Hab gerade bei einer anderen Frage gelesen, daß man beim Essen nichts trinken sollte, da die Verdauungssäfte verdünnt werden und so die Nahrung schlechter verwertet werden kann. Nun ist mir spontan in den Sinn gekommen, daß das doch eigentlich gut sein müsste wenn man eine Diät macht, oder nicht??? Zweite Frage, die vielleicht etwas ähnlich ist: werden eigentlich alle Kalorien die ich zu mir nehme verwertet? Auch wenn ich besonders viel in mich hineinstopfen würde?

Erstmal zur zweiten Frage: Egal wie viel du isst - es wird ein gewisser Teil der Kalorien sofort verbraucht (Energiegewinnung/-verbrennung) und der Rest, vor allem, wenn man zuviel isst, wird in Fett umgewandelt und später als Pölsterchen gespeichert.
Kohlenhydrate werden in resorbierbare Glukose umgewandelt und generell recht schnell verbrannt. Sie sind die Energielieferanten ("Powerspritzen") schlechthin.
Fette, vor allem gesättigte Fettsäuren (hauptsächlich tierisch) oder Transfettsäuren, werden nicht als unmittelbare Energiequelle genutzt, sondern vielmehr als Fettreserven gespeichert oder für weitere Stoffwechselfunktionen benötigt.
Manche Fette werden aber auch gar nicht resorbiert, sondern über den Stuhl wieder ausgeschieden. Ballaststoffe können die Resorption der Fettsäuren verbessern.
Eiweiße werden in die lebensnotwendigen Aminosäuren zerlegt und resorbiert; unser Körper braucht diese "Bausteine".
Alle Nährstoffe (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette) werden also hauptsächlich zur Energiegewinnung und zur Energiespeicherung (Fettpolster) gebraucht und nahezu vollständig resorbiert. Der genaue Ablauf wäre zu komplex, um es hier darzustellen. Aber umso mehr Energie man aufnimmt (die über den Bedarf/ Verbrauch hinaus geht), umso mehr wird gespeichert, klar, ne? ;-)
Die Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe ect. werden sofort vom Organismus an die richtigen Stellen befördert und verbraucht bzw. teilweise gespeichert. Diese Stoffe haben jedoch keine Kalorien (nur die Nährstoffe).
Der Ratschlag, während oder kurz nach dem Essen nicht so viel zu trinken rührt daher, weil Menschen (vor allem jene mit einer trägen Verdauung) das Essen dann noch schlechter verwerten können. D.h. die Magensäure/ Verdauungssäfte, die die Nahrung zersetzen, wird verdünnt, somit könnte das Essen schwer im Magen liegen und die Bestandteile können nicht optimal resorbiert werden.
Gerade tierische Eiweiße und Fette benötigen eine hohe Menge an Magensäure bzw. viele Enzymspalter. Kohlenhydrate werden schon größtenteils durch im Mund und im Dünndarm aufgespalten und verwertet.
Deshalb soll man einen Salat bzw. Obst/ Rohkost ja auch stets vor der eiweiß- und fettreichen Hauptspeise verzehren, damit diese "leichten" Speisen nicht auf dem fetten, stark beschäftigten Nahrungsbrei "schwimmen".
Ob es nun wirklich so tragend ist, wenn man die Magensäfte bzw. das gesamte Magenmilieu "verwässert", kann ich nicht sagen. Ich kann es mir aber gut vorstellen.
Wenn Du viel zum Essen trinkst, wirst Du außerdem weniger essen können, da ein Teil des zur Verfügung stehenden Volumens mit Flüssigkeit gefüllt wird. Wobei das ganze nur bei der Flüssigkeit Wasser Sinn macht, denn fast alle anderen Flüssigkeiten beinhalten selbst Nährstoffe, in erster Linie Zucker, oder Inhaltstoffe, die die Verdauung und Verwertung zusätzlich beeinflussen.
Zur zweiten Frage: Bis Du soviel zugeführt hast, daß Dein Körper die zugeführte Nahrung nur noch teilweise verwertet, hast Du schon ein massives Problem mit Deinem Wohlbefinden.

Eine "schlechte Verdauung" ist NIEMALS gut und gerade während einer Diät ausgesprochen kontraproduktiv. Die Nahrung enthält Stoffe, die dein Körper braucht, um zu funktionieren. Wenn die nicht gut verwertet werden, bekommst du nur immer mehr Hunger.
JEDE Kalorie, die du in dich hinein bringst, schlägt irgendwo zu Buche. Und du brauchst sie auch, um leistungsfähig zu bleiben. Die Krux ist, die richtigen Kalorien an den richtigen Ort zu bringen.
Grundsätzlich rate ich dir von jeder "Diät" ab. Ernähre dich mit gesunder Mischkost (5 x täglich Gemüse und Obst, keine Transfette) und nimm einfach nicht mehr Kalorien zu dir als dein Körper verbraucht, dann bekommst du auch keine Gewichtsprobleme.
Schlechte Verdauung ist nie gut. Besonders bei einer Diät ist es wichtig, viel zu trinken, weil schon allein dadurch ein ziemliches "Sättigungsgefühl" eintritt und man von vorne herein weniger isst. Außerdem: Verstopfung heißt auch, daß alles "überflüssige" zu lange im Körper bleibt. Und ob das gut ist.............
Zu der ersten Frage: Man darf jetzt eine "träge" Verdauung nicht mit einer "verzögerten" Verdauung gleichsetzen.
Bei einer trägen Verdauung werden die Nährstoffe eher schneller in Fettpölsterchen angelegt oder der Körper ist enorm mit der Verdauung beschäftigt, was er dann z.B. durch ein schmerzhaftes Völlegefühl ausdrückt. Und ggf. können alle Stoffe (auch Vitamine etc.) nicht optimal resorbiert werden. Dann wird man viel eher wieder Hunger verspüren...
Erstmal danke für die ausführliche Antwort. Aber ich meine eigentlich etwas anderes. Wie die Verdauung in etwa funktioniert, ist mir schon bewusst. Meine Frage war eigentlich ob eine schlechte Verdauung nicht dazu führt, daß die Stoffe teilweise wieder ausgeschieden werden da sie eben nicht verdaut werden (Wie du schon sagst: Die Stoffe können nicht optimal resorpiert werden. Das wär doch rein theoretisch gut für meine Diät). Gleiches gilt für die zweite Frage. Ob ich mich dabei nun wohlfühle oder nicht ist erstmal egal. Ich hab das auch nicht vor, war halt rein aus Interesse
Habe mich schlecht ausgedrückt: Ich meinte, dass eine träge/ schlechte Verdauung nicht in dem Sinne positiv wäre, dass das Essen schneller und länger sättigt, was bei einer Diät ja förderlich wäre.
Am gesündesten lebt man, wenn man eine gesunde, optimal funktionierende Verdauung hat. Alle Nährstoffe werden zugeführt, wie sie benötigt werden, alle Vitalstoffe werden optimal resorbiert und man hat einen gesunden, nicht aber krankhaft gesteigerten Appetit und bleibt nachhaltig gesättigt.
Sorry für meinen Buchstabensalat. Herrje, ich belasse es mal hierbei. ;-)