Frage von FT9Jake, 60

Ist Muskelmasse zwingend proportional zum Kraftaufkommen?

Hallo Leute,

diese Frage ist mir stellt sich mir eher aus Neugier denn aus Eitelkeit. Meine Situation ist folgende: ich (17) bin Lesitungssportler im Schwimmen (5xWasser, mind 1x Kraft pro Woche), und meine Spezialstrecken sind die Freistil Kurz- und Mittelstrecken (50 -400 Frei) also eher jene Strecken, bei denen man die -insbesondere optischen- "Tiere" vermuten sollte.

Ich jedoch falle aus diesem Raster, da ich, was meine Arme (also mein Hauptantriebsmittel) angeht kaum Leute kenne, die dünnere Arme haben. Und das obwohl ich -wie ich im Kraftraum empirisch nachgewiesen habe- mitunter eine deutlich bessere Kraftausdauer UND Maximalkraft vorweisen kann als so gut wie alle anderen Vereinsmitglieder. Mich stört das nicht direkt, verwirrt mich jedoch um Einiges.

Meine Frage ist also ob die pure Muskelmasse tatsächlich eine große Bedeutung für die eigentliche Kraftentwicklung hat.

Danke schon im Voraus, Jacob

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Muskulatur, 15

Hallo! 



Meine Frage ist also ob die pure Muskelmasse tatsächlich eine große Bedeutung für die eigentliche Kraftentwicklung hat.

Ja, aber es gibt erhebliche Unterschiede auch bei der Qualität der Muskeln.Hätte jetzt viel geschrieben aber Napoloni ist mir da mit einem sehr guten Text zuvor gekommen.

Unterschiede gibt es schon bei der Muskelstruktur. Beispiel : Man unterscheidet zwei Arten von Muskelfasern: Die weißen und die roten Muskelfasern. Beide Typen sind für verschieden Aktivitäten tragend und optimal. Ein Weltklasse - Sprinter / Bodybuilder  hat ca 90% weiße Muskelfasern, Marathoni ähnliches in rot. Grob gesagt : Weiß = (Schnell)kraft, rot = Ausdauer. 

Deine Muskeln sind Auf Kraftausdauer ausgelegt und die werden nie so extrem dick sein dürfen.

Auch ich bin da so ein Sonderfall. 7 Jahre Bundesliga Gewichtheben und noch auf dem  Niveau unterwegs. Muskeln der Art Schwarzenegger kann ich nicht gebrauchen.



Ich wünsche Dir alles Gute.








Antwort
von Avoid888, 19

Ich nehme mal an du hast einen enorm niedrigen KFA??
Und die andere eher einen höheren, deshalb sehen ihre Arme fülliger aus.
Sonst denke ich schon, dass Muskelmasse essenziell für die Kraftentwicklung ist....
Aber sicher bin ich mir nicht..
Über die Frage habe ich noch nie nachgedacht...

LG

Kommentar von Avoid888 ,

Vielleicht liegt es auch an den Genen..

Antwort
von DanielOehm, 24

Nein muskelmasse ist nicht zwingend notwendig um stärker zu sein den Grund dafür kann ich dir leider nicht sagen ich weiß nur das es viele gibt die nicht so viel muskelaufbau haben und trotzdem stärker sind als manch einer der dicke arme vom trainieren hat. Mir geht es auch so zum teil zumindest ich baue muskelmasse auf jedoch nicht so viel und bin trotzdem stärker als manch anderer und Ausdauer hab ich auch mehr

Antwort
von napoloni, 21

Die generelle Antwort ist nein. Wie viel Kraft die Muskeln haben, bestimmt der Muskelquerschnitt. Sozusagen die Fläche, die du hast, wenn du deinen Arm mittig durchsägst (Minus des Knochens^^).

Wenn wir uns noch einen zweiten FT9Jake klonen, diesen aber doppelt so groß wie das Original, dann ist jeder Muskel dieses Doppel- FT9Jake doppelt so dick und doppelt so breit. Das bedeutet: Alte Kraft x 2 x 2 = neue Kraft. Damit ist der Riesen-FT9Jake grob 4x so stark wie du. Schön für ihn!

Die Sache hat aber einen Haken. Denn die Körper- und Muskelmasse wächst nicht nur in der Dicke und Breite, sondern auch in der Höhe. Das Gewicht verändert sich also Altgewicht x 2 x 2 x 2 = neues Gewicht.

Der Super-FT9Jake ist also doppelt so groß, viermal so stark aber 8mal so schwer. Relativ zum Körpergewicht ist er aber nur halb so stark.

In echten Zahlen sieht es natürlich anders aus, zumal wir ja nicht quadratisch aufgebaut sind. Der Grundsatz aber gilt. Je kleiner ein lebewesen, desto relativ stärker ist es. Viele Leute bewundern die ach so starken Ameisen, die riesige Lasten schleppen. Die Wahrheit ist: Wären wir so klein, könnten wir das auch! :o)


Beim Sport spielen aber noch viele andere Dinge mit ein. Bewegungsabläufe, Hebel, Technik und sicherlich auch das Gesamtpaket, das Verhältnis verschiedener Muskelngruppen untereinander, weil eine Kette ja nur so stark sein kann wie das schwächste Glied.

50 Meter sind ja noch Sprintstrecke, bei 400 Metern braucht man aber schon ordentlih Ausdauer. Hier sind Leichtgewichte schon eher im Vorteil. (Beim laufen sicher mehr als beim Schwimmen^^).

Breite Muskeln bedeuten natürlich auch breite Schultern und sorgen dafür, dass der Schwimmer mühsamm gegen sein breites Kreuz anschwimmen muss, während so ein Leichtgewicht wie du bekanntlich wie ein Wasserläufer über die Wasseroberfläche gleitet :D


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community