Frage von dw194, 87

Ist „Rachlust“ eine psychische Erkrankung?

Weil die Opfer (und deren angehörige) von Amokläufen und Terroranschlägen empfinden ja häufig Rachegelüste gegen den Täter. Und nun habe ich mich gefragt ob Rachlust eigentlich eine psychische Erkrankung ist. Denn für manche ist der Tod die gerechte Rache. Und es hat schon Racheaktionen gegeben bei denen außenstehende Personen zu schaden gekommen sind. Also geht von Leuten mit Rachlust eine Gefahr aus?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Lichtpflicht, 36

Der Wunsch nach Rache (es gibt ernsthaft das Wort Rachlust???) ist zunächst eine völlig normale und auch gesunde Reaktion auf eine Ungerechtigkeit, die einem widerfahren ist (oder einem nahestehenden Menschen).

Zum einen ist es eine Verteidigungsreaktion, zu anderen ist es ein Versuch, Gerechtigkeit wiederherzustellen, und aus der Rache heraus ist schließlich auch erst das Strafgesetz entstanden (gerechte Strafe), büßen müssen etc.

Da wir nun aber eine geregelte Rache haben (Gesetz), braucht es die Blutrache zum Glück nicht mehr. Wobei auch heute noch viele Ungerechtigkeiten geschehen.

Bei den meisten Menschen ist aber die soziale Prägung, Bildung, gelernte Normen und Werte wie zB das Verzeihen können und auch die Voraussicht für die Folgen von Rache so stark ausgeprägt, dass sie sich nicht rächen, bzw. auf unschädliche Art.

Pathologisch (krank) wird Rache erst, wenn man von diesem ursprünglichen ersten Wutimpuls aufgrund einer Ungerechtigkeit nicht loskommt und dann jede Hemmung verliert, Straftaten begeht usw. Bei diesen Menschen ist aber oft eine andere psychische Erkrankung die Ursache, die krankhafte Rache ist nur die Folge von einer anderen Erkrankung, oder eines Wahns (zB auch religiöser Wahn, Rassenwahn etc.)

Antwort
von KillerFerkel, 24

Ich denke es kommt immer auf den Menschen an sich an, ich meine wir alle haben schon einmal in irgendeiner Situation die Lust auf Rache verspürt was ja auch sehr nahe liegend ist wenn man seelisch verletzt wurde. Wichtig ist aber wie sich ein Mensch entscheidet und ob man den "Zwang" nachgiebt

Antwort
von voayager, 29

Das kann man so nicht pauschal sagen, denn es kommt allemal auf den Einzelfall an und auch, ob Außenstehende involviert sind. Ist dies der Fall, liegt entweder was Kriminelles oder was Krankes vor. 


Antwort
von mychrissie, 11

Wenn jemand mein Kind ermordet hätte, könnte ich ihn deshalb natürlich nicht umbringen, weil ich als normal veranlagter Mensch eine natürliche Tötungshemmung habe.

Aber wenn es einen Knopf gäbe, der seine Tötung in Gang setzen würde, wenn man draufdrückt, würde ich den definitiv drücken, obwohl ich weiß, dass dies moralisch falsch ist und ich strikter Gegner der Todesstrafe bin.

Aber ich würde ihn trotzdem drücken! Manchmal klafft eben eine Lücke zwischen Ansichten und Handlungen. Die würde in diesem Fall bei mir greifen. Ich würde drücken und mich zugleich dafür schämen.

Antwort
von pn551, 25

Rachegelüste hat wohl jeder Mensch. Obwohl............... lt. Aussage einiger Leute gibt es wohl auch Menschen, die die Vergewaltigung und Tötung ihres Kindes verzeihen können.

ICH NICHT!!! Der Gedanke, daß ein Täter milde davonkommt, läßt auch in mir Rachegelüste wachsen. Ob  ich diesen Gelüsten nachkommen würde, weiß ich nicht. Aber der Gedanke an Rache ist ein ganz normales Empfinden, weil der Mensch die Vergeltung braucht, um innerlich wieder zur Ruhe zu kommen.

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