Liebe Annakonda!
Du hast mit deiner Frage eine sehr lange Diskussion ausgelöst. Vielleicht geht es Dir wirklich nur um die äußerlichen Dinge, um das Ambiente der Hochzeit. In diesem Stile gibt es reichlich Antworten.
Da Du nur zu diesen Antworten Stellung nimmst, denke ich, daß das wohl dein Hauptinteresse ist.
Dennoch: Deine Frage hat tiefere Fragen aufgeworfen, die Dich vielleicht doch neben den oberflächlichen interessieren, weshalb ich doch dazu Stellung nehmen möchte:
Es wurde Das Thema "Einschränkung durch die Kirche" und "Freiheit im Denken" angesprochen.
Atheisten - so habe ich nun in einer der Antworten gelernt - sprechen sich gegen Gott aus, wo hingegen Agnostiker sich nicht binden können und wollen an die Antworten über die Existenz zu Gott.
Gläubige Christen, die nicht viel nachdenken, sind froh, eine Entscheidung getroffen zu haben um sich an ein Gedankengebäude festhalten zu können. Menschen, die geschult sind im Denken und meinen, sich von den Fesseln des Glaubens befreien zu müssen, sind froh, wenn sie es geschafft haben, im Denken frei zu werden.
Das kann ich alles nachvollziehen.
Ich möchte allerdings die absolute Sicherheit, mit der "für oder gegen Gott" argumentiert wird, relativieren.
Ich denke, keiner von den Diskussionsteilnehmern hier in dieser Runde hat je Gott gesehen. Auch ich nicht, der ich regelmäßig in die Heilige Messe gehe. Auch ich, der ich vor dem Allerheiligsten (Das ist die konsekrierte Hostie) mit Ehrfurcht und Andacht knie, stelle mir die selben Fragen, die in dem Forum artikuliert werden. "Ist diese Religion nur eine Projektion von uns, nur ein Wunschdenken, der Ausdruck unserer Sehnsucht?" Als Naturwissenschaftlich denkender Arzt frage ich mich ebenso, was ich den tue, wenn ich vor dem Tabernakel stehe, ihn öffne, eine echt gemeinte ehrfürchtige Kniebeuge vor dem Allerheiligsten mache, den Kelch mit den konsekrierten Hostien herausnehme, um jedem Gläubigen, der nach vorne kommt, eine Hostie in den Mund zu legen, mit dem Gedanken: "Herr Jesus Christus, den ich jetzt in Händen habe, bitte komme diesem Menschen, der Dich soeben empfängt, ganz nahe. Berühre ihn!" Und wenn ich dann den Kelch wieder in den Tabernakel stelle, bin ich froh, alle meine offenen Fragen zu diesem Thema neben den Kelch in den Tabernakel legen zu können. Sie dürfen offen bleiben. Es gibt eine Liebesbeziehung zu diesem Unbekannten in dem weißen Brot, die ich nicht missen möchte. Auch wenn ich sie nicht verstehe.
Von so einer Liebesbeziehung zu Jesus Christus sprechen z.B. die Mönche in Heiligenkreuz, die mit der CD "Chant" innerhalb weniger Monate eine große Verkaufszahl erreichen (siehe unten angeführtes Zitat)
Von einer solchen Liebesbeziehung schreiben sogenannte Heilige bzw. deren Berichterstatter, die um dieser Liebe zu Christus willen ihr Leben hingegeben haben.
Ich gebe zu, dies ist kein Argument, worüber man diskutieren kann. Es ist eine Erfahrung, die aus meiner Sicht wert ist, mitgeteilt zu werden.
Ich denke, es ist gut, solche Erfahrungen auch einmal wertfrei im Raum stehen zu lassen.
Wenn es stimmt (Wissen tun wir es nicht!) dass es diesen liebenden Schöpfer gibt, der die Welt geschaffen hat, um dieses Liebesprinzip wirksam werden zu lassen, dann lohnt es, sich da hineinfallen zu lassen. Im Vertrauen, dass er einen tragen wird, denn dies wäre ja SEIN sehnlichster Wunsch. Dann wäre es auch nicht gefährlich, sich in diese Liebe hineinfallen zu lassen. (In Analogie zur Hingabe im Vertrauen an einen geliebten Menschen, wie es in tiefen menschlichen Beziehungen passiert.)
=====Zitat: "WIENER NEUSTADT - Der Chart-Erfolg der singenden Mönche von Stift Heiligenkreuz bei Wien hält an. Die Verkaufszahl der CD "Chant - Music forParadise" hat die Marke von 400.000 überschritten, wie Pater Karl Wallner am Dienstag auf Anfrage mitteilte. In mehreren Ländern habe sie inzwischen Platin- oder Goldene Schallplatten eingefahren. In Österreich selbst wurden mehr als 60.000 Exemplare verkauft. In den Album-Charts rangiert die CD mit liturgischen Gesängen auf Platz 2" =====Zitat ende ======
Eines der besten Statements (wenn nicht sogar das Beste), welches ich je hier auf GF gelesen habe. Wenn jetzt nicht reihenweise Gläubige ihren Göttern abschwören, dann weiß ich auch nicht mehr.
Ich schließe mich dem übrigens 100%ig an, nur hätte ich es NIE dermaßen eloquent ausdrücken können. Spitze Soli!!!