Ist neugier eine schlechte Eigenschaft?

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9 Antworten

"Neugierige Leute sterben bald." - Ich finde diesen Satz dumm und bedenklich Außer man lebt in einer Diktatur - was ja vor nicht so wenigen Jahrzehnten in unseren Ländern der Fall war.

Es gibt eine ungute Neugierde, die nur Sensationen erheischen will. Grundsätzlich halte ich aber Wachheit und Interesse für ausgesprochen gute Eigenschaften. 

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Hängt davon aus, wie man die Neugier auslebt. Es gibt Leute, die sind halt interessiert und wenn denen etwas nicht klar ist, belesen sie sich und versuchen Sachen zu ergründen. Nur so funktioniert die Wissenschaft ja, weil man eben daran interessiert ist, alles zu erforschen. Aber es gibt auch das andere Extremun, wo Leute ständie ihre Nase in andere Angelegenheiten stecken, die sie nichts angehen. Das wäre dann eine schlechte Eigenschaft.

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Quelle: http://www.neon.de/artikel/freie-zeit/literatur/ist-neugier-eine-todsuende/634183

Ist Neugier eine Todsünde?

"Und die Moral von der Geschicht...." - von Märchen und weiblichen Lastern

Märchen und Mythen bestimmen wieder unseren medialen Alltag.
Keine Sorge, dies wird nicht die nächste überflüssige Abhandlung des
Harry-Potter-Phänomens. Nein, bei einem Blick in die Klassiker, die uns
durch unsere Kindheit begleitet haben, hat sich für mich eine ganz neue
Problematik ergeben: Ist Neugier eine Todsünde? Und noch schlimmer: Ist
Neugier vor allem ein weibliches Laster? Sind wir die grösste Gefahr für
unser eigenes Geschlecht?

Schuld an allem war zunächst einmal Augustinus, seines Zeichens nicht
etwa römischer Imperator, sondern der größte Kirchengelehrte des
christlichen Altertums. Somit eben auch oberste Instanz, wenn es darum
geht, was die Menschen früher zu glauben hatten. Augustinus vertrat die
Auffassung von der einen unveränderlichen Wahrheit, die nur mit viel
Glück und göttlicher Erleuchtung erfahrbar wird. Naturgemäß beschränkt
sich dies also auf einen handverlesenen Personenkreis; wer mehr wissen
wollte, als ihm der göttliche Plan zudachte, fiel unangenehm auf. Im
Allgemeinen wird Augustinus deshalb für die Aufnahme der "Augenlust" in
den Lasterkatalog verantwortlich gemacht. Dies nur um das
gesellschaftliche Klima zu beschreiben in dem unsere Märchen und Mythen
überliefert wurden.

Die Problematik lässt sich weit zurückverfolgen, um genau zu sein bis zu
den ersten Menschen; ich rede von Adam und Eva. Hätte Eva sich nicht
trotz der ausdrücklichen und eindrücklichen Warnungen an Gottes privaten
Obstbeständen gelabt, säße sie noch heute im wahrsten Sinne des Wortes
unendlich gelangweilt im Paradies. Stattdessen hat sie den Mythos von
der Neugierde als typisch weibliches Laster entscheidend mitgeprägt.

Wann immer Neugier zum Verhängnis wird, ist meist auch eine Frau
unmittelbar betroffen. In der Bibel z.B., wenn Lots Frau sich bei der
Flucht aus Sodom und Gomorrah als Einzige doch umdrehen muss und deshalb
zu einer Salzsäule erstarrt. An Phantasie, was die Bestrafung der
Neugier angeht, mangelte es den Herren Chronisten und Schriftstellern
jedefalls nicht. Denn letztendlich kommt es immer auf den erzieherischen
Effekt der jeweiligen Erzählung an. Dornröschen hat mit hundert Jahren
Schlaf also noch Glück gehabt, zumal der Alterungsprozess damit auch
aussetzte und sie von einem feschen Prinzen erlöst werden konnte. Zur
Erinnerung: Dornröschen war ein gelangweiltes Königstöchterlein, dem ein
verbotener Turm zum Verhängnis wurde.

Ähnliche Motive finden sich auch im Kulturkreis des Morgenlandes. Ali
Baba und die 40 Räuber - ein Klassiker - da darf natürlich die
neugierige Nebenrolle nicht fehlen; in diesem Falle also Alis
Schwägerin. Durch Neugier und weibliche List erfährt sie von seinem
Goldschatz und zwingt ihren Mann Kasim, sich ebenfalls daran zu
bereichern. Da dieser sich das Passwort für das Legendäre Versteck nicht
merken kann, kommt er dabei auf tragische Weise ums Leben - er wurde
gevierteilt. Die Schwägerin bleibt als mittellose Witwe zurück.

Allerdings finden sich bei den Märchen aus 1001 Nacht auch Hinweise
darauf, dass Frauen ihre eigenen Wege haben, die Neugier des starken
Geschlechts zu wecken und für sich zu nutzen. Das ist auch die Basis der
Rahmenerzählung des Buches: der zum Tode verurteilten Scheherazade
gelingt es, den Sultan Nacht für Nacht durch ihre Erzählungen zu
fesseln, auf diese Weise am Leben zu bleiben und ihm beiläufig mehrere
Kinder zu gebären.

Bei uns im Abendland hat sich der Inhalt der Erzählungen größtenteils
erst in jüngerer Zeit, sozusagen zeitgleich mit dem Publikum
emanzipiert. Auch hier haben die Frauen die Seite gewechselt und machen
mit der Neugier gemeinsame Sache. So beschreibt es auch Oscar Wilde in
seiner Geschichte "Die Sphinx ohne Geheimnis". Die schöne Lady Alroy
treibt den ihr hoffnunglos ergebenen Lord Murchinson durch
Geheimniskrämerei in den Wahnsinn. Auf dieser Basis ist natürlich keine
Beziehung möglich und so endet auch ihre Liebe tragisch. Insbesondere
weil sich zuletzt herausstellt, dass Mylady zwar einen ausgeprägten
Fetisch fürs Geheimnisvolle hatte, ihr einziges Geheimnis jedoch aus
ihrem langweiligen Dasein bestand.

Ist Neugier denn nun eine Todsünde? Ich denke nicht. Offensichtlich
wollte Eva den Apfel nämlich schon probieren, bevor Gott sie zur Strafe
mit der Erbsünde belegte. Im Klartext: Neugier existierte bereits in
einer ansonsten sündenfreien Welt. Die alten Griechen sahen das ähnlich.
Zeus schickte Pandora mit einer Büchse zu Epimetheus, in der sich alle
"Übel des Menschengeschlechts" befanden. Natürlich konnte Zeus davon
ausgehen, dass jemand in diese Dose hineinsehen und aus Versehen die
ganze Menschheit zu dem machen würde was sie heute ist.

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Es gibt Neugier, die andere nervt und Neugier, die anderen ein gutes Gefühl gibt.

Wenn du dich zum Beispiel bei einem Freund erkundigst, wie es ihm geht, wird er sich sicherlich freuen, dass du dich bei ihm meldest.

Stichelst du in etwas hinein, was dem anderen unangenehm ist oder er sich dessen selbst nicht im Klaren ist, wird er sich darüber nicht freuen, vor allem, wenn er das Gefühl hat, dass du es nur wissen willst, um beim nächsten etwas zum Erzählen hast.

Neugier muss nicht unbedingt personenbezogen sein. Du kannst auch neugierig auf Bücher oder andere Länder sein. Ich sehe hieran nichts Schlechtes. Es könnte schlecht sein, wenn du nicht in der Lage bist, deine Neugier zu befriedigen.

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So lange man sie einigermaßen unter Kontrolle hat nein

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Würde ich nicht so sagen. Bin selbst auch neugierig, man muss aber Grenzen kennen wie ich finde. :)

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Naja, sie bringt die Katze um. Aber deshalb haben die ja auch 9 Leben.

In gewissem Rahmen finde ichs okay, dann nervt es nur noch.

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Ohne Neugier würde die Menschheit nicht so existieren, wie sie es tut

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