Frage von Lyriker87, 41

Ist Wasserverschwendung durch häufiges Baden in Deutschland ok?

Ich wohne in NRW, kann ich da Baden so oft ich will, oder ist das unmoralisch?

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Energie, 36

wirklich unmoralisch in dem sinne ist es eigendlich nicht, denn davon, dass du in nrw mit dem wasser geizt, wird es in Florida während der dürre, oder in Namibia auch nicht mehr wasser geben. was halt eben steigt, ist der energiebedarf, weil das wasser ja auch irgendwie aufbereitet, gefiltert, durch die rohre gepumpt und vor allem zu dir transportiert werden soll...

mein persönlicher tipp: geh öfter mal ins schwimmbad. da tutst du was für den ort, in dem du das schwimmbad finanziell unterstützt, lernst nette leute kennen und hast vieeel mehr platz in der "badewanne"

lg, Anna

Antwort
von dompfeifer, 24

Wasser sparen ist unmoralisch!

Sofern man einen eigenen Wasserzähler hat, kann man etwas an Wassergebühren sparen. Das ist allerdings nicht wie hier vermutet, eine altruistische, sondern zutiefst egoistische Maßnahme. Mit dem Wassersparwahn werden die Wasserpreise in die Höhe getrieben und die Umwelt geschädigt:

Trinkwasser muss in den Leitungen in Bewegung gehalten werden, damit es nicht verkeimt, und Abwasser muss in Bewegung gehalten werden, damit die Abwasserkanäle nicht verstopfen. Durch den Wassersparwahn wird dieser gesamte Kreislauf derart zum Erliegen gebracht, dass nun vielerorts die Wasserwerker frisch aufbereitetes Trinkwasser ständig in die Abwasserkanäle spülen müssen, um diesen Kreislauf in Gang zu halten. Das kostet Geld und Energie. Bezahlt wird dieser ganze Wahnsinn letztlich von allen Trinkwasser-Kunden. Darin liegt der Egoismus der "Wassersparer".

"Wasserknappheit" ist schon ein seltsamer Mythos. In Berlin müssen wegen des hohen Grundwasserspiegels viele Keller ständig ausgepumpt werden. Und im restlichen Mitteleuropa (samt West-, Ost- und Nordeuropa) ist der Überfluss an Grundwasser und Oberflächenwasser ähnlich.

An anderen Orten ist die Zuführung des Trinkwassers für Menschen, Tiere und Agrarwirtschaft gelegentlich technisch etwas aufwendiger und somit teurer. Auf dem Ferienparadies Lanzarote z.B. wird nahezu das gesamte Trinkwasser aus dem Meerwasser gewonnen. Deshalb schimpfen die Touristen dort aber nicht über die Wasserpreise, sondern über die Whisky-Preise.

Andernorts können in Dürrezonen Unterprivilegierte ihr Vieh nicht hinreichend tränken und ihre Felder nicht hinreichend bewässern, weil sie sich einerseits keinen Wassertransport leisten können und weder hier wie auch andernorts, an den überschäumenden Wasserquellen, eine erträgliche Lebensperspektive erhalten. Im Grenzfall verhungern diese Armen aufgrund ihrer sozialen Lage, aber keinesfalls wegen des regionalen Wassermangels. Touristen,Geschäftsleute, Politiker und Diplomaten dürsten an keinem Ort der Welt. Wasser gibt es überall auf der Welt für die, die es bezahlen. Da findet sich immer ein billiger Wasserträger, oder, bei größerem zahlungsfähigem Bedarf, ein Wassertanklaster oder ein Investor in Wasserleitungsnetze,Trinkwasser-Aufbereitungsanlagen und Klärwerke.

Derartige sozialpolitische Skandale als Folge von Wassermangel zu verbrämen, und die Kriegsflüchtlinge als Klimaflüchtlinge vorzuführen, stellt schon einen menschenverachtenden Zynismus dar! 

Kommentar von weckmannu ,

sehr kurz gedacht. Durch über mäßigen Wasserverbrauch wird Energie verschwendet und die Kommune braucht mehr Kapazitäten in der Kläranlage

Kommentar von dompfeifer ,

Besonders kurz gedacht: 

Wo wird den heutzutage "übermäßiger Wasserverbrauch" vermeldet, also Überlastungen der Ver- und Entsorgungsanlagen? Das Problem stellt sich doch genau umgekehrt dar!

In vielen Kommunen muss heutzutage der Wasserumsatz wie oben beschrieben sinnlos aufrechterhalten bleiben: Die technisch erforderliche Menge Trinkwasser wird mit besonderem Energieaufwand direkt in die Kanalisation gespült. Dieser sinnlose Kreislauf wird umso arbeits- und energieaufwendiger, je mehr Wasser an regulären Zapfstellen "eingespart" wird. Dabei läuft nur ein Teil des Trinkwassers buchstäblich am privaten Wasserzähler vorbei. Davon wird es nicht weniger!

Antwort
von Suboptimierer, 41

Naja, solange es dir etwas bringt, du dich also sauberer oder wohler fühlst, ist das in Ordnung. 

Wenn du es nur machtest, um zu beweisen, dass du es kannst, wäre das vergleichbar damit, dass du mit einem Geldschein dir die Zigarre anzündest, also unmoralisch.

Antwort
von Reanne, 26

Du kannst baden, soviel Du willst, nur Wasser und Strom oder Gas für das heiße Wasser ist halt teuer.

Antwort
von Gerneso, 26

Es ist nicht verboten. Man hat dann halt entsprechend hohe Wasserkosten.

Manche Menschen verurteilen es natürlich als Verschwendung. Aber es ist erlaubt und Dritte haben da kein Mitspracherecht.

Antwort
von tevau, 28

Die kommunalen Abwasserverbände beklagen sich, dass bei zu geringem Wasserverbrauch die Abwasserleitungen nicht mehr ausreichend durchströmt werden und Schlammsedimente die Leitungen zusetzen. So gesehen würdest Du sogar eine gute Tat tun, wenn Du möglichst viel Wasser in den Abfluss entlässt. Außerdem gibt es in Mitteleuropa mehr als ausreichend gutes Wasser.

Aber das Baden hat einen ganz anderen "unethischen" Nebeneffekt: Sofern Du nicht in kaltem Wasser badest und das Wasser auch nicht ausschließlich durch eine Solaranlage erwärmt wurde (und das ist im Winter kaum der Fall), verbraucht das viele Baden auch sehr viel Energie - Wasseraufheizung ist um ein Vielfaches energieaufwändiger als die Raumheizung.

Wenn das Wasser also mit Heizöl, Gas oder nichtregenerativ gewonnenem Strom erwärmt wurde, belastet das Baden die Umwelt durch irreversiblen Ressourcenverbrauch, Emissionen von CO2, Treibhauseffekt, Klimaerwärmung.

Von den hohen Kosten mal ganz abgesehen.

Kommentar von dasadi ,

Das ist alles richtig und mir auch bekannt. Aber wurde hier nicht nach dem moralischen Gesichtspunkt gefragt ?  Auch wenn bei uns sogar angeblich "zu wenig" Wasser verbraucht wird, so fehlt es aber auf der anderen Hälfte der Erdkugel so sehr, dass Menschen, Tiere und Pflanzen sterben. Wir können unser Wasser dort nicht hin transportieren, dennoch ist dies für mich eine moralische Verwerflichkeit. Denn alles was dieser Planet uns schenkt, sollte mich Bedacht genutzt und geschätzt werden.

Kommentar von tevau ,

Woran misst Du denn Moral? Moral sollte doch keinen Selbstzweck erfüllen, sondern immer davon bestimmt sein, dass sie der Gerechtigkeit gegenüber anderen Menschen und anderen Lebewesen dient - z.B. auch dadurch, dass der Lebensraum als Bestandteil der Schöpfung erhalten bleibt.

Ich kann aber nicht erkennen, dass sich irgendjemandes Lebenssituation in anderen Weltgegenden verbessert, wenn Du hier weniger Wasser verbrauchst. Wem soll Deine Moral also dienen, wozu ist sie gut?

Als Selbstzweck wird die Moral zur Religion. Und woran Du glaubst, ist allein Deine Sache. Hauptsache, Du wirfst niemand anderem vor, unmoralisch zu handeln, weil er mehr Wasser verbraucht als Du.

Denn ob das Grundwasser am Ende über Gewässer und Flüsse im Meer landet oder über den Umweg von Brunnen, Wasserwerk, Leitungsnetz, Badewanne, Abwasserleitung, Klärwerk und Fluss ist am Ende ziemlich egal. Wasser wird genaugenommen nicht "verbraucht". Es wird "gebraucht".

Antwort
von freenet, 22

Du kannst so viel Wasser verbrauchen wie Du möchtest. Hauptsache Dein Geldbeutel macht das mit!

Antwort
von 3829364, 40

Wenn du weniger badest haben die Kinder in Afrika auch nicht mehr Wasser, also lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. 

Kommentar von dasadi ,

Seltsame Sichtweise - das Wasser ist für alle knapp, nicht nur für Afrika. Vor allen Dingen ist es unwiederbringlich.

Kommentar von tevau ,

Es ist in Mitteleuropa alles andere als unwiederbringlich und auch nicht knapp. Wasser wird nicht (wie Erdöl) einmalig aus der Erde geholt und ist dann weg. Wasser verdunstet, vor allem über dem Meer, bildet Wolken und regnet über dem Land wieder ab, sickert in den Boden, wird dabei gereinigt und kann wieder entnommen werden - das ist ein ewiger Kreislauf. Das gilt natürlich nur für regenreiche Gegenden wie Mitteleuropa.

Kommentar von dasadi ,

Es ist zwar richtig, dass Wasser zu einem Kreislauf gehört, aber ist es nicht so, dass es jedesmal schlechter wird ? Z.b. ist festgestellt worden, dass missgebildete Kröten und Fische in Gewässern leben, weil unkontrolliert Wirkstoffe von Diclofenac durch das Abwasser (Hände waschen nach dem Eincremen) hineingeraten. Nun denn, wenn wir Europa verlassen, haben wir in den USA eine Wasserknappheit, denn dort wird im Sommer das Wasser rationiert und bei Zuwiderhandlung wird bestraft. So ganz funktioniert der Kreislauf dort nicht mehr, also frage ich mich, wieso er in Europa auf Dauer funktinieren sollte.

Kommentar von tevau ,

@dasadi: Redest Du jetzt über Verunreinigung der Umwelt oder über den Wassergebrauch? Geht es Dir um die Menge an Diclofenac oder um die Menge an Wasser? Den Ökosystemen ist es ziemlich egal, mit welcher Menge Wasser Du Deine Dosis Diclofenac in den Fluss spülst. Oder andersrum gesagt: Mit der Häufigkeit des Händewaschens steigt doch die Menge an dem medizinischen Wirkstoff Diclofenac nicht, die Du verbrauchst.

Was die USA betrifft: Erstens betrifft die Ausdorrung des Bodens bzw. von Oberflächengewässern durch Trinkwasserentnahme nur einen Teil der USA, nämlich die Wüstengegenden vor allem östlich von Los Angeles. Und ja: Dort kann ein bestimmtes Verbrauchsverhalten durchaus umweltschädigend sein und damit unmoralisch, wenn man den Umweltschutz als Teil moralischen Handelns versteht.

Du hast aber nicht von Los Angeles gesprochen, sondern von NRW. Leider gibt es noch keine Wasserleitungen von Düsseldorf nach Hollywood, über die ein Defizit am anderen Ende der Welt kompensiert werden könnte.

Wenn es irgendwann hier zu einem Ungleichgewicht kommen sollte, stellt sich die Frage neu. Bis dahin ist es eine Religion.

   

Kommentar von dasadi ,

Nun,kann man das wirklich trennen ? Wenn es um die Unwiederbringlichkeit des Wasser geht, ich hätte vielleicht sagen sollen, sauberes Wasser ist unwiederbringlich. Da die Qualität durch die immerwährenden Verunreinigungen, die sich nicht alle ausfiltern lassen, siehe mein Beispiel mit Diclofenac; schlechter werden muss, tu ich mich schwer mit zu starkem Verbrauch. Denn eine Badewannenfüllung enthält auch wieder Zusatzstoffe, die sicher irgendwo zum Teil zurückbleiben. Wasser, das einfach nur unbenutzt in den Kreislauf zurück fließt, ist in unseren Graden nicht verwerflich, es mindert sogar die Konzentration der bedenklichen Stoffe. Dennoch fällt es mir schwer, Wasser ungenutzt in den Abfluss rauschen zu lassen, wenn ich weiß, woanders könnte jeder Tropfen dieses Nasses Leben retten. Wenn es in der Gegend von Los Angeles zu einer Knappheit kommen konnte, kann es das doch auch irgendwann hier, aber das wird sehr sehr lange dauern. Doch auf ewig hält unsere Öko-System hier nicht. Aber das ist schlimme Zukunftsmusik, da geb ich Dir Recht.

Antwort
von DarkScammer321, 24

Die Gesamtmenge an Wasser auf der Erde kann eigentlich nicht abnehmen und es macht auch kaum einen Unterschied, da das Wasser wenn du es nicht benutzt auch nicht einfach nach Afrika kommt und da Kindern hilft, ob es für dich unmoralisch ist wird dir dann deine Wasserrechnung sagen.

Antwort
von dasadi, 29

Wasserverschwendung ist niemals o.k., egal wo man wohnt.

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