Frage von HomoAspergius, 203

Jeder Tag ohne Arbeit ist ein guter Tag?

Hallo. Ich bin Kevin. Ich bin 21 Jahre alt und es freut mich nicht zu arbeiten. Ich fand als Kind und jugendlicher die schule schon sinnlos. Wurde damals schikaniert von den Lehrern und Mitschülern.

Und nebenbei: ich habe das asperger syndrom, eine Form des autismus.

Auf jeden Fall hasse ich die Gesellschaft und das System, denn wir Menschen werden dauernd von den Medien, der Wirtschaft und der Politik manipuliert. Alles richtet sich danach, den Menschen des freien willens zu berauben und ihn in ein krankes System in dem es nur um macht und um Geld geht hineinzupressen.

Ich will deswegen auch nicht arbeiten. Und ich finde schule sollte abgeschafft werden. Beziehe sozialhilfe von Vater Staat. Und wisst ihr was: mir solls recht sein. Ist sowieso nicht viel Geld das ich bekomme.

Doch ich will mich auf keinen Fall unseren regeln und Normen beugen die der Menschheit seit langem vorgegaukelt werden. Ich bin kein gesellschaftsmensch und möchte noch weiter aus der Gesellschaft aussteigen. Mein Motto jeden tag nach dem aufstehen: jeder Tag ohne Arbeit ist ein guter Tag! Und das wird auch immer so bleiben.

Mir reicht es schon wenn ich meine Wohnung verlassen muss um einzukaufen. Dieser ganze Lärm, dieser gestank, diese vielen reize die jedes mal auf mich einprasseln wenn ich rausgehe. Ich halte das nicht aus. Die meiste Zeit bin ich ohnehin allein Zuhause. Und das ist wieder typisch für meinen autismus.

Alleine ist es am schönsten! Ganz ohne Menschen, ohne Stress und Arbeitsdruck, ohne arbeitskollegen die einen nerven könnten. Möglichst wenig aussenreize. Ich liebe dieses Leben. Und der deutsche Staat kann mich mal!

Doch vlt gibt es hier noch andere die zumindest ähnlich denken wie ich. Was haltet ihr davon? Ist es so schlimm, Gesellschaft, Arbeit und dem Staat den Rücken zu kehren? Ich jedenfalls möchte nichts daran ändern. Was sagt ihr dazu? Sind ein paar Leute hier meiner Meinung? Und ist das vlt auch typisch für asperger autisten wie mich?

MfG Kevin

Antwort
von Dxmklvw, 73

Arbeiten ist ein notwendiges Mittel, um innerhalb der eigenen Lebensumstände das zu bekommen, was man unbedingt braucht. Und es ist naturkonform, möglichst viel Nutzen mit so wenig Arbeit wie möglich zu erzielen.

Der durch Arbeit erzielte Nutzen betrifft aber nicht nur materielle Dinge, sondern mit eingeschlossen ist z. B. auch Wissensgewinn, der Erwerb besserer sozialer Kompetenz, Harmonisierung im Zusammenwirken mit anderen und bessere Integration in notwendige Gruppen.

Unter dem Strich kommt es darauf an, sich mit dem wohl zu fühlen, was man hat und in welchem Umfeld man wie lebt. Stimmt in diesem Gefüge etwas ganz und gar nicht, dann kann das eine oder andere eigentlich Notwendige sehr schnell zum Horror werden, meistens auch zum eigenen Schaden.

Andererseits hat jeder Mensch Lebensabschnitte, die der Umorientierung dienen und in denen dann ein sehr breites Feld von Umständen auch tatsächlich anders gestaltet wird. Solche Phasen sind normal, und da muß man einfach selbst durch. Ein Rat von außerhalb bringt nahezu nichts, weil die Einsicht, gewisse Ratschläge zu befolgen, noch gar nicht da ist (diese Einsicht entsteht erst am Ende der Umorientierung, und da braucht man den Rat anderer nicht mehr).

Während solcher Umorientierungsphasen werden jedoch ständig Entscheidungen getroffen, die knallhart dafür prägend sind, ob man zukünfig verstärkt sozial orientiert durchs Leben geht oder verstärkt antisozial, d. h., man entscheidet sich Punkt für Punkt, ob man seinen eigenen Beitrag zum übergeordneten gedeihlichen Miteinander erbringt oder ob man lieber mehr oder weniger rücksichtslos auf Kosten anderer leben will.

Letzteres ist sehr ungedeihlich und auch paradox, wenn man mit einer gegenwärtigen Sitiuation sehr unzufrieden ist und nicht erkennt, daß die Ursache solcher Unzufriedenheit gerade darin zu finden ist, daß sich auch zu viele andere für den Weg des mehr oder weniger Antisozialen entschieden haben.

Kommentar von voayager ,

was heißt hier den Weg des Antisozialen gewählt zu haben. Armut ist nie begehrenswert für fast niemanden. Es ist vielmehr so, dass die Menschen, die vermeintlich antisozial sind, es nicht gepackt haben, normal sich ausbilden zu lassen und danach arbeiten zu gehen. Wer arbeitet ist gewiß nicht antisozial, sozial allerdings meist auch nicht. Ws soll auch schon daran sozial sein, wenn man seine Arbeitskraft an eine Firma verkauft!

Kommentar von Dxmklvw ,

Armut war hier nicht der hinterfragte Punkt, weil das ein komplett anderes Thema ist. Das muß auseinander gehalten werden.

In der Antwort geht es alleine um das Verhalten und um denkbare Motive und Hintergründe. Auch aus dem Kontext der Antwort heraus sollte erkennbar sein, daß "erzwungenermaßen nicht arbeiten" nicht angesprochen ist und auch nicht dorthin gehört.

Antwort
von voayager, 56

Im Nichts tun ruht kein Segen, weil dann der Mensch überflüssig ist, sich überflüssig vorkommt, in der Maloche auch nicht, was dazwischen liegt ist anzustreben. Eine sinnvolle Arbeit erfüllt und was ganz wichtig ist, sie bringt Geld ins Portmonnaie. Dies nicht in dem Maß wie man es sich meist wünscht, es sei denn man ist in gehobener Postion und muß dennoch nicht rackern, wie ein Teil der Beamten, dennoch isses allermeist mehr als das Geld, das die bloße Staatsstütze bietet.

Was du betreibst, ist das Pfeifen im Walde, d.h. du sprichst dir Mut zu, um so dein Elend zu versüßen. Wenig Geld in der Tasche zu haben, ist nämlich ausgesprochen bedrückend. Es gibt keine fröhliche Armut. Genau die im Niedriglohnsektor ist es verheerend.

Dass dieser Staat recht mies ist, ist eine Binsenweisheit, auch die Tätigkeiten im Niedriglohnsektor sind miserabel, ergo muß eine gescheite Ausbildung angepackt werden, damit es später nicht hundsmiserabel zugeht.


Antwort
von Ostsee1982, 76

Ich bin kein gesellschaftsmensch und möchte noch weiter aus der Gesellschaft aussteigen. 

Du bist kein Gesellschaftsmensch aber wendest dich an ein Forum um dich mitzuteilen und ein Feedback zu bekommen.

Und das ist wieder typisch für meinen autismus.

Daran erkenne ich, dass man es sich darin auch sehr bequem machen kann, in der Komfortzone "Autismus".

Was haltet ihr davon?

Gar nichts

Ist es so schlimm, Gesellschaft, Arbeit und dem Staat den Rücken zu kehren?

Nein, keineswegs, wenn du auch den Annehmlichkeiten den Rücken kehrst, dem Sozialgeld das dir bezahlt wird, die Einrichtungen und Therapien die dir angeboten werden, dann ist das kein Problem.

Und ist das vlt auch typisch für asperger autisten wie mich?

Es ist weder für mich typisch und ich kenne auch keine anderen Autisten die so denken. Das halte ich nicht typisch für Asperger sondern typisch asozial.

Antwort
von landregen, 101

So krank kann das System gar nicht sein, wenn es schafft, dich durchzufüttern und dir ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, sowie Strom, sauberes Wasser in die Wohnung schickt sowie dafür sorgt, dass dir im Winter nicht der Popo abfriert.

Du hast das Glück, dir diesen Luxus leisten zu können, das Leben zu genießen, ohne einen Finger krumm zu machen, weil andere arbeiten und für dich in die Sozialkasse einzahlen, um dich mit zu finanzieren.

"Der Staat kann mich mal" ist ein bisschen großkotzing dahergepöbelt.

Es ist durchaus nicht selbstverständlich, das man für nichts so gepäppelt wird wie du und viele andere.

Es sei dir gegönnt. Diese Möglichkeit bieten dir der Staat und deine Mitmenschen, die jeden Tag schwer arbeiten.

Es wäre vielleicht fair, wenn du dich nicht nur deines gut von anderen finanzierten Lebens freuen würdest, sondern auch darüber, dass der Staat und deine Mitmenschen dir dies ermöglichen  - statt so primitiv herumzupöbeln.

Kommentar von Masuya ,

Soll er sich trauen, sowas zu den Leuten zu sagen, die dafür gesorgt haben, dass wir überhaupt so einen Staat haben. 

Kommentar von voayager ,

du redest kompletten Unsinn, denn was du päppeln nennst, ist ein armseliges Almosen an Geld, das nicht zum Leben und nicht zum Sterben reicht.

Antwort
von halbsowichtig, 37

Menschen haben dich deine ganze Kindheit lang schikaniert. Vermutlich willst du deswegen nicht fair zu ihnen sein - sie sind ja auch nicht fair zu dir.

Insofern ist es verständlich, dass du andere für dich arbeiten lassen (d.h. von Sozialhilfe leben) willst. Das ist gewissermaßen deine Vergeltung dafür, dass diese anderen dir eine schreckliche Außenwelt voller Lärm, Gestank und Schikane aufzwingen.

Aber gibt es einen Ausweg?

Komplett aus der Gesellschaft auszusteigen ist kaum noch möglich, denn jedes Stück Land gehört irgendwem. Selbst wenn man dir einen Wald zum Leben schenken würde, müsstest du dafür Grundbesitzsteuer zahlen, also irgendwoher Geld beschaffen. Sogar die einsamsten Südseeinseln gehören inzwischen irgendeinem Staat.

Aber man kann sich weitgehend zurückziehen. Du könntest aufs Land ziehen, vielleicht eine einsame Alm auf einem Berg finden. Oder im Sommerhalbjahr mit Rucksack und Schlafsack durch die Gegend ziehen. Dann siehst du kaum Menschen.

Dich zu Hause einzuschließen, weil du in einer dreckigen, lauten Stadt wohnst, macht auf Dauer jedenfalls krank.

Antwort
von kordely, 52

Es wird einmal die heftige Jugendalter beenden.

Einmal wird der Zug ohne uns fahren.

Einmal wird das Camping beenden, einmal wird der Sommer beenden,

Es wird einmal die heftige Jugendalter beenden.

Kein Angst vor dem Neues, es kann gutes mitholen,

Vielleicht liegt die letzte Hoffnung darin.

Unseres Sein ist auf Sumpf gebaut, er zieht nach Dunkel,

Aber wenn wir wollen, das Licht kann noch uns beleuchten!

Antwort
von PeterSchu, 85

Der Staat kann dich mal? Na dann solltest du eigentlich auch auf sein Geld verzichten.

Antwort
von Viowow, 61

nein, es ist nicht schlimm. aber dann solltest du auch so konsequent sein, und kein geld vom staat annehmen, sondern von dem leben, was du hast. nämlich nichts. mal sehen, wie lange das gut geht....
und nein, das ist nicht typisch für aspis....

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