ambassador am 14.06.2008 um 22:59 Uhr
Meine Freundin hat einen neuen Job bei einer Bank. Früher ging sie oft mit mir Mittagessen, jetzt hat sie herausgefunden, dass alle ihre Kollegen gemeinsam in der Kantine essen und dabei wichtige Informationen austauschen. Da muss sie dabei sein. Sie hat sich auch in dem Fitnessclub angemeldet, wo die Kollegen alle hingehen. Heute abend ist sie mit denen bei einem Empfang de Firma. Sie sagt, sie kann sonst nicht Karriere machen. Wir sehen uns kaum noch. Geht das nicht auch anders?
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Hmmmm...... das sind doch erst mal die Anfänge. Warte doch erst mal ab, bis sie sich in ihrem neuen Job ausgetobt hat. Vielleicht bessert es sich ja dann. Wenn sie Karriere machen will, ist es schon wichtig, dass sie sich Beziehungen in der Bank aufbaut, also zeig erst einmal Verständnis und gib ihr die Chance. Wenn du sie jetzt unter Druck setzt, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie tritt im Job kürzer und wird dir das evtl. nie verzeihen oder sie wählt den Beruf statt dich.
Beides keine schönen Optionen.
LG
Wieselchen

Gerade wenn man in einer neuen Firma angefangen hat, ist es wichtig sich Netzwerke aufzubauen. Gib ihr etwas Zeit, damit sie ihren Platz findet. Die Freundin meines Bruders arbeitet auch in einer Bank und Weiterbildungen, Treffen zum Essen und Empfänge gehören bei ihr auch dazu.

Also... Ich bin definitiv workaholic und finde IMMER Zeit mich um Freunde zu kümmern... recht bedenklich... Zeit für Freunde findet man immer ! Und wenn man gemeinsam Sport macht.
ambassador am 14. Juni 2008 23:03 Ich stelle mir eigentlich ein bißchen mehr vor als mit ihr Sport zu machen, auch noch zusammen mit den Typen von der Bank.
Pestopappa am 14. Juni 2008 23:07 Dann zieh ne Konsequenz... Ich würde es in einem deutlichen Gespräch klären.

Ich denke mal, deine Freundin versucht sich erstmal an die Gepflogenheiten der Kollegen anzupassen. Als "die Neue" muss man ja erstmal sehen, wie der Laden so läuft und neue Kontakte knüpfen.
Am Besten ist, wenn du sie einfach mal drauf ansprichst. Du hast zwar Verständnis für ihre Situation, aber du möchtest auch gerne mal wieder Zeit mir ihr Verbringen. Ihr könntet euch als ersten Schritt ja einfach mal darauf einigen, ein oder zwei Tage in der Woche zusammen Mittag zu essen. Vllt. kannst du sie beim nächsten Empfang ja begleiten !?
ambassador am 14. Juni 2008 23:18 Es bleibt leider sehr wenig für uns gemeinsam übrig. Abends arbeitet sie oft länger, und danach ist sie müde. Wenn sie mal frei hat, bin ich grade nicht in der Stadt (ich muss beruflich viel reisen). Es paßt alles nicht mehr zusammen. Ich befürchte, dass sowas nicht lange gut geht.
Samarra am 14. Juni 2008 23:25 Dann solltest du ihr einfach deine Befürchtung mitteilen. Andererseits wäre es ja wirklich schade, wenn die Beziehung an einem neuen Job scheitern sollte. Und obwohl ich die Situation nicht so genau kenne und dir nicht zu nahe treten will, solltest du dich vllt. mal fragen, ob es nicht egoistischt von dir ist. Du schreibst ja, dass du beruflich viel unterwegs bist. Dann war es ja bisher immer deine Freundin die ihre ganze Freizeit nach deinem Kalender eingeteilt hat....
ambassador am 14. Juni 2008 23:36 Die ganze Freizeit nicht. Wenn ich hier war, war sie auch hier. Wenn ich auf Dienstreise war, hatte sie allein jede Menge vor und war bestens beschäftigt ohne mich. Das war völlig okay so und für uns beide schön.
spätfolgen der emanzipation
Samarra am 14. Juni 2008 23:06 klar, ein Mann würde sowas niemals machen o.O
ambassador am 14. Juni 2008 23:10 Ich verbringe jedenfalls nicht meine freie Zeit mit meinen Kollegen, ich trenne das voneinander.
moon73 am 14. Juni 2008 23:16 Einer aus der Beziehung läuft immer in die andere Richtung...
ambassador am 14. Juni 2008 23:21 Genau das befürchte ich auch. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, wenn beide arbeiten?

Wenn Deine Freundin wirklich so karriereg..l ist, dann sehe ich nur eine Lösung: Fang bei der Bank einen Job an.
ambassador am 14. Juni 2008 23:06 Nee, ich habe selbst einen Job, und ich bin sehr viel unterwegs, da ist es sowieso schon schwierig, sich zu koordinieren.

Darf sie Karriere machen, oder willst Du ein Hausmütterchen??? Beides geht nicht!!!
ambassador am 15. Juni 2008 00:27 Meine Freunde (sofern sie verheiratet sind), haben alle eine Frau, die zu Hause ist, die Kinder betreut, perfekte Essen gibt, gut Golf spielt, sich ohne sie zu amüsieren weiß und das Geld stilvoll ausgibt. Wie findest du diese Alternative? Die Bezeichnung Hausmütterchen trifft es nicht so ganz. Ziemlich heiße Öfen, diese Frauen.
critter am 15. Juni 2008 01:36 Dein Beruf "zwingt" Dich, häufig außer Haus zu sein, auch tagelang hintereinander. Das ist für Dich selbstverständlich, und das soll Deine Freundin auch klaglos hinnehmen. In welcher Zeit lebst Du? Du argumentierst wie ein 80-Jähriger, zu dessen Zeit es noch üblich war, dass die Frau das Haus hütet und nur für den Mann lebt. Glaube nicht, dass den Frauen das gefällt bzw. gefallen hat.
bsensual am 15. Juni 2008 12:48 Es gibt nunmal Frauen, die ihre Erfüllung nicht darin sehen, den Tag mit Friseur, Kosmetikerin, Golf, Shoppen und Rumtingeln zu verbringen. Und deine ist eine davon.

Viele glauben das sie als angepasster Mitläufer am ehesten Karriere machen werden.Großer Irrtum! Mit der Masche wird deine Freundin ohnehin nicht weit kommen und du wirst genug Gelegenheit haben, sie in ihrem Bankfrust zu trösten. Brauchst nur etwas Geduld haben.
Erst Karriere, Erfolg...dann das Leben und der Mensch. Das ist egoistisch, aber in unserer heutigen Gesellschaft schon fast so üblich und von der Politik ganz bewusst so gewollt. Nix für ungut aber die Natur hat es eigentlich schon ganz anders vorgesehen und die Frau bekommt nunmal die Kinder sofern man überhaupt welche will. Auch hier..erst Karriere dann Kinder, das gleiche Prinzip wie das erstere. @Ambassador...lass deine Freundin mal machen, du wirst bald keine Lust mehr auf diese Beziehung haben und es wird scheitern sofern deine Freundin sich nur auf Karriere bezieht, sowas geht nie gut oder beide wollen auch nur so eine ich sage mal Jobbeziehung haben. Das ist alles sehr traurig aber wie gesagt...es wird so seit Jahren propagiert das am besten beide Arbeiten gehen müssen, kein wirklich gutes Familienleben erst aufkommen kann und die Kinder, wenn wie gesagt überhaupt noch schön abgeschoben werden in Kikas, Omas oder sonst wohin..weil..ja weil auch Frau meint Karriere machen zu müssen. Ich sage mir immer nur.......Beides funktioniert aber meist nicht. Ich habe ne Freundin die arbeitet und ich nicht, sie da auch alles dran setzt und investiert im Job mehr wie in die Beziehung und das seit Jahren. Und was soll ich sagen, auch das funktioniert nicht! Such dir am besten ne andere wenn du diese Erfahrung schmerzfrei überwunden hast.
Ich verstehe das ja. Aber wie weit muss man es denn zulassen, dass der Job in die Freizeit und ins Privatleben hineinwuchert und es auffrißt? Dann gibt es nur noch den Job, alles andere wird untergeordnet, und was nicht dazu paßt, wird abgeschafft. Stromlinienförmiges Verhalten. Am Ende werde ich auch abgeschafft?
Wenn du dich da so gegen sperrst, ja. Was meinst du eigentlich, wie viele Frauen schon seit Jahrzehnten dein Schicksal teilen? Von uns wird immer Verständnis gefordert. Nun seid ihr eben mal dran. Lass ihr doch Zeit, sich da einzuleben. Was hat denn Ehrgeiz mit stromlinienförmigem Verhalten zu tun? Mein Mann und ich essen auch nicht gemeinsam zu Mittag, und zu Betriebsfeiern und Feiern vom Chef, zu denen ich eingeladen werde, gehe ich selbstverständlich auch hin. Wenn mein Mann sich da querstellen würde, würde ich ihn auch verständnislos anschauen.
Höre ich da ein kleines bisschen Eifersucht....?
LG
Wieselchen
Das hörst du schon richtig. Aber hast du einen persönlichen Bereich, den du gegen Übergriffe deines Arbeitgebers (bzw. deiner Kollegen) verteidigen würdest, weil er dir allein gehört? Du hast doch nicht dich verkauft, sondern nur einen Teil deiner Zeit. Der Rest gehört nach wie vor dir. Man muss sich gegen diese Ansprüche rechtzeitig wehren. Das ist eine Grundsatzfrage.
Nein, das ist eine Frage, wie deine Freundin das sieht, und wieviel Zeit sie bereit ist, da zu investieren. Dich geht das prinzipiell gesehen erst einmal gar nichts an, denn es ist in allererster Linie die berufliche Zukunft deiner Freundin, die sie da in die Wege leitet. Und sie macht das alles - wenn ich das richtig verstanden habe - doch freiwillig. Von Übergriffen des Arbeitgebers kann hier also keine Rede sein.
LG
Wieselchen
"Sie macht das alles freiwillig".... ich werde wohl mal eine längere freiwillige Dienstreise machen, mich für einige Zeit verkrümeln und über die ganze Sache nachdenken.
Vielleicht hat sie dann ihr Netzwerk fertig gehäkelt, und es sieht alles schon besser aus. Mal sehen.
Ich danke euch allen für eure guten Ratschläge!
DH Wieselchen
Hey! Sehr gute Antwort Wieselchen. (Ich mag den Namen)
Ganz großes DH Wieselchen! Von uns Frauen wird erwartet, dass wir unseren Männern im Job uneingeschränkt den Rücken stärken und freihalten, die Hemden frisch gebügelt im Schrank hängen, die Wohnung auf Fordermann ist und wir klaglos stundenlang das Essen warmhalten. Wenn es dann einmal umgekehrt ist, meldet sich gleich der Egoist, der während der Karriere der eigenen Frau auf der Strecke geblieben ist.
Zum Glück gibt es auch noch verständnisvolle Partner, die sich gegenseitig unterstützen und den Job des anderen als etwas Wichtiges ansehen.