Frage von Selfverletzung, 89

Ist Zeitung nur Propaganda?

Ich lese wirklich selten Zeitungen.

Ich finde, dass es viele Propaganda - Zeitungen gibt z.B die BILD, der Spiegel, der Stern und viele weitere...

Diese Zeitungen sind komischerweise immer so aufgebaut, dass sie z.B auf irgendeine Weise die Meinung anderer beeinflussen.
Manchmal werden auch Falschinformationen hingeschrieben...

Was sagt ihr dazu?

Antwort
von thlu1, 40

Jede Zeitung beeinflusst unsere Meinung. Das finde ich als solches auch nicht dramatisch, weil wir haben einen Verstand bekommen, um selbst abzuwägen. Und Dank des Internets haben wir die Möglichkeit uns ein Meinungsbild zu holen, sogar aus der internationalen Presse.

Nein, ich würde nicht von Propaganda sprechen, das wäre für mich noch etwas anderes.

Antwort
von Suboptimierer, 33

Was man selten findet, ist neutrale Berichterstattung. Das stimmt. Vollkommen neutrale Berichterstattung wäre aber auch schwierig, allein schon bei der Auswahl an Themen, über die berichtet werden soll. Irgendwo muss jemand sitzen, der sagt: "Darüber berichten wir, über das da nicht."

Zeitungen sind auch nur Unternehmen. Journalisten sind keine Ideologen, sondern müssen Themen bringen, die gerade im Volk angesagt sind.

Die Leute erwarten emotionale Teilhabe der Journalisten.

Wenn irgendwo ein Erdbeben ist, würde ein darüber spottender Journalist vom Volk verachtet werden. Nein, der Journalist hat darüber traurig zu sein (selbst wenn es ihn gar nicht berühren sollte). Selbst nüchterne, robotermäßige Berichterstattung wäre dem Volk zu wenig. Ohne Gefühle, wüsste ein Reporter nicht, was wichtig sein könnte, um darüber zu berichten. Die Gefühle sorgen aber oft für einseitige Betrachtungen.

Antwort
von Weltraumdackel, 5

Wozu braucht man eigentlich noch Journalismus? Focus, Spiegel, Stern, Bild, N24, n-tv, blah blah - In den bekanntesten Online-Gazetten gehts doch nur noch um Werbung und möglichst viel Klicks, Focus trickst mit Foto-Paraden (nackte Hausfrauen aus dem Alltagsleben) oder Lock-Videos "Raten Sie mal was passiert, während die Katze aus diesem Auto gesprungen ist...", Bild "schockt" mit "Horror-Crashs auf der A5" und "Das Monster" usw...

Nachrichten lesen ist nur noch zu reinem Konsum verkommen. Dazu kommen noch tonnenweise unnütze Nachrichten-Shares auf Facebook, WhatsApp, Twitter Instagram deiner Freunde, Empörungen, Shitstorms, Fressfotos, Knuddelkatzen, Geburtstagsgrüße à la "lass ma krachen", ist ein Promi gestern gestorben, hagelt es R.I.P.s von allen Seiten, oder gutgemeinte Spenden-Shares (schert sich heute noch jemand um die Erdbebenopfer in Kathmandu?)

Ich glaube es ist am Besten, wenn man den ganzen Mist einfach abschaltet und nie mehr aufmacht, alles was man so liest, hat man doch am nächsten Tag sowieso wieder vergessen. Wer sich von all den Massen-Medien beeinflussen lässt, kann heute fast keine eigene Meinung mehr bilden.

Keine Ahnung ob man noch seriösen, neutralen Journalismus finden kann (FAZ oder ARD-Tagesthemen vielleicht?)

Antwort
von voayager, 34

Beeinflussen tun wir alle, natürlich auch sämtliche Medien, das ist nur natürlich, anders geht es garnicht. Die Frage ist nur, ob die inhaltliche Beeinflussung ok ist. Ist sie das, dann her mit der Beeinflussung, ich möcht ganz gern jenes Wasser auf meiner Mühle haben, das mir zweckdienlich ist, meinen Interessen entspricht, also warum nicht.

Bei stern und Co. bemängle ich die Stoßrichtung als solche, doch beiliebe nicht die Beeinflussung, wo denkste hin, ein materialistischer Standpunkt sieht so nicht aus, wie von dir skizziert, sondern so, wie ich ihn darstelle.

Antwort
von atzef, 7

Du liest "selten" Zeitung, maßt dir aber ein derartiges Werturteil an? Auf welcher Grundlage? Was ist denn da die Basis deiner Einschätzung? Vielleicht plapperst du selber nur Propagandagesülze nach...?

Antwort
von Skelettchen, 35

Traurig, aber wahr: Die Presse ist nicht frei.

Bzw., eigentlich schon. Das Problem ist, dass die Menschen, die in der Presse arbeiten, sich manipulieren lassen. Meistens mit sehr viel Geld.

Ich weiß nicht, inwiefern das Beispiel passt, aber: Ich schreibe für eine lokale Anzeigenzeitung. Wir haben den Vorteil, dass wir in jedem Haushalt in Nordhessen landen. Unser großer Nachteil: Wir sind von den Kunden abhängig, die bei uns Anzeigen schalten (oder eben nicht). Darum werden wir in der Redaktion oft von unseren Verkäufern gebeten, bestimmte Geschichten zurückzuhalten, sofern es keine heißen Skandal-Storys sind.

Wir verbreiten keine Unwahrheiten, halten aber dennoch manchmal Meldungen zurück. Und damit kann man auch Meinung bilden.

Die großen Zeitungen werden gekauft. Macht sie aber nicht unabhängig. Quasi in allen Print-Ausgaben und auch auf den Online-Portalen sieht man Anzeigen. Dann gibt's noch gesponserte Berichte. Diese sind nicht wie zB eine PR (bezahlter, redaktioneller Beitrag, quasi auch Werbung) gekennzeichnet. Sie erscheinen als normaler Artikel. Doch kommen diese Artikel ... (Achtung! Sarkasmus!) geringfügig von der Wahrheit ab. Nur ein ganz kleines bisschen. Und der "Journalist"? Tja, der bekommt eine "Aufwandsentschädigung". Gefälligkeitsjournalismus nennt sich das. Wird zu oft praktiziert, gerade in Mädchen- und Frauen-Magazinen.

Die Bild ist allerdings ein ganz spezieller Fall. Ich hatte das Glück, mich in München mit einem Redakteur zu unterhalten. Er sagte "Na ja, wenn die Meldung kommt, hauen wir sie sofort raus. Schließlich wollen wir die Schnellsten sein. Wir recherchieren erst nachher, haben wir direkt eine zweite Meldung." Ob das ganze jetzt richtig ist oder falsch ist, sei dahingestellt (Der Springer-Verlag ist eh der Teufel): Es funktioniert. Sie wird gekauft, sie wird gelesen, sie polarisiert. Und das ist alles, was eine Boulevardzeitung wie die Springer-Perle will.

Eine Zeitung, die Deine oder eine andere Meinung nicht in irgendeiner Art beeinflusst, wirst Du nicht finden. Egal, wie kritisch diese ist. Denn: Jeder Artikel wird von einem Mensch geschrieben, nicht von einer Maschine. Niemand kann 100-prozentig objektiv schreiben. Es sei denn, er hat keine Gefühle – und über die Medien des Axel Springer Verlages haben wir ja bereits gesprochen ;)

Antwort
von Dogvahkiin, 33

Das finde ich auch. Sie zielen immer mehr auf bestimmte (politische) Interessengruppen, indem sie (u.a.) die gegenseite in ein schlechtes Licht rücken. Ob auf rechte oder linke ist erstmal egal, ich finde politische Meinungen haben in einer zeitung einfach nichts zu suchen.

Propaganda würde ich es nicht nennen, sondern eher "Käufer unbedingt anlocken, indem man die Zeitung FÜR eine bestimmte Interessengruppe schreibt und sie mit aber"witzigen" Titeln und Storys bei Laune hält. Das Internet ist besser, aber auch noch nicht perfekt.

Peace

Kommentar von PatrickLassan ,

ich finde politische Meinungen haben in einer zeitung einfach nichts zu suchen.

In Artikeln nicht, in Kommentaren aber schon.

Antwort
von Jiggy187, 41

kritischen journalismus musst du mittlerweile mit der lupe suchen, ist leider so

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community