Jurastudium, nur auswenig lernen?

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3 Antworten

Hallo,

ich studiere Europäisches Vertragsrecht, also nicht das "klassische" Jura, aber ein paar Infos kann ich dir dennoch geben.

1. Jura hat GAR NICHTS mit Auswendiglernen zu tun. Wer das tut, hat den Sinn dieses Studiums nicht verstanden. Es geht in erster Linie ums Anwenden. Die Bücher mit den Gesetzen darfst du sogar mit in die Klausur nehmen um nachzuschauen (es kann sich ja niemand alle Gesetze wortwörtlich merken).

2. Den Vergleich mit Mathe find ich da schon treffender, da du logisch denken und argumentieren können musst. Die Klausuren laufen meist wie folgt ab: Du hast verschiedene Fälle (Land A hat das gemacht, die Kommission klagt das Lad auf Basis von Artikel XY an) und musst dann sagen was Land A jetzt machen kann um sich zu verteidigen, ob diese Verteidigung erfolgreich sein wird etc. Sprich, die Konzepte musst du auswendig können, aber 90% sind dan Übertragung auf eine dir unbekannte Situation.

3. Ja es ist ein sehr hartes Studium. Du musst ständig am Ball bleiben, die Vorlesungen vor- und nachbereiten, hast zig Seminare, Hausarbeiten, Prüfungsstress...aber dafür studiert man ja auch nicht? Aber ich habe eine ganz entscheidende Erfahrung gemacht: Es spielt keine Rolle, wie gut du in der Schule warst! Denn das Studium und ganz besonders Jura sind eine Arbeitweise wie es sie in der Schule nicht gibt. Der beste unseres Jahrgangs hat das Abi mit 3,0 gemacht. Also lass dich nicht entmutigen! Wenn du Lust darauf hast, dann mach es! Du bist doch auch G8 oder? Dan machst du dein Abi auch erst mit 18. Das ist so jung! Wenn du merken solltest, dass das Studium nichts für dich ist, kannst du immer noch wechseln. Aber geh da nach deinem Gefühl und lass dir nichts einreden!

Lg,

Sophie :)

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Kommentar von Sommerflower22
31.01.2016, 21:21

Danke für deine Antwort! 

Ja, ich ghöre zu den G8. Und das mit dem Wechseln wenns mir nicht gefällt, macht mir Mut :)

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Ist doch egal ob du in Mathe gut bist! Selbst wenn es doppelt so schwer wie Mathe wäre, kann es für dich ja einfach sein. Du kannst vielleicht kein Mathe, aber Jura. Sind ja 2 unterschiedliche Sachen.

Langweilig und trocken trifft da eher zu. Aber wenn du dich dafür interessierst passt das doch. Kommt immer darauf an wie du dir die Zeit machst.

Für Jura braucht man die Gabe des auswendig Lernens. Du musst genügend Gesetze im Kopf haben (du musst auch wissen wo sie genau im Gesetzesbuch stehen) um sie dann richtig anzuwenden. Doch wenn du nur auswendig lernst, kannst du dein Wissen ja noch nicht anwenden.

Beispiel:

Jura ist ein Schlüssel und das Gericht jetzt ein Schloss. Dir bringt es nichts wenn du einen Schlüssel hast aber nicht weißt wie du diesen benutzt. Du musst auch wissen wann du was und wie du es anwendest. 

Also benötigt man auch noch das logische denken um sich einer Situation anpassen zu können. Im Studium habt ihr Beispiele, doch in der Realität können diese abweichen. 

Also am Ende benötigst du das Auswendig lernen und das selbstständige logische Denken um die Gesetze auch mit dem Fall abgleichen zu können. 

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das einzige was du "auswendig" lernen musst sind Definitionen, aber wenn du des Sinn dahinter verstehst musst du diese nicht mal auswendig können sondern einfach selbst definieren und runterschreiben

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