Frage von Biene1233, 124

Jammern auf hohem Niveau, Arbeitszeit von Lehrern?

Ich möchte auch Lehramt studieren für die Fächer Mathe und Chemie. Klar ist das erstmal viel Aufwand alles vorzubereiten, aber irgendwann ist das doch bestimmt auch weniger, wenn man was zum 2. Mal macht... Das man die Ferien soviel zu tun hat glaube ich nicht, mein Mathelehrer macht die Korrektur einer Klausur an einem Tag..Da hat man vlt. Mal einen Tag viel zu tun aber fertig... Außerdem kann man ja beim Vorbereiten Fernsehen schauen, in den Garten gehen etc.... Bei gleichem Gehalt in der freien Wirtschaft hat man meiner Meinung nach viel mehr zu tun und muss ggf. auf Urlaub verzichten. Wie seht ihr das?

Expertenantwort
von Willibergi, Community-Experte für Mathe & Mathematik, 75

Bei deinen Vorstellungen kann ich nur den Kopf schütteln.

Das man die Ferien soviel zu tun hat glaube ich nicht, mein Mathelehrer macht die Korrektur einer Klausur an einem Tag.

Das ist definitiv nicht der Regelfall.

Außerdem kann man ja beim Vorbereiten Fernsehen schauen, in den Garten gehen etc....

Du hast eine ganz falsche Vorstellung vom Lehrerjob. Den Unterricht während des Fernsehens vorzubereiten, funktioniert nicht,

Da hat man vlt. Mal einen Tag viel zu tun aber fertig...

Nein.

Wie seht ihr das?

Ganz anders als du. Du denkst, Arbeiten zu korrigieren geht fix, und dann hast du frei. Während der Unterrichtsvorbereitung gießt du deine Blumen und siehst Fernsehen.

Ganz ehrlich: Das wird nicht funktionieren!

Ich hoffe, ich konnte dir helfen; wenn du noch Fragen hast, kommentiere einfach.

LG Willibergi



Antwort
von Schnuppi3000, 65

Ich glaube du unterschätzt das etwas.

Nach einigen Jahren im Beruf wird die Arbeit zwar etwas weniger aber auch dann ist noch genug zu tun.

Z.B. vergisst du, dass du im ersten Unterrichtsjahr nicht dein komplettes Unterrichtsmaterial vorbereiten wirst sondern lediglich das den Klassenstufen die du auch unterrichtest. Im nächsten Jahr hast du andere Klassenstufen und musst wieder von vorne beginnen.

Stichwort Klausuren: auch wenn einzelne davon vielleicht in einem Tag korrigiert werden können sind das sicher nicht alles und das Erstellen dauert auch seine Zeit. Rechnen wir mal optimistisch mit einem Tag für die Korrektur und 1/2 Tag für die Vorbereitung. Wenn ein Lehrer 15 Klassen in der Woche hat und jede Klasse pro Schuljahr 4 Klausuren schreibt sind das 90 Tage pro Schuljahr!

Und Unterrichtsvorbereitung vor dem Fernseher? Wie soll das denn funktionieren?

Expertenantwort
von botanicus, Community-Experte für Chemie, 27

Es gibt klare Vorteile des Lehrerberufs; z.B. kann ich meine Vorbereitungszeit frei einteilen (Vorarbeiten während der Ferien, nachts, nachmittags ...), aber in vielem lebst Du hinter dem Mond. 

Kein Mensch kann eine Unterrichtsstunde vor dem Fernseher vorbereiten (ich bin durchaus routiniert, denn ich bereite seit 20 Jahren Stunden vor). Und man muss immer neu Dinge vorbereiten, denn es dauert ein paar Jahre, bis Lehrplaneinheiten so gut sind, dass man sie mehrmals komplett übernehmen und wiederverwenden kann. Und dann kommt der neue Lehrplan. In Bayern so alle 10, 15 Jahre.

Ja, man wird in vielem routinierter – aber dafür kommen endlos viele Extratätigkeiten dazu (Organisation von Skilager, Schulfahrten, Auslandsautausch, Jahresbericht, Schulzirkus, Verwaltung, Stundenplan, Vertretungsplan, Gremien ... jeder hat da über kurz oder lang ein oder mehrere Dinge an der Backe). 

Wenn eine Arbeit korrigiert ist, bist Du nicht fertig. Noten, Punkte etc. werden dokumentiert (EDV oder Listen), verrechnet, respiziert, dann die Arbeiten wieder eingesammelt, geprüft, abgelegt ... Auch vorbereitet werden muss eine Prüfung, das sollte man nihct unterschätzen.

Es gibt Fächerkombinationen, die weniger Arbeit verursachen (Geo/Sport), bei anderen arbeitet man sich tot (Deutsch/Fremdsprachen). Ich liege mit Bio/Chemie wahrscheinlich im Mittelfeld. Aber es gibt seriöse Untersuchungen, nach denen der Durchschnittslehrer am Gymnasium etwa soviel arbeitet wie ein Angestellter mit 42-Stunden-Woche und 30 Tagen Jahresurlaub. 

Es gibt Leute, die sich für ihren Beruf weit mehr den A... aufreißen (lassen), okay. Und die verdienen dann weit mehr. Oder auch weit weniger (Pflegeberufe). Aber es steht ja jedem frei, zu werden, was er will. Allzuleicht verdientes Geld ist es im Lehrberuf jedenfalls nicht.

Expertenantwort
von TomRichter, Community-Experte für Chemie, 32

> Ich möchte auch Lehramt studieren

Falls das Dein Ernst ist - lass' es bleiben. Es gibt schon genug schlechte Lehrer, da braucht es nicht auch noch jemanden, der bei der Unterrichtsvorbereitung TV schaut.

> irgendwann ist das doch bestimmt auch weniger, wenn man was zum 2. Mal macht...

Nicht beim 2., aber beim 5. Mal. Dann wird entweder der Lehrplan über den Haufen geworfen, und Du fängst wieder von vorne an.

Oder an Eurer Schule gibt es zu viele Physiklehrer, und deshalb darfst Du jetzt Geschichte fachfremd unterrichten und außerdem noch die Klasse "Deutsch für Ausländer" übernehmen.

Und als Lehrer im staatlichen Schuldienst kannst Du Dir nicht einfach einen anderen Arbeitgeber suchen, wenn Dir das nicht passt.

Kommentar von Biene1233 ,

deshalb frage ich ja...ich habe noch nie Unterricht vorbereitet, deshalb weiß ich ja auch nicht wie es ist...aber habe mich jetzt fast endgültig für Plan B entschieden...Mit alleiniger Freude am Fach wird man wahrscheinlich vor lauter desinteressierter Schüler nicht glücklich

Kommentar von TomRichter ,

Unterricht vorzubereiten ist harte Arbeit - kann ich Dir versichern, obwohl ich nur gelegentlich Schulungen mache für Leute, die etwas lernen wollen, ich mir also nicht auch noch überlegen muss, wie ich die motiviere.

Alleinige Freude am Fach reicht nicht, Freude am Unterrichten sollte auch dabei sein. Ob die Schüler desinteressiert sind, hängt wohl auch von der Schulart ab, und von der Wohngegend - aber darauf, an welcher Schule Du angenommen wirst, hast Du nur wenig Einfluss.

Antwort
von rumbastler, 41

Leider gibt es viel zu  wenige junge Leute, die aus Leidenschaft Lehrer werden möchten.

Solchen ist es mehr oder weniger ziemlich egal, wie schwierig der Beruf sein wird, der für sie so attraktiv ist. Was ich jetzt sage, ist zwar sehr idealistisch, ich sage es aber trotzdem:

Und eine solche Haltung sollte eigentlich für jeden Beruf gelten.

Ich habe mir sagen lassen, dass der Beruf eines Fluglotsen zu den stressigsten gehört, die es gibt. Und angeblich soll die Aussage auf empirischen Erkenntnissen beruhen, dass der Stressquotient bei Lehrern annähernd gleich hoch ist wie bei denen.

Nach Meinung einiger Bekannter und Gesprächen mit ihnen ist diese Belastung vor allem darauf zurückzuführen: fünfzehn bis dreißig Persönlichkeitsprofile minimieren die Chance, die eigene "Persona" ungeschrammt durch den Arbeitstag zu bringen.

Expertenantwort
von fjf100, Community-Experte für Mathe, 34

MERKE : Der Beamtenrock sitzt eng,hält aber warm !!

Wenn du einmal ein beamteter Lehrer bist,dann bist du unkündbar.

Lehrer sind wie Tonbänder,die immer und immer wieder abgespielt werden.

Die haben zu Hause ihre Unterlagen mit durchgerechneten Beispielaufgaben. 

Frage : "Was ist das schon,wenn man ein Fachgebiet zum 20 igsten mal vorgetragen hat ,dann kennt man es auswendig.

In der freien Wirtschaft,kann man zwar mehr Geld verdienen,aber da ist aber auch das Risiko hoch.

Beispiel :Man sagte einen 50 jährigen Arbeiter (wurde gekündigt) ,"kauf dir Krücken".

Beispiel : Beamtentum :

Ein Beamter,den ich kannte,war bei der "LVA" (Rentenversicherung) und war Alkoholiker. Arbeiten konnte er überhaupt nicht mehr und konnte auch nicht gekündigt werden.  

Der Steuerzahler,also wir alle haben dann über 20 Jahre lang seine Trinkerei bezahlt.

FAZIT : Wenn du Beamtin bist und trinkst,oder sonst aus welchen Grund auch immer nicht mehr arbeitest,dann zahlt der Staat (Steuerzahler) bis zu deinen Tode den Unterhalt für dich.

Als Sozialfall wärst du auf jeden Fall schlimmer dran.

Außerdem , überarbeiten tun sich Lehrer auf jeden Fall nicht.

Kommentar von Bevarian ,

überarbeiten tun sich Lehrer auf jeden Fall nicht.

Ich kenne einige engagiete Lehrer, die ihre Berufung ernst nehmen - und die schaffen gewiss mehr als die meisten Sesselpuper in der feien Wirtschaft!

Kommentar von fjf100 ,

Nach Schätzung gibt es im "Beamten - und Verwaltungsapparat" so um die 3 Millionen "Beschäftigte",die eigentlich gar nicht gebraucht werden.

Kosten für den Steuerzahler so um die 50 Milliarden jährlich.

Beispiel Griechenland .

da sollen bis zu 70% der Beschäftigten im Beamten - und Verwaltungsapparat sein.

Ergebnis . Der Staat ist pleite.

Info . Bis zu 80% von dem,was die Schüler lernen,wird später nicht mehr gebraucht.

Deutschland hat die ältesten Studenten !!

Da kann sich jeder selber mal ausrechnen,was das für ein wirtschaftlicher Schaden für Deutschland bedeutet.

Jeder weiss,wenn man nur genug Beamte,Verwaltungsleute und Leute im öffentlichen Dienst hat,dass dies das Ende jeden Systems ist.

Kommentar von Bevarian ,

Ebenso aussagekräftig:

In Papua-Neuguinea und im tiefsten Amazonas gibt es Gemeinschaften absolut ohne Beamte: überhaupt kein Bildungswesen, keinerlei Steuersystem, ebenso pleite...   ;)))

Kommentar von fjf100 ,

Das sind "Naturvölker",die von der Natur leben und brauchen deshalb kein Beamtensystem.

Beispiel DDR : Es gab keine Arbeitslosen. Am Ende stand die totale Pleite und damit der Zusammenbruch.

Lassen wir mal den "spitzen Bleistift " tanzen.

Wenn Deutschland (Wir Steuerzahler) für 200 Milliarden für Griechenland bürgt, dann sind das bei 37 Millionen Haushalten in Deutschland so um die 6000 Euro pro Haushalt.

Wenn wir nun noch 2,5 Millionen zusätzlich hier in Deutschland im öffentlichen Dienst beschäftigen würden,dann weiss jeder , dass das der finanzielle Ruin ist.

MERKE : Man kann nicht künstlich millionen von Arbeitsplätzen schaffen,die eigentlich gar nicht da sind und so tun als ob Vollbeschäftigung da wäre. Das hat im großen Stil noch nie funktioniert.

beispiel Elektroauto : Es müssen nun Fahrradfahrer Steuern bezahlen - Steuern auf Lebensmittel und was man sonst noch braucht -damit diese Dinger weniger kosten.

Dafür kosten dann die Lebensmittel mehr,weil das Geld ja irgendwo her kommen muss.Das muss dann wiederum durch die Sozialhilfe ausgeglichen werden,also höhere Sozialkosten.

Elektroauto kostet so 30000 Euro 20000 Euro zahlt der Käufer und den Rest,Leute ,die mit Autos nichts zu tun haben.

Es ist doch klar,dass dies völliger Schwachsinn ist.

Antwort
von Sanja2, 73

Die ersten Jahre als Lehrer sind hart. In der Ausbildung muss man oft Minutengenaue Lehrstundenpläne abgeben und jede Stunde und jedes Arbeitsblatt muss ja noch vorbereitet werden. Dazu kommen die Herausforderungen die die Kinder ja eh bieten und vielleicht auch noch schwierige Eltern oder Kollegen. Aber um so länger man den Job macht um so entspannter kann man es angehen.

Antwort
von precursor, 26

Kommt darauf an wo du unterrichtest.

An einer Sonderschule, Grundschule, Hauptschule oder Realschule ist das was ganz anderes als beispielsweise an einem Gymnasium.

Antwort
von kenibora, 62

Auch Lehrer sind "nur" Menschen....jammern auf hohem Niveau hilft nicht immer, aber immer mehr! (Auch Lehrer können sich eine andere Stelle suchen. Ob es dort besser ist?)

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