Frage von NosUnumSumus, 98

Ist Zeit wirklich oder illusionär und warum?

Und wenn Zeit illusionär ist, muss es der Raum auch sein. Ohne Raum keine Zeit.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NichtZwei, 51

Zeit ist eine Illusion und existiert eigentlich nicht. In der erweiterten Realitaet passiert alles quasi gleichzeitig. Unsere linke Hirnhaelfte, von der die meisten Menschen dominiert werden, kann Erfahrungen nur einzeln, also seriell aufnehmen, sie kann auch immer nur ein Gedanken zur Zeit denken. So hat es fuer uns den EIndruck es wuerdem Erlebnisse wie an einer Perlenschnur aufgereit. In der erweiterten Realitaet kannst du alles auf einmal sehen, je nachdem worauf du deinen Focus legst bzw. dein Bewusstsein focussiert. Du kannst dann, wenn du etwas betrachtest, gleichzeitig sehen, wie es entstand und auch wie es wieder vergehen wird. Unser  Bewusstsein selbst ist der Raum, in dem Die Dinge erscheinen und wieder vergehen. Es gibt also ein immerwaerendes Jetzt! Alles Gute!

Kommentar von NosUnumSumus ,

Vielen Dank, geniale Antwort! :-)

Kommentar von Hamburger02 ,

Die allerdings nicht unbedingt wissenschaftlich gedeckt bzw. veraltet ist.

Kommentar von HarryKlopfer ,

"Unser Bewußtsein" und "unser Gehirn" sind Illussionen. Wir haben nämlich kein Bewußtsein und kein Gehirn - wir sind  unser Bewußtsein und wir sind unser Gehirn.

Kommentar von NichtZwei ,

Richtig, Harry!

Kommentar von HarryKlopfer ,

Wieso richtig? Du sprichts in deinem o.g. Kommentar von "dein Bewußtsein und von "unserem Bewußtsein"....Das ist kein Vorwurf, sondern nur eine Feststellung von mir!

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 56

Seit dem Beginn der modernen Wissenschaft, also seit 1600, versucht man das Phänomen "Zeit" zu fassen. Wer sich nicht mit diesem Thema beschäftigt, für den ist klar, was Zeit ist: Zeit ist das, was die Uhr anzeigt.
Je intensiver man aber versucht, den wahren Charakter der Zeit zu erkennen, umso weniger versteht man. Daher gibt es auch viele verschiedenen Betrachtungen zum Thema Zeit. Das Ergebnis dieser Betrachtungen ist immer im kulturellen Kontext zu sehen, in dem diese Betrachtungen stattfanden. Da es verscheidene kulturelle Kontexte gibt, gibt es auch verschiedene Aussagen zur Zeit.
In der klassischen Physik spielt Zeit nur eine untergeordnete Rolle. Sie ist lediglich ein Faktor von vielen und kann als geometrischer Parameter verstanden werden. Das liegt daran, dass die klassische Physik sich universell versteht und Zukunft und Vergangenheit keine Rolle spielen. Alle klassischen Gesetze, wie z.B. der Energieerhaltungssatz beschreiben nur Zustände, aber keine Prozesse. Diese Gesetze gelten vorwärts und Rückwärts. Das ist auch korrekt, solange sich Systeme im thermodynamischen Gleichgewichtszustand befinden und keinerlei Irrevesibilitäten auftreten, die die Zeitsymetrie brechen.
Die einzige naturwissenschaftliche Disziplin, die davon abweicht, ist seit etwa 1850 die Thermodynamik. Sadi Carnot und Robert Clausius erkannten, dass es viele Vorgänge gibt, die nur in eine Richtung verlaufen können, das heißt, dass sie irreversibel, also nicht umkehrbar sind. Irrevesibilität könnte man populär auch so formulieren: "Was passiert ist, ist passiert und lässt sich nicht wieder rückgängig machen". Dieses Prinzip der Irreversibilität hat Boltzmann dann im 2. Hauptsatz der Thermodynamik formuliert. Das hat die klassischen (deterministischen) Physiker nicht weiters gestört. Sie argumentierten fälschlicherweise, dass der 2. HS keinen naturgesetzlichen Charakter habe und letztlich nur der Gröbkörnigkeit des Universumsgeschuldet sei.
Dann kam in den 60er und 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts der Thermodynamiker und Philsoph Ilya Prigogine (sprich "Prigoschin"), um sich diesem Problem intensiv zu widmen. Er erkannte, dass es stabile Strukturen gibt, die sich fernab des thermodynamischen Gleichgewichtes befinden. Die Prozesse in diesen Strukturen sind grundsätzlich irreversibel. Er nannte diese Strukturen dissipative Systeme. Um diese Theorie der dissipativen Strukturen theoretisch herzuleiten, wendete er den 2. und 3. Hauptsatz der Thermodynamik an, die grundelegende Aussagen zur Irreversibiltät machen. Damit begründete er auch einen ganz neuen Zeitbegriff. Für ihn ist Zeit Ausdruck dafür, dass Prozesse irreversibel ablaufen, also an das Fließen der Zeit gebunden sind. Seine Behauptung: wenn es keine irrevesiblen Prozesse gibt, gibt es auch keine Zeit. Er führte neben der kosmologischen Zeit der deterministischen Physik eine themrmodynamische Zeit ein, die auch tatsächlich existiert und keine Illusion ist.
Für diese Arbeit erhielt Prigogine 1977 den Nobelpreis. Er begründete damit ein völlig neues Weltbild, dass nicht mehr von quasistatischen Zuständen, also der Grundlage der klassischen deterministischen Physik ausgeht, sondern von der zeitgebundenen Irrevesibiltät dissipativer Prozesse. Dissipativ bedeutet, es wird wertvolle Energie (Exergie) in wertlose Energie (Anergie oder Wärmeenergie) umgewandelt.
Diese neue Weltbild revolutioniert zur Zeit den gesamten Wissenschaftsbetrieb. Plötzlich kann man Phänomene wie Leben, Evolution, gesellschaftliche Entwicklung etc. pp. auf Basis von Naturgesetzen verstehen und beschreiben. 

Während das alte klassische Weltbild ein Weltbild des Seins war (Zustandsbeschreibungen), ist das neue Weltbild ein Weltbild des Werdens (Prozessorientiert). In diesem neuen Weltbild nimmt der Begriff Zeit eine völlig neue dominierende Rolle ein. Ohne Zeit gäbe es keine irrevesiblen Prozesse und ohne irreversible Prozesse gäbe es kein Leben. So gesehen kann Leben als ein Phänomen der Zeit betrachtet werden. Ohne Zeit gäbe es kein Leben. 

Mehr dazu kannst du hier nachlesen:

http://www.schlaefendorf.de/literatur/prigogine

Zusammengefasst:
Die Zeit als Illusion ist nur innerhalb der deterministischen Physik möglich. Der physikalische Determinismus wurde von den Physikern 1986 allerdings offiziell beerdigt, womit auch die Zeit als Illusion ihre Grundlage verloren hat. Stattdessen geht man heute von der realen Existenz der thermodynamischen Zeit aus, die in der Nähe des thermodynamischen Gleichgewichtes zur kosmologischen Zeit wird.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Auf der anderen Seite hat noch kein Mensch jemals die Zukunft gesehen, noch hat er zurück in die Vergangenheit reisen können.
Vergangenheit und Zukunft existieren so gesehen nur als ein gedankliches Konzept, eine Vorstellung und zwar JETZT.
Dennoch empfinden wir Zeit...
Was ist wohl war?

Vielen Dank für Deine Antwort! :-)

Kommentar von Hamburger02 ,

Diese Überlegungen sind völlig richtig und haben die Diskussion innerhalb des Determinismus lange geprägt. Und genau hier setzten auch die Überlegungen von Ilya Prigogine an. Er stellte die Frage, ist Zeit wirklich nur ein Konzept? Dem hielt er zunächst die Beobachtung unserer Umwelt entgegen, in der es ein ständiges Werden und Vergehen gibt, das mit der deterministischen Physik nicht beschrieben werden konnte. Die deterministische Physik kennt kein Werden, kein Entstehen von Neuem oder anders gesagt, sie kennt keine Ereignisse, weil in ihr die Zeit nur ein geometrischer Parameter ist.

Erst mit der Einführung der realen thermodynamischen Zeit, die kein bloßes Konzept mehr darstellt sondern naturgesetzlich aus dem 2. HS der TD resultiert, gelang es Prigogine die Physik, also genauer gesagt die Thermodynamik, die Quantenmechanik sowie die Relativitätstheorie um das Phänomen des irreversiblen Ereignisses zu erweitern, wodurch er die Theorie Dissipativer Strukturen, populärwissenschaftlich die Physik des Lebens, geschaffen hat. In dieser Nichtlinearen Physik ist Zeit kein Konzept mehr sondern ist ein reales Phänomen.

Kommentar von NosUnumSumus ,

wahr* :)

Kommentar von HarryKlopfer ,

Sehr interessanter wissenschaftlicher Beitrag. Mit der Urknall-Singularität entstand auch die Zeit in unserem Universum. Die Kosmische Hintergrundstrahlung beweist den Bic Bang. Bewiesen wurde auch, dass der kosmologische, der thermodynamische und der psychologische Zeitpfeil in eine Richtung zeigen. Aber mal angenommen, es existieren tatsächlich Parallel-Universen. In jedem dieser Universen dürfte es bezüglich Zeit zugehen, wie in unserem Universum. Müsste man in diesem Fall nicht eine weitere, eine übergeordnete Zeit einführen, welche alle möglichen Universen zu allen denkbaren Zeiten mit einbezieht - vorschlagsweise eine übergeordnete Imaginäre Zeit?

Antwort
von Sonja66, 93

Man versteht das Leben nur rückwärts, aber leben muss man es vorwärts. ;-)

Jeder Mensch hat mit Zeit zu tun.
Viele haben zu wenig davon, wenige zu viel.
Letztere versuchen sie totzuschlagen, erstere sie einzusparen.
Wir alle wollen die Zeit nützen, mit ihr auskommen, umgehen, haushalten, sie uns einteilen.
Oft jagen wir verlorener Zeit hinterher oder suchen, durch schnelles Arbeiten sie wieder gut zu machen, als wäre sie durch Trödeln schlecht geworden. ;-))

Fast alle Erfindungen dienen dazu, Zeit einzusparen: durch Rationalisierung, schnelleres Reisen, effizientere Kommunikation.....
Die Wissenschaft geht heute noch davon aus, dass Zeit objektiv und quantitativ ist und keine besondere Qualität habe.
Dabei wissen wir es aus Erfahrung besser. ;-)))

Eine Eintagsfliege hat offensichtlich einen ganz anderen Zeitrahmen als Elefant oder Mensch. Nach einer einfachen Faustregel könnte man sagen: Je größer das Wesen, desto länger seine Lebensspanne, aber subjektiv leben alle ein ganzes Leben!
Die Zeit ist also subjektiv, lediglich Zeitmessung ist objektiv. ;-)

Subjektive Zeiterfahrungen kennen wir bestens aus dem Traumreich.
Im Traum herrscht häufig ein ganz anderer Zeitfluß mit beliebiger Richtung, anderer Raumorientierung, und vor allem fehlt die so gewohnte Kausalität. Im Traum lässt sich in den fünf Minuten, bis der Wecker zum zweiten Mal klingelt, manchmal ein ganzes Leben träumen, was neuerlich auf die subjektive Länge der Zeit hinweist.

Zeit lässt sich zwar objektiv in ihrer Quantität messen, das aber hat wenig bis gar nichts mit unserem subjektiven Erleben der Zeit zu tun.

Wir leben in der Welt dieser Täuschung von Zeit und Raum (Zeitachse).

Wir können uns im Nachvollzug eines Einsteinschen Gedankenexperiments vorstellen, dass sich jemand in einer Rakete mit Lichtgeschwindigkeit von der Erde entfernt. Wenn wir die ganze Zeit über seine Armbanduhr sehen könnten, würde die Zeit für uns Zurückgebliebene stillstehen, da das Licht sich nur genauso schnell zu uns hinbewegen kann, wie sich die Rakete von uns entfernt. Der Astronaut würde zwar subjektiv innerhalb seines Raumschiffes weiter altern, käme er aber nach Jahren (nach unserer Zeit) zurück, wäre er im Vergleich zu uns nicht gealtert.

Buchempfehlung über das Geheimnis der Zeit:
Momo von Michael Ende (Straßenkehrer Beppo) und
Siddharta von Hermann Hesse.

Über die Zeit

Immer wieder und wieder
steigst du hernieder
in der Erde wechselnden Schoß,
bis du gelernt, im Licht zu lesen,
dass Leben und Sterben eines gewesen
und alle Zeiten zeitenlos.
Bis die mühsame Kette der Dinge
zum immer ruhenden Ringe
in dir sich reiht -
in deinem Willen ist Weltenwille.
Stille ist in dir - Stille -
und Ewigkeit.

Manfred Kyber

Kommentar von NosUnumSumus ,

Den Anfang empfinde ich wie ein Gedicht, absolut treffend beschrieben, lustig und doch wahr! Aber auch unsere Lebensweise kritisierend, wenn man darüber nachdenkt... :-)
Einstein und seine Werke bzw. seine Gedankenkomplexe muss man ja fast schon sagen, sind mir durchaus bekannt, da ich mich viel mit solchen Dingen befasse.
Auch Siddharta und ein Gedichtband von Hermann Hesse kann ich mein Eigen nennen. (:
Nur Letzteres war mir bisher tatsächlich unbekannt, aber momentan stehe ich ja noch am Anfang meiner Reise - diese Inkarnation.
Wie es wohl ist, sich darüber bewusst zu sein, dass alles simultan geschieht und nichts für sich alleine steht, sondern ein großes Ganzes ist...
;)

Kommentar von Sonja66 ,

Oh! - es braucht wohl eine große Seele, um den großen Atem in allem zu spüren :-)

In Wirklichkeit gibt es nur den Augenblick und Einheit. Wir aber hier leben in einer Polarität und können die Einheit nur aus dieser heraus beschreiben.

Die Einheit lässt sich schon auch in Erfahrung bringen.
Ein Bild dafür wäre vielleicht die Schallplatte, auf der alle Lieder gleichzeitig vorhanden sind, auch wenn wir sie nur hintereinander hören können. :-)

Wie es wohl so ist? Hm. Das mag schon eine Einheitserfahrung sein, sogar Ängste mag es lindern, aber dann schon auch holen mich irdische Angelegenheiten wieder auf den Boden der Tatsachen zurück (was natürlich gut so ist!) und ich putze, tröste, trödle, schimpfe, erkläre, kaufe ein, setze Grenzen........ :DDD

Wir sind alle. Alle sind wir. Wir sind alles. Wir alle sind.
Oder irgendwie so :D

Kommentar von HarryKlopfer ,

Dein Gedicht macht aber eher Angst, anstatt sie zu lindern.

Kommentar von Sonja66 ,

Hallo HarryKlopfer! :-)

Ach komm'! Sonst oft denkst du weiter und großzügiger! ;-) Warum jetzt nur so knauserig?

Kommentar von HarryKlopfer ,

Also gut, ich komm - weil du es bist

Kommentar von Sonja66 ,

Mei, da hab' ich wieder nicht drauf gschaut ;-)  Das sieht man's mal wieder, wie unterschiedlich doch jeder denkt  >:D
Der Punkt geht eindeutig an dich :D

Kommentar von HarryKlopfer ,

Wichtig ist: Immer aufpassen wie eine Spitzmaus

Kommentar von HarryKlopfer ,

Ohhhh...

Kommentar von NosUnumSumus ,

Haha ja der mehr oder minder gute alte Alltag... ;-D
Da ist innere Ruhe immer hilfreich!
Oftmals sehe ich mir Videos von "Eckhart Tolle" auf Youtube sowohl auf deutsch, als auch auf englisch an, wenn ich nicht weiter weiß oder es mir nicht gut geht.
Ganz interessant finde ich allerdings, dass ich auf magische Weise immer das für mich in diesem Moment relevante Video aussuche, ohne vorher genau zu wissen, worum es tatsächlich geht. Es werden meist haargenau die Dinge angesprochen, die mir am Herzen liegen.
Wobei es vielmehr um das geht, das nicht ausgesprochen wird, da es nicht ausgesprochen werden kann... :-)

Aber das wird jetzt schon ganz schön philosophisch, da muss man aufpassen, dass man sich nicht in den Gedanken verliert, die man so hat. :D

Kommentar von Sonja66 ,

@NosUnumSumus

Ja genau den meinte ich!, den guten alten Alltag :-)
Ach was soll's, innere Ruhe - ja, manchmal aber will ich das Leben auch spüren ;-)

Ja, Tolle, hm, mir gefällt es nicht so recht, zu einseitig zu sein ;-), gerne schweife ich ab, gehe ich weiter, blicke um mich, will nicht steckenbleiben. Es gibt einfache(re) Erklärungen für alles, die weniger binden; mit ihnen bin ich freier.

Das mag stimmen, ergeht mir auch so! Das Leben will es ja so ;-)
Ja, z.B. Einheit ist mit Worten schwer zu beschreiben, weil wir es ja "nur" mit Worten der Polarität können.

Stimmt! Ja, erde dich immer wieder!

Kommentar von bohrdor ,

mall voll endschwulfett

Antwort
von Jonny1776, 45

Zeit existiert, doch wie die Zeit verläuft hängt von Materie und vor allem von unseren Köpfen ab. Zeit ist die vierte Dimension und an die dritte (den Raum) gebunden. Deshalb gibt es auch die, von Einstein entdeckte, Raumzeit.
Zeit lässt sich verändern. Nicht nur durch unser empfinden, sondern auch mithilfe der Relativitätstheorie:
In der Nähe von massereichen Objekten und je näher man seine Geschwindigkeit an die Lichtgeschwindigkeit angleicht, desto langsamer verläuft die Zeit.
So vergeht die Zeit im All langsamer als auf der Erde.

Zeit ist keine Illusion, sie ist relativ. Die Zeiteinteilung (beispielsweise in Minuten, Stunden, etc.) ist sehr wohl eine Illusion.

LG ^^

Kommentar von NosUnumSumus ,

Das habe ich schon so oft gehört und gelesen, aber bisher nie verstanden.
Warum ändert sich die Geschwindigkeit, mit der Zeit vergeht, wenn man sich physisch entsprechend im Raum bewegt?
Ist das tatsächlich nachweisbar oder nur ein Gedankenspiel? :-)

Kommentar von Jonny1776 ,

Warum, das wird in dem Video hier ganz gut erklärt: http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks_und_co/videoeinsteindingedie... und ja, es ist nachgewiesen. Jeder von Menschen geschaffene Satellit besitzt eine Atomuhr, die auf eine Atomuhr auf der Erde abgestimmt ist. Nach einiger Zeit wurde überprüft und festgestellt, dass die Atomuhr auf der Erde eine milliardstel Sekunde zuruckhing. Der Unterschied wäre noch größer bei der Sonne beispielsweise, und eventuell mit bloßem Auge zu sehen bei einem Schwarzen Loch. ^^

Antwort
von Astroknoedel, 68

Hallo NosUnumSumus, 

Warum sollte die Zeit eine Illusion sein ?

Die Zeit ist sowohl eine physikalische Einheit, mit der jeder tagtäglich rechnet als auch Bestandteil sämtlicher Theorien und Prinzipien, wie zum Beispiel der Speziellen und Allgemeinen Relativitätstheorie (für Einführung in diese Konzepte, siehe Fragen und Antworten dazu auf GF)

Ich kann mir nicht erklären, woher die falsche Annahme kommt, dass die Zeit eine Illusion sei.

Dass die Zeit existiert, lässt sich auch an Dingen, wie der Entropie erkennen.

Zwei einfache alltägliche Gedankenexperimente :

 1. Wenn die Tür geschlossen ist, kannst du nicht durch, wenn sie offen ist, dann schon.

Die Tür ist die ganze Zeit geschlossen, ausser Mittags von 11-13 Uhr.

Es hängt also vom Zeitpunkt ab, wann du bei der Tür bist, ob du durch kannst. Es gibt also einen bestimmten Zeitabschnitt, bei welchem ein anderer Zustand herrscht, als bei einem anderen.Dies nennt man zeitabhängig.

2. Du hast zwei Eiswürfel. Den einen tust du in eine Mikrowelle, den anderen in den Kühlschrank. Der eine wird schmelzen und der andere bleibt, wie er ist. Deren Zustand hängt also von seiner Position im Raum ab.

Man erkennt also an einfachen Alltagsdingen, dass Raum und Zeit keine Illusionen sind.

LG, Astroknoedel

Antwort
von Lohengrimm, 98

Ja. Beides ist illusionär. Vielleicht hilft dir das hier weiter, ist allerdings auf Englisch: 

http://iasos.com/metaphys/bashar/#Time

Kommentar von NosUnumSumus ,

Dies könnte auch von Eckhart Tolle stammen, vielen Dank! :-)

Kommentar von Lohengrimm ,

Ja, es gibt einige Menschen, darunter Eckart Tolle, die die Illusion durchschaut und damit sich selbst (die Essenz des eigenen Seins) erkannt haben. 

Wenn du ein Freund von Eckart Tolle bist, hier ein zu deiner Frage passendes Zitat: http://zitatezumnachdenken.com/eckhart-tolle/314

Kommentar von uteausmuenchen ,

Der Link ist aber pure Esoterik und hat mit seriöser Naturwissenschaft nichts zu tun

Kommentar von Lohengrimm ,

@uteausmuenchen  Es reicht, wenn der Fragesteller ihn versteht. 

Antwort
von HarryKlopfer, 83

Wer sagt denn, das es nur eine Zeit gibt?  "Zeit ist das, was wir auf unseren Uhren ablesen", meinte Einstein. Imaginäre Zeit, wenn es sie gibt, können wir aber nicht auf unsere Uhren ablesen.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Es gibt messbare Zeit und psychologische Zeit, ich meine beides ;-)

Kommentar von HarryKlopfer ,

Die messbare ist auch die psychologische Zeit. Der Zeitpfeil geht in die selbe Richtung. Oder kannst du dich daran erinnern, was Morgen geschieht?

Kommentar von HarryKlopfer ,

Also, ich sage dir nur nur noch eins dazu: Ich persönlich glaube, dass die Welt/ das Universum nicht ewig in der messbaren, herkömmlichen und physikalischen Zeit besteht, aber in der Imaginären. Frage mich aber heute nicht mehr, wie ich dazu komme. Tue mir das nicht an!

Kommentar von HarryKlopfer ,

P.S.: Frage Hawking. Hawking ist ein Fuchs. He he

Kommentar von Lohengrimm ,

Ja, der Hawking ist ein Fuchs!! Ein verdammt cooler Fuchs. :-D 

Kommentar von HarryKlopfer ,

Und unser bester Freund. Es wäre auch ganz gut, wenn er sich  mit dem ungelösten Rätsel der Cantorschen Kontinuum-Hypothese beschäftigen würde. He he 

Kommentar von HarryKlopfer ,

Wieso kriege ich nur 1 Daumen? Viel zu wenig.

Antwort
von grtgrt, 45

Zeit existiert als Analogon eines Teils der Wirklichkeit.

Wie ich das meine ist erklärt in Kommentar https://www.gutefrage.net/frage/sind-atome-nur-theorie?foundIn=tag_overview&... .

Kommentar von grtgrt ,

Hintergrund: Philosophen und später auch Physiker (z.B. Parmenides, Kant und Niels Bohr) haben immer wieder darauf hingewiesen,  dass

  • die Natur uns nicht offenbart, aus was sie besteht oder wie sie funktioniert
  • und Gegenstand der Physik somit nur sein kann, wie die Natur sich dem Menschen darstellt.

Die Physik denkt sich Modelle aus, anhand deren das Verhalten der Natur vorhersagbar und - wie mir meinen - erklärbar wird.

Auch unser Gehirn versteht die Natur einfach nur auf diesem Weg: Es schafft zur Natur Analoges ( wie etwa den Begriff "Farbe", siehe https://www.gutefrage.net/frage/sind-atome-nur-theorie?foundIn=tag_overview&... ).

Erst diese Modelle und Analogien sind das, was wir als Realität kennen - die Wirklichkeit allerdings ist noch etwas ganz anderes.

Kommentar von grtgrt ,

Wenn du noch weitere Überlegungen suchst, die Natur der Zeit zu ergründen, so lies bitte die Seite http://greiterweb.de/zfo/Zur-Natur-der-Zeit.htm .

Aber sei dir bewusst:

Alles was dort diskutiert wird, hat zum Gegenstand, wie wir den von uns erfundenen Begriff "Zeit" am besten modellieren sollten. Ob die Natur selbst Zeit wirklich kennt, bleibt dabei völlig offen.

Auch den Begriff "Farbe" kennt sie ja nicht wirklich.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Richtig, alle Wörter sind nichts als Gedanken.
Wenn wir von einem Baum sprechen, meinen wir das Ding mit Blättern und Nadeln, das die Photosysnthese beherrscht, Wurzeln hat, aus Holz besteht und und und...
Doch was ein "Baum" wirklich ist, wissen wir nicht. Wenn Du es aussprichst, ist es nichts weiter als ein Laut, ein Geräusch, das aus Deinem Mund ertönt. Doch die wahre Natur dieser "Sache" (Baum) werden wir durch Gedanken nie erfassen können.
Wenn Du mir folgst, erkläre ich Dir noch ganz kurz, was ich damit meine:
Der Mensch benutzt die Sprache als Mittel zur Verständigung. Dazu gehört, dass Dinge einen Namen haben, sodass man weiß, worüber man sich unterhält.
Wir stecken den vermeintlich voneinander getrennten Dingen gedanklich Etikette in Form von Wörtern als Bezeichnung an und meinen dann zu wissen, was das Ding in Wahrheit ist. Doch tatsächlich verdeckt nur ein Gedanke, eine Vorstellung, die wir von dem entsprechenden Objekt haben, seine wahre Natur und sein wahres Sein.
So gesehen ist alles, solange wir darüber nachdenken, illusionär.

Liebe Grüße :-)

Kommentar von grtgrt ,

Richtig, so ist es: Es gibt

  • den Namen des Dings
  • unsere Vorstellung von dem, was das Ding zu sein scheint (d.h. was wir mit jenem Namen verbinden)
  • und die Wirklichkeit (die dieses Ding entweder gar nicht kennt oder in einer Form kennt, die wir sie uns möglicherweise gar nicht vorstellen können).
Antwort
von Goldstern12, 86

Zeit ist eine reine Illusion.  Wenn du durch Wände laufen kannst, sind Räume auch nur Illusion, nur wirkt dieser Raum sehr real. Nicht wahr ? 

Antwort
von TheShadow94, 89

Zeit ist Relativ. ^^

Antwort
von FSgtMarvin, 95

Zeit an sich kommt von Menschen. Also Illusionär. Ohne denn Mensch keine Zeit :D

Ich mein, der Mensch hat entschieden was 1 Sekunde ist, was 1 Stunde etc.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Nun das ist eben gemessene Zeit.
Aber Du wirst auch älter und stirbst irgendwann, so wie alles. Und Du kannst einen Tag furchtbar kurz und eine Minute als sehr lang empfinden.
Also gibt es Zeit? :-)

Kommentar von Lohengrimm ,

Die Illusion, dass Zeit vergeht hängt damit zusammen, dass Bewusstsein sich hier auf der Erde meistens mit dem Körper identifiziert und sich selber dadurch vergisst. Wir leben in einer Zeit, in der es immer mehr Menschen gelingt, diese Identifikation (zumindest teilweise) zu lösen. Diese Menschen erkennen dann, dass dieses gesamte Theater, das hier auf Erden veranstaltet wird nur ein Schauspiel ist, das jeder Einzelne sich selbst zu Ehren veranstaltet. :-) 

Kommentar von HarryKlopfer ,

Und wie definiert sich 1 Sekunde, ausser, dass es sich um eine 1/60 Minute, 1/3600 Std. ect. handelt? Ausserdem dürften es dann auch keine Naturgesetze geben, wenn es  Menschen nicht gäbe. Das kann aber nicht sein!

Kommentar von HarryKlopfer ,

Schließlich ist Zeit auch eine Funktion der Geschwindigkeit

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