Frage von rega2031, 53

Ist tendenziell die Schauspiel- oder Synchronsprecherbranche härter?

Beide gehen Hand in Hand, aber in welcher davon bekommt man weniger leicht Aufträge/ist es "strenger"?

Das hängt natürlich ab von der Konkurrenz und den Anforderungen. Also anders ausgedrückt: Wo herrschen stärkere Konkurrenz und/oder höhere Anforderungen an den Auftragsuchenden?

Was meint ihr?

Antwort
von Tanzistleben, 8

Das lässt sich so nicht vergleichen. Die meisten, nein, eigentlich alle Synchronsprecher/Synchronschauspieler sind Theaterschauspieler, die das als - anstrengenden - Nebenjob machen. Manche haben auch das Glück, als Dauer-Synchronsprecher Hollywoodstars zu synchronisieren. Da fällt mir zum Beispiel der hochdekorierte österreichische Schauspieler Peter Matić ein, der bereits seit Jahrzehnten Ben Kingsley in all seinen Filmen synchronisiert. Trotzdem war er immer ein vielbeschäftigter Bühnenschauspieler, der auch bei Film und Fernsehen gut beschäftigt war und ist.  Allerdings sind solche Karrieren eher die Ausnahme und nicht die Regel.

Jedenfalls habe ich noch nie gehört, dass jemand vom Synchronsprechen allein leben kann. Hart ist die Branche auf jeden Fall, ganz egal in welcher Sparte! Der Konkurrenzdruck ist überall groß und man braucht außer Talent, Können und der Beherrschung des Handwerks, eine Menge an Geduld, Durchsetzungsvermögen, Disziplin und das unerlässliche Quäntchen Glück.

Antwort
von Philosophin26, 10

In der Schauspielbranche ist es schwieriger, weil deine Leistung so schwer messbar ist. Da spielt viel Glück und Connections eine Rolle dass du gute Rollen bekommst.

Als Sprecher kannst du dich mehr auf deine Fähigkeiten verlassen.

Antwort
von Pokentier, 4

Das kannst du pauschal nie sagen.

Synchronsprechen ist ein Teilbereich des Schauspiels. Daher heißt der Beruf auch eigentlich "Synchronschauspieler". Allerdings sind die meisten Synchronsprecher nicht klassische Schauspieler aus Film und Fernsehen, sondern überwiegend im Theater engagiert. Das hat vor allem handwerkliche Gründe, so musst du als Theaterschauspieler eher Rollen "überspielen", was im Synchron so gut wie immer der Fall ist, weil du eben deine Stimme als einziges Medium benutzen kannst.

Da die wenigstens Synchronsprechen hauptberuflich betreiben und auch nicht eine konkrete Ausbildung für den Beruf genossen haben, findet man sich erstmal in dem Sammelbecken des Schauspieler wieder. Insofern tummelt sich da eher die größere Masse.

Allerdings die wenigsten Synchronsprecher das ganze hauptberuflich. Die wenigsten können nur vom Sprechen allein leben. Die meisten sind eben parallel noch Schauspieler oder haben anderweitig ein zweites Standbein. Denn Synchronrollen sind, egal wie viele nach Deutschland kommt, immer noch rar gesät, gerade was Neu- und Quereinsteiger betrifft. In der Branche läuft das meiste über Kontakte oder Mundpropaganda zwischen den Leuten in der Szene, seien es Synchronregisseure oder Ton- und Schnittmeister. 

Beides läuft letztendlich aber gleich ab. Es gibt in den meisten Fällen ein Casting, in dem verschiedenen (Synchron)Schaupieler auf die Rollen ausprobiert werden. Beim Synchronsprechen gibt es zwar noch den Unterschied, dass es zum Beispiel Stammstimmen für etablierte Schauspieler gibt, andererseits werden natürlich etablierte Schauspieler bei entsprechend hohem Budget bevorzugt. 

Als Synchronsprecher musst du kämpfen, mit Zeit- und Konkurrenzdruck umgehen können, und du verdienst dich erst recht nicht dumm und dämlich. Oft kommt es vor, dass, sofern die Synchronsprecher eine höhere Entlohnung einfordern, diese dann lieber ersetzt werden. Meistens geht das vom Verleiher oder Sender aus, die Synchronstudios und -sprecher dienen hier lediglich als Dienstleister. 

Wie gesagt, du kannst es pauschal nicht sagen, da sich beides doch sehr voneinander unterscheidet. Die meisten Synchronsprecher sind Theaterschauspieler, Musiker oder haben das berühmte Vitamin B, dass sie über Kontakte oder Promi-Bonus (eher selten bei Familien- und Animationsfilmproduktionen) in die Branche reinkommen. Theaterschauspieler haben aber wesentlich öfter als Filmschauspieler ein festes Engagement, das sie oft zum Stammessemble des Hauses gehören. 

So oder so, vergleichbar sind nur die Verhältnisse in der Branche, miteinander vergleichen ist doch eher schwierig.

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