Frage von ichemodunicht, 86

Juni - Marie Luise Kaschnitz Was ist besonders an dem satzbau diese gedichtes?

Schön wie niemals sah ich jüngst die Erde. Einer Insel gleich trieb sie im Winde. Prangend trug sie durch den reinen Himmel Ihrer Jugend wunderbaren Glanz. Funkelnd lagen ihre blauen Seen, Ihre Ströme zwischen Wiesenufern. Rauschen ging durch ihre lichten Wälder, Grosse Vögel folgten ihrem Flug. Voll von jungen Tieren war die Erde. Fohlen jagten auf den grellen Weiden, Vögel reckten schreiend sich im Neste, Gurrend rührte sich im Schilf die Brut. Bei den roten Häusern im Holunder Trieben Kinder lärmend ihre Kreisel. Singend flochten sie auf gelben Wiesen Ketten sich aus Halm und Löwenzahn. Unaufhörlich neigten sich die grünen Jungen Felder in des Windes Atem, Drehten sich der Mühlen schwere Flügel, Neigten sich die Segel auf dem Haff. Unaufhörlich trieb die junge Erde Durch das siebenfache Licht des Himmels. Flüchtig nur wie einer Wolke Schatten Lag auf ihrem Angesicht die Nacht.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LolleFee, Community-Experte für deutsch, 63

Wenn ich nur den Satzbau betrachte:

  • viele Inversionen
  • Parataxe, anfangs auch jeder Satz für sich stehend. 
  • "unaufhörlich" spiegelt der Satzbau ab "unaufhörlich", alle drei Teilsätze beziehen sich auf "unaufhörlich".
  • viele Präsenspartizipien
Antwort
von achwiegutdass, 58

Das ist bestimmt ein Jugendgedicht der Kaschnitz, vermutlich aus den zwanziger bzw. dreissiger Jahren. Nach dem Krieg hat sie nicht mehr so geschrieben und stand ihrer frühen Lyrik ausgesprochen skeptisch gegenüber.

Du sollst also alles beschreiben, was du hier an klassischen Sprachmustern finden kannst (Rhythmus, Wiederholungen, Parallelismen, Metaphern...). 

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