Edgar Niklaus am 20.07.2007 um 11:14 Uhr
Aufgrund der demografischen Untersuchungen ist diese Frage schon überlegenswert. Siehe hier http://tinyurl.com/2b3le7

Das Renteneintrittsalter sollte bei 65 bleiben. Jeder kann aber, wenn er will und auch kann, gerne weiter arbeiten. Wie lange, sollte jedem selbst überlassen sein. Für jeden Monat länger arbeiten gibt es immerhin auch Geld in den Rententopf.
Ich bin für die Rente mit 65. Wer eine Rente mit 67 oder sogar 70 fordert, hat das im Auge, was mal "Unwort des Jahres" war: "sozialverträgliches Ableben" der arbeitenden Bevölkerung!
Ganz im Gegenteil. Da ich davon ausgehe im Rentenalter meinen Lebensunterhalt mit Trickbetrügereien und kleineren Diebstählen bestreiten zu müssen, halte ich mich so fit wie möglich.
Sehr gut! Ich mach mit... :-))

Das ist alles schon interresant. Nur hilft es mir was. Ich habe mit knapp 15 Jahren angefangen zu arbeiten und darf nun bis 66, irgendwas arbeiten, wenn ich denn so lange noch bezahlte Arbeit habe. Klar ist, dass ich in die Altersarmut geraten werde. Ich arbeite bis 100 wenn es sein muss und ich es kann. :) LG Lotusblume
So siehts aus....
Ich frage mich schon was Rente mit 67 oder 70 soll (von den Finanzierungsproblemen einmal abgesehen) wenn ich an die Zahlen denke, die ich gerade vor Tagen gesehen habe. Die Erwerbsquoten aus dem Jahr 2003 für 55jährige Männer liegen bei 78,6 %, für Frauen bei 60,7 %. Bereits im 60. Lebensjahr liegen sie bei Männern nur noch bei 55,9 %. Ich bin kein Versicherungsmathematiker, aber was soll Rente mit 70 wenn 55 % der Männer mit 60 keine Stelle mehr haben?
Natürlich 45 % haben keine Beschäftigung ...

Wenn es in Deutschland Vollbeschäftigung gäbe, könnte man vielleicht darüber nachdenken. (Gefallen würde es mir auch dann nicht, wenn ich ehrlich bin.) Angesichts der realen Situation führt jedoch eine Erhöhung des Rentenalters zu einer Erhöhung der Arbeitslosigkeit. Da ältere Arbeitnehmer ohnehin schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, ist die Erhöhung des Rentenalters faktisch eine Rentenkürzung.
Nur mal so ins Blaue:
Nicht nach Lebensalter, sondern nach Beitragsjahren bemessen. Sagen wir mal: 45 Jahre Beitrag = 100% Rente. Für jedes Jahr mehr oder weniger gibt es Zu- oder Abschlag. Jeder geht in Rente, wenn er meint jetzt reicht die Kohle, unabhängig vom Alter.
Lotusblume12 am 20. Juli 2007 11:34 45 Beitragsjahre, wer soll die denn heute erreichen?. Denn können wir das ja heute schon ausrechnen, dass das weder mit 67 noch mit 70 was wird. Mein Sohn ist 29 und hat vor wenigen Wochen angefangen zu arbeiten. Mit Schule und Studium, kommen viele doch gar nicht viel Früher dazu sozialversicherungspflichtig arbeiten zu gehen. Das nächste Problem ist doch, dass sich viele aus der Solidargemeinschaft verabschiedet haben. Dies wird für die jungen Leute ja auch probagiert, darüber müssen wir uns heute wohl mehr Gedanken machen. LG Lotusblume
schurke am 21. Juli 2007 00:30 @FabersIllegalePolnischeHaushaltsHilfe , ich bin ganz Deiner Meinung. Warum soll ich 47 Jahre einzahlen, bzw. 49 Jahre und jemand der nur 20 Jahre eingezahlt hat, bekommt ev. die ähnliche Rente?
Fakt ist doch, das wer erst mit 29 Jahren anfängt einzuzahlen, ja in der Regel studiert hat, er zahlt z.B. als Assistenzarzt im Krankemhaus noch ein, wenn er/sie sich selbstständig macht und die "große" Kohle verdient, zahlen sie doch meist gar nicht mehr in die Rentenkasse ein.
Ein "Arbeiter" auf dem Bau z.B. der mit 16 seine Ausbildung beginnt und 45 Jahre geschuftet hat, der kann doch gar nicht mehr, das ist doch Augenwicherei. Warum soll der für die mit bezahlen, die sich Jahrelang auf ihrem Studium ausruhen?

Ich habe das Glück, nur 3 Monate hinten ran hängen zu dürfen.
Ein Renteneintrittsalter mit 67 oder gar 70 halte ich für völlig illusorisch: Wer wird denn dann noch in der Lage sein, seine Rente geniessen zu dürfen?
Bei mir ist noch ein anderes Phänomen: Zwangsläufig, weil vom Gesetzgeber vorgeschrieben, muss ich mit 60 meinen Dienst beenden, darf aber erst das gesetzliche Renteneintrittsalter in Anspruch nehmen. Soll ich fünf Jahre lang in der Nase puhlen?
Die Altersrente wurde in Deutschland vom Reichskanzler Bismarck eingeführt. Die Beiträge betrugen damals 3% vom Bruttoeinkommen. Es war eine individuelle Kapitalrente. Der Knackpunkt war allerdings, dass die meisten Bezugsberechtigten ihren Renteneintritt nicht erlebt haben.
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Ich glaube nicht, dass ich mit 67 die gesetzliche Altersrente werde beziehen können, schon weil bis dahin das Renteneintrittsalter höchstwahrscheinlich nochmals "angepasst" wird.

Was soll das, wenn die Älteren immer länger arbeiten müssen und die Jungen auf der Straße stehen ohne Arbeit?

Auch wenn alle "Betroffenen" die Erhöhung des Rentenalters natürlich und verständlicherweise gar nicht witzig finden - als die 65 mal eingeführt wurden, waren die Menschen in dem Alter ausgebrannt und hatten meist nicht mehr als weitere zwei bis drei Jahre zu leben.
Bekanntlich sieht das heute aus verschiedenen Gründen ganz anders aus und da Ludwig Erhardt nun mal diesen blöden "Generationenvertrag" eingeführt hat, ist die Rente bei dieser demographischen Entwicklung trotz Norbert Blühms Geschwätz eben nicht mehr sicher.
Die Erhöhung des Rentenalters ist einer der möglichen Wege aus dieser Klemme und 67 ist wohl der im Bundestag "gerade noch" vermittelbare Kompromiss - eigentlich müsste die Grenze noch höher liegen.
Hallo Demosthenes, wiewohl ich Deine Antworten ansonsten recht schätze, hier liegst Du meiner Ansicht nach neben der Spur. Dass die Arbeiter früher nur 67 oder 68 Jahre alt wurden, wäre zu beweisen; der Stress im heutigen Arbeitsprozess ist m.E. wesentlich höher, und viele sind deshalb schon vor Erreichen des 65. Lebensjahres "ausgebrannt"! Vielmehr kommt es doch darauf an, dass junge Menschen in Lohn und Brot gebracht werden und Menschen nicht mit 50 schon ihren Arbeitsplatz verlieren und dann keine Arbeitsmöglichkeiten mehr haben! Während Unternehmen Gewinne scheffeln, werden Arbeitskräfte "freigesetzt". Wir steuern darauf zu, dass ein Viertel der deutschen Bevölkerung an der Armutsgrenze lebt. Meinst Du wirklich, dass sich das durch die Erhöhung des Rentenalters ändert?!?! Eigentlich müsste die Grenze noch höher liegen??? Si tacuisses...!
demosthenes am 21. Juli 2007 20:49 @oldpaed:
Lag etwa die Lebenserwartung eines männlichen Neuge-borenen im Zeitraum 1901-1910 noch bei knapp 45 Jahren und die Lebenserwartung einer weiblichen Neugeborenen bei gut 48 Jahren, so haben wir es heute mit Lebenserwartungen von mehr als 74 bzw. mehr als 80 Jahren zu tun
Soweit ein Zitat zum Thema Lebenserwartung.
Sicher ist der Stress heute höher, andererseits die körperliche Belastung im Mittel sicher deutlich geringer, die Ernährung und die medizinische Versorgung besser und Arbeiter gibt es immer weniger.
Sicher gibt es das von Dir erwähnte Problem der Arbeitslosigkeit, wobei auf der anderen Seite die Zahl der offenen, nicht zu besetzenden Stellen zunimmt, in einigen Bereichen sogar recht heftig.
Über die Gründe liesse sich gut diskutieren, aber die Frage hier bezog sich ja ausdrücklich auf die demographische Entwicklung und die Probleme, die in der Rentenversicherung dadurch entstehen.
Danke für die Antwort. Meiner Ansicht nach darf man diese Frage allerdings nicht allein unter dem Gesichtspunkt von Statistiken und demographischer Entwicklungen sehen.
Viel wichtiger wäre die Anzahl der sozialversiherten Berufsjahre als so eine starre Regelung nach dem Lebensalter. Es kann ja kaum fair sein, das jemand mit 15 Jahren anfängt zu arbeiten und Beiträge zu zahlen, andere erst mit Ende 20 - mitte 35 den Weg ins Berufsleben finden. 50 Jahre Beitragszahler - das sollte das ziel sein - na und wer es sich dann leisten will bis mitte 30 zu studieren, der muß halt dann bis 85 malochen. Das wäre fair - und noch fairer wäre eine Art Stundenkonto - die aaarmen lehrer .-)