Frage von Pflanzentanzen, 178

Ist Rotbuschtee ungesund?

Auf vielen (allen) Internetseiten ist ja zu lesen wie extrem gesund der Rotbuschtee ist.

Nun habe ich aber auf www.experto gelesen das er viel Fluor enthält.

Es ist doch bekannt das Fluor sehr schädlich ist.

Macht das den Rotbuschtee also ungesund ?

Antwort
von OlliBjoern, 68

Die Einteilung in "gesunde" und "ungesunde" Nahrungsmittel erzeugt bei mir immer ein ungutes Gefühl (es erinnert mich an Märchen, die die "Guten" und die "Bösen" klar definiert unterscheiden - jedoch ist die Realität meist irgendwo dazwischen).

Selbst wenn der Roibuschtee 1 mg/l Fluorid (das ist nicht Fluor! Fluorid ist das Anion) enthält: eine Fluorose tritt bei mehr als 20 mg pro Tag auf, also müsste man schon mehr als 20 l davon trinken (pro Tag). Das wird man nicht hinbekommen. :)

Wenn für den grünen Tee 5 mg/l angegeben werden, ist man unter 4 l auch noch nicht wirklich gefährdet. Aber soviel trinkt sicher niemand.

Ich persönlich trinke Roibuschtee und grünen Tee (halt in normalen Mengen), und hatte noch nie Probleme (und in Asien gibt es Leute, die trinken noch deutlich mehr grünen Tee als ich).

Kommentar von Pflanzentanzen ,

Ich wollte anfangen den Rotbuschtee jeden Tag zu trinken genauso wie ich es bis jetzt mit grünem Tee gemacht habe.

Ich wollte das hauptsächlich für meine Gesundheit tun und jetzt kam mir die Frage auf sich das sich gesundheitsmäßig  lohnt.

Ich meine es ist nicht so das ich den Tee nicht genieße nur so das ich ihn sonst nicht jeden Tag trinken würde.

Antwort
von konzato1, 67

Die Konzentration des Fluors im Rotbuschtee kenne ich jetzt nicht. Über Fluor habe ich in der letzten Zeit ein paar negative Sachen gehört. Ob die aber wahr sind oder nur zur allgemeinen Katastrophenstimmung passen, kann ich dir leider nicht sagen.

Allerdings wurden in dem Tee einige Rückstände von giftigem Unkraut (oder sowas in etwa) gefunden, welches mit den Büschen mitgeerntet wird. Aus diesm Grund trinke ich ihn nicht mehr.

Expertenantwort
von ArchEnema, Community-Experte für Ernährung, 70

Guter Punkt. Rotbuschtee hat offenbar knapp 1mg Fluorid pro Liter. Das ist soviel, wie in sehr fluoridreichen Mineralwässern. Grüner/Schwarzer Tee enthält aber oft noch ein mehrfaches (z.B. 5mg/l) und wird auch als sehr gesund gelobt.

So wie es aussieht ist zumindest letzterer nicht als Alltagsgetränk zu empfehlen einfach weil der Fluoridgehalt unkalkulierbar hoch ist und so die Gefahr einer Fluorose besteht.

Würde sagen, Rotbuschtee ist (je nach der Fluoridaufnahme aus anderen Quellen) zumindest grenzwertig...

Antwort
von Wurzelstock, 54

Fluor ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Es wird deshalb, wie Jod, z. T. dem Speisesalz künstlich zugesetzt.

In der Zahnpflege wird es in höherer Konzentration als Vorbeugemittel gegen Karies verwendet. Das ist ein bisschen knifflig, da das therapeutische Fenster sehr kein ist: Die wirksame Dosis liegt nur knapp unter der chonisch toxischen Dosis.

In einem handelsüblichen Tee kann nicht soviel Fluor enthalten sein, dass man sich darüber Gedanken machen müsste.

Kommentar von ArchEnema ,

Fluor ist ein lebensnotwendiges Spurenelement.

Äh... nein?! Braucht kein Mensch. Mag Karies entgegenwirken - aber das tut Wodka auch...

Kommentar von MonkeyKing ,

Nein, Fluor ist kein lebenswichtiges Spurenelement. Es gibt dafür keine Beweise.

Kommentar von Wurzelstock ,

Pardon, MonkeyKing - ich bin Diplompharmazeut. Wie alle Fachleute habe auch ich es nicht gern, wenn ein Laie etwas besser wissen will.

Kommentar von ArchEnema ,

Wie gesagt - Quellenangaben bitte. Müsstest du als Fachmann ja aus dem Ärmel schütteln können.

Falls nicht... sollte dir das zu denken geben.

Kommentar von Wurzelstock ,

Offenbar weißt Du nicht einmal, was der Begriff "Fachmann" bedeutet. Die Frage gehört zu meinem beruflichen Basiswissen, das ich mir während des Studiums anzueignen und in einem Staatsexamen nachzuweisen habe. Die Quelle bin also ich.

Natürlich braucht mir niemand zu glauben. Dann kann er sich  andere Quellen suchen. So, wie er sich ja auch den Arzt oder Apotheker aussuchen kann, wenn er Fragen hat.

Das soll er aber gefälligst selbt machen.

Kommentar von ArchEnema ,

Guck mal, ich hab auch ein Basiswissen. Und das sagt was anderes als deines. Ich halte mich lieber mal an die Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung:

"Fluorid ist ein Spurenelement, das überall in unserer Umwelt, daher auch in Wasser und Lebensmitteln vorkommt. Es ist für den Menschen nach heutiger Kenntnis nicht essentiell, d.h., lebensnotwendig. Geringe Mengen sind günstig für die Zahngesundheit (...)"

Quelle: http://www.bfr.bund.de/cm/343/verwendung\_fluoridierter\_lebensmittel\_und\_die\...

Kommentar von Wurzelstock ,

Ich bin Diplompharmazeut. Habe 30 Jahre lang als Apotheker gearbeitet. Zuletzt als Fachapother für Offizinpharmazie.

Und was bist Du?

Kommentar von ArchEnema ,

Ist ja fein. Ich hab auch ein Diplom. Aber was tut das zur Sache? Wollen wir jetzt vielleicht noch Körperteile vermessen?

Ich meine natürlich den Kopfumfang, nicht was ihr wieder denkt! ;-))

Kommentar von Wurzelstock ,

Was das zur Sache tut? - Ich habe Farbe bekannt. Jeder kann sich damit ein Urteil über meine Kompetenz erlauben.

Du tust es nicht einmal auf Anfrage. Auch das ermöglicht ein Urteil über Kompetenz.

Damit hat die Kontroverse ihren Zweck erfüllt.

Kommentar von ArchEnema ,

Ich habe doch Farbe bekannt. Ich bin halt kein Apotheker, na und? Hab nie behauptet einer zu sein. Ein Diplom macht niemanden unfehlbar.

Ich habe Quellen genannt. Unaufgefordert.

Du nicht. Auch nicht auf Anfrage. Nur was von Honorar gefaselt. Geh's eigentlich noch?!

Du hast keinerlei Belege dafür, dass Fluor ein essentielles Spurenelement ist. Dann solltest du vielleicht lieber aufhören, diesen Standpunkt zu vertreten.

Kompetenz ist hier überhaupt nicht der Punkt. Sondern die Faktenlage.

Antwort
von Lilalaunebaer69, 71

Fluorgas ist vielleicht schädlich.
Wie kommst Du denn zu der Aussage "Es ist doch bekannt das Fluor sehr schädlich ist." ???

Kommentar von ArchEnema ,

Nunja, es gibt keinen Mindestbedarf, aber eine Überdosierung/Vergiftung ist möglich. Hört sich also eher danach an, als sollte man die Fluoridzufuhr minimieren.

https://de.wikipedia.org/wiki/Fluorose

Kommentar von Wurzelstock ,

Es gibt sehr wohl einen Mindestbedarf. Im Normalfall wird der aber durch eine ausgeglichene Ernährung abgedeckt.

Kommentar von ArchEnema ,

Wer sagt das? Quellen bitte.

Es gibt meines Wissens keinerlei Hinweise darauf, dass Fluor ein essentielles Spurenelement ist. Bekannt sind nur Gefahren bei Überdosierung, aber keine Mangelerscheinungen.

Kommentar von Wurzelstock ,

Selbstverständlich gibt es Mangelerscheinungen. Nein. Keine Quellen. Wenn Du eine Weiterbildung in meinem Fachgebiet haben möchtest, kostet dich das Geld.

Kommentar von ArchEnema ,
Kommentar von Wurzelstock ,

Die können das halten wie sie wollen. Ich aber bilde nur gegen Honorar weiter.

Kommentar von Wadehaddedudeda ,

"Fachmann" bedeutet hier wohl eher, dass solche Menschen immer gut in irgendeine Schublade reinpassen. Und der wohlgebildete Herr Wurzelstock scheint meines Erachtens nach gut in die Schublade "Seminarleiter" zu passen...

...zumindest wenn der Umsatz stimmt.

Kommentar von OlliBjoern ,

Der einzige positive Effekt, der mir bekannt ist, ist die Kariesprophylaxe. Hydroxylapatit wird durch Fluorid härter, im Körper heißt dies: der Zahnschmelz wird härter (und widerstandsfähiger gegen Karies).

Ansonsten gibt es meines Wissens nach keine positiven Wirkungen. Es gibt bei hoher Fluoridzufuhr negative Wirkungen, aber ich bezweifle sehr, dass man diese mit Roibuschtee erzielen kann.

Kommentar von ArchEnema ,

Nicht nur härter, auch spröder. Das mag beim Zahnschmelz nicht auffallen - aber Fluoride werden ja auch in andere Knochen eingebaut...

Die Hauptwirkung von Fluoriden in der Kariesprophylaxe wird wohl deren desinfizierende Wirkung sein.

(Observationale!) Studien, nach denen das Knochenbruchrisiko am geringsten ist wo das Trinkwasser um 1mg/l Fluorid enthält, sind vermutlich konfundiert: Kein Mineralwasser enthält ausschließlich Fluor. Vielmehr korreliert der Fluoridgehalt mit dem Gesamtgehalt an Mineralien - vorwiegend Calcium. Und Calcium gehört nun mal definitiv in Knochen rein. Risiko ist also wohl eher kein Fluoridmangel - sondern Calciummangel.

Antwort
von kaesdreher, 64

Fluor ist ganz sicher NICHT schädlich. Im Gegenteil. 

Kommentar von Pflanzentanzen ,

Von wo hast du diese Information?

Kommentar von kaesdreher ,

Von meinem Arzt. Er ist promovierter Mediziner. Im Gegensatz zu dir.

Kommentar von Wurzelstock ,

Beurteile ihn nicht so hart, Kaesdreher ;-)

Pflanzentanzen hat ja die Ausgangsfrage gestellt. Allerdings hätte er es vielleicht auch besser bei seinem Arzt oder Apotheker getan.  :-(

Kommentar von ArchEnema ,

Oder bei seinem Priester. Für Glaubensfragen ist nämlich der zuständig. XD

Kommentar von Wurzelstock ,

kaesdreher, offenbar ist kein User dem Link gefogt, auf den sich der Fragesteller beruft. Dort findet sich nämlich nichts über Rotbuschtee und Fluor, sondern wie man mit einer Webseite Geld verdienen kann.

Ansonsten ist Rotbuschtee ist ein Exot, der hierzulande nicht bekannt ist - entgegen dem Getöse im Internet.

Das Kraut drängt offenbar als typische Modedroge erst seit einigen Jahren auf den deutschen Markt, und ist prompt durch hohe Schadstoffbelastung beim Verbraucherschutz aufgefallen. Das schließe ich aus dem Wikipedia-Artikel. Aus meiner Berufszeit ist er mir nicht einmal dem Namen nach bekannt.

Kommentar von OlliBjoern ,

Also ich kenne den Rotbuschtee (oder auch Roibuschtee, eigentl. "Rooibos", afrikaans) sehr gut, er ist z.B. in christlichen Kreisen sehr beliebt (der ist dort sogar so bekannt, dass es schon Witze gibt, nach dem Motto

"schütt' den roten Tee weg!",

wenn man nicht als "christlicher Hauskreis" erkannt werden möchte).

Kommentar von Wurzelstock ,

Olli, ich betrachte die Entwicklung des Teekonsums über einen Zeitraum von etwa vier Generationen.

Grundsätzlich sollte man dabei unterscheiden zwischen einer arzneilichen Anwendung und der Verwendung als Heißgetränk im Rahmen der Ernährung.

Das taten die Konsumenten auch: Den Kamilletee fürs Abendessen kaufte man beim Kaufmann oder Drogisten, sofern man ihn nicht im eigenen Garten hatte. Vereinzelt waren ausländische bzw. überseeische Tees im Gebrauch wie Hibiskus und Mate. Beide waren relativ teuer.

Mit steigendem Wohlstand wurden die klassischen Haustees verstärkt durch Kaffee und schwarzen Tee ersetzt, der aber Kindern wegen des Coffein, aber auch wegen des Preises, vorbehalten blieb.

Daneben gabs den Bedarf an Arzneidrogen. Brauchte man  Kamillentee gegen einen Magenkatarrh, kaufte man ihn beim Apotheker. Manchmal auch dann, wenn man den Schrank davon voll hatte. Unter den Arzneidrogen gab es immer viele überseeische Drogen. Sie wurden über Apotheken und in etwas geringerem Maße auch über Drogerien gehandelt.

Mit steigendem Wohlstand wurden die klassischen Haustees zunehmend durch Kaffee und schwarzen Tee ersetzt, der aber Kindern wegen des Coffein, aber auch wegen des Preises, vorbehalten blieb.

Die Arzneidrogen wurden ab den 50er Jahren auf ihre Wirksamkeit untersucht und verloren ihren Nimbus als Heilmittel. Fast alle verschwanden aus den Pharmakopöen. Sofern eine Wirksamkeit nachweisbar war, wurden die wirksamen Agenzien isoliert und standardisiert. (Auch heute noch stammen über 50% der Arzneistoffe aus Pflanzen.)

So geriet der Tee in den Hintergrund der täglichen Gewohnheit. Dies aber löste in den 70er Jahren eine Nostalgiebewegung aus. Vor allem in der Jugendszene begann man, den Tee zu zelebrieren, so wie in der Szene der Halbseidenen die "schöne Tasse Kaffee" zelebriert wurde, "aber eine Schöne tasse Kaffee".

Die Teeläden entstanden. Sie konnten vom Krauten allein so wenig existieren, wie zuvor die Drogerien. Schwarzer Tee wurde in sämtliche Farben variiert, und mit allen erdenklichen Aromastoffen aufgemotzt. Je ausgefallener, desto interessanter, wobei der Geschmack eher eine untergeordnete Rolle spielte. Obwohl er die Ursache für den Zusatz zum puren Wasser ist.

Gleiches geschah auf dem Sektor der Arzneidrogen. Die allzeit bereiten Verschwörungstheoretiker argwöhnten, dass ihnen die "Blaue Blume" von der raffgierigen Pharmaindustrie vorenthalten würde, obwohl die selbst unermüdlich auf der Jagd danach ist.

Alle paar Jahre entdeckte jemand ein neues Wundermittel in der "Apotheke Gottes", mit der sogar die mittelalterliche Zeichenlehre der Heilpflanzen wiederbelebt wurde.

Vom Ginseng über Teufelskralle und Taigawurzel verlängerten die Wurzelseppen unermüdlich das Leben mit Gesundheit. Das meiste war bekannt, und schmeckte ebenso schlecht, wie es wirkte. Manches war neu, wie das Unkraut Weidenröschen oder die Grannen vom Mais. Haferstroh nicht zu vergessen! Ein findiger Geschäftsmann probierte es sogar mit Kappes in homöopatischer Dosis.

Vor allem war alles unglaublich gesund, und wenn wir heute alle so alt werden wie der Bulgare Ilja Rogoff, so verdanken wir das nicht nur dem Knoblauch und der Verkäuferin von Südfrüchten - auch sie braucht Multibionta -  sondern auch dem Importeur von Rotbuschtee. Weiter südlicher gehts nicht mehr, denn da wächst nichts mehr.

Meine eigenen Gewohnheiten beeinträchtigte das kaum, höchstens mal zum Ausprobieren. Ansonsten blieb ich den größten Teil meines Lebens tagsüber beim Kaffee, und abends bei Bier und Wein. Ich weiß! Furchtbar ungesund! Aber ich denke, ich werde es überleben.

Kommentar von ArchEnema ,

Der Link ist ja auch kaputt - die Top-Level-Domain ist abgeschnitten. Es muss "experto.de" sein, nicht nur "experto". Da ersetzt der Browser auf gut Glück ein "experto.com" oder ".net"  hinzu - und diese Domains stehen nunmal zum Verkauf.

( Mein Diplom ist eines in Informatik, da schau her. :D )

Der korrekte Link dürfte so gehen:

http://www.experto.de/gesundheit/ernaehrung/lebensmittel/rotbuschtee-ist-nicht-n...

Auszug:

Rotbuschtee enthält viel Fluor und kann daher bei der Vermeidung von Karies unterstützend wirken.

Kommentar von Wurzelstock ,

Ja, ArchEnema -das erklärt die Sache! Es ist ja bekannt, dass Informatiker besonders viel von Physiologie verstehen...

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