Frage von Loni0698, 86

ist meine strenge Ernährung ein Zeichen für eine Esstörung?

Hallo ihr lieben Ich bin 18 Jahre und neu hier aber ich denke es wird mal Zeit, mir ein paar objektive Meinungen zu meinen Gedanken einzuholen. Ich habe vor ca. 7 Monaten angefangen meine Ernährung umzustellen. Ich war unzufrieden mit meinem Aussehen und wog bei einer Größe von 1,75m 63-64 Kilo. Meine Freunde bezeichneten meine Figur zwar als schlank und total in Ordnung, aber ich fühlte mich nicht mehr wohl in meiner Haut.. Zu dieser Zeit hatte mein Freund gerade mit mir Schluss gemacht und ich dachte mir ich kann einen Neuanfang damit beginnen mich wieder schlanker und sexier zu machen. Also holte ich mir eine Ernährungs-App und fing an jede Mahlzeit genau einzutragen und zu dokumentieren. In Verbindung mit etwas Sport purzelten schon bald die ersten Kilos. Anfang 2016 fing ich dann an meine kalorienzufuhr am Tag immer weiter runterzuschrauben. Systematisch arbeitete ich mich Woche für Woche immer weiter runter bis ich an manchen Tagen meinen absoluten Tiefpunkt von 500-600 Kalorien am ganzen Tag erreichte. Aber das wären dann auch nur so 3 Tage am Stück die ich das dann mal durchzog..jetzt bin ich eigentlich immer zwischen 700 und 950 Kalorien pro Tag. (Sport hab ich eher nicht mehr gemacht da ich im Abiturstress war/bin und dafür nicht mehr die Kraft aufbringen wollte) Ich verbannte Brot,Schwein und Rind, alle Arten von übermäßigem fett aus meiner Ernährung. (Es gab aber immer mal Tage an denen ich auch mal gesündigt habe, zum Beispiel einmal in 2 Wochen mal ne Pizza oder ein paar Kekse) .Mitten im Abiturstress wurde meine Laune immer schlechter und ich wurde/bin gestresst und eigentlich immer müde. Momentan wiege ich mich täglich und wiege bei meinen 1,75m noch 52,5 Kilo. Meine Freunde und meine Mutter haben mich schon mal angesprochen dass ich ja ganz schön dünn sei, aber ich habe das immer entweder ignoriert oder wurde komischerweise sauer und mürrisch. Inzwischen vergeht keine Stunde ohne dass ich übers Essen nachdenke . Aber was ich komisch finde ist: ich denke nicht dass ich Magersüchtig bin , da ich 1. mich körperlich noch nicht so super dürr sehe , 2. das essen immer genieße (ich freue mich jedes Mal tierisch wenn ich endlich Mittag essen kann, habe meine festen Zeiten) und 3. im Gegensatz zu anderen Magersüchtigen gar nicht so wenig wiege. Trotzdem merke ich dass ich ausgelaugt und dünnhäutig geworden bin. Was mich zudem beunruhigt ist, dass ich seit längerem meine Periode nicht mehr bekomme und das kann nicht gesund sein. Deswegen wollte ich jetzt wieder mehr essen. Ich wollte mir heute mal was gönnen und habe zum Tv-gucken schokonüsse und Cookies gegessen. Jetzt quält mich das schlechte Gewissen... Ich merke das mit mir langsam psychisch was nicht mehr stimmt und es krankhaft wird. Dennoch will ich mich noch an niemanden in meinem Umfeld wenden und wollte mal hier fragen ob ihr Tipps für mich habt wie ich da alleine wieder rauskomme? Gibt es irgendeinen weg nicht jede Sekunde an Kalorien zu denken und was ich als nächstes esse?

Antwort
von Rishek, 32

Du wiegst viel zu wenig auf deine Größe. Natürlich reden wir hier von einer Störung, ob du das war haben willst oder nicht. Hat man erst einmal damit angefangen und sieht sich sogar bei deinen ausgangsmäßen als zu dick, obwohl du damit genau das richtige Gewicht gehabt hättest, kommt man da nur noch schwer alleine raus.

Das du das dann auch noch während eines Abistresses durchziehst ist leider der größte Fehler den du machen kannst. Was denkst du wovon dein Denkvermögen abhängt? Wie dein Hirn überhaupt arbeiten kann? Sicher nicht von Luft und liebe.

Du solltest dir bewusst werden, dass ein Mensch im ABSOLUTEN Ruhezustand, sprich du den ganzen Tag im Bett liegen würdest und dich nicht bewegst, einen kcal verbrauch von rund 900-1200kcal hat. Das braucht dein Körper um deine Organe ausreichend zu ernähren.

Was du da machst ist nicht nur verstörend, sondern auch alles andere als Gesund. Du sagst ja selbst schon, dass du dich schlapp fühlst.

Was du glaube ich nicht weißt ist, dass Fett genauso wichtig für den Körper ist, wie alles andere. Man kann den Fettverbrauch runter fahren ja, aber man sollte MINDESTENS 1g pro KG Körpergewicht zu sich nehmen. Man wird nicht von zu viel Fett dick, sondern von den falschen Fetten. Merk dir das.

Meiner Ansicht nach hast du zwei Möglichkeiten.

1. Du suchst dir professionelle Hilfe. Das mag für dich im ersten Moment abschreckend wirken, aber du musst dir eingestehen, dass du ein massives Problem hast, was noch viel schlimmer werden kann. Da sollte man auch keine falsche Scheu an den Tag legen. Du siehst dich immer noch zu dick bei deinen Maßen. Das ist, leider, Krankhaft. Einen anderen Ausdruck möchte ich hier gar nicht darlegen.

2. Du redest mit deinen engsten Freunden und Familien darüber, bittest sie dir zu helfen. Ich wüsste das meine Freunde mich da unterstützen, wenn es bei mir so wäre und von meiner Familie ganz zu schweigen.

Lass dir helfen, ansonsten wirst du bald noch viel schlimmeres durchmachen müssen als nur dieses Gefühl, schlapp zu sein.

Bei weiteren Fragen, kannst du dich gerne nochmals hier oder persönlich bei mir melden. Ich hatte einen ähnlichen Fall im Freundeskreis.

Grüße und alles gute.

Kommentar von Loni0698 ,

Wow das ist eine sehr einleuchtende Antwort von dir, vielen Dank! Mir ist langsam klar das ich wirklich ein Problem habe/bekommen werde wenn ich nichts an meiner Gewohnheit ändere. Ich werde mich erstmal an meine Vertrauten wenden und sehen ob die mir helfen können wieder "normaler" zu werden. Und wenn das nicht klappt werde ich mir professionelle Hilfe suchen! Wenigstens hab ich das jetzt erkannt und kann versuchen mich zu ändern:) Danke für deine Hilfe 

Antwort
von schleudermaxe, 53

Aber es wird nur das Hirn sein, keine größere Störung. Ein Alkoholiker hat ja auch keine Trinkstörung.

Haue dem bei Bedarf einfach einen kleinen Klaps hinters Ohr, wenn es nicht hören möchte. Alles Gute und viel Glück.

Kommentar von Rishek ,

Und genau hier fängt eine Störung an, im Kopf.

Antwort
von Dave0000, 27

52kg bei 1,75m
Und du siehst dich selbst nicht als dürr???
Grade das du das nicht siehst spricht für eine Störung
Und unter 1000cal kann im abistress auch nicht schlau sein

Antwort
von ErgoLUe, 33

Es klingt schon sehr zwanghaft gehe am besten mal zu deinen Hausarzt und erkläre ihn das bitte genau so.Ich habe teilweise aus beruflichen gründen auch mit Essstörungen zu tun und deine Schilderung weißt verhalten auf das auf eine zu treffen würde.

Du wiegst viel zu wenig für deine Größe,du nimmst viel zu wenig Kalorien für dein Alter zu und dein verhalten ist zwanghaft neurotisch.

Es gibt Verschiedene Formen von Essstörungen nicht nur Magersucht/Adipositas/Bulimie und in meistens sind Essstörungen das Ergebnis Psychischer Probleme/Erkrankungen.

Bitte suche einen Arzt  auf und vertraue deine Mutter und deine Freunde.

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