Frage von Hannaschrr, 49

Ist Tiefenreausch das selbe wie Taucherkrankheit?

Wenn nicht, wo sind die Unterschiede?

Antwort
von Diverettes, 14

Ok, mir scheint, es werden hier drei Sachen vermischt:

1. Taucherkrankheit = Dekrompessionskrankheit

2. Tiefenrausch = Gasnarkose (auch Stickstoffnarkose, was aber irreführend ist)

3. Sauerstoffvergiftung

1. Die *Dekokrankheit* wird ausgelöst, wenn sich der im Gewebe gelöste Stickstoff zu schnell löst und dabei Bläschen bildet. Dies führt zu unterschiedlichen Symptomen wie Hautausschlag, Gelenkschmerzen bis hin zu Bewusstlosigkeit, Lähmung und Tot. (Ist aber bei einem konservativen Tauchgang normalerweise zu vermeiden, hört sich also dramatischer an als der Taucheralltag tatsächlich ist)

2. Die *Gasnarkose* kann sowohl durch Stickstoff als auch durch Sauerstoff ab einer Tiefe von ca. 30 Metern ausgelöst werden. Es ist nicht komplett erforscht, warum sie auftritt, der höhere Partialdruck der Gase scheint jedoch eine Alkohol-ähnliche Wirkung auf die Synapsen im Gehirn zu haben. Eine Gasnarkose ist nicht weiter schlimm sofern man ein paar Meter auftaucht, dann verschwindet sie wieder. Für technische Taucher, die sehr viel tiefer gehen als die normalen 30 Meter für Sporttaucher, ist die Narkose natürlich ein Problem. Deswegen mischen sie ihrem Gasgemisch Helium hinzu - dieses ist teurer, aber löst die Narkose nicht aus. Ein höherer Sauerstoffanteil, wie z.B. bei Nitrox, hingegen bringt keinen Vorteil wenn es um die Gasnarkose geht.

3. Die *Sauerstoffvergiftung* letztlich ist der Grund, warum für das Tauchen mit Nitrox (ein Gasgemisch mit höherem Sauerstoffanteil als in normaler Luft, typischerweise 32%) ein Kurs vorgeschrieben ist. Denn so gut Sauerstoff für unsere Körper ist, so schlecht kann er unter Druck werden. Mit dem höheren Druck unter Wasser wird auch der Sauerstoff im Gewebe gelöst, man spricht von dem so genannten Partialdruck. Wenn dieser über ein bestimmtes Limit geht, kann der Sauerstoff toxisch werden und heftige Krampfanfälle auslösen. An sich nicht direkt tödlich, doch da es dem Taucher nicht mehr möglich ist sich selbst zu kontrollieren, verliert er seinen Lungenautomaten und ertrinkt. Daher ist der oben schon beschriebene maximale Partialdruck von 1,6 - für viele Organisationen sogar 1,4 - nicht zu überschreiten.

Ich hoffe, dass hat die drei Begriffe etwas klarer gemacht. Alle drei Risiken lassen sich durch aufmerksames und umsichtiges Tauchen in 99,9% der Fälle verhindern. 

Antwort
von herja, 28

Ja.

Wie bei der Taucherkrankheit, löst sich beim Tiefenrausch im Blut vermehrt Stickstoff, je tiefer man taucht, je größer der Druck ist.

Kommentar von Hannaschrr ,

Okay, Dankeschön!

Kommentar von fischtauchen ,

nein

Antwort
von librarygirl, 25

Bei Tiefenrausch ist der Partialdruck einzelner Stoffe (z.B. Sauerstoff) so groß, dass diese für den Körper giftig werden und das ruft eine Alkoholähnliche Wirkung hervor (man spricht dann von einer Sauerstoffvergiftung). Diese hält allerdings nur unter Wasser an und ein Tiefenrausch hat nicht so gravierende Folgen nach dem TG wie eine Taucherkrankheit. Gemeinsam haben beide halt, dass sie nur in großen Tiefen auftreten und von dem dort vorherrschenden Partialdruck ausgelöst werden.

Kommentar von xLucer ,

Als Tiefenrausch ist NUR der Patialdruck auf Stickstoff wichtig da wenn der Sauerstoff erst bei einem Patialdruck von 1,6bar toxisch wird. Stickstoff hingegen ruft bei ca. 30m einen Tiefenrausch aus der vergleichbar mit dem Alkoholrausch ist. Also liegt ein großer Abstand zwischen Sauerstoffvergiftung und Tiefenrausch

Antwort
von fischtauchen, 19

Hallo,

unter dem Umgebungsdruck, der mit je 10 m Wassertiefe von 1 bar an der Oberfläche um je ein weiteres bar steigt, wird der eingeatmete Stickstoff toxisch und es entsteht der Tiefenrausch.

Die Taucherkrankheit oder der Tauchunfall oder Dekompressionsunfall entsteht, wenn zu lange und zu tief getaucht wird und die dann angesagte Aufstieggeschwindigkeit nicht eingehalten wird. Der überflüssige Stickstoff, eingeatmet in Tiefen über 10 m, löst sich im Blut und kann beim Aufstieg nicht genügend abgeatmet werden. Der Effekt der zu großen Stickstoffmenge im Blut ist im Körper ähnlich einer geschüttelten und dann geöffneten Sprudelwasserflasche. Es bilden sich Blasen im Blutkreislauf, die größeren Blasen können nicht durchfließen und verstopfen die Adern. Ergebnis: Taucherkrankheit ähnlich Schlaganfall, neurologische Ausfälle, die zum Tode führen können. Schnelle Rettung bringt eine Deko-Kammer.

Gruß Klaus

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