Zahlung verklagst oder das Mahnverfahren betreibst. Das kannst du auch allein machen, das Risiko, zu verlieren, trägst du allerdings.

Für die Bonität könntest du schauen, wie er wohnt. Ansonsten, falls du einen Prozess gewinnst, hast du viel Zeit, zum Eintreiben, bis er vllt so viel Geld hat, so dass man etwas pfänden lassen kann. Es sei denn wiederum, der Typ geht in die Insolvenz, dann hast du wieder nichts.

Wirklich, das solltest du dir überlegen, ob du es aus Gerechtigkeitsgründen durchziehen willst. Rein wirtschaftlich ist der Nutzen eher zweifelhaft.

Kommentar von berndkleve ,

Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Grundsätzlich muss man den Verkäufer hier erst  in Verzug setzen durch Mahnung. Wenn er dann nicht zahlen sollte, muss man überlegen,ob man direkt klagt oder erst einen gerichtlchen Mahnbescheid lässt.

Gleichzeitig muss man überlegen, ob man das jetzt alleine oder durch einen Rechtsanwalt erledigen möchte.

Ich würde vorher allerdings die bonität des Käufers prüfen mittels eines Internetpersonals.

Kommt jetzt auch drauf an, wie hoch der Kaufpreis bzw.der Streitwert ist.

Wenn man jetzt keine Erfahrung damit hat, und auch keinen Rechtsanwalt, den man gut kennt, würde ich eher dazu tendieren, nicht auf eine Erfüllung des Kaufvertrages zu bestehen.

Antwort
von vukkensiekiera, 288

Na dann musst du ihn verklagen was anderes wird dir nicht übrig bleiben wenn er dir das Geld nicht bezahlt und ich würde auch sofort eine Klage einreichen !.

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