Frage von daria78, 38

Jede sog. 'Minderheit' wird in die gleiche Schublade gestopft - Warum?

Toleranz zu Ausländern, zu Menschen mit anderer Hautfarbe, zu Homosexuellen, zu Bisexuellen, zu Transsexuellen, zu Menschen mit Behinderung etc. etc.. Leider merke ich für meinen Teil, dass die Mehrheit der Leute, die sich als tolerant bekennen alles irgendwie in einen einzigen Topf schmeißt, was als "Minderheit" dargestellt wird. Dann kommen solche Meldungen wie "ey, du bist voll rassistisch", wenn jemand Menschen aus dem Nachbarland kritisiert oder "ich toleriere Homosexuelle genauso wie Schwarze" (die Vergleiche sind das beste!) oder man entwirft Symbole, für die sich plötzlich 5 verschiedene Minderheiten auf einmal angesprochen fühlen sollen. Ich persönlich finde das nur noch lächerlich, ehrlich gesagt.

Antwort
von Realisti, 19

Das ist auch so ein Problem. Man muss sich immer korrekt ausdrücken. Die politisch korrekten Begrifflichkeiten wandeln sich mit der Zeit. Manchmal so schnell, das man nicht hinterherkommt, auch wenn man es richtig machen möchte.

In meiner Kindheit gab es noch das Buch "Die 10 kleinen Negerlein" oder "Negerküsse". Wäre heute so nicht mehr möglich. Obwohl sich damals niemand was Böses dabei gedacht hat. Heute grinse ich allerdings, beim Lesen.

Wenn man sich also über bestimmte Themen unterhalten möchte muss man auch immer "up to date" und es gibt auch regionale Unterschiede was die Begrifflichkeiten angeht. Gar nicht so einfach.

Ferner lernt man täglich auch dazu. Die einen schneller, die anderen langsamer. Da hilft einem das Schubladenkenken die Übersicht zu behalten. Oft hat man ja auch nur Sekunden für Entscheidungen oder Antworten. Da bin ich dann aber auch tolerant und mache gern mein Gegenüber auf Mißverständnisse aufmerksam. Meistens mit Ironie.

Ist ja oft auch einfach eine Sache der Bildung oder Intelligenz, wie man damit umgeht. Manche haben eben einfach nicht drauf. ;)


Kommentar von daria78 ,

Ich hab auch nie das Gefühl gehabt, dass sich Kinder gegenseitig als N beschimpft haben, bevor ihnen von den Erwachsenen dieser Ausdruck ausführlich "beigebracht" wird und gesagt wird, dass es eine schlimme Beschimpfung sei. Und natürlich noch hundertmal untermauern, dass ALLE Afrikaner arm seien.

Kommentar von Realisti ,

Paßt zwar nicht ganz zum Thema aber:

Ich liebe es, wenn Brüder sich gegenseitig als Prostituiertensöhne beschimpfen. :)) (O-Ton vom Schulhof.) In ihrer Wut nehmen die einfach alles, worüber sich einer aufregen kann. Der Inhalt ist denen völlig egal, Hauptsache es knallt und ist ein Tabu-Bruch.

Antwort
von ErnstPylobar, 18

Da geht einiges durcheinander.

Das Problem der "Minderheit" ist ein Problem des Rechtsstaats. Wenn in der Demokratie die Mehrheit herrscht, könnten die Rechte der Minderheit ausgehebelt werden. Davor schützen Grundrechte. Diese Frage hat nicht unbedingt etwas mit Diskriminierung zu tun. Wenn die Mehrheit entscheidet, dass ich enteignet werde, weil ich reich bin und drei Häuser habe, dann konnte sich die Minderheit der Reichen nicht durchsetzen. In diesem Fall schützt mich das Grundrecht auf Eigentum vor der Mehrheitsentscheidung. Diskriminiert wegen Rasse, sexueller Orientierung usw. werde ich dadurch erkennbar nicht.

Man darf daher "Minderheit" und "Diskriminierung" nicht in einen Topf werfen.

Ob Frauen, Homosexuelle, Schwarze usw. in der Minderheit sind, ist für die Frage, dass deren Diskriminierung verboten ist, völlig gleichgültig. Frauen sind nicht in der Minderheit, dennoch werden sie wegen ihres Geschlechts immer noch diskriminiert. Die Schwarzen in Südafrika stellen dort gegenüber den Weißen die erdrückende Mehrheit. Dennoch wurden sie bis 1994 während der Apartheid rassistisch aufs Übelste diskriminiert.

Kommentar von koten ,

Dazu kommen ja auch noch Minderheiten, die wir gar nicht als solche wahrnehmen: Rothaarige, Bartträger, E-Auto-Fahrer, Techno-Fans.

Komischerweise kommt niemand auf die Idee, diese Minderheiten auch zu diskriminieren. Warum werden Minderheiten zum Teil vernünftig behandelt?

Kommentar von daria78 ,

Jeder Mensch, der nicht irgendwie einer Minderheit angehört (sei es jetzt aufgrund eines Hobbies, Musikgeschmack etc.) kann einem eigentlich eh nur leid tun.

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