Frage von ineeedhelp, 15

Italien-Erdbeben miterlebt - Unsicherheit?

Hey!

Es ist nun schon ein wenig her, aber ich (19,w) war zum Zeitpunkt des Erdbebens in Italien im August ca 50km vom Epizentrum entfernt und wurde in der Nacht davon geweckt. Jetzt denke ich wieder darüber nach. Die Erfahrung war extrem beängstigend, besonders das Zusammenspiel aus Geräuschkulisse und Dunkelheit, aber auch echt "spannend", wenn man das angesichts der vielen Opfer so sagen darf.

Bei mir hat sich aus der Erfahrung heraus eine Mischung aus Misstrauen und Interesse entwickelt. Ich merke, wie unberechenbar die Natur ist (ich war gerade mal ein paar Tage dort im Urlaub und schon bebt der Boden) und dass man nicht mal dem Boden vertrauen kann, so komisch es klingt.

Nun die Frage: hat jemand hier was ähnliches erlebt? Wann verschwindet mein Misstrauen in die Natur wieder? Und ist das in der Folge aufgetretene mega-Interesse an Naturkatastrophen, das bis jetzt anhält, normal und moralisch okay? Sowas fordert ja meist viele Opfer, und Interesse ist ja eher positiv konnotiert. Ich interessiere mich eher für die Entstehungsmechanismen, aber denke auch darüber nach, was das für eine Krafteinwirkung ist, dass sie in der Lage ist, oft viele Leben zu nehmen.

Liebe Grüße!

Antwort
von wellcom, 2

Hallo, ich habe vor Jahren ähnliches erlebt und mir ging es danach wie dir. Das die Erde bebt kann das Sicherheitsvertrauen ganz schön erschüttern. Gerade mein Interesse (Faszination an solchen Naturereignissen) konnten mich davon überzeugen, dass Erdbeben etwas natürliches sind - die Erde bebt bzw. ist immer in Bewegung. Damit müssen wir Menschen leben, einige mehr als andere - abhängig von der Gegend in der sie leben. Aufgrund meines Interesses und meiner Faszination bin ich während meines Urlaubs in die Erdbebenwarten nach San Franzisko und ins Death Valley gereist. Dort sind Seismographen aufgestellt die jede Erdbewegung aufzeichnen.  
Weltweit wackelt die Erde täglich, wenn auch nicht immer stark. 
Wir kriegen das gar nicht mit. 
Ich finde dein Mega-Interesse an Naturkatastrophen, das bis jetzt anhält, normal und vor allem auch moralisch unbedingt vertretbar. Überlege doch einmal weltweit gibt es viele Forscher die sich mit diesem Thema beschäftigen. Vielleicht wäre das ja eine berufliche Richtung für dich?

Bleibe weiterhin neugierig und informiere dich (Internet ist eine gute Quelle) Du musst ja nicht gleich in die Staaten reisen.

Mich hat mein Interesse und die Neugier davor gerettet, dass mein Misstrauen gegenüber der Natur sich nicht zu einer Psychose entwickelte. Die Natur ist wunderschön. Sie erhält Leben und kann auch Leben zerstören. So ist das mit Allem - alle Dinge haben zwei Seiten  - da gibt es immer ein sowohl als auch. Dies zu akzeptieren nimmt viel Frust und Angst. 

Alles Gute für dich wünscht well.kom

 

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