Frage von Drake2010, 137

Käufer bemängelt ständig gekauftes Auto, darf er das?

Hallo Leute

Ich habe meinen Audi a4 bj 2010 vor 3 Wochen verkauft und nun bemängelt der Käufer schon mehrmals Sachen wofür ich nichts kann. Jetzt zuletzt wegen angeblicher Start Probleme des wagens. Ich habe dem Käufer einen rund um check angeboten bei einer Werkstatt seiner Wahl und er hat den wagen auch ausführlich gefahren. Auto ist von mir selbstverständlich privat verkauft worden und somit hafte ich doch nicht für jeden Mangel der in seinem Besitz auftaucht. Ich habe das Gefühl das er mir am liebsten den wagen zurück geben will aber die frage ist kann er mir rein rechtlich was? Ich habe das Auto nach bestem Wissen und Gewissen verkauft. Mfg

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 39

Auch hier erneut der Hinweis darauf, dass es inzwischen Mode geworden ist, speziell bei Käufern aus südlichen Ländern, im Nachhinein alles mögliche zu finden um nachträglich nochmal den Kaufpreis zu mindern.

Dazu fehlt jedoch die rechtliche Grundlage. Daher sollte man diese Taktik einfach ignorieren und sich gar nicht auf Diskussionen einlassen, die führen eh zu nichts außer zu Stress. 

Am ehesten wird man die los, indem man klar sagt, dass man die Forderung nicht akzeptiert, gar nicht drüber diskutieren will und wenn er was will, soll er es einklagen, dein Rechtsanwalt würde das dann juristisch korrekt bearbeiten. Das wirkt fast immer, denn die wissen ganz genau, dass das außer Kosten nichts bringt.

Kommentar von Drake2010 ,

Hallo Danke für die antwort. ich habe sogar von meiner Seite aus noch im Januar eine große Inspektion durchführen lassen mit neuem tüv und au. ausserdem hatte der Käufer die Wahl das Auto bei einer Werkstatt seiner Wahl durch Checken zu lassen. nun möchte er das Auto "nochmal durch checken lassen" und mir Bescheid geben.... finde es lächerlich da ich ja jetzt nichts mehr dafür kann das dass Auto jetzt Probleme macht.

Kommentar von Hamburger02 ,

Eben, deshalb würde ich mich an deiner Stelle auch auf keine weiteren Diskussionen mehr einlassen, das bringt nichts. Du hast fast schon vorbildlich gehandelt, da gibts nix zu kritisieren.

Antwort
von Interesierter, 61

Zunächst mal sollten wir wissen, ob beim Verkauf die gesetzliche Sachmängelhaftung (Gewährleistung) rechtswirksam ausgeschlossen wurde. 

Weiter ist das Fahrzeug 6 Jahre alt. Da ist durchaus mit gewissen Verschleisserscheinungen zu rechnen, die rechtstechnisch keinen Mangel darstellen. 

Falls ihr einen wirksamen Gewährleistungsausschluss vereinbart habt, haftest du nur für Mängel, die bei Übergabe bereits vorhanden waren UND die du beim Verkauf arglistig verschwiegen hast. Die Beweislast hierfür liegt beim Käufer. 

Weiter haftest du für "vertraglich zugesicherte Eigenschaften" wie z.B. unfallfrei oder scheckheftgepflegt. Diese Zusagen müssen selbstverständlich erfüllt sein. 

Kommentar von Drake2010 ,

Hallo also die gesetzliche sachmängelhaftung wurde ausgeschlossen. ja das Fahrzeug ist 6 Jahre alt und ich habe dem Käufer Angeboten ihn gründlich bei einer Auto Werkstatt / tüv seiner Wahl überprüfen zu lassen. Das würde auch gemacht. mir War bei der Übergabe nichts bekannt da auch alles einwandfrei lief und alles funktionierte. ich kann aber auch nicht in jeden Winkel des Fahrzeugs schauen und ob auch jedes Kabel und jede schraube richtig sitzt. "der Käufer hat die Beweislast?" ... was bedeutet das? Gruß

Kommentar von Interesierter ,

"Der Käufer hat die Beweislast" bedeutet, der Käufer müsste im Streitfall beweisen, dass etwaige Mängel bereits bei Übergabe vorlagen UND du davon wusstest und ihm diese Mängel arglistig verschwiegen hast. 

Der Beweis müsste von ihm geführt werden, was ja nach deiner Schilderung unmöglich ist. 

Kommentar von Drake2010 ,

Danke für die Antwort!! ja kann er ja gerne machen ich habe nix zu verstecken und habe es nach bestem Wissen und Gewissen verkauft.

Antwort
von Rizi93, 80

Evtl. hilft dir das hier weiter.

http://www.it-recht-kanzlei.de/gewaehrleistung-garantie-ausschluss-privatverkauf...

Auch bei einem Privatverkauf besteht eine gewisse Gewährleistung, jedoch musst du dir nicht alles gefallen lassen.

Wie Mikromenzer gesagt hat, wäre das Aufsuchen eines Anwaltes ebenfals hilfreich. Er kann dich beraten.

Antwort
von Mikromenzer, 70

Am besten ist, wie du schon in deinen Themen geschrieben hast, du nimmst dir einen Anwalt.

Rechtsberatung ist hier nicht zulässig.
Im Grunde darf er das aber nicht einfach so, 3 Wochen sind zu spät.

Antwort
von Karl37, 37

Eine Gewährleistung bedeutet ein Mängel, der bereits bei der Übergabe bestand. Kommt der Käufer nach 3 Wochen mit einem jetzt auftauchenden Startproblem, dann war das Problem bei der Übergabe noch nicht vorhanden und daher keine Gewährleistungsfrage.

Antwort
von RefaUlm, 66

Deswegen verkauft man ein Auto immer "gekauft wie gesehen" etwaige Schäden werden von dir zusätzlich aufgeführt aber dann bist du fein raus 😉

Kommentar von Interesierter ,

"Gekauft wie gesehen" ist kein rechtswirksamer Gewährleistungsausschluss. Diese Floskel kannst du genausogut einfach weglassen. Sie ist nutzlos und du bist keinesfalls raus, sondern sitzt im Streitfall richtig in der Tinte!

Antwort
von Rosswurscht, 53

Ich hatte auch mal so nen Fall, der Typ wollte nachträglich den Kaufpreis mindern wegen angebl. Reparaturen etc.

Hat gedroht und alles mögliche, ich bin einfach eisern geblieben und irgendwann war Ruhe.

Antwort
von Messkreisfehler, 54

Hast Du das Auto mit Ausschluss der Gewährleistung verkauft?

Falls nicht dann handelt der Käufer vollkommen zu Recht.

Kommentar von Drake2010 ,

selbstverständlich unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung und Mangel Haftung

Kommentar von holgerholger ,

Dann lehn Dich zurück und lass ihn jammern.

Kommentar von Messkreisfehler ,

Dann haftest Du nur für Mängel über den Du den Käufer arglistig getäuscht hast. Für "Standart Sachen" haftest Du dann nicht, kann dir also egal sein was der Käufer von dir will.

Kommentar von Rizi93 ,

Komplett kann man beim Privatverkauf eine gewährleistung nciht ausschließen. In bestimmten Fällen hat der Käufer ein Recht auf nachbesserung. Jedoch nur in sehr wenigen. Beispielsweise, wenn der Fehler nachweisbar vor dem Kauf schon vorhanden war und nicht im Kaufvertrag vermerkt wurde.

Kommentar von Interesierter ,

Selbstverständlich ist ein kompletter Gewährleistungsausschluss möglich. Das ist beim Verkauf von gebrauchten Autos von privat sogar üblich. 

Selbst für Mängel, die bei Übergabe schon vorhanden waren, muss der Verkäufer nur dann einstehen, wenn sie dem Verkäufer bekannt waren und er sie arglistig verschwiegen hat. Die Beweislast liegt hier beim Käufer. Diese Beweis zu führen, dürfte im Ernstfall äusserst schwierig werden. 

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