Frage von BJ95ffm, 102

Ist unsere Gier und Verschwendung christlich?

Hallo,

wir Menschen sind ja so gestrickt, das wir gerne mal mit Ressourcen verschwenderisch umgehen, meiner Meinung nach.
Z.B wenn wir uns jedes Jahr Böller kaufen und das ganze Geld und Papier einfach mal so verballern oder wir einfach mal eine Süßigkeit oder ein Gegenstand oder Lebensmitteln oder auch Einkaufstüten gerne mal 5 mal verpacken ob es Papier ist oder Plastik ist völlig egal. Oder wenn ich 1 mal im Monat tanken gehe. Ist das so okay? Nach religiöser und menschlicher Sicht ?
Gibt es dort was konkretes in der Bibel oder anderen Büchern  wie man z.b diesen Lebensstil besser leben könnte ?
Ich mache mir immer Gedanken, wenn ich diese Haltung unterstütze, wenn ich z,B bei einem deutschen Discounter Einkaufen gehe. Naklar könnte man es irgendwie anders regeln und allem, aber wir Menschen machen es uns wirklich leicht. Auch wenn es heißt das wir den Müll trennen & auch dann es verarbeiten, aber wirklich besser  macht es das Sache nicht, oder?

BITTE ERNST NEHMEN!!

Liebe Grüße!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Philipp59, 8

Hallo BJ95ffm,

Du hast Recht, die Menschheit geht mit den Ressourcen der Erde wirklich nicht sehr schonend um. Jeder Einzelne von uns hat gegenüber der Umwelt sicher eine Verantwortung und so sollte man sich überlegen, ob man wirklich alles braucht, was uns Wirtschaft und Industrie so großzügig zur Verfügung stellen.

Die Bibel hingegen propagiert einen ganz anderen Lebensstil. Zum Lebensstil eines Christen gehören Verantwortungsbewusstsein, Bescheidenheit und ein gesunder Sinn. Dazu heißt es in der Bibel in 1. Petrus 4:7: "Seid daher gesunden Sinnes ...". Auch Jesus Christus zeigte, wie man trotz eines einfachen Lebens zufrieden sein kann. Jesus selbst sagte gemäß Matthäus 8:20: „Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann.“

Auch seine Nachfolger sind dazu aufgerufen, bescheiden zu sein. Dazu schrieb der Apostel Paulus: "Wenn wir also Lebensunterhalt und Bedeckung haben, werden wir mit diesen Dingen zufrieden sein." (1. Timotheus 6:8)

Auch wenn jeder Einzelne in seinem privaten Umfeld einiges verbessern kann, so liegt doch die Lösung der großen Probleme der Menschheit nicht in den Händen der Menschen. Die Bibel lässt erkennen, dass der Mensch nicht dazu in der Lage ist, das Steuer herumzureißen und völlig andere Wege zu gehen. In dem Bibelbuch Jeremia steht: "Ich weiß wohl, o Jehova, dass nicht beim Erdenmenschen sein Weg steht. Es steht nicht bei dem Mann, der da wandelt, auch nur seinen Schritt zu richten. (Jeremia 10:23)

Aus diesem Grund wird Gott nicht endlos zusehen, wie die Menschen die Erde zugrunde richten. Gott wird, wie es in Offenbarung 11:18 heißt, "die verderben, die die Erde verderben." Gott wird für eine Regierung sorgen, die nicht auf Habsucht, Machtgier und Korruption ausgerichtet ist. Diese Regierung in den Händen Jesu Christi wird Schluss machen mit jeglicher Form von Verschwendung und Umweltverschmutzung. Bei dieser Regierung handelt es sich um das Reich, um das Christen schon seit Jahrhunderten im Vaterunser beten, wenn sie sprechen: "Dein Reich komme ...." (Matthäus 6:9,10)

LG Philipp

Antwort
von Schwoaze, 48

Der Zusammenhang, den Du zwischen Lebensweise und Glaube herstellst, ist mir unbegreiflich.

Dass unsere Art zu Leben früher oder später zum Kollaps führen muss, ist mir vollkommen klar. Nur kann man als Einzelperson nicht all zu viel tun.

Kommentar von indiskret ,

"Der Zusammenhang, den Du zwischen Lebensweise und Glaube herstellst, ist mir unbegreiflich"  .... mir auch :D

Antwort
von berkersheim, 17

Erstens: Als die Ethik des Christentums in den ersten 300 Jahren nach Christi Tod formuliert wurde (in den Evangelien, Lehrbriefen und der frühen Theologie), gab es noch keine Plastiktüten und keine Feuerwerkskörper. Es gab aber Sklaven und interessanterweise haben sich die frühen Schriften des Christentums nicht gegen die Sklavenhaltung ausgesprochen. D.h. auch die waren realitätsangepasst! In der Vorstellung des Menschen als Krone der Schöpfung ist der sich um die Schöpfung sorgende Mensch nicht vorgesehen. Die Idee des sich um die Schöpfung mitsorgenden Menschen kam erst sehr viel später. Da war z.B. Spanien schon ziemlich abgeholzt. Außerdem kann man gerade am Christentum und seiner Geschichte lernen (weil wir sie halt gut kennen), wie sehr idealistische Idee und gelebte Wirklichkeit auseinanderklaffen können. Das sollte uns vorsichtig machen, wenn abstrakte Ideen zu Ideologien gerinnen. Für sich kann jeder seine Ideen leben und ausprobieren, ob sie überhaupt funktionieren. Und selbst wenn sie bei ihm funktionieren, ist das noch keine Berechtigung, sie anderen gewaltsam überzustülpen.

Kommentar von Franz1957 ,

Es gab aber Sklaven und interessanterweise haben sich die frühen Schriften des Christentums nicht gegen die Sklavenhaltung ausgesprochen. D.h. auch die waren realitätsangepasst!

Paulus hat im Brief an Philemon etwas viel radikaleres gesagt, als es eine These gegen die Sklavenhaltung gewesen wäre: Er forderte dazu auf, den Sklaven nicht mehr als Sklaven, sondern als lieben Bruder zu behandeln. Das ist deshalb radikaler, weil es für den Angesprochenen tatsächliche Konsequenzen hat. Die Sklaverei als Institution ist inzwischen (wenn auch nicht überall) abgeschafft, und durch modernere Formen der Ausbeutung ersetzt worden, was sie aus unserer Sicht erträglicher scheinen läßt, aber an dem Prinzip der Klassengesellschaft keine Spur geändert hat.

In der Vorstellung des Menschen als Krone der Schöpfung ist der sich um die Schöpfung sorgende Mensch nicht vorgesehen.

Das Sabbatjahrgebot in 3. Mose 25 fordert den Menschen auf, der  Schöpfung ebenso viel Erholung vom Produktionsprozeß zu gönnen wie sich selbst. Allerdings hat sich in der Christenheit schon im 2. Jahrhundert der Antijudaismus durchzusetzen begonnen und mit ihm die Geringschätzung gegenüber dem alttestamentlichen Gesetz, und namentlich auch den Sabbatgeboten.

Die Vorstellung vom Menschen als Krone der Schöpfung ist ja nicht wirklich kompatibel mit der  biblischen Aussage, daß er Gottes Ebenbild sei, die ja weitreichendere Konsequenzen hat und dem Menschen unmittelbar die göttliche Rolle des Gärtners zuweist (mit dem Maria Magdalena den auferstandenen Jesus verwechselt, vielleicht kein Zufall.).

Außerdem kann man gerade am Christentum und seiner Geschichte lernen (weil wir sie halt gut kennen), wie sehr idealistische Idee und gelebte Wirklichkeit auseinanderklaffen können. Das sollte uns vorsichtig machen, wenn abstrakte Ideen zu Ideologien gerinnen. Für sich kann jeder seine Ideen leben und ausprobieren, ob sie überhaupt funktionieren. Und selbst wenn sie bei ihm funktionieren, ist das noch keine Berechtigung, sie anderen gewaltsam überzustülpen.

Das kann ich unterschreiben. Mich schaudert, wenn ich mir die Geschichte der Christenheit anschaue und kann es nur demütig und dankbar als Wunder bestaunen, daß überhaupt außereuropäische Völker bereit waren, den Gott ihrer europäischen Kolonialherren als den Ihren im Glauben anzunehmen.

Kommentar von hertajess ,

berckersheim:

Hübsch wie Du uns hier öffentlich darlegst absolut keine Ahnung vom Alten Testament zu haben. Denn hättest Du sie im Ansatz wüsstest Du welchen Müll Du hier rausgelassen hast. 

NT? Auch hier: Lesen kann Deinen Wissensmangel nur beseitigen. 

Kommentar von berkersheim ,

Ei, da bin ich ja bibelgläubigen auf die Füße getreten, die zur rechten Zeit und Gelegenheit immer eine halbe Zeile finden, die den ganzen Rest der Bibel und die 2000-jährige christliche Praxis in Frage stellt. Wenn Paulus dazu auffordert, Sklaven (christliche Sklaven!) wie Brüder zu behandeln, stellt er die Sklaverei prinzipiell nicht in Frage, soviel Logik sollte drin sein. Dass sich "hertajess" nur mit wüsten Beschimpfungen an die Zitatenauswahl von "Franz1957" anhängt, offenbart ihren christlich-friedlichen Geist. Über die Auszüge von "Franz1957" ließe sich diskutieren, er hat sich zumindest argumentativ die Arbeit gemacht. Ich lass es mal so stehen und mag jeder beurteilen, ob die ausgesuchten Zitate die gesamte Praxis aushebeln.

Antwort
von indiskret, 30

Bitte nicht immer alle Menschen über einen Kamm scheren.

Ich bin weder gierig, noch gehe ich mit unseren Ressourcen verschwenderisch um. Ich habe noch keinen Pfennig bzw. Cent für unnützes Feuerwerk ausgegeben. Zum Einkaufen nehme ich waschbare Einkaufsbeutel aus Stoff oder einen Korb mit. Ich trenne den Müll schon seit Jahren und Umverpackungen, Werbung und sonstiges Papier gebe ich zur Wiederverwertung in den Papier-Container. Ich verschwende nicht unnötig Trinkwasser und drehe meine Heizung nicht bis zum Anschlag hoch. Ich bin also sehr umweltbewusst und habe absolut kein schlechtes Gewissen, wenn ich beim Discounter einkaufe. Warum auch?

Übrigens: Mit der Bibel hab ich nix am Hut :D

Antwort
von Schoggi1, 13

Hallo 

Nein...Gier und Habsucht ist Sünde. Ich  kenne aber sehr viele unreligiöse Leute die sehr Umweltbewusst leben. Anderseits kenne ich ''gläubige'' Leute die sich jedes Jahr eine neue Wohnungseinrichtung kaufen und überhaupt nicht umweltbewusst leben. Gut für mich ist wichtig dass ich als Christin mich nicht an Materielle Dinge klammere. Also ich bin sehr Genügsam und brauche nicht viel zu leben. Weil für mich sind halt andere Dinge im Leben wichtiger als jede Woche neue Kleider, der Schrank voller Schuhe etc... diese Lebensweise kann ich nicht unterstützen und ich sehe das schon als unchristlich an wenn man so lebt. Ich denke halt so, dass alles was mir gehört gehört auch Gott und ich habe eine gewisse Verantwortung weil Gott mir das alles ermöglicht hat. Deswegen frage ich mich auch oft wenn ich was kaufe ob es Sinn macht. 

Ich finde schon dass wir auf solche Dinge achten sollten. Der Welt sorge halten. Ich weiss aber dass ich da überhaupt nicht unschuldig und ich denke da sind mir manch Ungläubige viel voraus. Ich muss noch viel lernen was das Energiesparern anbelangt ;) 

LG

Antwort
von nowka20, 16

das christentum ist den europäern übergestülpt worden.

was christlich ist, daran müssen die sich erst gewöhnen. und das kann  lange dauern

Antwort
von BurkeUndCo, 41

Nastürlich ist es NICHT CHRISTLICH.

Aber es gibt praktisch keine Person auf der Erde, die wirklich christlich lebt und all ihrew Habe mit allen denkbaren Nächsten teilt. Denn dann wäre wirklich alleer Luxus weg.

Antwort
von waldfrosch64, 29

Gier ist im Christentum ein Laster aus dem viele Sünden wachsen .

Es kann also kaum Christlich gut gehissen werden und ist daher nicht christlich.

Du solltest hier nicht von Wir sprechen, jeder Mensch muss sich selbst prüfen in wiefern er abdriftet im Konsum und im Verhalten.

Das ist schliesslich eine Frage persönlichen der Verantwortung .

Aber ökologisches Gutmenschentum muss mann sich auch leisten können .

 

Kommentar von hertajess ,

Als ich noch im Schwarzwald lebte war es genau umgekehrt: 

Im Ländle der Ökospinner ist es kostspieliger unchristlich zu leben.

Selbstverständlich ist diese Tatsache all den vielen sturen Bauern zu verdanken die sich von irgendwelcher hirnlosen und ihren schleimenden Titelträgern nicht vorschreiben lassen die Umwelt mutwillig zu zerstören. 

Die wichtigsten Beteiligten zuletzt:

Die Bauersfrauen. Jene seltsamen Wesen die trotz EU ihre alten Obstsorten pflegen, die sich nicht zwingen lassen von Südzucker Plastik zu kaufen um daraus Brot zu backen, die ihren Kindern den aufrechten Gang in jeder Lebenslage vermitteln..... und jedem Mann der sich um sie bewirbt, um sie wirbt erklärt:

So on ned andersch. 

Antwort
von Lukasx97, 31

Von Bibelstellen die wirklich dagegen sind, weiß ich nichts. Aber du hast schon recht und das steht schon in der Bibel: Wir kaufen viel unnötiges Zeug, konsumieren mehr als wir brauchen und helfen nicht anderen Menschen, die einen Teil unseres Überflusses brauchen könnten. 



Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück. - Lk


Wer reichlich gibt, wird gelabt, 
und wer reichlich tränkt, der wird auch getränkt werden. - Sprüche




Antwort
von thefow, 23

Das Problem ist nicht Verschwendung ... das Problem ist:  Profit  und Menschliche Dummheit  ...  den es wird alles hergestellt um Geld zu machen ... daher sind andere Sachen für Investoren u.s.w. egal. Und Religion ist leider auch ein Teil menschliche Dummheit ... ist halt so. 

Antwort
von amike, 40

Wer ist denn wir? Frage doch einfach einmal die Menschen in Syrien, wie verschwenderisch sie leben - oder die Menschen in Indien.

Kommentar von RudolfFischer ,

Zum Verzicht gezwungen zu sein, ist keine Tugend. Die Frage wäre also, wie diejenigen Menschen (beispielsweise) in Syrien und Indien leben, die es sich leisten können, so wie wir zu leben.

Ich habe bislang bei syrischen Flüchtlingen keine besondere Neigung zu Verzicht oder ökologischen Anwandlungen erlebt. (Ich bin in der Flüchtlingshilfe engagiert.) Unsere Mülltrennung erstaunt und amüsiert eher. Aus begreiflichen Gründen haben die meisten im Gegensatz zu mir ein Smartphone, mit allen antiökologischen Folgen.

Man sollte also nicht immer nur einseitig die Schuld an allem bei den Europäern suchen. Wir sind alle nur Menschen.

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