Frage von Drygin, 84

Jemand schuldet per Vertrag geld.Kann ich ohne selbst Geld zu haben zum Anwalt gehen?

Wenn mir jemand per Vertrag geld schuldet und es aber nicht zahlt.Ich aber selbst nicht geld habe um n Anwalt zu bezahlen um das einzuklagen.Kann ich dann einfacht mit den Vertrag zum Anwalt und der kümmert sich trotzdem drum, wenn er sieht, dass ich zu 100% im Recht bin und dass der Schuldige die Anwaltskosten bezahlen muss oder ist sowas nicht möglich?

Antwort
von JolleSchmidt, 56

Prinzipiell musst immer DU als Kläger in Vorkasse treten und könntest deine Auslagen anschließend zurückfordern. Nehmen wir an der Beschuldigte wird verklagt dir den Streitbetrag zu zahlen und hat aber nicht die finanziellen Mittel, so bleibst du nicht nur auf der Grundsumme sitzen, sondern ebenfalls auf deinen Auslagen. Eventuell kannst du Kostenübernahme beim Amt fordern, setzt wirklich eine Leben am Existenzminimum voraus, allerdings bin ich mir nicht mal sicher, ob diese bei privaten Streitereien helfen werden. 

Ich an deiner Stelle würde einen gerichtlichen Mahnbescheid selbst veranlassen (kostet rund 25€ und kann beim zuständigen Gericht beantragt werden). Ein offizielles Schreiben sorgt oft für Angst und ggf. zahlt dein Schuldner. Vergiss aber nicht, diesen vorab mittel Einschreiben mit Rückschein in Verzug zu setzen. 

Andere Option wäre ein Inkasso. Je nach Geschäftsmodell übernehmen diese alle kompletten Auslagen und wollen im Erfolgsfall einfach 50% der Einnahmen aus dem Fall. Ergo wenn der Kerl dir 500€ schuldet behält das Inkasso im Erfolgsfall 250€ - dafür hast du aber kein Risiko sollte es nicht klappen

Antwort
von Pondus, 28

Wenn der Betrag maximal 5.000 Euro beträgt würde ich ohne anwaltliche Hilfe einen Mahnbescheid beantragen. Geht online und es gibt dann auch entsprechenden Hilfen zum korrekten Ausfüllen. Der Mahnbescheid wird dann dem Gläubiger zugestellt. Sollte er nicht widersprechen, erhälst Du letztendlich einen Vollstreckungstitel.

Ein Anwalt wird immer mit Übernahme des Mandats eine Rechnung schreiben.

Antwort
von Deichgraf14, 32

Ein Anwalt verlangt natürlich Geld für seine Dienstleistung, was auch verständlich sein dürfte. Entweder es bezahlt ihn sein Mandant, eine Rechtsschutzversicherung oder der Staat. Der Staat zahlt aber nur dann, wenn jemand nachweislich mittellos ist.

In deinem Fall scheinen weder eine Rechtsschutzversicherung vorzuliegen und wohl auch keine Hartz-4-Situation. Insofern müsstest du zunächst selbst versuchen, den Schuldner zur Zahlung zu bewegen. Die Aufforderung zur Zahlung sollte möglichst schriftlich erfolgen und einen (letzten) Zahlungstermin enthalten - sowie die Ankündigung weiterer Schritte für den Falll, dass die Zahlung bis zum gesetzten Termin nicht erfolgt sein sollte. Der entsprechende Brief sollte unbedingt als Einschreiben verschickt werden, am besten als Einschreiben gegen Rückschein. Dann ist zumindest nachweisbar, dass der Schuldner das Schreiben auch erhalten hat.

Soweit der Schuldner diese Frist dann verstreichen lässt, gibt es die Möglichkeit einen gerichtlichen Mahnbescheid zu beantragen. Dies kann jeder erwachsene Bürger heute ganz einfach online per Internet beim jeweils zuständigen Mahngericht veranlassen - auch ohne Anwalt. Die Kosten hierfür belaufen sich nach meiner Kenntnis bei knapp 40 Euro und werden dem Schuldner dann zum Hauptschuldbetrag addiert. Allerdings müsstest du diese Kosten in jedem Fall erst mal selbst aufbringen.

Sollte der Schuldner dann immer noch nicht reagieren, kannst du nach Ablauf von zwei Wochen einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Dies kostet dann nichts, allerdings muss ein Formular ausgefüllt und an das Mahngericht geschickt werden. Wenn dann innerhalb weiterer zwei Wochen nichts passiert, hast du mit dem Vollstreckungsbescheid einen so genannten vollstreckbaren Titel. Dieses Dokument ist dann wie ein Gerichtsurteil zu bewerten. Damit kannst du dann den zuständigen Gerichtsvollzieher mit der Eintreibung des geschuldeten Betrages beauftragen. Wie gesagt: Das alles kann man selbst machen und ohne Anwalt. Bei größeren Beträgen und komplizierten Sachverhalten sollte man aber in jedem Fall einen Rechtsanwalt beauftragen, auch wenn es zunächst erst mal Geld kostet.  

Antwort
von dafee01, 42

Auch wenn du meinst,100 % im Recht zu sein, weißt du immer noch nicht, wie der Richter entscheidet.  Falls du einen Anwalt nimmst, wirst du Vorkasse leisten müssen. Solltest du den Prozeß gewinnen, wird dir das Geld ersetzt werden. Wenn du kein Einkommen hast und von Sozialhilfe, Hartz4 etc. abhängig bist, kannst du Prozesskostenhilfe beantragen. Dies solltest du mit deinem Anwalt abklären.

Kommentar von mepeisen ,

Ergänzung: Man kann davor noch beim Gericht Beratungshilfe in Anspruch nehmen. Man bekommt dann einen Schein (kostet IMHO 10 oder 15 Euro) und kriegt dann eine kostenlose Beratung bei einem Anwalt gegen diesen Schein. Das ist quasi das vorgerichtliche Pendant zur Prozesskostenhilfe für entsprechend Bedürftige bzw. Geringverdienende.

Antwort
von Repwf, 38

Das dürfte schwer werden einen zu finden der erstmal Zeit investiert sich das anzuschauen! 

Antwort
von registriertweil, 36

Per Vertrag. Privat gegen privat?

Was für ein Vertrag wer hat den beglaubigt? 

Was ist der Gegenstand des Vertrages?

Kommentar von Drygin ,

privat gegen privat. Niemand war dabei,Sind halt unsere Unterschriften drauf.

Eine Geldsumme im vierstelligen Bereich

Kommentar von registriertweil ,

Wird in diesem ''Vertrag'' einer anderen Partei eine Zahlung zugesichert? 

Kommentar von Drygin ,

ja also da steht halt drin, dass die Person die Schulden begleichen wird.

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