Frage von zimtsternpony, 51

Jemand möchte mich wegen eines Unfalls anzeigen, den ich laut ihm nicht verschuldet habe, ist das möglich?

Als ich einen gradeaus fahrenden Radfahrer (ein betagter Herr auf einem Ebike) überholt habe und dann vor ihm rechts in unsere Einfahrt abgebogen bin, hat sich der Mann erschrocken und ist gestürzt. Ich hab ihn definitiv nicht angefahren und auch nicht geschnitten. Er hat wahrscheinlich nicht gesehen, dass ich blinke, sondern dachte, ich überhole nur.

Die Polizei nahm den Unfall auf, dabei gaben der Geschädigte sowie seine auch anwesende Ehefrau an, dass der Unfall selbst verschuldet gewesen sei, mich träfe keine Schuld. Er hätte sich erschrocken und dabei den Lenker verrissen war die Aussage.

Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass der Mann einen Oberschenkelhalsbruch erlitten hat und er möchte nun doch Anzeige gegen mich erstatten.

Kann das überhaupt gehen, da ja sowohl er als auch seine Frau bei der Polizei etwas ganz anderes gesagt haben und zwar unabhängig voneinander? Und was kann mir im schlimmsten Fall blühen? Ich bin beruflich auf mein Auto angewiesen, ohne Führerschein kann ich meinen Job an den Nagel hängen.

Antwort
von TerhorstAgentur, 45

Klar ist das möglich. Anzeige erstatten zu können ist ein Rechtsanspruch. Die alten Leute werden sich überlegt haben, dass der alte Herr zum Pflegefall werden könnte. Da kann man doch zumindest versuchen die Kosten auf Dich abzuwalzen. Richter entscheiden immer gern für den schwächeren, allerdings brauchen die Herrschaften einen guten Anwalt um zu belegen, warum sie dich nicht schon am unfallort der Schuld bezichtigt haben. Melde es Deiner Haftpflicht Versicherung und wenn Du Verkehrs- Rechtsschutz versichert hast, solltest Du vielleicht auch schon mal mit Deinem Anwalt sprechen. Wegen der Folgen würde ich mir keine allzu großen sorgen machen. Wenn Du dich einigermaßen verkehrsgerecht verhalten hast, keine Drogen oder Alkohol getrunken hattest, dürfte schlimmsten falls eine überschaubare Geldstrafe und die rückstufung der Kfz Haftpflicht Versicherung auf dich zukommen. Aber so weit ist es noch lange nicht.

Antwort
von ViribusUnitis, 51

Ja, klar kann er Anzeige erstatten, du bis der Unfallverursacher: wenn du ihm den Weg abgeschnitten hast. Du hättest erst den Radfahrer vorbeilassen sollen.

Kommentar von zimtsternpony ,

Das Ding ist, dass ich ihn eben nicht geschnitten habe. Ich habe geblinkt und bin ca. 10m vor ihm abgebogen.

Kommentar von ViribusUnitis ,

10m.! dann hättest du sicher nichts vom Umfallen des Radlers gemerkt und wärst schon über alle Berge... Wenn das RadlerPaar sich den Unfallhergang nun nochmal in Ruhe - und nach dem ersten Schock überlegt, ist das vollkommen verständlich .

überholt habe und dann vor ihm rechts in unsere Einfahrt abgebogen bin,

Du bist doch vor dem Radler abgebogen, das nennt sich doch "geschnitten"?

Kommentar von zimtsternpony ,

Ich bin in unsere Einfahrt auf unseren Parkplatz eingebogen, habe dort angehalten. Deshalb habe ich den Sturz natürlich mitbekommen.

Und Schneiden bedeutet, dass ich so knapp vor jemandem einschere, dass der nicht mehr ausweichen kann etc.


Kommentar von pn551 ,

Also, schneiden heißt im Abstand von 1 oder 2 Metern.

Kommentar von ViribusUnitis ,

Es kommt auch auf die Geschwindigkeiten an der Beteiligten an. Wenn wenn du meinst, bei Stand 10m überholt zu haben, vergeht sicher eine gewisse Zeit u. dabei verringert sich der Abstand ja (Blinken, Ausscheren, neben dem E-Bikes herfahren, u. die Zeit die der Überholte braucht, die Absicht deines Einscherens erkennen zu können,...) http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/\_\_315c.html

Aber nun warte erst mal ab. Ob sie wirklich Anzeige erstatten, wie dann der Richter entscheidet, ....


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