Frage von Riizzaa, 35

Ist Trump auf der Seite von Europäer oder Russland bzw Putin?

Hallo

meine Frage ist es , ist Trump auf der Seite von Europa bzw NATO oder auf der Seite von Putin bzw Russland ? Was für ein Vorteile und Nachteile hat das für die Europa wenn Trump auf der Seite von Putin ist ?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 10

ist Trump auf der Seite von Europa bzw NATO oder auf der Seite von Putin bzw Russland ?

Trump wird am 20. Januar Präsident. Dann ist er Chef der US-Armee und als Präsident der USA vertritt er das Land auch in der NATO.

Die NATO - unter der maßgeblichen Führung der USA - wiederum bettelt schon seit einigen Jahren darum, den kalten Krieg wieder aufleben zu lassen.

Auch die aktuellen Sanktionen gegen Russland wurden maßgeblich von den USA gefordert (aber nicht durchgesetzt). Das mit dem Durchsetzen haben die Europäer entweder missverstanden; oder sie sind einfach zu hörig bzw. zu dämlich. Jedenfalls macht Amerika trotz der Sanktionen großartige Geschäfte in Russland. Nur die Europäer schauen in die Röhre.

Und da Putin bereits eine "eigene Weltbank" und einen "eigenen Weltmarkt" mit China, Teilen von Asien und Teilen von Südamerika plant, haben die Europäer (und letztlich auch die USA) noch zwei Möglichkeiten:

a) Sie können den Kalten Krieg wieder aufwärmen. Das hätte den Vorteil, dass man endlich wieder einen guten Grund zur Aufrüstung hat, nachdem in den vergangenen gut zwei Jahrzehnten irgendwie kein Feind glaubwürdig genug war, um aufrüsten zu können.

b) Sie können zusehen, dass sie den Anschluss nicht verlieren und nicht in Richtung "Dritte Welt" abrutschen. Das wird nicht heute oder morgen geschehen. Aber Russland, China, Asien und Südamerika arbeiten schon eine ganze Weile an ihrem Bündnis. Wenn das einmal feste Formen angenommen hat, sind Europa und die USA nur noch Bittsteller.

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Was für ein Vorteile und Nachteile hat das für die Europa wenn Trump auf der Seite von Putin ist ?


Nun, der Kalte Krieg (und damit die Wieder- bzw. weitere Aufrüstung) wären hinfällig. Und zugleich würde eine Annäherung an Russland bedeuten, dass man später nicht als Bettler dasteht, sondern - vielleicht, eventuell, hoffentlich - ein gleichberechtigter Partner wird.

Denn eines steht heute schon so fest wie das "Amen!" in der Kirche: Den Konzernen ist es egal, wo sie produzieren. Und es ist ihnen auch egal, wo sie verkaufen. Hauptsache, die Gewinne stimmen.

Deshalb werden sie, wenn sie glauben, dass sie in der "neuen Wirtschaftsmacht der russisch-chinesisch-asiatisch-südamerikanischen Marktzone" mehr verdienen können (und das werden sie irgendwann), sofort ihre Koffer packen und dorthin ziehen.

Die "westliche Welt" kann dabei nur zuschauen. Und wenn die Konzerne einmal weg sind, ist es auch mit der "Wirtschaftsmacht" passé. Dann kann der Westen noch an seinen in diesen Jahren nachgerüsteten Waffen lutschen und Allmachts-Fantasien entwickeln, was wäre, wenn...

Nur zwei Beispiele dazu aus einer langen Reihe:

  • Bereits heute besitzt China mehr als 75% aller Eisenerz-Vorkommen weltweit. Weitere 5-7% liegen in Russland unter der Erde. Du kannst dich ja mal umschauen, was bei dir so alles aus Eisen oder Stahl ist. ... Dann hast du eine Vorstellung, ab wann man in China betteln gehen muss.
  • Wenn der US-Dollar als Leitwährung ausfällt, gehen in Europa schlagartig alle Lichter aus. Dann ist es völlig egal, wie viel Deutschland wohin exportiert. Denn der Dollar als Konversions-Währung ist dann nicht mal mehr das Papier wert, auf dem er gedruckt wird. (Schon heute sind die USA höher verschuldet, als Griechenland jemals war. Nur die Leitwährung hält das Land noch oben.) ... Dann hat die westliche Welt noch zwei Chancen: Weltkrieg (in der Hoffnung, zu gewinnen oder gemeinsam unterzugehen) oder Betteln bei der neuen Wirtschafts-Weltmacht.

Russland allein ist wirtschaftlich schwach. Es ist, wenn überhaupt, ein wirtschaftliches Entwicklungsland. Doch die Hochmütigkeit des Westens hat ihn übersehen lassen, dass diese heutige Schwäche seine morgige Stärke ist: Denn fast alle Ressourcen - und Russland ist ein riesiges Land mit ungeheuren Mengen von Ressourcen - liegen noch unangetastet im Boden; während der Westen schon giftige Chemikalien in den Boden pumpt, um der Erde ein bisschen dreckiges Erdgas abzupressen...

Wenn da noch eine finanzielle Leitmacht (China besitzt allein rund 4 Billionen(!) US-Dollar an Währungsreserve, könnte also, wenn es wollte, heute Nacht - und in einer einzigen Nacht - den Westen finanziell ruinieren) dazu kommt, wird es für die Hegemonial-Träume des Westens ("Wir bringen euch die Demokratie und die Marktwirtschaft!") zappenduster. Dann wird man schon froh und glücklich sein, wenn man in Europa keine Hunger-Revolten erlebt...

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Trump hat all das vielleicht nicht verstanden. Aber er ist - wie bei vielen seiner "Geschäfte" - offensichtlich bauernschlau genug, zufällig oder absichtlich die endgültige Katastrophe zu umschiffen und stattdessen den einzig zukunftsträchtigen Weg zu wählen.

Mittelfristig hat der Westen nur eine Chance, nicht allzu schnell zur "Dritten Welt" zu werden: Er DARF NICHT die Dritte Geige spielen. Er MUSS sich an Russlands Plänen beteiligen. ... Und genau das hat Trump - glaubt man seinen Ankündigungen - vor: Absichtlich oder nicht.

Wenn du nach der "Seite Trumps" fragst, lautet die Antwort also: Zunächst einmal ist er auf der Seite der Konzerne, der Superreichen, der Leute, die die wahre Macht besitzen. Aber in diesem speziellen Fall decken sich seine Interessen mit denen des "Durchschnitts-Michel-Steuerzahler-Westens" im Allgemeinen: Wie schnell soll der Abstieg gehen? - Trump versucht ihn zu bremsen; die NATO und andere konservative und reaktionäre Kräfte im Westen, die von der "alten Vor- und Allmacht vor dem Fall der Mauer" träumen, versuchen ihn zu beschleunigen...

Kommentar von atzef ,

Hehe, was für eine Geschichte... :-) Dem Westen droht der Absturz auf 3. Weltniveau, wenn es Putin nicht folgt. Großartig! Schreib ein Drehbuch! :-) Putin lässt das sicher verfilmen. :-)

Kommentar von Unsinkable2 ,

Kommt da noch mehr, als dieses geistig unterentwickelt wirkende Gestammel, atzef? Wie wäre es mit Fakten? Ja, ich weiß, damit tust du dich für gewöhnlich schwer, aber versuch's doch einfach mal. Zumindest ein Versuch gelingt dir doch meistens. Das wäre jedenfalls deutlich interessanter und könnte vielleicht sogar zu Erkenntnisgewinn führen...

Antwort
von voayager, 10

Es wird sich noch erst zeigen, ob die neue US-Regierung bei ihrer Haltung im Wahlkampf verbleibt. Verbessert sich tatsächlich das Verhältnis dieses Staates zu Russland, ist das natürlich sehr zu begrüßen, denn nichts ist kostbarer als der Frieden. Es kommt also darauf an Moskau die Hand zu reichen, damit so der Weg in Richtung Entspannung geebnet werde.

Antwort
von Othetaler, 12

Trump ist auf der Seite von Trump und ansonsten niemandem.

Antwort
von JoWind, 18

Warum oder? Wie definierst du "auf der Seite von stehen"? Die USA ist würde ich mal sagen in der Nato und wird es auch erstmal bleiben. Aber er will sich auch Russland nähern.

Antwort
von hummel3, 11

Trump ist ein typischer Kapitalist aus dem Musterland des Kapitalismus. - Damit ist er weder auf der Seite Europas, noch auf der Seite Russlands.

Für ihn zählt, so wie er sich seither präsentiert hat, nur seine "eigene Seite" und, wenn es ihm gelegentlich nützen sollte, bestensfalls die der USA.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 13

Trump ist in erster Linie auf seiner eigenen Seite.

Die Republikanische Partei steht eher für knallharten Antiputinismus. Sein Vize soll sich schon für eine Flugerbotszone in Syrien ausgesprochen haben, die eben auch militärisch durchgesetzt wird.

Schaun mer mal, wie sich da Reps und ihr Präsi aufstellen...

Antwort
von jimpo, 15

Trump hat nur eine Seite, seine EIGENE. Das werden alle nach seiner Vereidigung zu spüren bekommen.


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