Frage von Wahchintonka, 187

Ist Religion Indoktrination der feineren, besonderen Art?

Wenn ja: Wie kann sie dann noch in demokratischen Staaten geduldet, geschweige denn gefördert werden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von amenuensor, 6

Wie korrumpiert man den Glauben?

Viele christliche Gemeinschaften ersetzen den Glauben durch "Überzeugungen", die aufgrund von Indoktrination entstanden sind. Dazu gehören leider auch die Zeugen Jehovas, die sich gern als "Saubermänner" in religiöser Hinsicht sehen und darstellen. Deshalb sei hier auf einiges hingewisen, was zum Grundmuster der religiösen Indokrination gehört:

Von Zeit zu Zeit taucht die Frage auf, unter welchen Umständen es möglich ist, den Glauben eines Menschen an den Schöpfer zu manipulieren, auch wenn der Mensch die Bibel als sein Grundgesetz betrachtet und das persönliche Verhältnis zu Gott pflegen will. Was muss man tun, um den Glauben zu korrumpieren?

Zuerst müsste man den Menschen das eigene Denken abnehmen. Man müsste durch ein propagandistisches Trommelfeuer das eigene Denken, das „unabhängige Denken“, als falsch und völlig unerwünscht darstellen. Man müsste es mit dem Odium des Verdächtigen, des Unrechten und Unanständigen versehen. Man müsste es als eine Gefahr darstellen, die den rechten Glauben verdirbt. Und da der Mensch allgemein denkfaul und verantwortungsscheu ist, dürfte es gelingen.

Die Propaganda muss darauf abzielen, das eigene Denken als negativ hinzustellen und betonen, dass „Fachleute“ es da oben viel besser können.

Die „Fachleute“ sind geistliche Würdenträger oder Funktionäre einer Religionsgemeinschaft. Um sie noch mehr über das allgemeine Volk hinauszuheben, muss die Propaganda diesen Führern eine göttliche Legitimation verschaffen.

Aber wie beschafft man sich eine göttliche Legitimation? Man muss ein Märchen erfinden. Die Leute hören gerne Märchen! Denken Sie an die Gründung von Rom, an die Katholische Kirche oder das Neue Leben mit der Priesterin Gabriele. Je wunderbarer, um so besser! Da darf man nicht zimperlich sein, denn der durchschnittliche Religionsanhänger ist nicht gewohnt zu fragen.

Er ist auch nicht darin geübt, sich wie die in der Bibel erwähnten edlen Leute von Beröa zu verhalten, die nämlich alles mit der Schrift (dem Alten Testament)  überprüften, was Paulus ihnen sagte.

Und wenn es jemand doch wagen sollte, sich so zu verhalten? Dann sagt man einfach, dass dieses Misstrauen die Führung verletzt! Der Führung kann man dann den Rat geben: "Seien Sie dann beleidigt und ergreifen Sie sofort entsprechende Maßnahmen, um den Fragesteller loszuwerden., denn „ein wenig Sauerteig durchsäuert die ganze Masse“. Sorgen Sie durch ein Religionsgericht dafür, den unbequemen Menschen hinauszuwerfen."

Die Führung muss in ein unzugängliches Licht gerückt werden. Man könnte behaupten, dass die Kirche, die sie repräsentiert, von Gott durch seinen heiligen Geist geleitet werde. Und da der Geist oder Gott keine Fehler macht, kann die Kirche oder die Religionsgemeinschaft natürlich auch nicht sündigen.

Man müsste so weit gehen zu sagen, dass der Wille der Führenden einfach Gottes Wille sei, und dass Aufbegehren gegen die Führung eine Rebellion gegen Gott sei.

Hat man das geschafft, dann wird sich der durchschnittliche Religionsanhänger davor hüten, irgendein Verhalten der Führung zu kritisieren.

Im übrigen muss man das Fußvolk klein halten. Immer wieder muss deutlich gemacht werden, dass alle irgendwie ungenügend seien. Die von oben kommende Unzufriedenheit ist ein gutes psychologisches Druckmittel. Es muss unterschwellig durchscheinen, dass niemand ausreichend arbeitet, um die Rettung zu verdienen.

In diesem Zusammenhang wäre es gut, mit der Hölle oder der Vernichtung zu drohen; am besten regiert man mit Furcht vor dem göttlichen Zorn. Das eigene Denken hat sich dem gemäß nur in den Bahnen zu bewegen, die von der Führung vorgegeben werden. Der Religionsanhänger soll strikt das nach-denken, was andere Menschen für ihn vor-gedacht haben.

Um das nicht zu plump erscheinen zu lassen, ist eine schlaue Theologie nötig, die einfache und klare Aussagen der Bibel einfach wegerklärt oder Dogmen bildet, an denen nicht gerüttelt werden darf. Und innerhalb dieses theologischen Gebäudes ist dann alles stimmig. Und nur innerhalb dieses Gebäudes muss man sich aufhalten, um sicher zu sein. Da kommen dann keine Zweifel mehr auf. Da passt dann alles gut zusammen.

Auch die Wirklichkeit da draußen muss dann mit der „richtigen“ Brille gesehen werden, sonst könnte es Probleme geben, wenn Theorie und Praxis oder Wirklichkeit nicht gut zueinander passen. Und alles dies muss mit Heuchelei gepaart werden!

Heuchelei ist eine perfekte Maske. Und nie darf vergessen werden zu sagen: „Wir haben euch alle lieb!“ Und wie ist mit dem Gewissen zu verfahren?

Religiöse Herrscher haben dieses „lästige Ding“ immer gefürchtet! Denn die Freiheit des Gewissens ist die Feindin der Manipulation und der Unterdrückung.

Um dieses Problem auszuschalten, sind Dogmen nötig, etwa dieser Art: „Innerhalb der Kirche, Organisation oder Religionsgemeinschaft gibt es keine Gewissensfragen, sondern nur Gehorsam!“ Solche Sätze machen sich gut, und sie führen dazu, dass sich das Gewissen des Einzelnen nur dort zu melden hat, wo es ihm von oben gestattet wird. Und wer sein Gewissen so gängeln lässt, hat keine Probleme, es zu überhören und Dinge zu tun und zu glauben, welche die Bibel verbietet.

Und schließlich gehört noch etwas anderes dazu, damit die Furcht vor dem selbständigen Denken und vor dem freien Gebrauch des Gewissens so richtig fruchtet: Man muss immer wieder behaupten, dass man nur in der Kirche, Organisation oder Religionsgemeinschaft gerettet wird! Draußen oder woanders, so muss der Eindruck sein, ist der Einzelnen verloren und von Gott betraft. Und nur diese Exklusivität, dieser alleinige Anspruch auf die Heilsvermittlung und die Gnade Gottes, machen es dem verführten Menschen sehr schwer, eventuell auf anderen Wegen sein Glück im Glauben zu suchen.

Durch schlaue Propaganda muss die Überzeugung eingehämmert werden, dass nur die Kirche, die Organisation oder die Religionsgemeinschaft ins ewige Leben führen, wenn man ihr strikt gehorcht. Und sollte jemand sagen, dass nur Jesus Christus der Weg zu Gott ist (Johannes 14:6), dann muss man entgegenhalten, dass sich Jesus Christus ja „treuer Menschen bedient“, um zu führen.

Man muss also alles versuchen, dass zwischen Gott und dem Menschen noch ein anderer Mittler oder Vermittler steht, nämlich die Kirche, die Organisation oder die Religionsgemeinschaft. (Die Bibel widerspricht hier zwar heftig in 1. Timotheus 2:5, aber darüber wagt sich niemand laut nachzudenken.)

Und damit das so richtig anschaulich wird, muss man in die Propaganda spezielle anschauliche Bilder einfügen, die deutlich machen, dass die Führung der Kirche, Organisation oder Religionsgemeinschaft der „verlängerte Arm“, das „Sprachrohr Gottes“ oder sein „Mitteilungskanal“ sei. Also: „Die Stimme der Führung ist die Stimme Gottes!“ Unter diesen Bedingungen kann der Glaube korrumpiert werden. Er kann zu einer reinen Angehörigkeit zur Kirche, Organisation oder Religionsgemeinschaft degenerieren. Dann steht nur noch das Bekenntnis und das Bekennen zu Gott, ohne das persönliche Verhältnis zum Schöpfer da, ohne das es nötig wäre, Gott als himmlischen Vater zu erkennen und zu lieben und ihm verantwortlich zu sein. Das Ganze wäre dann nur noch eine Mitgliedschaft in einer Kirche, Organisation oder Religionsgemeinschaft. Im Vordergrund stehen Zeremonien und Bräuche, die den Platz von gelebter Glaubensüberzeugung einnehmen.

amenuensor

Antwort
von PWolff, 81

Indoktrination: etwas, das Leute glauben sollen, die Lehrer aber selber nicht glauben?

Religion: Irgendwas mit "übernatürlichen Wesen" oder allgemein irgendeine Weltanschauung, die die Entscheidungen eines Menschen bestimmt?

Ich könnte jetzt hier kilometerlang schreiben, aber nur so viel:

"Indoktrination" ist nur sehr schwer - wenn überhaupt - von "Weitergabe von Überzeugungen" zu unterscheiden. Das kann nicht Aufgabe des Staates sein.

Wenn wir "wissenschaftlich nachgewiesenermaßen" falsche Vorstellungen unterdrücken wollen, geben wir in diesen Punkten die Freiheit der Wissenschaft auf - "Wissenschaft" beinhaltet die Vorläufigkeit aller ihrer Erkenntnisse. 

Wir müssen uns also zur Beurteilung der Falschheit von etwas auf einen "ethischen Konsens" beziehen. Mit allen Problemen, die damit zusammenhängen.

Bisher sind Religionen nur von Gemeinschaften bekämpft worden, die ihrerseits Religionen (im weiteren Sinne) waren oder zur Religion (im weiteren Sinne) geworden sind. Es ist eine sehr zweischneidige Sache.

Die allermeisten Religionen (im weiteren Sinne) verfolgen das Wohl aller Menschen und ihre Anhänger leisten damit wertvolle Beiträge für den Staat. Von daher ist es sinnvoll, sie zu fördern. Und es ist problematisch, Religionen auszusieben, die dies nicht tun, solange sie nicht offen dagegen vorgehen und/oder lehren.

Andererseits sind alle Anhänger von Religionen, die nicht eine vorgeschriebene Staatsreligion ist, in wenigstens einem Punkt unabhängig vom Staat, was sie für den Staat gefährlich macht. (Dass das nicht unbedingt eine schlechte Sache sein muss, sieht man an der jüngeren deutschen Vergangenheit.)

Von daher scheint es mir nur die Alternativen zu geben: a) verbindliche Staatsreligion (Nichtangehörigkeit steht unter Strafe), b) Duldung bis aktive Förderung von Religionen.

Kommentar von Wahchintonka ,

Ob die allermeisten Religionen wirklich so das Wohl aller Menschen verfolgen, wie es zu sein scheint?  Religionsunabhängige Philosophen und Weisheitslehrer hatten  ähnliche Absichten - kein geringerer als Epikur zum Beispiel, ein Philosoph der Freude und des  Glückes.

Kommentar von PWolff ,

Auch das bezeichne ich als Religion (im weiteren Sinne) - es ist eine Weltanschauung, die für einen Menschen die Basis seiner Entscheidungen ist.

Kommentar von Wahchintonka ,

Das ist reine Philosophie und angebotene Lebenshilfe gratis, ohne  irgendwelche dahinterstehenden Zwänge. Zwänge wie z. b.  "du musst, du sollst, du darfst."

Expertenantwort
von Nadelwald75, Community-Experte für Schule, 43

Hallo Wahchintonka,

alle Extreme sind schädlich. Das betrifft jede Arbeit mit Religion und jedes Agieren gegen Religion.

Religion ist ein Faktum - Indoktrination ist dagegen ein Verfahren, mit diesem Faktum umzugehen..

Allerdings kann die Art, wie Religion vermittelt wird, sehr unterschiedlich sein:

Nehmen wir mal als Stufung:

Religionskunde - Weitergabe dessen, was man für wertvoll hält - Erziehung zur eigenen Entscheidung - deine "Indoktrination der feineren Art" - direkte Indoktrination - Zwang - Gehirnwäsche.

Letztlich kommt es auf die Person oder Organisation an, die Religion tradiert. Und das ist kein Grund, Religion generell zu verbieten. Das wäre dann nicht nur eine andere Art der feinen Indoktrination, sondern schon Zwang. Und das geht dann in einer Demokratie (siehe Begriffe "Konkordat", Elternrecht", Persönlichkeitsrechte") schon gar nicht.

Ergänzung: Die Richtlinien für den Kath. Religionsunterricht enthalten beispielsweise die Formulierung:

Der katholische Religionsunterricht „soll zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube befähigen.“ Von daher hat er die Aufgabe strukturiertes und lebensbedeutsames Grundwissen über den Glauben der Kirche zu vermitteln mit Formen gelebten Glaubens vertraut zu machen die religiöse Dialog- und Urteilsfähigkeit zu entwickeln und zu fördern.


Kommentar von Wahchintonka ,

Ja, gefördert und entwickelt wird hierbei die eingeschränkte Dialog-und Urteilsfähigkeit - denn sie kann in diesem Fall nichts anderes als eingeschränkt sein.

Kommentar von Wahchintonka ,

Und die Erziehung zur eigenen Entscheidung scheint mir gerade in einem Religionsunterricht fehlplatziert, weil hinderlich, zu sein. Denn welcher Glaubens Verfechter würde z.b. darauf hinweisen, dass wir uns auch irren können, hinsichtlich unseres Glaubens.  

Antwort
von Giustolisi, 73

Religion funktioniert nur durch Indoktrinierung. Die Gläubigen müssen gleich mehrere Denkfehler so verinnerlicht haben, dass sie nicht mehr daran zweifeln. Dieser Denkfehler bezieht sich nur auf die Glaubensangelegenheiten ihrer Religion. So glauben religiöse Menschen ohne einen einzigen beleg zu haben an ihre Götter, aber genau das was sie von ihren Göttern überzeugt, kann sie nicht von anderen Göttern überzeugen. Daran erkennt man, dass die Indoktrinierung erfolgreich war.

Die meisten von ihnen wurden ja schon als Kinder indoktriniert, denn sind sie zu alt, kriegt man nur noch die Leichtgläubigsten unter ihnen.
Ohne Indoktrinierung gäbe es Religionen in ein paar Generationen nicht mehr.

Das Problem ist, dass ein Großteil der Menschen in demokratischen Ländern selbst im Sinne einer Religion indoktriniert wurde. Das verleiht den Religionen die Macht, ihre Interessen durchzusetzen.
Aus den gleichen Gründen wird auch das rauchen oder der Alkoholkonsum nicht verboten, beides ist wie der religiöse Glaube weit in der Gesellschaft verbreitet.

Antwort
von Raubkatze45, 73

ach, du meinst, ihr Atheisten könnt uns platt machen durch ein gesetzliches Verbot ?

Das haben schon viele versucht und nicht geschafft.  Wenn du dich  mit den Diktaturen atheistischer Staaten beschäftigt hättest, wüsstest du, dass trotz grausamer Methoden und Folter in Gefängnissen der Glaube im Untergrund lebt und weitergegeben wird -  sogar mehr als in unserem Wohlstandsland.

Die Frage muss gestellt werden: Wer indoktriniert denn da wen?  Staat, Eltern, Schule der atheistisch geprägten  Regime werden wohl kaum bei der Erziehung die freie Wahl lassen, sich selbst zu entscheiden. Für sie gilt die Indoktrination "Es gibt keinen Gott und wehe, wer an ihn glaubt".

Da bevorzuge ich doch glatt "die feinere und besondere Art", die den Vorteil hat,  mich nicht vom Gott dieser Welt abhängig abhängig zu machen.

Kommentar von Wahchintonka ,

Lass doch mal die Regime und Diktaturen aus dem Spiel. Niemand will dir deinen ganz persönlichen Glauben wegnehmen. Und einige von den o.g. Systemen wurden und werden von etlichen Religionsverfechtern eher unterstützt anstatt Widerstand zu leisten.

Kommentar von earnest ,

Platt machen?

Mal wieder: IHR und UNS?

Sprichst du - mal wieder - für ALLE Gläubigen? Das ist nicht die "feinere und besondere Art".

Mal abgesehen davon: Indoktrination - gleich welcher Art - lässt sich nicht durch Verbote aus der Welt schaffen.

Kommentar von Wahchintonka ,

Ihr die Flügel zu stutzen auch nicht? Oder machen wir das gerade ein bisschen schon?

Antwort
von Rosenblad, 22

Die Indoktrination beginnt dort wo der/die Gläubige(n) beginnt/beginnen alles zu glauben und hört dort auf wo man beginnt kritische Fragen zu stellen zu dem "das gab es schon immer", "das war schon immer so" oder "das sind unsere Feinde" und gegebenfalls Veränderung zu bewirken - nämlich dann wenn Religion zur bloßen Doktrin wird, zur bloßen Symbolik verkommt und wenn Religion von absoluter "Wahrheit" anfängt zu sprechen.

Antwort
von Walum, 71

Das Christentum prägt die abendländischen Moralgrundsätze und festigt die rechtsstaatliche Ordnung in der die Gesellschaft die Gesetze einhält. Das Regierungssystem erhält damit seine Machtbasis.

Kommentar von Wahchintonka ,

Wer hält denn diese abendländischen Moralgrundgesetze schon ein? "Du sollst nicht lügen" kann kaum ein Mensch einhalten, zumal wir nachgewiesenermaßen bis zu 400 mal am Tag lügen.  Ganz zu Schweigen von den frommen Sprüchen "Du sollst nicht töten oder nicht Ehe brechen"

Kommentar von Nadelwald75 ,

HAllo Wahchintonka,

.... oder solche unrealistischen Sprüche, doch keine Banküberfälle zu machen. Man sollte sie legalisieren, da sie sich doch nicht vermeiden lassen.

Antwort
von chrisbyrd, 38

Religions- und Meinungsfreiheit sind wichtige Grundrechte der Verfassung unseres demokratischen Deutschlands. Das gilt auch für andere demokratische Länder. In Länder, die keine demokratische Grundordnung haben, finden sich diese wichtigen Menschenrechte teilweise bzw. häufig nicht.

Außerdem findet sich Werbung an allen möglichen Punkten unseres Alltags: Im Fernsehen, auf Internetseiten, im Radio, auf Sportkleidung, in Sportstadien, fast täglich im Briefkasten, im Mailordner usw. Sollte man dies alles wegen Indoktrinationsgefahr verbieten? Werbung zielt schließlich darauf ab, neue Kunden zu gewinnen und Produkte zu verkaufen. Aber wie würde unsere Gesellschaft aussehen, wenn es keine Werbung mehr geben würde.

Müsste man dann auch Diskussionen verbieten? Schließlich sagen in ihnen Menschen ihre Meinung und könnten dadurch andere Menschen beeinflussen. Was würde man dann überhaupt noch äußern dürfen?

Warum sollten also Menschen nicht auch von ihrem Glauben erzählen und anderen mitteilen dürfen, dass sie für sich die Antworten auf wichtige Lebensfragen (wo wir herkommen und nach unserem Tod sein werden; was der Sinn des Lebens ist usw.) gefunden haben und was ihnen daran wichtig geworden ist?

Kommentar von Wahchintonka ,

Sich mit jemanden unterhalten oder eine Ware/Dienstleistung anzubieten, ist das eine, jemanden etwas unterjubeln, das andere. Wer kauft schon gerne eine schlechte, eine unbrauchbare oder gar eine heiße Ware?

Kommentar von chrisbyrd ,

Da es beim christlichen Glauben um eine persönliche Entscheidung geht, die in aller Freiheit getroffen werden muss, ist jeglicher Druck, jede falsche Indoktrination und jedes Unterjubeln wenig zielführend.

Es geht nur darum, anderen seinen Glauben mitzuteilen und ihnen von Gott zu erzählen. Jeder entscheidet dann selbst, mit diesen Gedanken etwas anzufangen und sich auch mit Gott zu beschäftigen oder nicht - in aller Freiheit und mit allen Konsequenzen...

Antwort
von Brainus, 96

Religionen dienen dazu, Menschen Erklärungen zu geben, für Dinge die sie nicht verstehen. Ebenfalls dienen sie dazu, Macht auf Menschen auszuüben um diese zu disziplinieren bzw. unter Druck zu setzen.

Die Frage von dir ist sehr gut. Normalerweise müsste man, wenn man das weiß, alle Religionen sofort abschaffen. Das Problem ist, dass so viele wirklich daran glauben.

Kommentar von Wahchintonka ,

Von Abschaffen kann und soll keine Rede sein. Die  dunklen Seiten bzw. Machenschaften von Religionen aufdecken und soweit wie möglich eliminieren, wäre schon machbar und wünschenswert

Antwort
von ceevee, 87

Ist Religion Indoktrination der feineren, besonderen Art?

Nein. Davon mal abgesehen kannst du den Menschen nicht verbieten, an irgendwas zu glauben. Wenn du Gott, Jesus, Allah und Buddha verbietest, dann suchen sie sich eine Alternative und glauben halt an Pikachu. Religionen haben übrigens auch positive Aspekte.

Grundgesetz Artikel 4 kennst du? Und die South-Park-Folge, in der Cartman in die Zukunft reist, wo Religionen verboten sind und sich drei Atheisten-Gruppen bekriegen, auch? ;)

Kommentar von Wahchintonka ,

Denken und glauben kann jeder was er will. Verbieten würde da ohnehin nichts nützen. Denke die schlimmsten Gedanken - niemand kann dich dafür verurteilen oder gar ins Gefängnis werfen.

Antwort
von Andrastor, 37

Wieso "fein" und "besonders"?

SIe hat absolute jede Eigenschaft der "herkömmlichen" Indiktrination die es gibt und geduldet wird sie weil sie noch viel zu gut funktioniert und der Großteil der Politiker wie der Bevölkerung religiös sind.

Kommentar von Wahchintonka ,

Fein deswegen, weil sie auch von höchst feinen Herrschaften angewendet und gesegnet wird

Kommentar von Andrastor ,

Wenn du auf die klerikale Gemeinde anspielst: Die haben das System ja erst in die Gänge gebracht und wo es sie selbst hingebracht hat, muss man ja nicht näher erläutern.

Wenn du wohlhabende Bürger meinst: Wer damit aufgewachsen ist, kann sich dem nur schwer entziehen.

Da ist nichts feines dran.

Kommentar von Wahchintonka ,

Bei genauerer Betrachtung ja. Aber auch Adelige, Könige, Fürsten, Gräfe, Prinzessinnen nebst Wissenschaftlern und Künstlern von Weltruhm waren gemeint.

Kommentar von Andrastor ,

Auf welche das Prinzip der Indoktrination ebenfalls zutrifft. Wie gesagt, nur wenige können und konnten sich diesem System jemals entziehen.

Einer der Menschen und Adeligen die es zum Beispiel geschafft haben war Friedrich der Große von Preußen.

Geht man allen
Religionen auf den Grund, so beruhen sie auf einem mehr oder minder
widersinnigen System von Fabeln. Es ist unmöglich, dass ein Mensch von gesundem
Verstand, der diese Dinge kritisch untersucht, nicht ihre Verkehrtheit erkennt.

Kommentar von Wahchintonka ,

"...von gesundem Verstand.."  Und wie kommt man zu einem gesunden Verstand, wenn man keinen hat?

Kommentar von Andrastor ,

Durch Heilung, Training und die Möglichkeit seinen Verstand genesen zu lassen.

Wer seinen Verstand ständig durch religiöse Dogmen oder anderes dogmatisches Denken einschränkt, wird niemals einen gesunden Verstand entwickeln können.

Kommentar von Wahchintonka ,

Alles soweit ok. Dennoch: Der Begriff "gesunder Menschenverstand" bereitet mir etwas Unbehagen, wie etwa die Begriffe "dumm" oder "gescheit" Schon allein "geistig gesund" bzw. was  "geistige Gesundheit" bedeutet, fällt Psychiatern recht schwer zu definieren. Ob nun intelligentes und weises Denken immer auch einen gesunden Menschenverstand voraussetzt, kann bezweifelt werden. Schließlich kann sich wohl ein von Weisheit und hoher Intelligenz gesegneter Mensch in einem Irrenhause befinden.

Antwort
von magicdrummer, 99

Macht, Geld, Einfluss, Steuer der Menschen..... njoa.  das übliche wie es schon immer war,   und sein wird. Ein Instrument um Menschen zu beherschen. 

Antwort
von anniegirl80, 53

Wenn dies so wäre, dann frage ich mich warum es auch Christen in Ländern gibt, in denen Religion verboten ist (Nordkorea).

Dazu kommt, dass es gerade in demokratischen Ländern Religionsfreiheit gibt. Ob sie gefördert wird, ist Ansichtssache.

Und ich frage mich ob du damit sagen willst dass Religion per se schlecht ist?

Kommentar von Wahchintonka ,

Religion ist immer dann schlecht, wenn sie aufgezwungen wird - mag sie noch so gut und wohltätig sein. Wenn du einem kleinen Kind etwas von dem lieben Gott erzählst, dann hat dieses Kind zunächst keine Chance, daran zu zweifeln - geschweige denn sich zu überlegen, ob es denn überhaupt einen Gott gibt oder nicht. Wirklich schlimm ist aber, dass das Kind von dir sozusagen manipuliert wurde. Und die positive Verstärkung dieser Manipulation lautet "der liebe Gott". Schließlich kann nur das, was lieb ist auch gut und richtig sein.

Kommentar von anniegirl80 ,

Erstens ist das Bild vom "lieben" Gott sowieso nicht haltbar. Gott ist die Liebe, und noch vieles andere. Aber wer behauptet dass er lieb wäre, wird Gott schlichtweg nicht gerecht.

Dazu kommt dass man auch noch auf 1000 andere Arten manipulieren kann. Das ist definitiv nicht auf die religiöse Erziehung beschränkt. Und meistens merken die Eltern es gar nicht - sie nennen es Konsequenz oder Strafe.

Und jeder Mensch wird auf eine bestimmte Einstellung hin erzogen. Das betrifft die Ernährung, wie man mit Geld umgeht, politische Ansichten^, den Umgang mit Leistung etc. Natürlich zweifelt da ein Kind nicht daran - und wenn es erwachsen ist, kann es seinen eigenen Weg gehen. Aber wenn den Eltern ihre Religion wichtig ist, werden sie das Kind auch in diesem Sinne erziehen. Und ich finde das durchaus richtig so!

Antwort
von earnest, 43

Egal, wie man deine Frage beantwortet: Indoktrination lässt sich nicht durch Verbote aus der Welt schaffen. Dazu gibt es viel zu viele subtile Formen der Indoktrination - nicht nur die Religion betreffend.

Gruß, earnest

Kommentar von Wahchintonka ,

Religion zur Privatsache erklären und aus allen staatlichen Institutionen verbannen - Fein und angemessen genug?

Kommentar von earnest ,

Schon. 

Aber erzähl das mal unseren Abgeordneten. 

Und dem Bundesverfassungsgericht.

Kommentar von Wahchintonka ,

Werde du Bundeskanzler. Viel schlechter kann es nicht werden

Kommentar von earnest ,

Du traust mir aber wenig zu ... 

Ich würde DICH sofort zum Bundeskultusminister machen.

;-)

Kommentar von Wahchintonka ,

Deswegen traue ich dir ja auch wenig zu

Antwort
von Succcer, 63

Der Bestandteil einer Demokratie ist Freiheit.

Kommentar von Wahchintonka ,

Auch die Freiheit, andere knebeln und knechten zu dürfen?

Kommentar von Succcer ,

Eigenverantwortung

Kommentar von JanfoxDE ,

Eine Demokratie ist keine Freiheit, alllerdings ist sie Freiheit näher als Diktatur.

Kommentar von Succcer ,

ABER (nochmal für alle die es nicht wissen) ein wichtiger Bestandteil der Demokratie ist Freiheit !!!!

Antwort
von Cybernout147, 73

Ja es handelt sich um Indoktrination. Der Grund wieso sie gefördert werden ist ihr für uns kultureller Status, ihre Werte (Christentum) auf den unsere Kultur beruht sowie ihre wohltätige Arbeit

Kommentar von Wahchintonka ,

Es dürfte auch Gauner, Betrüger und Banditen geben, die Geld an Wohlfahrtsinstituten spenden

Kommentar von Baoshan ,

Die wohltätige arbeit ist teil der indoktrination, bezahlt vom staat. Die werte auf denen unsere kultur beruht haben wir in erster linie der aufklärung zu verdanken, mit sicherheit keiner religion.

Kommentar von Cybernout147 ,

Natürlich liegt der Ursprung in der Religion. Die Zehn Gebote z.B wurden als Gesetze vor Gott behandelt und jeder der dagegen verstieß wurde bestraft. Das war der Grundpfeiler des Jura Wesens. Erst später durch die Aufklärung, hat sich alles noch weiter entwickelt. Das gleiche mit Liebe deinen Nächsten oder die Samariter, das waren Werte, die den Menschen damals schon vermittelt wurden auf den unsere Moral und Gesetzgebung basiert. 

Kommentar von Wahchintonka ,

Zu fordern "Respektiere deinen Nächsten" wäre wohl weiser, weil machbarer gewesen. Nicht nur, dass der fromme christliche Spruch "Liebe deinen Nächsten" für sich allein schon utopisch genug erscheint, sondern weil der gemeine Mensch schon große Mühe hat, sich selber zu lieben....Es heißt ja vollständig "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"

Kommentar von Cybernout147 ,

Klar, damit meint man ja auch das man den Nächsten achten soll wie sich selbst und auch dies ist nicht leicht. Aber darum geht es ja auch nicht, es sind nur Werte, die gut 2000 Jahre alt sind.

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