Aus aktuellem Anlass aus Mügeln, wo 8 Inder durch´s Dorf gejagt wurden und keiner was dagegen gemacht hat, frage ich mich ob es wirklich ortsabhängig ist, ob einem geholfen wird oder nicht....
Zivilcourage ist meiner Ansicht nach eine Eigenschaft des Menschen, die vorbildhaft nachgeahmt, gelernt werden muss und die jeder Mensch sich erarbeiten kann. Allerdings muss ein Mensch schon gewisse "Wertmaßstäbe" von Kind an gelernt haben, z. B. Menschlichkeit, solidarisches Handeln, Achtung vor dem Nächsten etc. Was in Mügeln geschehen ist, kann an jedem Ort, also auch im Westen, passieren. Das fängt morgens im Schulbus an... Hinsehen statt Weggucken!!!
Für ORTSABHÄNGIG halte ich es nicht. Eher ob jemand zufällig dabei ist, der die Kraft und den Mut hat, sich Gewalttätern entgegenzustellen. Da kannste überall auf der Welt positive und negative Erfahrungen machen. Außerdem: wir wissen nicht, ob jemand in Mügeln dabei war, von dessen Bemühungen um Mäßigung vielleicht in den Medien gar nicht berichtet wurde.
ich denke heutzutage leider ja. ein grund wird auch unsere ältere gesellschaft sein, dass ältere einfach nicht mehr eingreifen, weil sie schwächer sind und angs haben. ähnlich geht es jüngeren, die haben auch angst. schließlich hört man oft genug wie jemand mehr als brutal zusammengeschlagen wurde. wer traut sich da noch zu helfen.
Man /frau hört aber -Gott sei Dank!- auch von vielen Älteren und Jüngeren, die eingreifen.

Hier über Ortsabhängigkeit zu spekulieren ist politisch sehr heikel.
Ich befürchte fast, dass es nicht ortsabhängig ist, sondern einem menschlichen Charakterzug entspringt, denn leider gab es solche Vorkomnisse ja auch in Westdeutschland. Ich finde das Geschehen ganz schlimm und wünsche mir, dass die Menschen lernen, mit anderen Kulturen umzugehen, sich dafür zu interessieren, weltoffener zu werden, sich an der Vielfalt der Kulturen zu erfreuen und sich einzusetzen, wenn irgendwo ein Mensch wegen seiner Herkunft oder Hautfarbe köperlich oder verbal verfolgt wird!!
nein, ich glaube es ist einfach glückssache überhaupt irgendwo auf einen menschen zu treffen, der in solchen fällen nicht einfach zuschaut - oder wegsieht.

Wer weiss, wieviele Menschen in anderen Ländern gejagt werden, über die niemals berichtet wird?
Ich wurde selbst einmal von 5 Türken in übelster Art und Weise zusammengeschlagen - 1979 - . Das hat niemanden interessiert...
Rumstehende Taxen sind weggefahren, andere haben die Biege gemacht.

Ich würde auch sagen, daß es weniger ortsabhängig ist. Eher davon, ob eine Person da ist, die den ersten Schritt macht. Das wirkt dann zumeist "ansteckend".