Frage von rainbowwcookie, 63

Jura- oder Germanistikstudium ergreifen?

Hallo zusammen
Ich bin seit knapp einem Jahr an der Uni. Nach der Matur wusste ich nicht, was ich studieren soll, und habe da dann auf Anraten meiner Eltern und "einfach aufs Geratewohl" Jura genommen, obwohl ich mir im Vorfeld NIE über ein Jurastudium Gedanken gemacht habe. Mit dem Studium konnte ich dann nicht so recht warm werden, was auch daran lag, dass ich kein Zwischenjahr (Freiwilliges Auslandsjahr und so Zeug) machen durfte. Und viele Vorlesungen interessierten mich einfach nicht im Jurastudium.
Im zweiten Semester fuhr ich dann mehrgleisig und besuchte Veranstaltungen in anderen Fächern, darunter auch Germanistik. Da habe ich nur Seminare über die neuere deutsche Literatur besucht, keine Mediävistik, keine ältere deutsche Literatur. NDL gefällt mir richtig gut, auch, weil ich es hobbymässig liebe, zu schreiben. Und ich habe gemerkt, dass es mich einfach interessiert, was damit zu tun hat. Zu den anderen zwei Teilbereichen kann ich leider nichts sagen. Damit ich keine Zeit verliere, mache ich nebenbei das Jurastudium als Nebenfach weiter. Eigentlich dachte ich mir schon, dass ich auf Germanistik im Hauptfach, umsatteln würde, aber jetzt kommen mir langsam Zweifel. Erstens verspricht das Jurastudium meiner Meinung nach eine gute, breite Allgemeinbildung, man hat danach auch von etwas Ahnung, was man gebrauchen kann. Zweitens scheint mir das Jurastudium eine interessante Herausforderung zu sein. Jedoch interessieren mich viele Inhalte nicht so sehr, ich bin nicht darüber begeistert und eine eher kreative Person. Meiner kreativen Ader möchte ich nachkommen und ich glaube das geht mit Jura nicht. Ausserdem würde ich dieses Studium eher als Bildung für mich ansehen; danach möchte ich keinen Anwaltsberuf ausüben und ich kann mir auch sonst keinen juristischen Beruf vorstellen. Ich würde wahrscheinlich irgendwo in den Medien arbeiten, oder sonstwo. (Wo und was ich arbeiten möchte, weiss ich leider überhaupt nicht! Ich möchte gerne Autorin werden, aber ich weiss, dass man da nebenbei, zumindest noch am Anfang auch einen "Brotjob" braucht.) So, und zumindest der eine Bereich bei der Germanistik interessiert mich sehr! Weitere Vorteile bei der Germanistik sind, dass man in den Seminaren richtig mitarbeiten muss, auch mündlich, das finde ich gut und, dass man danach eben vielseitig einsetzbar ist. Nachteil ist, dass ich Angst habe, Germanistik würde mich nicht genug fordern, ich eher Schwierigkeiten hätte mit Jobfindung. Noch was zum Jurastudium: Da hätte ich Angst, ich würde zu wenig mitarbeiten und dann "fliegen", weil ich nicht mehr nachkomme. Zur Wahl steht bei mir also Germanistik mit Nebenfach Jura (macht das überhauot Sinn?) und Jura ganz. Mein herzlichster Dank geht an alle, die bis hier gelesen haben 😊

Antwort
von Jurasuppe, 29

Hallo Cookie,

ich habe leider null Ahnung von Germanistik, dafür aber wenigstens von Jura :P. Zwar ist es wahr, dass die meisten später Anwälte werden, ich für meinen Teil habe das aber auch nicht vor. Das ist aber auch nicht nötig, Jura vermittelt dir einige Fähigkeiten, insb. mit Blick auf Analyse und strukturiertes Problemlösen bzw. Vorgehen.

Meine Erfahrung ist außerdem gewesen, dass das Studium das Selbstvertrauen stärkt. Es bringt einem aber auch sonst was im Leben, man kann die Probleme des Alltags sehr einfach lösen, egal ob jetzt eine Kaufsache mangelhaft ist oder man genau wissen möchte wie weit man in der Verteidigung gehen dürfte ... Es ist sooo vielfältig.

Es sollte dir aber Spaß machen ... was es ja scheinbar nicht vollumfänglich tut. Dabei musst du wirklich folgendes beachten: Jura ist ein Zermürbungsstudium mit einem sehr harten Examen am Ende. Wenn da nicht die Motivation zum lernen da ist (und zwar über gute 12 Monate, eher mehr), dann wird es schwierig werden eine gute Note zu erhalten. Die Note ist in den Rechtswissenschaften aber alles entscheidend.

Was genau du nun wirklich tun möchtest musst du aber entscheiden! :P Wäre denn vielleicht der höhere Justizdienst (Richterei z.B.) etwas für dich? Oder die Arbeit in eienr Behörde, ggf. sogar Polizei o.Ä.?

Viele Grüße, JS

Kommentar von rainbowwcookie ,

Danke für deine Antwort, Polizei interessiert much tatsächlich. Was das Staatsexamen angeht: Sowas gibt es bei uns in der Schweiz nicht und es spielt zum Glück gar keine Rolle, welche Noten man hatte, hauptsache man hat den Abschluss. Sonst würde ich dies gar nicht erst in Betracht ziehen 😅, denn ich habe das Gefühl, ich wäre nicht gut genug und würdest es nir sehr, sehr knapp auf vollbefriedigend schaffen.

Kommentar von Jurasuppe ,

Oh du bist Schweizerin :D okay, aber hört sich so an als wäre es bei euch ziemlich Artverwandt ^^ bei uns ist auch das VB die beliebte Prädikatsgrenze. Wobei wir diese eher für den höheren Justizdienst etc. brauchen. Den meisten Behörden reicht ein Befriedigend...

Bei uns kann man nach dem zweiten StEx dann eine kurze Fortbildung an der deutschen Polizeihochschule machen und als Polizeirat (A13) einsteigen. Es ist durchaus interessant! :D

Kommentar von rainbowwcookie ,

okay, danke! :) Werde mich weiter infprmieren und dann danach entscheiden

Antwort
von ButlerJames, 29

Es gibt haufenweise arbeitslose Juristen, wenn es nicht wirklich deine Fachrichtung ist, würde ich es lassen, vor allem als Nebenfach ist es unwichtig.

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 24

Komm mal runter von deiner rosa Wolke...

Du kannst dir nicht aus jedem Studiengang die Rosinen rauspicken und nur die Seminare mitmachen, die dich interessieren. Seit wann sorgt ein Jurastudium für eine breite Allgemeinbildung? Man weiß was über das Rechtssystem und die Gesetze, das war's dann auch schon.

Medien ist ja schön und gut, aber der Bereich ist völlig überlaufen. Zudem voll von Leuten, die deutlich zielstrebiger sind als du. Die überholen dich rückwärts beim Spurt auf die Karriereleiter.

Das Schreiben deine Sache sein soll, kann ich zumindest deinem Fragetext nicht entnehmen. Der ist langatmig, langweilig und kein bisschen interessant zu lesen. 

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