Frage von MSDDOS, 28

Ist nur die Ghz Anzahl der CPU für Leistung entscheident?

Hallo liebe Community,

Ich bin ja von Computer und das zusammenbauen sehr begeistert (16Jahre) ich besitze selber meine kleine Gaming Maschine habe Ahnung aber bin ich nicht der ,,Professor,, in sowas ^^.Jetzt will sich mein Kollege auch einen Gaming PC kaufen für eher Low Budget (AMD CPU ETC) Nun redet er ständig was von AMD CPU,s mit 8x4Ghz und das er jetzt 32Ghz ''Hätte'' Ich weiß ja das man die Ghz Anzahl nicht multiplizieren soll aber mein Kollege denkt das wäre so und ist entscheidend fürs Gaming.Ich weiß,dass z.b ein AMD Fx 4300 mit 3,8Ghz schlechter ist als ein I5 6500 mit (Turbo Boost) von 3,6Ghz. Jetzt zu meiner Frage warum ist das so? und wie kann ich ihm sagen,dass das nicht stimmt.denn ich möchte nicht das er sich am ende eine Uhr alte CPU mit hohen Takt kauft aber fürs Gaming überhaupt nicht taugt.

Antwort
von NoHumanBeing, 2

Nein, die gesamte Mikroarchitektur ist sehr entscheidend.

Gerade in den letzten Jahren (nach 2000) haben sich die Taktraten der Prozessoren kaum noch erhöht, aber die Rechenleistung (FLOPs oder "floating point operations per second") sind drastisch gestiegen. Selbst ein hypothetischer Pentium 4, der mit einer Taktfrequenz von unglaublichen 20 GHz arbeiten würde, würde nicht einmal einen Bruchteil der Rechenleistung erzielen, die ein heutiger Intel-Prozessor in Skylake-Architektur bei 2 GHz Takt erzielt.

Noch deutlicher ist das ganze z. B. beim Vergleich CPU vs. GPU. GPUs haben in der Regel einen geringeren Takt, als CPUs (heutzutage meist um 1 GHz), aber dennoch eine deutlich höhere "peak performance", was die FLOPs angeht. Heutige CPUs schaffen einige hundert GigaFLOPs (also einige hundert Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde). Heutige GPUs schaffen bereits viele TeraFLOPs (also Billionen Rechenoperationen pro Sekunde). GPUs sind Vektorprozessoren und können die selbe Rechenoperation in einem einzigen Taktschritt auf sehr vielen (hunderten oder gar tausenden) Operanden durchführen.

Auch ein Vergleich zwischen Mobilarchitekturen wie ARMv8 und der x86-64-Architektur im Desktopbereich zeigt gewaltige Unterschiede. Im Raspberry Pi 3B beispielsweise sitzt ein 1.2 GHz Quadcore-Prozessor vom Typ ARM Cortex A53. Das klingt "auf dem Papier" viel. Dennoch wird jeder, der schon einmal mit einem Raspberry Pi gearbeitet hat, wissen, dass die Leistung nicht ansatzweise mit einem aktuellen PC vergleichbar ist. Dafür ist das Board aber auch nicht gemacht. Der gesamte Rechner hat einen Stromverbrauch von unter 2 Watt. Im Vergleich "FLOPs pro Hz" verliert die ARM-Architektur deutlich, dafür wird sie im Vergleich "FLOPs pro Watt" jeden x86-64 an die Wand fahren. Es gibt Rechenzentren, die eine ganze Armarda von Raspberry Pis betreiben, weil es insbesondere von den Energiekosten her wesentlich günstiger ist, als einen "dicken" Server in x86-64 oder Itanium-Architektur hinzustellen, der eine vergleichbare Gesamtrechenleistung erbringt. Das macht auch Sinn, wenn man beachtet, wofür die Architektur eigentlich entwickelt wurde. ARM ist ein Embedded-Prozessor, der vor allem bei akkubetriebenen Geräten (Smartphones, Tablets, etc.) zum Einsatz kommt, sodass Energieeffizienz hier wichtiger ist, als höchstmögliche Rechenleistung.

Antwort
von DataWraith, 5

Nein, die GHz sind nicht entscheidend, es sei denn, Du vergleichst Äpfel mit Äpfel. Es hängt von der Bauart der CPU ab, wie sie Befehle verarbeitet. Eine UltraSparc zB verarbeitet Befehle anders als x86 (CISC- vs. RISC-CPUs). Eine RISC-CPU mit 2,0GHz kann wesentlich schneller sein, als ein AMD mit 4,0GHz. Es hängt vom Befehlssatz und vom jeweiligen Programm ab.

8*4 GHz sind zwar rein theoretisch 32GHz, Du musst aber auch den Overhead rechnen für die Verwaltung der Cores, zudem muss Dein Programm Multicore fähig sein. Die meisten Spiele sind das nicht, daher kannst Du den 8Core-AMD ohnehin nicht ausnutzen.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Eine RISC-CPU mit 2,0GHz kann wesentlich schneller sein, als ein AMD mit 4,0GHz.

Aber nur, wenn sie viel mehr Kerne hat. SPARC ging soweit ich weiß bis 256, üblich waren so zwischen 16 und 64 Kernen. Auch wenn das in heutigen Zeiten nicht nach "extrem viel" klingt, muss man immer bedenken, dass die Architektur schon einige Jährchen auf dem Buckel hatte. In den Jahren, in denen Sun Microsystems 64-Core SPARCs herausgehauen hat, war bei x86-Prozessoren Dualcore noch eine "Revolution".

Ein Single-Core SPARC wird bei gleicher Taktfrequenz erheblich langsamer sein, als ein Single-Core x86, eben weil SPARC eine RISC-Architektur (RISC = reduced instruction set computer = Rechner mit eingeschränktem Befehlssatz) ist und daher häufig mehrere Maschinenbefehle abarbeiten muss für Dinge, die ein x86 "in einem Rutsch" machen würde.

Der Vorteil bei RISC ist, dass sie sich höher takten lassen und dass die Architekturen "einfacher" sind, daher weniger Chipfläche benötigen und sich daher stärker vervielfältigen lassen, um hohe Kernzahlen zu erreichen. Nur dadurch wird ein RISC letztlich "stark".

Kommentar von DataWraith ,

Du vergleichst eben jetzt doch Äpfel mit Birnen. Deshalb sagte ich das ja. Eine RISC-CPU hat einen reduzierten Befehlssatz, aber jeder dieser Befehle kann extrem schnell ausgeführt werden. Dein Vergleich mit x86 hinkt, weil eben die CISC-CPU zwar in 'einem Rutsch' rechnet, aber eben nur mit complexem Befehl, der wesentlich länger braucht, auch wenn die Taktung wesentlich höher ist. RISCs waren x86ern immer schon überlegen, gerade damals, als Intel/AMD mit ihren Mehrfach-Cores angefangen haben. RISC ist nicht 'stark', weil man hohe Kernzahlen hat, sondern weil er extrem schnell ist.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Wenn RISC solche Vorteile hätte, dann hätte es sich durchgesetzt, nicht nur im Embedded-Bereich, sondern gerade im Bereich "high performance". Hat es aber anscheinend nicht.

Zudem verfügen gerade besonders hochperformante Systeme sogar oft über eine VLIW-Architektur (VLIW = very long instruction word), was so ziemlich der exakte Gegenpol zu RISC ist.

RISC = kleine, einfach strukturierte Befehle, die wenige Dinge (oftmals tatsächlich nur eine einzelne elementare Verknüpfung) machen

VLIW = riesige, komplexe Befehle, die eine Vielzahl von Dingen machen

CISC = "irgendwo dazwischen"

Antwort
von Dovahkiin11, 8

Er kann mit seiner AMD CPU ja mal gegen einen Quadcore i7 von Intel antreten. Nein, diese Werte sagen allein nicht aus, was ein PC kann. Und 32=8*4GHz gilt in diesem Fall auch nicht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community