Frage von habichechtnicht, 72

Ist Werbung an Schulen erlaubt ?

Nachdem es heute Tränen meiner Tochter gab, hier eine kurze Situationsbeschreibung: Seit 3 Monaten geht mein Kind in die 1.Klasse einer örtlichen Grundschule, kennt kaum das ABC. Der für mich unseriöse Sailer-Verlag hat es nun geschafft, sich (offensichtlich geduldet durch eine sicherlich gewinnbeteiligte Direktorin) Zugang zu den Kindern zu verschaffen und sie mittels seines Werbevertreters Haike Puchert hirnzuwaschen, daß die Eltern doch ein Verlags-Zeitungs-Abo (wurde den kindern mitgegeben) unterschreiben sollen. So, nachdem es uns finanziell nicht möglich ist, ein solches zu bezahlen, gab es Tränen, Enttäuschung und Trotz. Ich belehrte mein Kind, daß es nicht erlaubt wäre, eine Unterschrift der Eltern zu fälschen, aber es in ihrem Alter auch nicht weiter strafbar ist. Ich finde es unverantwortlich von staatlichen Schulen, solch kommerzielle Vertreter an gerade solch kleine und beeinflußbare Kinder heran zu lassen und daß dabei die Lehrerschaft auch noch mitwirkt. Allein aufgrund solcher Vertriebswege, sollte meiner Meinung nach jedes verantwortliche Elternteil von einem Abo bei diesem Verlag Abstand nehmen und sich bei Wunsch lieber unaufdringliche Konkurenz aussuchen.

Expertenantwort
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 33

Ach, die kamen schon bei uns damals in die Schule ;) Da gab es Vertreter die Zeitschriften wie "Stafette" oder "Tierfreund" angeboten haben bzw. Abos verkauft haben. Die haben Probehefte verteilt, Bestellzettel natürlich auch & die Bitte mitgegeben, doch bitte diese Zeitschriften zu abonnieren!

Ich denke nicht, dass das absolut verboten ist.. zumal diese Zeitschriften wohl als "pädagogisch wertvoll" eingestuft sind. Die "Kunst" liegt nur darin zu widerstehen!

Antwort
von implying, 48

soweit ich weiß ist werbung für kinder erlaubt, solange man die kinder nicht zum kaufen auffordert. in einem werbespot für kinderspielzeug darf es also z.b. nicht heißen "kauf dir jetzt xyz". man müsste also wissen, ob die vertreter die kinder direkt aufforderten, diese abos abzuschließen, bzw ihren eltern zu sagen, sie sollten das machen. denke das ist ne rechtliche grauzone...

Antwort
von Materianer, 72

das wird immer schlimmer mit den unternehmen in der schule mein sohn hat auch ne "urkunde" vom adac bekommen in der ersten klasse. das problem ist halt das viele schulen dankend jedes lehrmaterial welches sie nichts kostet annehmen. die versuchen halt meistens auchnoch unterschwellig einfluss auf die kinder zu nehmen, war letztens ein artikel in ner zeitung drüber, das nimmt zum teil schon sehr schräge züge an. darauf sollte mann als eltern schon achten

Antwort
von Essensausgabe, 59

Ich finde da gibt es deutlich schlimmeres Direkt-Marketing mit der Zielgruppe "Kind" als eine "Zeitung" (?) anzupreisen...

In entsprechender Zeitung sind vermutlich noch schlimmere Werbungen enthalten - aber wenn du mal (wie ich neulich) SuperRTL anschaust - oder jegliche Werbung ums Kinderfernsehen - wirst du vom Stuhl kippen.

Einer der Gründe weshalb ich "meine" Kinder (die Kids von guten Freunden) nicht fernsehen lasse :o)

Antwort
von mychrissie, 24

Das würde ich der Schulbehörde melden. Allerdings würde ich die Vermutung, dass die Rektorin irgendwelches Geld annimmt, noch nicht mal andeuten, denn das kann zur sofortigen Beendigung des Gesprächs und möglicherweise auch zu einer Anzeige wegen Beleidigung führen. Vielleicht war die Aktion ja einfach nur gut gemeint.

Auch mit der persönlichen Ansicht, dass der Sailer-Verlag unseriös sei, würde ich vorsichtig sein, denn immerhin hat dieser Verlag (den ich persönlich übrigens nicht kenne) ein Qualitätssiegel für Kinder- und Jugendzeitschriften und wird von der "Stiftung Lesen" empfohlen.

Wie immer muss man beide Seiten sehen. Auf der einen Seite eine pädagogisch und kommerziell sehr zweifelhafte Werbeaktion, die in einem Bildungsraum gestattet wurde, der objektiv zu bleiben hat und nicht kommerziell ausgerichtet sein darf, auf der anderen Seite eine überempfindliche Mutter – oder Vater?), die sofort um sich beißt, wenn ihr irgend etwas nicht in den Kram passt und mit Verdächtigungen wie "unseriös", "Gehirnwäsche" und "Korruption" um sich wirft.

Ich arbeite ehrenamtlich in einer Schule und habe massenhaft Erfahrungen mit Eltern, die der Ansicht sind, sie machten alles richtig und die Schule mache alles falsch.

Sicher sollten Sie als Elternteil diese Aktion kritisch hinterfragen, aber vielleicht auch mal sich selbst. Reflexartige Schuldzuweisungen sind sehr oft äußerst kontraproduktiv.


Antwort
von Akecheta, 51

Mit solch deftigen Unterstellungen und dem Nennen von Klarnamen im Internet wäre ich aber vorsichtiger, wenn ich du wäre.

Man kann diese Aktionen kritisch sehen, unerlaubt dürften sie nicht sein, sonst wären sie schon längst verboten worden. Da werden evtl. auch noch Versicherungen daher kommen für Ausflüge oder Garderobe u.ä.

Deine Tochter muss lernen ein Nein zu akzeptieren, ganz einfach. Vielleicht kann man sich ja die Kinderzeitschrift auch mit mehreren teilen gehen?


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