Ist OJ Simpsons wirklich ein mörder? Und hat er im Gericht gewonnen oder verloren?

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Prozesse

Mordprozess

→ Hauptartikel: Strafprozess gegen O. J. Simpson

1994 wurde er wegen Mordes an seiner Exfrau Nicole Brown Simpson, von der er 1992 geschieden worden war, und ihrem Bekannten Ronald Goldman angeklagt.

Als Hauptverdächtiger floh O. J. Simpson in einem weißen Ford Bronco SUV vor der Polizei von Los Angeles, die ihn festnehmen wollte. Die Verfolgungsjagd am 17. Juni 1994 quer durch Beverly Hills wurde live von einem US-amerikanischen Fernsehsender übertragen, obwohl gleichzeitig die Endspielserie der National Basketball Association stattfand, sowie erstmals ein Live-Auftritt von David Hasselhoff im US-Fernsehen übertragen werden sollte. Es war die erste reale Verfolgungsfahrt, die live per Hubschrauber übertragen wurde.

In einem Prozess, der ebenfalls live vom US-amerikanischen Fernsehen übertragen wurde, sprachen ihn die Geschworenen am 3. Oktober 1995 frei. Ob der Frage, inwieweit die amerikanischen Rassenkonflikte eine Rolle im Prozess spielten, stand er unter großem medialem und öffentlichem Druck.[4] Es kam zu Demonstrationen und zu Plünderungen. Vor diesem Hintergrund gelang es Simpsons Anwalt, Johnnie Cochran, verschiedene einseitig ermittelte Fakten als eine Verschwörung gegen seinen Mandanten darzustellen, was er insbesondere anhand rassistischer Äußerungen des Hauptermittlers belegte. Entscheidender Auslöser für den Freispruch dürfte sodann ein blutiger Handschuh gewesen sein, der von den ermittelnden Polizeibehörden als Täterkleidung benannt wurde, Simpson aber bei der Anprobe im Gerichtssaal nicht passte.

Die Würdigung der DNS-Analysen als Beweismittel wurde von einigen Experten als zu gering erachtet.[5] Das Blut an dem in Simpsons Garten gefundenen Handschuh stammte laut Gutachten vom ermordeten Ron Goldman. An Socken, die man in Simpsons Schlafzimmer fand, wurden Blutspuren entdeckt, die von der getöteten Exfrau stammten. Umgekehrt fand man auf dem Grundstück der Ermordeten Blutspuren, die O. J. Simpson zuzuordnen sind.

An dem Freispruch für Simpson entzündet sich deshalb Kritik hinsichtlich des damaligen US-amerikanischen Justizsystems: Staatsanwalt und Verteidiger wetteiferten um die Gunst von Geschworenen, die als Laienrichter über die Schuld des Angeklagten entscheiden. Diesen, so die Kritiker, fehlten häufig Kenntnisse und Erfahrungen im Zusammenhang mit Wahrscheinlichkeitsrechnung, Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen und anderen für die Beweisfindung vor Gericht wesentlichen Faktoren. Nicht selten seien daher die Anwälte beider Seiten bemüht, die Geschworenen auf emotionaler, statt auf sachlicher Ebene zu erreichen und setzten bewusst darauf, dass diese die sachlichen Indizien nicht richtig verstünden.

Im Simpson-Prozess waren die gefundenen DNS-Spuren das entscheidende Beweismittel. Deren Darstellung und Analyse im Prozess war jedoch eine trockene, für die Geschworenen ermüdende Angelegenheit, während sich die Anprobe des Handschuhs anschaulicher darstellte. Zudem drehte sich der Großteil der Verhandlung vor den vornehmlich afroamerikanischen Geschworenen um vermeintlichen und wirklichen Rassismus der Ermittler.

Zivilprozess

Trotz des Freispruchs im Strafprozess hat ein Zivilgericht Simpson im Februar 1997 zu einer Schadensersatz-Zahlung in Höhe von insgesamt 33,5 Millionen US-Dollar an die Hinterbliebenen verurteilt. Dies ist möglich, da im Unterschied zu einem Strafprozess, bei dem an der Schuld des Angeklagten keine begründeten Zweifel herrschen dürfen, es im Zivilprozess ausreichend ist, wenn die Zweifel an der Schuld nicht überwiegen. Da in Florida Rentenbezüge und Immobilien, die der Beklagte bewohnt, nicht pfändbar sind, konnte der Anspruch jedoch bislang nicht vollstreckt werden.[6]

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